Die neun fiesesten Reisekrankheiten

Die neun fiesesten Reisekrankheiten
Bemalte Wandteller sind harmlose Reisemitbringsel. Anders sieht es mit diesen neun Krankheiten aus!
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Die neun fiesesten Reisekrankheiten

Bemalte Wandteller sind harmlose Reisemitbringsel. Anders sieht es mit diesen neun Krankheiten aus!

© Thinkstock

Bemalte Wandteller sind eher harmlose Reisemitbringsel. Ganz anders sieht es mit Krankheiten aus, die man unbemerkt aus dem Urlaub mit nach Hause bringt und die im schlimmsten Fall sogar tödlich enden können.

Jeder, der in die Tropen fliegt, zur Safari nach Afrika oder in unberührte Landschaften Südamerikas oder Asiens, informiert sich in der Regel vor Reiseantritt über mögliche Krankheiten am Urlaubsort, lässt sich impfen und immunisieren.

Die neun fiesesten Reisekrankheiten im Überblick:

  1. Name: Leishmaniose
    Vorkommen: Tropische Länder in Südamerika und Ostafrika sowie Asien, aber auch im Mittelmeerraum beheimatet. Mit Leishmaniose können sich sowohl Menschen als auch Tiere anstecken. Vor allem bei Hunden ist sie im Mittelmeerraum stark verbreitet (z.B. auf Sizilien bei 80% aller Hunde).
    Auslöser/Übertragung: Durch den Stich der Sandmücke, vor allem im Sommer
    Symptome: Befallen werden können die inneren Organe, die Haut oder Haut und Schleimhäute, weshalb drei verschiedene Arten der Leishmaniose beim Menschen bekannt sind. Sie äußern sich durch Hautveränderungen mit Schwarzfärbung, Rötung oder Knötchenbildung, welche nach Heilung Narben zurücklässt. Leishmaniose kann tödlich verlaufen.
    Vorbeugungsmaßnahmen: Die beste Art der Vorbeugung ist die Vermeidung eines Mückenstichs durch entsprechende Kleidung und spezielle Mücken-Abwehrmittel (gängige Moskitonetze sind zu grobmaschig).

  2. Name: Trypanosomiasis (Schlafkrankheit)
    Vorkommen: Afrika
    Auslöser/Übertragung: Durch den Stich der Tsetse-Fliege
    Symptome: Im ersten Stadium Fieberschübe und Kopf- sowie Gliederschmerzen. Im zweiten Stadium Krämpfe, Koordinationsstörungen sowie Persönlichkeitsveränderungen. Der Verlauf ist unbehandelt tödlich.
    Vorbeugungsmaßnahmen: Nur mit Moskitonetz schlafen und schwarze sowie blaue Kleidung (besonders in Kombination) vermeiden, da diese von der Tsetse-Fliege bevorzugt angeflogen wird. Mückenspray nutzen und die Nacht nach Möglichkeit in geschlossenen Räumen mit Fliegengitter verbringen.

  3. Name: Amöbenruhr
    Vorkommen: weltweit vorkommender Erreger, vor allem jedoch in den Tropen und Subtropen
    Auslöser/Übertragung: Die Amöben gelangen über verunreinigtes Wasser und ungewaschene rohe Lebensmittel (Obst/Gemüse) in den Körper.
    Symptome: Amöbenruhr äußert sich in blutigem und schleimigen Durchfall, Magenschmerzen und Fieber sowie Bauchkrämpfen. Wird sie nicht behandelt, ist der Verlauf tödlich. Die Amöben gelangen dann durch die Darmschleimhaut und über das Blut in die Organe und führen dort zu Abszessen und inneren Blutungen.
    Vorbeugungsmaßnahmen: Nur abgepacktes Wasser aus Flaschen trinken oder Wasser abkochen – auch Wasser zum Zähneputzen. Alle Nahrungsmittel vor Verzehr gründlich waschen. Auf rohes Obst oder Gemüse besser verzichten.

