Virtuelle PCs dank Hyper-V in Windows 10 Pro

Virtuelle PCs dank Hyper-V in Windows 10 Pro
Bild 1 von 6

Virtuelle PCs dank Hyper-V in Windows 10 Pro

© Microsoft

Virtuelle PCs bringen Vorteile im Bereich Sicherheit und eventuell auch Performance mit. Wenn Sie wissen möchten, wie Sie dieses Vorhaben mit Hyper-V umsetzen, sollten Sie jetzt weiterlesen.

Was ist Hyper-V?

Sofern Sie die Pro-Variante von Windows 10 Ihr Eigen nennen, haben Sie auch Zugriff auf Hyper-V. Diese Virtualisierungstechnik hilft Ihnen bei Bedarf dabei, einen virtuellen PC zu starten. Wozu brauchen Sie das?

Viele erfahrene Anwender nutzen virtuelle PCs, um neue Software zu testen, veränderte Einstellungen zu überprüfen oder anderweitige Aktionen auszuführen, die eventuell die Stabilität und Sicherheit des Geräts beeinflussen könnte. In einem virtuellen Windows 10 haben Sie alle Möglichkeiten, die Sie auch im "normalen" Windows haben - nur, dass alles in einer gesicherten Umgebung stattfindet, die keine Auswirkung auf das Grundsystem hat.

Ein häufig genutzter Anwendungsfall ist die Installation der Insider-Versionen von Windows 10. Auf diese Weise müssen Sie diese (oft instabilen Vorabversionen) nicht auf Ihrem eigentlichen PC installieren und ihn somit gefährden. Stattdessen probieren Sie alles in der virtuellen Maschine aus und sparen eventuell viel Zeit und schonen Ihre Nerven. Einen zweiten PC brauchen Sie ebenfalls nicht, um dieses Szenario zu durchlaufen.

• Windows Sandbox als Alternative: In Windows 10 Pro haben Sie Zugriff auf Windows Sandbox. Auch diese stellt eine gesicherte Umgebung bereit, um neue Programme zu testen. Speichern können Sie dort nichts: Alles, was Sie in der Sandbox testen, geht nach Schließen der Anwendung verloren. Eine wirkliche Alternative zu einem echten virtuellen PC ist Windows Sandbox somit nicht.

Klären wir zunächst, was Sie brauchen, um mit Hyper-V loszulegen.

Aller Anfang ist leicht

Auch unter Windows 10 Pro ist Hyper-V nicht standardmäßig eingeschaltet. Um dies zu ändern, öffnen Sie das Suchfeld und geben dort "Windows-Features aktivieren oder deaktivieren" ein. Bestätigen Sie die Eingabe, um ein neues Fenster zu öffnen. Dort sehen Sie detailliert, welche Hyper-V-Komponenten bereits aktiv sind und welche nicht.

In diesem neuen Fenster suchen Sie also nach "Hyper-V" und öffnen die Verzeichnisstruktur. Klicken Sie alle leeren Felder an, um Hyper-V komplett zu installieren. Nach einem Klick auf "OK" wird sich das Fenster schließen und die Installation beginnt. Anschließend muss Windows einmal neustarten, um den Prozess vollständig abzuschließen.

Es kann sein, dass Sie Hyper-V nicht aktivieren können. Zwei Gründe können dafür verantwortlich sein:

• Die Systemvoraussetzungen für Hyper-V werden nicht erfüllt. Schauen Sie dazu nach, welche Hardware Microsoft für die Nutzung empfiehlt.

• Wahrscheinlicher ist, dass die Virtualisierungsfunktion des Prozessors im BIOS ausgeschaltet ist. Rufen Sie das BIOS auf und schauen Sie in der CPU-Sektion nach der Virtualisierungstechnik des Prozessors. Bei Intel heißt er "Intel VT", bei AMD "AMD-V".

Nach einem weiteren Neustart sollte Hyper-V dann zur Verfügung stehen.

Schnell zum virtuellen PC - auch für Anfänger

Geben Sie nach dem Neustart und der Aktivierung von Hyper-V im Suchfeld "Hyper-V-Manager" ein. Dann öffnet sich eine Anwendung, die die Verwaltung der diversen Funktionen von Hyper-V erlaubt. Bestehen virtuelle PCs bereits, können Sie hier verwalten oder löschen, die Hardwarezuweisung der bestehenden Maschinen verändern oder eben komplett neue virtuelle Computer erstellen.

Wenn das noch immer zu komplex ist, hilft seit dem neuesten großen Update von Windows 10 vielleicht die Schnellerstellung. Damit können Sie mit wenigen Mausklicks und ohne viele Voreinstellungen einen virtuellen Computer erstellen. Der Assistent kann insgesamt drei unterschiedliche Umgebungen für Ihren virtuellen Computer generieren:

• Das klassische Windows 10 in der Entwicklungsumgebung auf Basis der Enterprise-Version des Betriebssystems.

