Das alte iPhone verkaufen – aber richtig

Das alte iPhone verkaufen – aber richtig
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Das alte iPhone verkaufen – aber richtig

© IDG

Wer Geld zur Finanzierung des neuesten iPhone-Modells benötigt, kann hierfür sein altes iPhone verkaufen. Wir zeigen Ihnen, wie das am besten geht.

Im vergangenen Jahr sind mit dem iPhone 11, dem iPhone 11 Pro und dem iPhone 11 Pro Max die neuen Apple-Smartphones erschienen. Da neue iPhones nicht gerade günstig sind, ist eine Mitfinanzierung des Neukaufs über das alte iPhone keine schlechte Idee. Zum Beispiel über Ebay.

Kauft Apple nicht Altgeräte an?

Apple setzt neuerdings stark auf Trade-In-Angebote. So kann man beispielsweise sein Altgerät über den Apple Store ankaufen lassen. Viel ist Apple aber nicht bereit, für das alte iPhone XR oder das iPhone 7 zu zahlen. So komfortabel der Ankauf über den Apple Store auch ist - mehr als 260 Euro für ein XR mit 64 GB oder 80 Euro für ein iPhone 8 mit 32 GB lässt sich hier nicht erzielen. Bei einem Verkauf über Ebay oder andere Ankaufdienste lassen sich für Vorjahresmodelle weitaus bessere Preise realisieren.

Es gibt Dinge, die den Wert eines iPhones erheblich beeinflussen können.

Ist ein iPhone wirklich wertstabil?

Es war fast so etwas wie ein ungeschriebenes Gesetz: Der deutlich höhere Kaufpreis für ein iPhone wurde durch eine relativ hohe Wertbeständigkeit und einen hohen Wiederverkaufswert zumeist wieder wettgemacht. Das galt vor allem für das iPhone X. Bei den neuen Modellen scheint das aber anders zu sein. Das beste Beispiel liefert der ungünstige Modellwechsel beim iPhone XR. Aufgrund der Preisreduzierung beim neuen Modell iPhone 11 und diversen Vorteilen des iPhone 11 Pro zum iPhone XS sank der Wiederverkaufswert des Vorgängers XR deutlich. Nach nur einem Jahr ließ sich mit dem XR auf Ebay nur noch knapp die Hälfte des Neupreises erzielen. Für das iPhone XS bekam man nur noch rund 60 Prozent vom Neupreis. Bei Geräten mit höheren Speicherausstattungen war der Wertverlust noch ungünstiger. Natürlich freuen sich Neukäufer darüber, dass das iPhone 8 nun günstiger angeboten wird. Für Verkäufer ist das allerdings ärgerlich.

Optimal ist ein gebrauchtes iPhone ohne Kratzer, Defekte und Macken. Es hat keinen Netlock und nach Möglichkeit noch Garantie. Für ein solches Gerät gibt es logischerweise viele Kaufinteressenten. Ganz klar: je mehr ein Smartphone einem nagelneuen Gerät ähnelt, desto besser der Preis, der sich damit erzielen lässt. Das leuchtet ein, hat aber auch Konsequenzen.

Das macht ein gebrauchtes iPhone wertvoll:

  • Verkauf im Originalkarton
  • Durch Hülle vor Kratzern geschützt
  • Alles mitgelieferte Zubehör vorhanden
  • Gerät ohne Netlock
  • Abschluss von Apple Care

Was tun, wenn das iPhone kaputt ist?

Ein "totes" oder schwer beschädigtes iPhone zu verkaufen, lohnt sich fast nicht. Wenn sich überhaupt ein Interessent dafür findet, zahlt er höchstens ein paar Euro dafür. Besser ist es, das iPhone vor einem Verkauf eventuell reparieren zu lassen. Aber Achtung: Apple verlangt rund 171 Euro für das Ersetzen eines zersplitterten Displays beim iPhone 8. Beim iPhone X sind es bereits stolze 311 Euro. Defekte Bildschirme sollte man am besten offiziell durch Apple ersetzen lassen. Auch, wenn Handy-Reparaturshops deutlich günstiger sind - Originaldisplays bieten sie in der Regel nicht an. Das schmälert den Wert des Geräts drastisch. Vor allem Spitzenmodelle wie das iPhone X trifft das empfindlich. Auch der Home Button mit Touch ID sollte nur vom Hersteller ausgetauscht werden. Bei Drittanbietern ist die Fingerabdruckfunktion nach dem Austausch meistens deaktiviert. Wird ein iPhone 8 nicht sachgemäß repariert, ist es danach womöglich nicht mehr wasserdicht.

