Alle Bettenvarianten für Reisemobile im Überblick: Wo schläft es sich am besten?

Da nachträgliches Möbelrücken im Reisemobil nicht möglich ist,
will die Wahl der Bettenform wohlüberlegt sein. Im Vergleich: neue
Trends und gängige Bettvarianten mit allen Vor- und Nachteilen.
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Da nachträgliches Möbelrücken im Reisemobil nicht möglich ist, will die Wahl der Bettenform wohlüberlegt sein. Im Vergleich: neue Trends und gängige Bettvarianten mit allen Vor- und Nachteilen.

© Nadine Maier

Da nachträgliches Möbelrücken im Reisemobil nicht möglich ist, will die Wahl der Bettenform wohlüberlegt sein. Im Vergleich: neue Trends und gängige Bettvarianten mit allen Vor- und Nachteilen.

Wer sich einmal auf den großen Wohnmobil- und Camping-Messen umsieht, verliert schnell den Überblick in der Grundrissvielfalt, die angeboten wird. Steht man aber vor dem Kauf eines neuen Reisemobils, gehört der Grundriss neben Aufbauart und Basisfahrzeug zu den ganz entscheidenden Kriterien für die Auswahl eines Modells.

Da man im Campingurlaub natürlich möglichst genauso komfortabel schlafen möchte wie zu Hause, beginnt für viele die Kaufvorbereitung mit der Frage: Welche Bettenvariante soll es sein?

Die beliebteste Bettenform im Wohnmobil

Hierzulande sind Modelle mit Einzelbetten nach wie vor die unangefochtenen Favoriten der Reisemobilisten. Das zeigen auch die Ergebnisse der jährlichen promobil-Leserbefragung anlässlich der Wahl zu den Reisemobilen des Jahres.

Welche Grundrissvariante bevorzugen Sie für Ihr nächstes Reisemobil? So lautete die Frage an die promobil-Leser im Zuge der Leserwahlen der vergangenen drei Jahre. Das Ergebnis ist eindeutig: Die große Mehrheit der Umfrageteilnehmer favorisiert die Einzelbettenlösung. Um die weiteren Plätze gibt es dagegen ein Kopf-an-Kopf-Rennen. 2018 noch auf dem dritten, ergatterte das klassische Querdoppelbett im Jahr 2019 den zweiten Platz. Das Queensbett hingegen verliert seit 2017 stetig an Popularität bei den Befragten.

Im folgenden zeigen wir alle Betten-Formen in Wohnmobilen für Paare und Familien – und eine spezielles Bett, das es nur im Campingbus gibt.

Die klassischen Wohnmobil-Betten für Paare

Dass Einzelbetten so beliebt sind, wundert angesichts der vielen Vorteile nicht. Relativ großzügige Liegemaße, ein bequemer Zugang sowie ein geräumiger, meist fahrradtauglicher Stauraum darunter lassen sich so im Heck realisieren. Die Kopffreiheit ist unter den Hängeschränken jedoch oft etwas eingeschränkt, und für einen bequem erreichbaren Kleiderschrank in Augenhöhe fehlt bei vielen Einzelbetten-Grundrissen der Platz. Er findet sich dann häufig unter einem der Fußenden der Betten und ist deshalb nicht immer gut zugänglich.

Der Klassiker unter den mobilen Schlafgelegenheiten ist das Querdoppelbett. Vor allem in Campingbussen mit Bad ist diese Lösung nach wie vor stark vertreten. In kompakten Fahrzeugen hilft diese Bettanordnung Platz zu sparen, während gleichzeitig ein großer Heckstauraum möglich ist. Immer seltener findet man diese Version hingegen in Teilintegrierten und Integrierten. Das liegt allen voran am mangelnden Ein- und Ausstiegskomfort. Muss der hintere Schläfer das Bett beispielsweise für einen nächtlichen Toilettengang verlassen, muss er stets über seinen Bettnachbarn klettern.