  4. Name: Malaria (Sumpf- oder Wechselfieber)
    Vorkommen: Afrika, Asien, Südostasien und Mittel- und Südamerika sowie die Karibik (aber auch europäische Länder durch sog. Flughafen-Malaria)
    Auslöser/Übertragung: Durch den Stich von Moskitos (Stechfliegen) der Gattung Anopheles
    Symptome: Magen-Darm-Beschwerden und Krämpfe sowie periodisches Fieber (daher auch: Wechselfieber) und Schüttelfrost gehören zu den Symptomen. Malaria kann bei Nichtbehandlung tödlich verlaufen. Bei Kindern kommt es schnell zu besonders kritischen Verläufen.
    Vorbeugungsmaßnahmen: Gegen Malaria gibt es keinen Impfstoff, allerdings ist eine Chemoprophylaxe möglich. Mückenschutz ist das A und O. Dazu gehört das Meiden besonders mückenreicher Gebiete, das Tragen von heller und langer Kleidung, das Auftragen von mückenabwehrenden Mitteln und das Schlafen in geschlossenen Räumen mit Fliegengitter und Moskitonetz.

  5. Name: Dengue-Fieber
    Vorkommen: Tropische und subtropische Regionen Zentral- und Südamerikas, Süd- und Südostasiens sowie Afrikas 
    Auslöser/Übertragung: Durch den Stich der Gelbfiebermücke (Ägyptische Tigermücke/Denguemücke) und der Asiatischen Tigermücke
    Symptome: In den meisten Fällen ähnelt der Krankheitsverlauf dem eines grippalen Infektes: Fieber und Schüttelfrost, Kopf- und Muskel- sowie Glieder-Schmerzen. Der seltenere, schwere Verlauf, das hämorrhagischen Denguefieber, geht mit Blutungen einher und kann tödlich verlaufen.
    Vorbeugungsmaßnahmen: Die einzige Möglichkeit besteht im Vermeiden von Mückenstichen durch entsprechende Kleidung, Anti-Mückensprays und durch Moskitonetze, vor allem in der Nacht, wenn die Mücken besonders aktiv sind

  6. Name: Bakterienruhr (Shigellose)
    Vorkommen: Bakterienruhr ist weltweit verbreitet, tritt jedoch am häufigsten an warmen Orten mit ungenügender Hygiene und verstärktem Fliegenaufkommen auf, vor allem in Katastrophengebieten und armen Regionen.
    Auslöser/Übertragung: Die Übertragung erfolgt durch Hautkontakt, verunreinigte Lebensmittel und Wasser, über Kot und Urin sowie über Fliegen.
    Symptome: Es gibt einen einfachen und einen schweren Verlauf, für welchen blutiger und schleimiger Durchfall typisch ist. Dazu kommen Fieber, Bauschmerzen und –krämpfe sowie schmerzhafter Stuhldrang, Abgeschlagenheit und Appetitlosigkeit. Lebensgefährlich kann der Verlauf durch den starken Flüssigkeits- und Elektrolyte-Verlust werden. Bei besonders schweren Verläufen kann es zu Blutungen und Geschwürbildung kommen.
    Vorbeugungsmaßnahmen: Schutz gegen Bakterienruhr bietet nur eine gründliche Hygiene, sowohl was Trinkwasser und Nahrung anbelangt als auch beim Toilettengang. Häufiges Händewaschen ist ratsam.

  7. Name: Typhus
    Vorkommen: Erreger ist weltweit verbreitet, Hochrisikogebiete in Südostasien, Tropen 
    Auslöser/Übertragung: Auslöser ist das Bakterium Salmonella Typhi. Die Übertragung erfolgt über verunreinigte Nahrungsmittel und Wasser (fäkal-oral).
    Symptome: Typische Symptome sind Bauschmerzen und Verstopfung sowie Fieber mit (dafür untypisch) langsamen Herzschlag. Weitere Symptome umfassen Abgeschlagenheit, Schwäche, Ausschlag, aber auch Bewusstseinsstörung, Haarausfall und anderes. Es gibt einen schwächeren Verlauf, auch Paratyphus bezeichnet. Typhus kann tödlich verlaufen.
    Vorbeugungsmaßnahmen: Gegen Typhus kann man sich impfen lassen. Der Impfschutz ist aber nicht vollständig. Wasser sollte nur aus fabrikverschlossenen Plastikflaschen oder abgekocht getrunken werden. Nahrungsmittel gut waschen, auf rohes Obst und Gemüse besser verzichten. Häufiges Händewaschen und allgemeine Hygiene sind empfehlenswert.

