Handy: Wie viel Datenvolumen benötige ich?

Welches Datenvolumen ist das Richtige?
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Welches Datenvolumen ist das Richtige?

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Je nachdem, wie ein Smartphone verwendet wird, benötigen Nutzerinnen und Nutzer ein jeweils anderes Datenvolumen. Wir geben nützliche Tipps für die Auswahl.

Zum Ende des Monats wird es mit dem Datenvolumen meist knapp. Das hat zur Folge, dass das eigene Smartphone nur noch langsam arbeitet, weil der Provider die Geschwindigkeit drosselt. In harmlosen Fällen stehen dann noch 32 Kilobyte pro Sekunde, in anderen sogar nur noch 16 Kilobyte pro Sekunde zur Verfügung. Zum Vergleich: Schon vor zwei Jahrzehnten war ISDN schneller. Wer im Internet unterwegs sein möchte, muss dann bis zum nächsten Monat warten, da viele Services mit dieser Geschwindigkeit nicht genutzt werden können und Seiten unzumutbar lange zum Laden brauchen. Hinzu kommt, dass das Smartphone aufgrund der Drosselung zusätzliche Arbeit leisten muss, was sich negativ auf den Stromverbrauch auswirkt. All das ist sehr lästig, weswegen viel für einen neuen Vertrag mit mehr Datenvolumen spricht.

Welches Datenvolumen das Beste ist, lässt sich nicht allgemein beantworten. Je nach Art der Nutzung des Smartphones wird mehr oder weniger Volumen benötigt. Hierbei gilt: Je mehr Datenvolumen ein Provider bereitstellt, desto teurer ist der Vertrag. In anderen EU-Ländern gilt diese Regel zwar ebenfalls, hier haben die Anwenderinnen und Anwender aber einen entscheidenden Vorteil: Sie können unbegrenzte 4G-Flatrates für unter 30 Euro bekommen. Das gilt zum Beispiel Für Dänemark, Finnland, die Niederlande und die Schweiz.

Immer mehr Länder bieten solche Flatrates an, Deutschland gehört aber leider nicht dazu. Auch hier sinken die Preise für Mobilfunkverträge zwar kontinuierlich, unbegrenzte Flatrates sind aber selten. Wer eine Telefon- und SMS-Flatrate mit 2 Gigabyte Datenvolumen haben möchte, investiert hierfür in Deutschland 8-10 Euro. Für 10-15 Gigabyte fallen 20 Euro an und für 30 Euro gibt es zwischen 10 und 20 Gigabyte.

Das eigene Nutzungsverhalten klar definieren

Wegen der teils hohen Kosten für Mobilfunkverträge in Deutschland ist die Regel "Viel hilft viel" hier nicht hilfreich. Stattdessen ist es wichtig, das eigene Nutzungsverhalten beim Smartphone genau zu bestimmen und einen dazu passenden Tarif auszuwählen. Hier stellt sich zunächst die Frage, wie viel Datenvolumen der aktuelle Vertrag bereitstellt und wie oft es dazu kommt, dass am Ende des Monats nichts mehr übrig ist. Wer zum Beispiel immer mit einem Gigabyte Datenvolumen hinkommt und nur in den Sommermonaten das Limit sprengt (zum Beispiel weil hier besonders viel Zeit im Freien und unterwegs verbracht wird), braucht nicht zwingend einen neuen Vertrag. Stattdessen ist es sinnvoll, die eigene Datennutzung zu optimieren, in den Sommermonaten zusätzliches Datenvolumen dazu zu buchen oder häufig gezielt Orte aufzusuchen, an denen es kostenloses WLAN gibt.

Es ist angenehm, viele Daten nutzen zu können

In einigen Fällen kommt es vor, dass sich das eigene Nutzungsverhalten nicht weiter optimieren lässt und das Datenlimit trotzdem Monat für Monat gesprengt wird. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn Anwenderinnen und Anwender privat oder beruflich viel mit dem Auto oder der Bahn oder zu Fuß unterwegs sind. Hier greifen sie auf das eigene Datenvolumen zurück, um zum Beispiel Musik zu hören oder zu navigieren. Beispielsweise schluckt Apple Music etwa 2 Megabyte pro Minute und auch bei iTunes und Spotify ist der Verbrauch recht hoch. Selbst Radio-Apps mit stark komprimierten Inhalten reißen schnell ein Loch in das vorhandene Datenbudget. Ein Stream mit 128 Kilobit pro Sekunde führt beispielsweise zu einem Verbrauch von knapp einem Megabyte pro Minute.

In der Regel nutzen Anwenderinnen und Anwender aber nicht nur Musik-Tools, sondern setzen ihr Smartphone noch für viele weitere Aufgaben ein. So schlucken auch E-Mail-Dienste sowie Kartentools eine Menge Datenvolumen und beim Videostreaming mit Youtube und Netflix gehen teilweise mehrere Megabyte pro Sekunde verloren. Ebenfalls ein Datenfresser ist die Facebook-App. Diese lädt nämlich sogar Bilder und Videos, an denen die Nutzerinnen und Nutzer lediglich vorbeiscrollen, was teilweise zu einem erheblichen Datenverlust führt. Deswegen ist es im Rahmen der Optimierung des Nutzungsverhaltens sinnvoll, App-Features wie Autoplay zu deaktivieren.