Etwas einfacher gestaltet sich der Zustieg in das sogenannte französische Bett: ein Längsdoppelbett, das sich das Heck mit einem schlanken Sanitärraum daneben teilt. Da es seitlich und am Fußende frei steht und meist tief eingebaut ist, lässt es sich relativ einfach entern. Eine Fahrradgarage ist dabei aber kaum zu verwirklichen. Die platzsparende Aufteilung ermöglicht dafür einen relativ luftigen Raumeindruck trotz kompakter Fahrzeuglänge, weshalb man die ursprünglich aus Frankreich stammende Bettvariante ganz vereinzelt auch in Campingbussen sieht.

Wer sich für ein Queensbett im Reisemobil entscheidet, muss bei den Fahrzeugabmessungen in der Regel etwas größer denken. Das frei stehende Doppelbett bietet zwar besten Einstiegskomfort, da es von drei Seiten zugänglich ist, gleichzeitig benötigt diese Anordnung aber viel Platz. Unübertroffen großzügig, wie ein richtiges Schlafzimmer wirkt das Ganze, wenn das Queensbett tief eingebaut ist. Allerdings wird es dann mit dem Fahrradtransport schwierig. Einige Hersteller versuchen deshalb mittels einer höhenverstellbaren Bettvariante diesen gordischen Knoten zu durchschlagen. Damit kann der Nutzer zwischen mehr Stauraum und einem einfacheren Zugang auswählen.

Wohnmobile für 2: Grundrisse im Überblick

Verschiedene Varianten bringen ebenso verschiedene Vor- und Nachteile mit sich. Bevor man sich für ein Bett entscheidet, sollte sorgfältig abgewogen, im Idealfall ausprobiert werden. So findet jeder die Lösung, die optimal zu ihm und seinen individuellen Nutzungsgewohnheiten passt.

Einzelbetten

So schläft der deutsche Reisemobilist am liebsten. Die in Fahrtrichtung eingebauten Betten vereinen einfachen Zugang in der Regel mit guten Liegemaßen. Ein oder zwei Treppenstufen machen den Einstieg auch dann komfortabel, wenn die Betten zugunsten einer Heckgarage hoch eingesetzt sind. Mittels zusätzlicher Teile lassen sich die Einzelbetten meist in eine große Liegewiese verwandeln.

(+) Komfortabler Zugang(+) Gut dimensionierte Liegeflächen, häufig auch mit einer Erweiterungsmöglichkeit in der Mitte(+) Garage darunter möglich(-) Eingeschränkte Kopffreiheit(-) Kleiderschrank unter dem Fußende teilweise schwer erreichbar

Doppelbetten

Feste Doppelbetten gibt es in zwei Varianten, entweder quer- oder längsstehend. Letzteres wird häufig auch als französisches Bett bezeichnet. Da sich hier Bett und Bad den Platz im Heck teilen, eignet sich diese Anordnung auch für kürzere Modelle. Deshalb fällt die Liegefläche jedoch eher schmal aus. 1,30 Meter Breite gilt hier als Standard.

(+) Komfortabler Einstieg in Sitzhöhe(+) Offenes Raumgefühl(+) Platzsparende Unterbringung des Sanitärbereichs(-) Wandseitiger Schlafplatz schwer erreichbar(-) Schmale Liegefläche, häufig am Fußende abgeschrägt(-) Keine Heckgarage möglich

Großzügiger dimensioniert sind meist Doppelbetten, die sich quer über die gesamte Aufbaubreite erstrecken. Auch diese Variante passt in kompakte Fahrzeuge, ist darum auch in ausgebauten Kastenwagen beliebt. Wegen der schmalen Karosserie ist die Bettlänge dort aber oft etwas knapp.

(+) Große Liegefläche(+) Relativ platzsparende Anordnung(+) Große Heckgarage möglich(-) Erschwerter Zustieg, vor allem der hintere Schlafplatz ist nur mit Mühe zu erreichen, wenn bereits eine Person im Bett liegt(-) Eingeschränkte Kopffreiheit

Queensbetten

Ähnlich gemütlich wie im heimischen Schlafzimmer wird es mit einem Queensbett an Bord. Die frei stehende Bettvariante eignet sich für Paare, die auch im Campingurlaub ungern getrennt voneinander liegen möchten. Es benötigt allerdings einiges an Raum, was sich entweder in gesteigerter Fahrzeuglänge oder weniger Platz in anderen Wohnbereichen bemerkbar macht. Höhenverstellbare Queensbetten, wie sie einige Hersteller anbieten, schaffen wahlweise Platz für eine Fahrradgarage oder mehr Einstiegskomfort für das Bett. Die Liegeflächen sind allerdings oft eher kurz und am Fußende abgeschrägt.