  8. Name: Cholera
    Vorkommen: Entwicklungsländer (insbesondere in Afrika und Südostasien)
    Auslöser/Übertragung: Der Cholera-Erreger findet sich in mit Fäkalien verunreinigtem Trinkwasser meist in Folge mangelnder Hygiene bei der Abwasser-Entsorgung.
    Symptome: Übergeben und flüssiger Durchfall oft mit flockigem Schleim kennzeichnet den Beginn der Krankheit. Besonders gefährlich ist dabei der Entzug von Flüssigkeit und Elektrolyten. In der Folge kommt es zu Untertemperatur, Verwirrtheit und Hautausschlag. Der Patient kann ins Koma fallen. Unbehandelt ist die Sterblichkeitsrate sehr hoch.
    Vorbeugungsmaßnahmen: Mit einer Schluckimpfung kann man sich gegen Cholera impfen lassen. Besondere Hygienemaßnahmen sind anzuraten, vor allem was das Trinkwasser anbelangt. Vorsicht ist auch bei Eiswürfeln und Meeresfrüchten geboten. 

  9. Name: Gelbfieber
    Vorkommen: Afrika, Zentral- und Südamerika (in tropischen und subtropischen Ländern)
    Auslöser/Übertragung: Durch den Stich einer Mücke.
    Symptome: Bei einem leichten Krankheitsverlauf beschränken sich die Symptome auf Fieber und Schüttelfrost, Kopf- und Rückenschmerzen sowie Übelkeit und Erbrechen. In 15 Prozent der Fälle kommt es zu einer zweiten Phase mit Gelbsucht in Folge einer Leberschädigung, Unterleibsschmerzen und Blut in Stuhl und Erbrochenem. Hier verläuft die Krankheit in 20 Prozent der Fälle tödlich.
    Vorbeugungsmaßnahmen: Da es keine Therapie gegen Gelbfieber gibt, sollte man sich vor Reiseantritt in betroffene Länder unbedingt impfen lassen. In einigen Ländern gibt es auch eine Impfpflicht. Ansonsten gelten die üblichen Schutzmaßnahmen vor Insektenstichen von passender Kleidung über Mücken-Abwehrmitteln bis zu Mücken-Gittern oder Moskitonetzen.

Doch gegen viele Krankheiten gibt es keinen oder nur einen teilweisen Impfschutz. Und mancher Urlauber steckt sich zudem mit einer gefährlichen Krankheit an, weil er in einem vermeintlich sicheren Urlaubsland war. Leishmaniose kann man auch aus Spanien mitbringen, Malaria an einem Flughafen irgendwo auf der Welt bekommen.

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Krankheiten werden über Stechmücken übertragen oder bei unzureichender Hygiene über Fäkalkeime in Wasser und Lebensmitteln. Auch wer geimpft ist, sollte daher entsprechende Vorsicht walten lassen. Wasser sollte man am besten nur abgepackt trinken oder wenigstens abgekocht. Und auch zum Zähneputzen, sollte man nicht überall einfach nur Wasser aus der Leitung benutzen.

Zudem gilt es, selbst auf Hygiene zu achten und sich vor allem immer wieder die Hände zu waschen, auch aber nicht nur vor dem Essen und nach dem Toilettengang. In Ländern mit Krankheiten, die durch Stechmücken übertragen werden, sollte man lange Kleidung tragen und wenigstens in der Nacht ein Moskitonetz benutzen und in geschlossenen Räumen schlafen.

Egal wohin man fährt, man sollte sich immer vorher über Krankheiten und deren Risiken sowie Symptome informieren. Und auch noch Wochen nach der Rückkehr, sollte man bei heftigem Durchfall und starkem Fieber nicht gleich nur von einer Magenverstimmung und einem grippalen Infekt ausgehen.

Unbehandelt können eine ganze Reihe an Krankheiten tödlich enden oder schwere Folgeschäden nach sich ziehen. Daher ist hier Vorsicht besser als eine zu späte Einsicht, denn eine Vielzahl von Krankheiten bedrohen zu sorglose Reisende in vielen Ländern der Erde.

Quelle: freenet.de
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