Andere Defekte können indes auch von Reparaturshops beseitigt werden. Wenn der Ausschaltknopf oder die Kopfhörerbuchse defekt sind, werden für die Reparatur jeweils rund 70 Euro fällig. Im Hinblick auf den Wiederverkaufswert ist das eine lohnenswerte Investition. Der Austausch eines defekten Akkus ab dem iPhone X kostet bei Apple zwischen 55 und 75 Euro. Das bringt einen deutlichen Performanceschub, denn bei nachlassender Batterie wird der Prozessor bei einigen Aufgaben gedrosselt. Das wird als echter Mangel gewertet. Auch in der Einstellung der Batterie wird das unter "Batteriezustand" angezeigt. Wenn hier nicht "Hochleistungsfähigkeit" steht, ist die CPU-Leistung des iPhone de facto halbiert.

Wer handwerklich etwas geschickt ist, kann den Akku bei älteren Geräten auch selbst austauschen. Ein Akku mit Werkzeug kostet 20-30 Euro. Doch Achtung: Auch hier werden - wie bei den Displays - minderwertige Ersatzteile am Markt angeboten. Billig ist hier nicht die beste Wahl. Ohnehin bemängeln neuere Geräte die Verwendung von Nicht-Original-Akkus und zeigen das im System an. Das iPhone 11 erkennt sogar ein Ersatzdisplay und zeigt das in einem Warnfenster an.

Reparaturkosten vermeiden

Auf iPhones erhält der Besitzer von Apple standardmäßig nur ein Jahr Garantie. In dieser Zeit werden iPhones bei Defekten meistens problemlos repariert oder ausgetauscht. Greift die gesetzliche Händlergewährleistung nach diesem Zeitraum nicht mehr, wird es teuer. Eine Garantieverlängerung bietet der Hersteller nur gegen Gebühr an. Mit Apple Care+ sind nicht nur technische Defekte abgedeckt, sondern auch zwei "Unfälle". Mit Apple Care+ wird die Reparatur dann deutlich günstiger. Wasserschäden sind nach wie vor nicht versichert. Das gilt sogar für Modelle ab dem iPhone 7. Diese sind bekanntlich wasserresistent.

Besitzer von iPhones sollen dazu bewogen werden, Apple Care+ zu kaufen. Noch vor wenigen Jahren konnte man für knapp 200 Euro sein defektes iPhone gegen ein generalüberholtes Modell tauschen. Inzwischen wird dafür mit 300 Euro und darüber deutlich mehr verlangt. Gebrauchtkäufer und -verkäufer profitieren von Apple Care+ in gleicher Weise. Der gerätegebundene Schutz wird nach einem Verkauf auf den neuen Besitzer übertragen. Eine gültige Garantieverlängerung ist somit ein Pluspunkt und macht ein gebrauchtes iPhone für Interessenten attraktiver. Früher konnte es sich lohnen, bei Apple ein total zerstörtes iPhone zu tauschen, um es danach zu verkaufen. Bei den gestiegenen Reparatur- und Tauschpreisen muss man schon genau hinsehen. Der Austausch des Gehäuserückens ist inzwischen eine aufwendige, also teure Angelegenheit geworden.

Ist ein iPhone XR noch gut erhalten, kann damit ein Preis von rund 400 Euro bei Ebay erzielt werden. Auch, wenn der Austausch des Akkus mit 75 Euro erheblich zu Buche schlägt, lohnt sich in der Regel die Investition. Sogar kaputte iPhones erzielen Preise von 150 Euro oder mehr. Das funktioniert, wenn Interessenten meinen, dass sie den Defekt kennen und glauben, ihn günstig beheben zu können. Etwa bei einem gesprungenen Display oder einem dem Anschein nach defekten Akku. Wer ein defektes iPhone kauft und es selbst günstig reparieren kann, macht ein Schnäppchen. Für den Verkäufer ist ein solcher Deal weniger attraktiv, sondern mit Verlusten verbunden. In der Beschreibung sollte stets vermerkt werden, dass es sich bei dem iPhone um ein repariertes Gerät handelt. Andernfalls könnte der Käufer später einen Mangel geltend machen.