(+) Komfortabel von drei Seiten zugängliches Bett(+) Zwei passabel große und gut erreichbare Kleiderschränke rechts und links(+) Besonders wohnliches Ambiente(-) Benötigt viel Platz, weshalb Stauraum oft eher knapp ist(-) Garage nur als Kompromiss(-) Oft kurze Liegefläche

Wohnmobile für Familien: Platzsparende Betten

Flexible, bewegliche Betten sind ohnehin der große Trend der letzten Jahre – Stichwort Hubbetten. Lange Zeit nur als Zusatzbett im Fahrerhaus von Integrierten vertreten, haben sie als Hauptschlafplatz in Reisemobilen die Vielfalt der Grundrisse vor allem bei den Teilintegrierten erweitert. Das Grundprinzip – das Bett hängt unter der Decke und schwebt nur dann herab, wenn es gebraucht wird – macht neue Modellkonzepte möglich. Eine wohnliche Hecksitzgruppe zum Beispiel, ein Bad mit separater Duschkabine oder eine großzügige Küchenzeile sind dank Hubbetten heute auch in kompakten Fahrzeugen machbar. Andererseits ist die Stehhöhe unter den Hubbetten häufig eingeschränkt, und an die Sitzgruppe darunter strömt nur wenig natürliches Licht. Zudem ist eine gleichzeitige Nutzung von Bett und Sitzgelegenheiten oft ausgeschlossen.

Typisch für Alkovenmobile ist das Doppelbett vorn in der namensgebenden Schlafnase. Die hoch eingebaute Liegefläche erreicht man nicht selten nur über eine Leiter. Nicht zuletzt deswegen weicht das traditionelle Doppelbett im Alkoven immer häufiger zwei Einzelbetten, welche bequem über fest verbaute Trittstufen erreichbar sind. Die begrenzte Kopffreiheit schränkt den Schlafkomfort allerdings in beiden Varianten etwas ein. Vorteilhaft ist wiederum, dass dieser Raum ohne Umbau ständig zur Verfügung steht.

In relativ kompakten Alkovenmodellen für Familien werden dazu gerne Etagenbetten im Heck kombiniert. Da sie meist die ganze Aufbaubreite einnehmen, sind die Stockbetten oft auch für hochaufgeschossene Teenies oder Erwachsene geeignet. Der Ein- und Ausstieg ist allerdings etwas mühsam. Mehr Flexibilität erreicht man dadurch, dass das untere Bett hochklappbar ist und der Stauraum so zur Fahrradgarage erweitert wird. Etagenbetten-Modelle finden sich aber durchaus auch in den anderen Aufbauformen.

Familien-Wohnmobile: Grundrisse im Überblick

Für Familien ist die Wahl des Grundrisses eine besonders wichtige Frage – alle Familienmitglieder müssen einen passenden Schlafplatz haben, gleichzeitig sollte es möglichst luftig im Inneren des Reisemobils sein. Aber auch für Paare sind manche Grundrisse eine Überlegung wert. Die Vor- und Nachteile der potentiellen Betten im Überblick.

Etagenbetten

Übereinander schläft zum Beispiel der Nachwuchs in Familienmobilen gerne. Das Etagenbett liegt meistens quer im Heck, manchmal aber auch längs. Es ist zwar in allen Aufbautypen hier und da zu finden, überwiegend aber in Alkovenmobilen beheimatet.

(+) Praktisch für Kinder und Gäste(+) Unteres Bett oft hochklappbar für mehr Stauraum(-) Bei voller Belegung Stauraum knapp(-) Begrenzte Kopffreiheit

Hubbetten

Hubbetten erfreuen sich immer größerer Beliebtheit – und es gibt sie in immer mehr Varianten. Da sie sich tagsüber manuell oder per Knopfdruck elektromotorisch bis unter die Decke heben lassen, wird der Raum optimal ausgenutzt. Nicht selten wird das Hubbett als Zusatzbett angeboten. In Teilintegrierten befindet es sich meist über der Sitzgruppe, in Integrierten über dem Fahrerhaus. In manchen Situationen kann es stören, dass Hubbett und Sitzgruppe nicht gleichzeitig nutzbar sind, besonders wenn keine andere Schlafgelegenheit vorhanden ist.

