Diese Impfungen sollten Sie unbedingt haben

Auch wenn es unangenehm ist, die Impfung ist wichtig, um Krankheiten zu vermeiden. 
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Auch wenn es unangenehm ist, die Impfung ist wichtig, um Krankheiten zu vermeiden. 

 © imago/ ITAR-TASS
28.02.2018 - 10:00 Uhr

Wissen Sie noch, wann sie das letzte Mal Ihren Impfausweis in der Hand hatten? Oder sich der letzten Schutzimpfung unterzogen haben? Hier erfahren Sie, welche Impfungen wichtig sind. 

Während viele Eltern ihre Kinder mit einer gewissen Selbstverständlichkeit impfen lassen, nutzen sie oftmals selbst den Schutz vor krankmachenden Erregern nicht. Obwohl prophylaktische Impfungen in Deutschland zu den kostenfreien medizinischen Standardleistungen gehören, scheiden sich bezüglich dieses Themas die Geister. 

Die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert-Koch-Instituts (RKI) empfiehlt wichtige Impfungen zum Schutz von Kindern, Erwachsenen und Senioren. Dabei stehen Grundimmunisierungen für Kindern und regelmäßige Auffrischungsimpfungen im Fokus. Neben allgemeinen Ratschläge werden individuelle Impfempfehlungen für bestimmte Lebensumstände und Jahreszeiten gegeben.

Hier finden Sie die wichtigsten Informationen zum Impfschutz:  

  1. Impfungen für Kinder
    Die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert-Koch-Instituts (RKI) empfiehlt insbesondere im Kindesalter wichtige Grundimmunisierungen zum Schutz vor Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, Haemophilus Influenzae Typ b - Keime, die eine besonders schwere Form von Hirnhautentzündungen auslösen können. Ebenso werden Impfungen gegen Kinderlähmung, Hepatitis B und Pneumokokken, also Bakterien die Gehirnhaut- und Lungenentzündungen auslösen könne, angeraten. Wenn auch eine Immunisierung gegen Meningokokken und eine Vierfachimpfung gegen Mumps, Masern, Röteln und Windpocken vorgenommen wurde, kann der Impfausweis bis zur nächsten Auffrischung guten Gewissens eingepackt werden. Mädchen zwischen neun und 17 Jahren sollten außerdem Schutzimpfungen gegen humane Papillomviren, einem Auslöser von Gebärmutterhalskrebs, wahrnehmen.
  2. Impfungen für Erwachsene
    Wer sich in der Kindheit keiner Grundimmunisierung unterzogen hat, sollte den nächsten Arztbesuch zur Impfung gegen Kinderlähmung nutzen. Des Weiteren rät Prof. Dr. August Wilhelm Bödecker, Leiter des Schwerpunkts Allgemeinmedizin der Universität Köln, im Interview mit der "Rheinischen Post" zur Auffrischungsimpfung gegen Diphterie, Tetanus und Keuchhusten in einem regelmäßigen Abstand von zehn Jahren. So können quälende und langwierige Erkrankungen verhindert werden.
  3. Impfungen für Senioren
    Für Senioren ab 60 ist besonders die Pneumokokken- und die Grippeimpfung wichtig, so Dr. Sebastian Dieckmann, Leiter der Ambulanz im Tropeninstitut in Berlin, im Interview mit der "Welt". Senioren sollten das Gespräch mit ihrem Arzt darüber suchen, da Pneumokokken und auch die Grippe besonders bei älteren Menschen schwer verlaufen kann.
  4. Weitere Impfungen
    Reisen, Beruf, besondere Lebensumstände – auch wenn die grundlegenden Schutzimpfungen abgedeckt sind, lohnt sich ein Gespräch mit dem Hausarzt, um die individuelle Notwendigkeit weiterer Impfungen abzuklären.
  5. Röteln
    Neben Kindern sollten sich auch Frauen im gebärfähigen Alter, die bisher keine oder lediglich eine Impfung gegen Rötelviren erhalten haben, entsprechend der Schutzimpfungsrichtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) impfen lassen. Bei einer Infektion mit dem Virus während der Schwangerschaft können eine Fehl- oder Frühgeburt oder eine Erkrankung des ungeborenen Kindes die Folge sein.
  6. Masern
    Für alle nach 1970 geborenen Erwachsenen, die nur einmal gegen Masern geimpft wurden oder deren Impfstatus unklar ist, rät die STIKO zur Kombiimpfung zusammen mit Mumps und Röteln. Einen Einfachimpfstoff gib es nicht.
  7. Influenza
    Die Influenza-Impfung sollte der STIKO zufolge jährlich durchgeführt werden. Am besten im Herbst, wenn die Temperaturen langsam sinken und das Erkältungsrisiko steigt. Besonders ratsam ist die Impfung für Menschen mit Grunderkrankungen wie Bluthochdruck, Asthma, Multipler Sklerose, Diabetes, für Personen ab 60 Jahren, Schwangere und Medizinpersonal.
  8. FSME
    Die FSME-Impfung wird Menschen empfohlen, die kurz- oder langfristig in Risikogebieten Zecken ausgesetzt sind. Zu solchen Gebieten zählen Teile Bayerns, Baden-Württembergs, Hessen, Rheinland-Pfalz oder Thüringen sowie Norditalien, das Elsass oder auch die Schweiz. Wer die Frühlingstage nutzen möchte, um im Gras zu picknicken oder den Garten auf Vordermann zu bringen, kann sich mit der FSME-Impfung vor Zeckenbisse schützen.
  9. Nebenwirkungen
    Wie jedes Medikament haben auch Impfungen Risiken und Nebenwirkungen. Der Mikrobiologe Michael Bröker betont der "Welt" gegenüber, dass es sich dabei meist um milde und nur sehr kurz andauernde Symptome handelt. Verhärtungen, Rötungen und leichte Schmerzen sind zwar ebenso wie leichtes Fieber keine Ausnahmen, doch spricht man hier von einem normalen Maß, über welches die Nebenwirkungen kaum hinausgehen. Allergische Reaktionen treten lediglich in einer Häufigkeit von eins bis drei pro drei Millionen Impfungen auf, so Bröker.

Der Blick in den vergessenen Impfausweis und ein klärendes Gespräch mit dem Hausarzt über notwendige Schutzimpfungen lohnen sich also, um hartnäckigen Krankheiten keine Chance zu geben. 

Quelle: freenet.de
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