Tesla Battery Day 2020: Super-Batterie hält langer & kostet weniger

Tesla Battery Day 2020: Super-Batterie hält langer & kostet
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Tesla Battery Day 2020: Super-Batterie hält langer & kostet weniger

© Getty Images / Tesla

Neue, selbst entwickelte Batteriezellen sollen viele Millionen Kilometer halten und Teslas erstmals günstiger machen, als vergleichbare Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Der Partner dafür kommt aus China. Die Details will Elon Musk Ende Mai 2020 bekannt geben.

Batterien treiben Elon Musk an. Schon immer. Wie wichtig ihm das Thema ist, zeigt sich zuletzt m Rahmen der Hauptversammlung im Sommer 2019. Da hatte Tesla-Chef Elon Musk angedeutet, sich nicht nur für den Bau eigener Batteriezellen zu interessieren, sondern darüber hinaus noch jede Menge Gesprächs- und Informationsbedarf zum Thema Batterien zu haben. Nach weiteren Tweets des Firmengründers wurde klar, dass es bei einem ursprünglich für April 2020 geplanten "Battery Day" weitere Details zum aktuellen Stand der Tesla-Batterieforschung geben wird. Der Batterietag ist, Corona-bedingt, inzwischen in die dritte Mai-Woche 2020 gewandert. Geblieben ist Elon Musks Begeisterung. Das "werde einer der aufregendsten Tage der Tesla-Geschichte", so Musk via Twitter. Konkretes gibt es bislang wenig. Hartnäckig hält sich das Gerücht, Tesla wollen künftig auch den Bau der Batteriezellen selbst übernehmen und so den nächsten Teil der Wertschöpfungskette erobern. Angeblich waren einige der neuen Zellen auch Ende 2019 bereits bei den Tesla-Tests auf der Nürburgring-Nordschleife im Einsatz.

1,6 Millionen Kilometer Haltbarkeit

Im Widerspruch dazu steht eine Meldung der Nachrichtenagentur Reuters, die für den Battery Day im Mai tatsächlich Neuerungen verspricht, die das Zeug haben, die Batterie-Welt auf den Kopf zu stellen. Dabei gehe es um eine neue Generation von Batteriezellen, die Tesla zwar nicht selbst baut, aber maßgeblich mit entwickelt habe. Das ergibt Sinn, auch weil Tesla 2019 den Energiespeicher-Spezialisten Maxwell Technologies übernommen hat. Neben der Maxwell-Technologie gilt Jeff Dahn als wichtigster Kopf im Projekt "Roadrunner", dessen Ergebnisse beim Battery Day 2020 vorgestellt werden sollen. Der 63-jährige Forscher leitet ein von Tesla finanziertes Forschungslabor in Kanada und hat sich mit zahlreichen Batterie-Patenten einen fast schon legendären Ruf erarbeitet. Zuletzt hatte er Informationen zu einer neuer Batteriezelle mit einer Lebensdauer von 1,6 Millionen Kilometern veröffentlicht.

Neuer Partner aus China

Die enorme Lebensdauer ist ein wichtiger Faktor der neuen Akkus. Ein anderer ist die Zellchemie. Und da kommt ein verhältnismäßig neue Tesla-Partner ins Spiel: die Firma Contemporary Amperex Technology Co Ltd., oder kurz einfach CATL. Ein riesiger chinesischer Batterie-Konzern, der nicht nur ein Werk in Deutschland baut, sondern seit dem Start der Tesla-Gigafactory in Shanghai auch Batterien fürs Tesla Model und das Model Y liefert. Ursprünglich stellt Tesla seine Batterien in Kooperation mit Panasonic her, wobei sich das Verhältnis zwischen Tesla und Panasonic in den letzten Jahren deutlich verschlechtert hat. So hat Panasonic angekündigt, sich aus der gemeinsamen Fertigung von Solardächern zurückzuziehen. Und mit CATL hat Elon Musk offensichtlich den geeigneten Nachfolger in der Batterie-Partnerschaft gefunden.

Kein Kobalt, niedrige Kosten

Die Chinesen selbst investieren Milliarden in die Weiterentwicklung der aktuellen Lithium-Ionen-Akkus und zukünftiger Technologien. Wichtig für Musk: CATL kann kobaltfreie Batterie liefern. Das entschärft nicht nur die Diskussion mit Umweltschützern, sondern senkt vor allem die Kosten. 100 US-Dollar pro Kilowattstunde sind das Ziel. Ein Wert, der international als Grenze gilt, ab der Elektroautos bei den Produktionskosten mit Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor gleichziehen können – und zwar ganz ohne Subventionen. Laut Musk will Tesla die Produktion mit den neuen Batterien um mehrere Terawattstunden pro Jahr steigern. Zum Vergleich: Die mit Panasonic betriebene Gigafactory im US-Bundesstaat Nevada kommt auf etwa 30 Gigawattstunden pro Jahr. Ziel: weiter runter mit den Kosten. Mit den 100 Dollar pro kWh hält sich Elon Musk allerdings schon lange nicht mehr auf. Gerüchteweise will er im Rahmen des Battery Day mit 70 bis 80 Dollar pro Kilowattstunde die globale Konkurrenz düpieren.

Produktion auch in Deutschland?

Dazu passt eine Meldung der südkoreanischen Tageszeitung "The Korean Times", dass Tesla beim koreanischen Mischkonzern Hanwha einen Großauftrag für Maschinen platziert hat, die bei der Herstellung von Batteriezellen gebraucht werden. Mit der Hanwha-Anlage werden fertige Batteriezellen auf ihre Qualität überprüft und dabei geladen und entladen. Das kann je nach Menge und Art der Zellen einen Tag dauern. Die Anlage arbeitet dabei mit extrem hohen Spannungen und gewährleistet dabei eine extrem Spannungsgenauigkeit, um eine hohe Qualität der Akkus sicherzustellen. Die Hanwha-Technologie soll zunächst in der Tesla-Fabrik in Fremont im US-Bundesstaat Kalifornien installiert werden. Tesla soll allerdings auch Aufträge für die Gigafactorys in Nevada, in China sowie Grünheide in Brandenburg platziert haben.

Quelle: 2020 Motor-Presse Stuttgart
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