Kleine Geldbeträge leihen: Wie funktioniert das mit dem Minikredit?

Wenn kurzfristig Geld benötigt wird, ist der Minikredit die richtige Lösung.
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Wenn kurzfristig Geld benötigt wird, ist der Minikredit die richtige Lösung.

© BurAnd – 523421563 / Shutterstock.com
28.12.2017 - 08:00 Uhr von MR

Für einen Wagen oder eine Immobilie einen Kredit aufzunehmen, ist heute nichts Ungewöhnliches mehr. Doch was, wenn auch kleinere Anschaffungen oder Reparaturen einen Kredit notwendig machen? Immerhin gehören Unterhaltungselektronik, Möbel oder auch eine Weiterbildung laut einer Statista-Umfrage schon heute mit zu den häufigsten Gründen für eine Kreditaufnahme. Bei Beträgen bis zu 1.000 Euro spricht man von Minikrediten. Wir zeigen, worum es dabei geht und was zu beachten ist.

Was ist ein Minikredit?

Ein Minikredit ist ein herkömmlicher Ratenkredit, bei dem die Kreditsumme auf Kleinbeträge bis zu 1.000 Euro begrenzt ist. Darüber hinaus weist er folgende Besonderheiten auf:

  • Kurze Laufzeit zwischen 15 und 60 Tage
  • Vorschuss auf zukünftige Einkünfte
  • Auch bei negativem SCHUFA-Eintrag nicht völlig ausgeschlossen
  • Besonders schnelle Auszahlung
  • Unkompliziertes Antragsverfahren

Wie bei normalen Ratenkrediten unterscheiden sich die Zinskonditionen zwischen den einzelnen Anbietern durchaus voneinander.  Ein Vergleich der Konditionen ist deshalb sehr wichtig – mit einem Kreditrechner für Minikredite stellt dies jedoch kein großes Problem dar.

Wie läuft die Beantragung bei einem Minikredit?

Die Beantragung eines Minikredits erfolgt über die Webseite des jeweiligen Anbieters, wobei die Antragstrecke bewusst unkompliziert gehalten wird. Es sind lediglich persönliche Daten einzugeben und schon kann beim Kreditanbieter ein Kundenkonto eröffnet werden. Die weiteren Schritte sehen folgendermaßen aus:

1. Verifizierung

Wer online einen Kredit beantragt, muss sich bei der jeweiligen Bank identifizieren, um nachzuweisen, dass seine persönlichen Daten stimmen. Während für herkömmliche Kredite auf das Postident- oder Videoident-Verfahren zurückgegriffen wird, setzen Minikredit-Anbieter häufig auf Online-Verfahren zurück, die nach einmaliger Nutzung immer wieder genutzt werden. Im Fall einer Kreditaufnahme ist die Verifizierung der eigenen Daten innerhalb von 60 Sekunden erledigt.

2. Erforderliche Unterlagen einreichen

Auch bei Minikrediten benötigen die Kreditgeber einen Nachweis über das Einkommen des Kreditnehmers. Hierfür müssen Einkommensnachweise sowie ein Kontoauszug des eigenen Girokontos vorgelegt werden.

3. Online dem Kredit zustimmen und endgültig beantragen

In einem letzten Schritt kann der Kredit online bestätigt werden. Dies funktioniert mittlerweile häufig über eine qualifizierte digitale Signatur, so dass der langwierige Prozess des Postwegs mit unterschriebenem Kreditvertrag entfällt.

Einige Anbieter stellen Minikredite auf diesem Weg innerhalb von 24 bis 48 Stunden zur Verfügung, so dass auch eilige Ausgaben schnell getätigt werden können.

Was sollte bei einem Minikredit beachtet werden?

Minikredite haben vor allem den Vorteil, dass es nur um kleine Kreditsummen geht und darüber hinaus die Laufzeiten ebenfalls sehr kurz sind. Somit fallen Zinsunterschiede zwischen den Anbietern nicht so sehr ins Gewicht. Trotzdem ist es sinnvoll, einen Zinsvergleich anzustellen, wie das folgende Beispiel zeigt:

 

Kredit I (günstiges Angebot)

Kredit II (eher teures Angebot)

Kreditsumme

1.000 Euro

1.000 Euro

Effektiver Jahreszins

7,50% p.a.

11,99% p.a.