Einzeln absenkbare Hubbetten

Challenger zeigt im Mageo 270 einen ungewöhnlichen Grundriss mit zwei einzeln absenkbaren Hubbetten über der Sitzgruppe. So kann diese – zumindest teilweise – weiter genutzt werden, während eine Person schon zu Bett geht.

(+) Optimale Raumnutzung(+) Betten einzeln absenkbar, so bleibt die Sitzgruppe immerhin teilweise benutzbar(-) Stehhöhe bei angehobenen Betten eingeschränkt(-) Hoher Einstieg(-) Keinerlei optische Trennung zwischen Wohn- und Schlafbereich

Hubbetten im Heck

Im Bürstner Lyseo TD 744 befindet sich das Hubbett im Heck über der großen, gemütlichen L-Sitzgruppe mit Sideboard gegenüber. Per Knopfdruck senkt sich das Hubbett herab und ist schlafbereit.

(+) Ermöglicht große Hecksitzgruppe(+) Üppige Liegefläche(+) Quer- oder teils auch Längsschlafen möglich(-) Sitzgruppe bei abgesenktem Bett nicht mehr nutzbar(-) Meist keine Heckgarage vorhanden

Hubbetten über dem Fahrerhaus

Ein Hubbett wie hier im Dethleffs Globebus I7 ist typisch für Integrierte. Anders als in Teilintegrierten hängt es über dem Fahrerhaus, wodurch die Sitzgruppe auch mit abgesenktem Bett teils nutzbar bleibt.

(+) Praktische zusätzliche Schlafgelegenheit(+) Gute Raumausnutzung des großen Fahrerhauses in Integrierten(-) Komfortsitze bei abgesenktem Bett nicht nutzbar(-) Eingeschränkte Kopffreiheit im Fahrerhaus

Alkovenbetten

Die gute Raumausnutzung durch den Schlafplatz über dem Fahrerhaus ermöglicht weitere Betten im Fahrzeug. Das macht Alkoven zu idealen Familienmobilen. Einzelbetten sind meist einfacher zugänglich als das Doppelbett.

(+) Alkovenbett meist mit großzügigen Maßen(+) Ständig verfügbarer Raum, auch tagsüber für das Bettzeug(-) Eingeschränkte Kopffreiheit im Alkoven(-) Mühsamer Zustieg über Leiter, besonders bei Doppelbett

Spezielles Campingbus-Bett

Bleibt noch eine Spezialität der Campingbusgattung: das Dachbett. Die Variante unter einem festen Hochdach ähnelt dabei dem Schlafen im Alkoven, nur dass man längs statt quer liegt. Die Version mit Aufstelldach war zunächst nur Kompaktcampern wie dem VW California vorbehalten. Der Zustieg erfordert hier etwas Gelenkigkeit, da man über die Fahrersitze auf die Liegefläche klettern muss. Inzwischen ist die Schlafkoje im Aufstelldach auch auf großen ausgebauten Kastenwagen zu finden. Hier führt meist eine Leiter nach oben. Das Hinaufkraxeln wird dafür oft mit einer luftigen und recht bequemen Liegefläche mit viel Aussicht belohnt, insbesondere wenn der Zeltbalg sich rundherum aufzippen lässt. Für verfrorene Schläfer kann es allerdings, nur durch den dünnen Zeltbalg geschützt, schon mal ungemütlich werden.

Dachbetten

Ob festes Hochdach oder flexibles Aufstelldach: Der Schlafplatz in luftiger Höhe passt vor allem für sportliche und kletterfreudige Camper, die Wert auf ein besonders kompaktes und flexibel nutzbares Fahrzeug legen.

(+) Recht bequemes Bett für zwei, trotz kompakter Fahrzeugmaße(+) Outdoor-Feeling(-) Für kalte Nächte ungeeignet (-) Oft schmale Liegefläche(-) Zustieg teilweise sehr mühsam

Quelle: 2020 Motor-Presse Stuttgart
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