Das passiert bei Männern in den Wechseljahren

In den Wechseljahren nimmt das Testosteron in den Hoden ab
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In den Wechseljahren nimmt das Testosteron in den Hoden ab

© Sasun Bughdaryan / Shutterstock.com
30.01.2019 - 08:00 Uhr

Bei Frauen setzen die Wechseljahre ganz eindeutig ein, denn die Periode bleibt irgendwann einfach aus. Doch auch das männliche Geschlecht wird von den Symptomen dieser Zeit nicht verschont. Doch selten wird dies überhaupt thematisiert. Wir erklären, welche Symptome den Beginn der Wechseljahre begleiten und wie Sie Ihren Testosteronspiegel wieder erhöhen können.

Mit steigendem Alter nehmen sowohl bei Frauen als auch bei Männern, die Hormone ab. Dass das nicht ohne körperliche Auswirkungen bleibt, ist klar. Doch viele Männer können oder wollen sich die Andropause nicht eingestehen. Denn schließlich geht damit eine nachlassende Fruchtbarkeit einher und diese entspricht so gar nicht dem männlichen Selbstverständnis.

Der Testosteronspiegel sinkt langsam ab

Während der Andropause nimmt vor allem das Testosteron in den Hoden ab. Das kann bereits ab 35 Jahren der Fall sein. Wer einen gesunden Lebensstil pflegt, bekommt von diesen Auswirkungen jedoch zunächst nichts mit. Doch rund ein Drittel der Männer bemerkt die Veränderungen in verschiedenen Ausmaßen, die den Körper, die Psyche und die Sexualität betreffen.

Körperlich äußert sich die Andropause durch eine Leistungsminderung sowie eine Abnahme der Muskelkraft. Psychisch klagen einige Männer über Schlafstörungen, Ängstlichkeit, Reizbarkeit, Nervosität und depressive Verstimmungen. Das Wohlbefinden verändert sich. Und auch beim Sex bemerken manche ein Nachlassen der Erektionsfähigkeit, weniger morgendliche Erektionen sowie generell weniger sexuelle Lust. Sobald die ersten Symptome länger als sechs bis acht Wochen anhalten, sollten sie beim Arzt abgeklärt werden, bestenfalls beim Hausarzt, Andrologen oder Urologen.

Bei wochenlang anhaltenden Symptomen besser den Arzt aufsuchen

Dort wird dann eine sorgfältige körperliche Untersuchung gemacht und eventuell Blut angenommen, um den Hormonstatus festzustellen. So wird ermittelt, ob der Testosteronspiegel unter dem Normalwert liegt oder ob es sich vielmehr um eine Schilddrüsenfunktionsstörung handelt. Um den Testosteronspiegel richtig zu überprüfen, sollte neben dem Gesamttestosteron auch das biologisch aktive Testosteron miteinbezogen werden. Während das Gesamttestosteron das im Blutkreislauf vorhandene männliche Sexualhormon angibt, ist das biologisch aktive Testosteron das Hormon, das direkt an den Zellen wirkt.

Wem die Andropause sehr zu schaffen macht, der kann auch eine Hormonersatztherapie machen. Allerdings ist die Behandlung umstritten, da sie auf lange Zeit Nebenwirkungen wie starke Körperbehaarung oder eine Vermehrung der roten Blutkörperchen zur Folge haben kann. Ärzte raten deshalb zu höchstens ein bis zwei Jahren Hormonersatztherapie um aus dem körperlichen Tief herauszukommen.

Ein aktiver Lebensstil kann die Andropause lindern

Wer die Symptome ganz ohne Hormontherapie bekämpfen will, sollte seinen Lebensstil bewusst ändern. Dazu zählt neben gesunder Ernährung vor allem Sport.

Besonders ein Intervalltraining ist sehr wirkungsvoll und konnte bereits erwiesenermaßen den Testosteronspiegel wieder heben. Dabei reicht es, wenn drei Mal pro Woche drei Übungen für jeweils drei Minuten ausgeführt werden. Dazu zählen Liegestütze und andere Übungen, die den Muskelaufbau fördern. Wer also seinen Alltag etwas umstellt, sich viel an der frischen Luft bewegt, Krafttraining macht oder auch einfach mal nur die Treppe statt des Aufzugs nimmt, der wird weniger Probleme mit der Andropause haben als seine Geschlechtsgenossen.

Quelle: Men’s Health – Motor Presse Hearst GmbH & Co KG Verlagsgesellschaft
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