Wann verkaufen?

Apple agiert nach einem festgelegten Zeitschema. Stets kommen die neuen iPhones im Herbst auf den Markt. Da viele zweijährige Verträge dann auslaufen, möchten viele ihr Gerät wechseln und verlangen nach einem Folgemodell. Diese sogenannten Early Adopter legen Wert darauf, das neueste iPhone zu besitzen, und möchten immer sofort umsteigen. Dadurch werden massenhaft gebrauchte iPhones auf den Markt geworfen.

Soll man nun sein altes iPhone verkaufen, bevor andere aktiv werden oder sollte man bis zur nachfragestarken Vorweihnachtszeit warten? Wir haben einmal die Verläufe durchschnittlicher Verkaufspreise auf Ebay recherchiert und sind zu folgenden Ergebnissen gekommen.

Eindeutige Ausschläge mit Verkaufsspitzen gibt es wider Erwarten nicht. Weder im Herbst, wenn das neue iPhone-Modell erscheint, noch in der Vorweihnachtszeit, wenn die Nachfrage am größten ist, konnten wir außergewöhnliche Preisausschläge feststellen. Interessant: Im Sommer sind die Preise außergewöhnlich stabil, fallen also nicht mehr. Hier und da steigen sie sogar. Ein durchschnittliches iPhone verliert jeden Monat im Schnitt ein paar Euro an Wert. Von daher ist der Verkaufszeitpunkt relativ egal. Ob es vor oder nach der Präsentation eines neuen Modells verkauft wird, hat kaum Einfluss auf den Verkaufspreis.

Vorbereitung des Verkaufs

Wer online etwas erfolgreich verkaufen will, braucht gute Fotos. Aus dem Grund sollten wir die zum Verkauf stehenden Artikel so vorteilhaft wie möglich auf dem Foto präsentieren. Das iPhone sollte vor dem Fotografieren mit einem Mikrofasertuch abgewischt werden. Kopfhörer, Ladekabel und anderes Zubehör sollte man zuvor mit etwas Glasreiniger auf einem Tuch säubern. Interessenten sollten zu sehen bekommen, dass das Gerät wie neu aussieht und sämtliches Zubehör dabei ist. So lassen sich die Verkaufschancen ein wenig steigern. Vor der Auslieferung des iPhones sollten sämtliche Daten gelöscht werden, nachdem man zuvor ein Backup gemacht hat. Am schnellsten geht das über iTunes oder komfortabel über die iCloud. Unser neues iPhone können wir dann direkt aus dem Backup wiederherstellen.

Wenn diese Sicherungsarbeiten erledigt sind, können die Daten auf dem iPhone gelöscht werden. Hierzu rufen wir "Einstellungen -> Allgemein -> Zurücksetzen -> Alle Inhalte & Einstellungen" auf. Dadurch wird unser iPhone komplett zurückgesetzt. Schalten Sie unbedingt "Mein iPhone suchen" aus. Andernfalls hat der spätere Käufer Probleme, das iPhone zu aktivieren. Unter "Einstellungen -> iCloud" kann man die entsprechende Funktion ausschalten. Zusätzlich wird man daran aber auch beim Zurücksetzen erinnert. Das iPhone befindet sich nun im Auslieferungszustand.

Fazit

Je besser wir unser iPhone pflegen, umso leichter fällt es, das iPhone zu einem guten Preis zu verkaufen. Ein klitzekleiner Kratzer reicht schon aus, um den Wert des iPhones deutlich zu mindern. Anstatt 450 Euro erzielt unser iPhone dann nur noch 350 Euro. Am besten ist es, wenn das Zubehör komplett ist und der Originalkarton noch existiert. So lässt sich leicht ein Käufer finden. Wenn diese Dinge fehlen, sollte man Rückkauf-Dienste in Anspruch nehmen. Diese legen keinen Wert auf Anleitung, Verpackung oder Garantie. Einzig allein der Zustand und die Ausstattung zählen. So entgeht man am besten den Risiken bei einer Auktion, bei der das Ergebnis niedrig ausfallen kann.

Quelle: In Zusammenarbeit mit Macwelt
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