Telekommunikations-Trends - was wird sich verändern?

Flächendeckende Glasfaseranschlüsse - in Deutschland leider immer noch ein Wunschtraum. 
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Flächendeckende Glasfaseranschlüsse - in Deutschland leider immer noch ein Wunschtraum. 

© @ AnneVerschraagen (CC0-Lizenz) / pixabay.com
02.03.2018 - 09:00 Uhr von freenet.de

Rund um die Telekommunikation ergeben sich immer wieder Innovationen. Die Branche unterläuft ständigen Änderungen und Weiterentwicklungen und wird sich vermutlich auch zukünftig in einem steten Wandel befinden. Welche Aufgaben und Trends werden bald wichtig?

Das Internet und seine Möglichkeiten sind zentral für fast alle neuen Entwicklungen. Und genau das ist für viele Unternehmen und Privatpersonen bis heute ein gewaltiges Problem. Denn die Weiterentwicklung des Zugangs, der Datengeschwindigkeit und der Anbindung hängt trotz mehrfacher Zusagen in Koalitionsverträgen weit hinterher

Besonders schnelle Internetanschlüsse - für Privatanwender und Firmen gleichermaßen wichtig

Das schnelle Internet ist für viele Menschen selbst in Deutschland noch ein Wunschdenken. Sicherlich suggeriert die Werbung immer wieder, dass 150 Mbit/s in einem Tarif inkludiert sein können, doch die Realität sieht oft ganz anders aus:

  • Auslastung - die wenigen Glasfaserleitungen, die bereits da sind, werden oft gesplittet und auf mehrere Anschlüsse aufgeteilt. Im Ergebnis stimmen die tatsächlichen Werte bei vielen Bürgern und Firmen nicht einmal ansatzweise mit dem Wert des Tarifs überein. Besonders niedrig ist die Geschwindigkeit während der Stoßzeiten.
  • Wohnort - in vielen ländlichen Gebieten Deutschlands ist das Internet wahrlich noch "Neuland". Da hier oft weder ein Kabelanschluss gegeben ist, noch eine solide DSL-Leitung liegt, dürfen sich Bürger und Unternehmen mit Schleichgeschwindigkeiten durchs Netz bewegen. Viele Landbewohner können beispielsweise keine Streamingdienste nutzen - und dieser Fakt trifft selbst die Telekom, die ihr Fußball-Angebot in etlichen Regionen nicht sicherstellen kann.
  • Anschluss - selbst wenn Glasfaserkabel verlegt werden, ist nicht gesagt, dass jedes Haus an diese angeschlossen wird.

Die Politik will diese Probleme bereits seit Jahren lösen, rudert aber immer wieder zurück. Von dem 2008 ausgegebenen Versprechen, dass bald jeder mit mindestens 1 Mbit/s surfen können soll, wurde 2011 halbwegs zurückgerudert - und umgesetzt wurde es immer noch nicht. Dafür hingegen soll laut der alten und neuen Regierung im Jahr 2018 jeder Haushalt mit 50 Megabit surfen können - wenn die kleine Zahl schon nicht klappt, greift man halt nach den Sternen.  Dabei liegt Deutschlands beim Thema schnelles Internet schon hinter den Niederländern und etlichen weiteren europäischen Staaten. Es wird natürlich daran gearbeitet, doch gibt es Probleme:

  • Nutzung bis zum Ende - anstatt das Breitbandnetz zu verstärken und zu vergrößern, wird in Deutschland eher auf das Alte gesetzt. Letztendlich wird die alte Infrastruktur so lange genutzt, wie es irgendwie geht.
  • Vectoring - das ist die Verlegung von Glasfaserleitungen bis zum Verteilerkasten. Ab diesem wird wieder auf das alte Kupferkabel zurückgegriffen und die Stärke des Glasfaserkabels auf zig Haushalte aufgeteilt. Das Ziel soll sein, 250 Megabit pro Sekunde zu liefern - was geschieht, wenn die Anforderungen steigen, kennt jeder aus den letzten Jahren.