Laufzeit

2 Monate (60 Tage)

2 Monate (60 Tage)

Rückzahlungsrate (im Monat)

504,54 Euro

507,12 Euro

Zinskosten (Laufzeit)

9,08 Euro

14,24 Euro

Ersparnis

5,16 Euro

Abbildung 1: Sparpotenzial durch günstigere Kreditangebote

Die Ersparnis ist zwar nicht hoch, jedoch können die Kosten durchaus ins Gewicht fallen, wenn Kreditnehmer häufiger auf Minikredite zurückgreifen.

Wie sieht es bei einem negativen SCHUFA-Eintrag aus?

Im Normalfall bedeutet ein negativer SCHUFA-Eintrag, dass Kreditnehmer auf herkömmliche Art und Weise keinen Kredit mehr erhalten. Bei Minikrediten wird diese Regelung zumindest leicht abgewandelt. Es findet eine SCHUFA-Abfrage statt, jedoch werden insbesondere bei nicht allzu gravierenden Einträgen (Privatinsolvenz, eidesstattliche Erklärung) Ausnahmen gemacht. Dies beeinflusst zwar die Höhe der Kreditzinsen, kann jedoch in Einzelfällen eine nicht mehr möglich geglaubte Finanzierung möglich machen.

Interessenten müssen die Voraussetzungen erfüllen

Um einen Minikredit zu erhalten, ist es natürlich erforderlich, die jeweiligen Voraussetzungen zu erfüllen. Diese sollen dem jeweiligen Kreditgeber eine gewisse Sicherheit verschaffen, so dass der Kredit nicht platzt. Zu den Voraussetzungen gehören:

  • Girokonto bei einer Bank in Deutschland (quasi als Referenzkonto)
  • Keine gravierenden negativen SCHUFA-Einträge (Überschuldung, Privatinsolvenz)
  • Ein gewisses Mindesteinkommen
  • Fester Wohnsitz in Deutschland

Im Regelfall sind die Anforderungen an das Einkommen deutlich geringer als bei herkömmlichen Ratenkrediten. Die Kreditnehmer müssen nur unter Beweis stellen, dass sie finanziell in der Lage sind, den Minikredit bereits wenige Wochen nach Aufnahme wieder zurückzuzahlen.

Wie ist ein Minikredit zu betrachten?

Grundsätzlich stellt der Minikredit keinen Ersatz für Ratenkredite dar, weil die Kreditlaufzeit deutlich kürzer ausfällt. Eine gemütliche Ratenzahlung ist somit eher ausgeschlossen. Es geht hierbei mehr darum, sehr kurzfristig einen Engpass zu überbrücken oder eine wichtige Zahlung zu tätigen. Aus diesem Grund lässt sich der Minikredit eher folgendermaßen betrachten:

  • Vorschuss auf den eigenen Lohn: Einige Ausgaben können nicht warten und müssen sofort getätigt werden. Wenn dies mit dem eigenen Einkommen zwar machbar ist, der Auszahlungstermin für das Gehalt jedoch zu weit in der Zukunft liegt, lässt sich dieses Problem sehr gut mit einem Minikredit lösen.
  • Ersatz für den Dispokredit: In gewisser Weise ist der Minikredit ein Ersatz für den Dispokredit des eigenen Girokontos. Die Zinsen liegen normalerweise niedriger, jedoch ist der Minikredit auch weniger flexibel. Der Minikredit kann nämlich nicht so flexibel zurückgezahlt werden, da es feste Regelungen gibt. Allerdings lässt sich ein Minikredit immer wieder sehr schnell beantragen. Dies verspricht durchaus kontrollierte finanzielle Flexibilität.

Fazit

Minikredite sind in Deutschland noch eine relativ neue Kreditart, da diese Verleihgeschäfte für viele Banken nicht lukrativ genug sind. Die spezialisierten Anbieter sorgen jedoch mittlerweile dafür, dass Interessenten auch bei sehr kleinen Finanzierungsanliegen schnell die benötigte Liquidität erhalten. Zwar liegen die Zinsen etwas höher als bei herkömmlichen Ratenkrediten, aber dafür ist ein Minikredit sehr schnell beantragt und bringt absolut betrachtet geringere Finanzierungskosten mit sich. Dies liegt vor allem an den kurzen Laufzeiten, die das Überschuldungsrisiko gering halten. So bietet der Minikredit eine unkomplizierte Alternative zu klassischen Kreditangeboten.

Quelle: freenet.de
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