Wie gesund oder schädlich sind E-Zigaretten?

Die E-Zigarette soll gesünder sein als normale Zigaretten. Aber
stimmt das?
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Die E-Zigarette soll gesünder sein als normale Zigaretten. Aber stimmt das?

© Andrey_Popov / Shutterstock.com
27.11.2017 - 09:15 Uhr

Die E-Zigarette wird nicht nur als gesündere Alternative zum schädlichen Tabak gehandelt, sondern auch als effektive Methode zur schrittweisen Rauchentwöhnung. Doch auch der elektronische Glimmstängel hat seine Nachteile.

Sie ist gefragt wie nie: Die elektronische Zigarette, auch E-Shisha oder Verdampfer genannt, wird geraucht wie eine normale Zigarette und enthält auch Nikotin wie eine, nur fehlen Giftstoffe wie Kohlenmonoxid, Arsen, Blausäure und krebserregender Teer – also genau die Stoffe, die das Rauchen üblicherweise so schädlich machen. Grund: Es findet kein Verbrennungsprozess statt. Anstatt Tabak wird in einer E-Zigarette eine Flüssigkeit namens „Liquid“ erhitzt, wodurch Dampf (Aerosol) entsteht, der dann inhaliert oder gepafft werden kann. Darüber hinaus hat der Wasserdampf den Vorteil, dass er keinen miefigen Qualm erzeugt – zur Freude aller Nichtraucher. Das Liquid gibt’s nicht nur in verschiedenen Geschmacksrichtungen wie Minze oder Zuckerwatte, sondern auch mit unterschiedlichem und genau dosiertem Nikotingehalt – bis hin zu gar keinem.

Rauchentwöhnung mit der E-Zigarette
Da sich der süchtig machende Nikotingehalt im Liquid ganz leicht schrittweise reduzieren lässt, werden E-Zigaretten immer häufiger auch zur kompletten Rauchentwöhnung verwendet – und das durchaus mit Erfolg: Laut einer Studie an der Boston University School of Public Health (BUSPH) konnten 67 Prozent von insgesamt 222 befragten Rauchern, die sich mit einer E-Zigarette das Qualmen abgewöhnen wollten, ihren Tabakkonsum deutlich verringern. Davon schafften es 31 Prozent sogar, sich innerhalb von sechs Monaten komplett vom Rauchzwang zu befreien. Im Vergleich zu anderen Entwöhnungs-Methoden, wie etwa dem Nikotinpflaster, sind das knapp 15 Prozent mehr. Der genaue Grund dafür, warum E-Zigaretten bei der Entwöhnung so effizient sein können, ist Forschern bislang aber noch ein Rätsel. Um das wissenschaftlich umfassender zu ergründen, fehlen weitere Studien.

Vorsicht vor dem Chemie-Cocktail Liquid
Das Problem bei der E-Zigarette: Mögliche Langzeitschäden sind noch nicht absehbar. Zwar gehen aktuelle Studienergebnisse in die Richtung, dass die E-Zigarette weniger schädlich ist als eine gewöhnliche Zigarette, aber das Dampfen ist eben nicht komplett ungefährlich. Statt den Giftstoffen aus dem Tabak bringt das Liquid seine eigenen schädlichen Substanzen mit, etwa Propylenglykol, Glycerin und Aromen. Die kommen zwar auch in Lebensmitteln vor und sind dort unbedenklich, beim Inhalieren als Dampf in die Lunge kann sich das aber ganz anders verhalten. So gibt es für Aromastoffe beispielsweise Höchstwerte, die beim Dampfen schnell überschritten werden können. Dabei kann es zum Beispiel zur Reizung der Atemwege kommen.

Generell ist bislang noch nicht hinreichend geklärt, wie sich all die Substanzen im Liquid auf den Körper auswirken, vor allem auf die Lunge und auf lange Sicht. Darüber hinaus entdeckte das Deutsche Krebsforschungszentrum auch in E-Zigaretten Krebserreger, die insbesondere bei hohem Konsum zu einer Erkrankung führen können. Alle Raucher, die über einen Umstieg auf die E-Zigarette nachdenken, sollten sich demnach bewusst sein, dass auch hier Vorsicht beim Konsum geboten ist!

Quelle: Men’s Health – Rodale-Motor-Presse GmbH & Co. KG
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