• Die MSIX Packaging Tool Umgebung: Sie richtet sich an Entwickler, die neue Anwendungen für die Verteilung auf anderen Systemen testen möchten.

Ubuntu Linux in der Version 18.04.1 LTS.

Wenn Sie möchten, steht über die Funktion "Lokale Installationsquelle" außerdem die Option bereit, eine beliebige ISO-Datei (oder eine DVD) zu verwenden, um das darauf befindliche Betriebssystem zu starten. Auf diese Weise könnten Sie also auch Windows 7 oder 8, Windows 10 Home oder eine der anderen, zahlreichen Linux-Distributionen verwenden.

Nun müssen Sie nur noch auf "Virtuellen Computer erstellen" klicken. Der folgende Prozess sollte nicht mehr als einige Sekunden dauern. Ist alles gut gegangen, erhalten Sie die Meldung, dass der virtuelle Computer erfolgreich erstellt wurde. Wenn Sie wissen, was Sie tun, können Sie noch den Button "Einstellungen bearbeiten…" auswählen. Dort legen Sie fest, welche Ressourcen das Hauptsystem an den virtuellen PC abzweigen muss - also etwa die Menge des Arbeitsspeichers oder der CPU-Kerne.

Verwendung von Windows 10 auf virtuellem PC

Nach einem weiteren Klick auf "Verbinden" werden Sie jetzt den virtuellen PC starten. Sollte es sich um den ersten Start handeln, muss zunächst die Installation des Betriebssystems (von ISO oder DVD) erfolgen. Dabei gehen Sie einfach so vor, wie Sie es auch an einem echten PC handhaben würden. Die Installation sollte bei der Verwendung von Windows 10 nicht zu viel Zeit in Anspruch nehmen. Sobald das Betriebssystem nach einem Produktschlüssel fragt, überspringen Sie diesen Punkt zunächst und kümmern sich später darum.

Der fertig aufgesetzte Rechner wird nun im bereits erwähnten "Hyper-V-Manager" auftauchen und unter der Rubrik "Virtuelle Computer" gelistet sein. Bei Bedarf erstellen Sie hier auch zahlreiche einzelne virtuelle Rechner - etwa mit Linux und Windows 10 zur selben Zeit.

Einfacher Zugriff über den Desktop

Falls Ihnen das Handling zu umständlich vorkommt, können Sie einen Großteil der Arbeit auch auf den Desktop auslagern. Dazu ist die Erstellung einer Verknüpfung notwendig, was in diesem Fall wie folgt funktioniert:

• Rechtsklicken Sie auf den Desktop und wählen Sie anschließend "Neu" und dann "Verknüpfung" aus. Gehen Sie auf "Durchsuchen…" und navigieren Sie in Laufwerk C: zum Ordner "system32" im Windows-Ordner.

• Wählen Sie in diesem Ordner den Eintrag "vmconnect" aus und hängen dann noch "localhost" (ohne Anführungszeichen) an sowie (mit Anführungszeichen) den Namen Ihres virtuellen PCs. Die Verknüpfung sieht also ungefähr so aus: "C:\Windows\System32\vmconnect.exe localhost "virtueller_pc"".

• Geben Sie der Verknüpfung jetzt noch einen sinnvollen Namen, sodass Sie wissen, was sich dahinter verbirgt (vielleicht "Virtuellen PC starten").

Ganz fertig sind Sie noch nicht: Nun müssen Sie dem System sagen, dass die Anwendung immer im Modus mit Administratorrechten gestartet wird, sobald Sie einen Doppelklick auf die Verknüpfung ausführen.

Dazu rechtsklicken Sie auf die Verknüpfung und gehen dann unter "Verknüpfung" auf die Schaltfläche "Erweitert". Dann öffnet sich das Fenster "Erweiterte Eigenschaften", wo Sie abschließend einen Haken in "Als Administrator ausführen" setzen. Damit ist die Einrichtung der Verknüpfung abgeschlossen.

Ab jetzt haben Sie immer einen sehr schnellen Zugriff auf Ihren virtuellen PC, der fast genauso schnell bereitstehen wird wie Ihr normales System.

Quelle: In Zusammenarbeit mit PC-Welt
Top-Themen
Am Freitag findet wieder der alljährliche Black Friday statt. Unzählige Unternehmen bieten ihren Kunden Sparaktionen ...mehr
Nokia hält Patente auch auf Technik, die wesentlich für Mobilfunklösungen ist. Hat Daimler ein solches Patent verletzt?mehr
Immer wieder verlangen Politiker, dass Geheimdienste eigentlich verschlüsselte Nachrichten mitlesen können - einen ...mehr
Anzeige