Vodafone geht einen etwas anderen Weg und kombiniert die Glasfaserkabel bis zum Verteilerkasten mit dem TV-Kabel. So sind wesentlich schnellere Anschlüsse möglich, doch müssen das Glasfaserkabel und ein Kabelanschluss vorhanden sein.

Cloud-Dienste

Cloud-Dienste sind schon für Privatpersonen interessant. Die mit dem Handy geschossenen Urlaubsfotos werden gleich in die Cloud gespeichert und können zu Hause direkt am Computer angesehen werden, ohne dass erst Kabel gezogen werden müssen. Aber auch für Unternehmen sind Cloud-Dienste nützlich:

  • Programme - Unternehmen - aber auch Privatnutzer - können verschiedene Clouddienste für gemietete und ausgelagerte Software nutzen. Die Software wird nun nicht mehr direkt auf dem Computer installiert und gespeichert, sondern liegt auf einem externen Server. Für Unternehmen ist dies oft der günstigere Weg, da nicht mehrere Lizenzen, sondern nur mehrere Zugänge erworben werden müssen.
  • Speicherung - gerade bei Firmen fallen viele Daten an, die gespeichert werden müssen. Das setzt natürlich die geeignete Hardware voraus. Mit der Nutzung von Cloud-Diensten können diese Daten jedoch extern gespeichert werden. Die Voraussetzung: Der Anbieter muss gut gesichert sein und die Verbindung verschlüsselt.
  • Zugang - was für Privatpersonen praktisch ist, ist für Unternehmen notwendig. Wird eine Cloudlösung genutzt, kann von überall auf sie zugegriffen werden – einen schnellen Internetzugang vorausgesetzt. Geschäftsreisende benötigen nur noch ihren Laptop und müssen keine anderen Speichermedien mehr mit sich nehmen. Die Gefahr des Verlustes wird so verringert. Zudem sind die Daten, auf die während eines Meetings zugegriffen werden, stets aktuell.
  • Kosten - kann ein Großteil der IT ausgelagert werden, fallen natürlich oft auch geringere Kosten an.

Mit der Cloud-Lösung kommen jedoch auch Nachteile. Die Sicherheit ist natürlich das oberste Gebot, da empfindliche Daten nicht in die falschen Hände gelangen dürfen. Zudem liefern sich Unternehmen in gewisser Weise dem Anbieter aus. Es muss also auf einen guten Vertrag und einen ebenso guten Service geachtet werden. Probleme müssen schnell behoben werden, da ein Betrieb sonst lahmliegt.

Weitere Entwicklungen

Gewissermaßen zählt auch das Smart Home zu der Telekommunikation. Auch hierbei greifen verschiedene Geräte auf das Internet zurück, um Anlagen zu steuern oder Informationen zu sammeln. Da die Smart-Technologie immer weiter voranschreitet, ist in diesem Bereich ein großer Zulauf zu erwarten. Schon jetzt nutzen viele Privathaushalte smarte Technologien:

  • Thermostate - viele steuern bereits die Heizung über das Handy. Die Thermostate verfügen über einen WLAN-Anschluss und können direkt über eine App gesteuert werden.
  • Sicherheitsanlagen - auch diese werden immer häufiger via Apps und somit dem Internet gesteuert. Je nach Ausstattung der Anlage und des Hauses können die Beleuchtung und Rollläden zusätzlich bedient werden.
  • Geräte - die Waschmaschine wird eine Stunde vor Feierabend angestellt, damit die Wäsche beim Heimkommen gleich in den Trockner kann. Auch hierhinter verbirgt sich eine smarte Technologie.

Erste Häuser, die bereits vollständig zu einem Smart Home gewandelt wurden, gibt es bereits. Und diese Entwicklung wird nicht stehen bleiben, sondern sich immer weiterverbreiten.

Fazit - Ideen top, Internet Flop

Rund um die Telekommunikationsbranche gibt es noch so viel Entwicklungspotenzial, das ausgeschöpft werden will. Seien es weitere Cloud-Dienste, neue Streaming-Möglichkeiten oder auch Smart Homes. Dennoch muss in Deutschland kräftig in ein besseres Internet investiert werden, damit die Branche international mithalten kann.

Quelle: freenet
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