Die Auswahl des passenden Tarifs

Es ist möglich, Features mit hohem Datenverbrauch zu begrenzen, digitale Freiheit und Unabhängigkeit sehen aber anders aus. Außerdem ist davon auszugehen, dass die meisten Apps der Zukunft zu denjenigen zählen, die mit einem hohen Datenverbrauch einhergehen. Deswegen ist es bei häufigem Überschreiten des Datenlimits sinnvoll, einen Tarifwechsel vorzunehmen. Im Vorfeld sind hierfür zwei Fragen zu klären:

  1. Welches Datenvolumen besteht aktuell?
  2. Ab welchem Tag im Monat reicht dieses Datenvolumen üblicherweise nicht mehr aus?

Ausgehend von diesen beiden Werten lässt sich dann das tatsächlich benötigte Datenvolumen berechnen. Dieses entspricht nämlich dem aktuellen Datenvolumen geteilt durch den Zeitraum bis zur Überschreitung des Limits. Ein einfaches Beispiel: Bei einem Datenvolumen von 2 Gigabyte, das nach der Hälfte des Monats aufgebraucht ist lautet die Formel "Benötigtes Datenvolumen = 2 GB : 1/2). Das bedeutet, dass das eigentlich benötigte Datenvolumen bei 4 GB liegt. Ob diese 4 GB Datenvolumen der richtige Tarif sind, hängt aber auch vom verfügbaren Budget ab. Natürlich wäre es schön, 100 GB Datenvolumen zur Verfügung zu haben. Diese sind aber nicht bezahlbar. Deswegen muss immer ein Mittelweg zwischen Bedarf und Kosten gewählt werden.

Interessant ist in diesem Zusammenhang das Angebot freenet FUNK: Mit diesem App-basierten Tarif bekommt man 1 GB pro Tag oder sogar unbegrenztes Datenvolumen. Alle Infos dazu finden Sie in diesem Artikel>>

Ein riskanter Trick mit großen Erfolgsaussichten

Es gibt einen etwas riskanten Trick, um sich günstige Angebote von Providern zu sichern. So ist es zum Beispiel möglich, den eigenen Mobilfunkvertrag einfach einmal zu kündigen. In sehr vielen Fällen meldet sich der jeweilige Provider bei einem und fragt nach dem Grund der Kündigung. Wer hier die Probleme mit dem Datenvolumen erklärt, bekommt häufig ein besonders attraktives Angebot. Denn die einzelnen Provider sind aufgrund des hohen Konkurrenzdrucks in der Branche daran interessiert, keine Bestandskundinnen und Bestandskunden zu verlieren. Allerdings ist dieses Vorgehen nur Menschen zu empfehlen, die sich in der Materie auskennen. Denn gelegentlich erscheint ein neues Angebot bloß besser, ist in Wahrheit aber teurer oder bietet weniger Leistungen. Deswegen ist es bei dieser Strategie wichtig, Fachkenntnisse und Verhandlungsgeschick zu besitzen.

Das Problem mit dem EU-Roaming

Wer viel im europäischen Ausland unterwegs ist, sollte das EU-Roaming mit in die Planung einbeziehen. Das ist auch heute noch der Fall, wo Provider dank EU-Regelungen ihren Kundinnen und Kunden kostenloses Daten- und Gesprächsroaming anbieten müssen. Denn Tarife mit einem Datenpreis von weniger als 2,25 Euro pro Gigabyte oder unbegrenztem Datenvolumen werden im EU-Ausland oft deutlich begrenzt. Beispielsweise bekommen Anwenderinnen und Anwender für einen 40 Euro Vertrag ohne Obergrenzen für Telefonie, SMS und Daten beim Roaming zu Inlandspreisen nur noch mindestens 17,7 GB an Daten geboten.

EU-Pakete meiden

Einige Provider verkaufen sogenannte "EU-Pakete", die vor der Neuregelung der Roaming-Bestimmungen gängig waren. Durch ein solches EU-Paket steht das reguläre Datenvolumen nicht zur Verfügung. Wenn nämlich das EU-Paket 1 Gigabyte an Daten umfasst, dann ist beim Roaming im EU-Ausland schon nach diesem einen Gigabyte das Limit erreicht, auch wenn der eigentliche Vertrag ein Datenvolumen von 20 Gigabyte vorsieht. Die jeweiligen Funktionen, die hierzu führen, sollten ausgeschaltet werden. Bei Reisen in die Schweiz ist zu beachten, dass dieses Land kein EU-Land ist und dort somit andere Roaming-Bestimmungen gelten.

Welches Datenvolumen sollte man wählen?

Letztlich steht und fällt die Frage nach dem passenden Datenvolumen mit der Frage, wie viel Geld für den Mobilfunkvertrag ausgegeben werden kann. Denn Telefon- und SMS-Flatrates sind in nahezu allen Tarifen enthalten. Wer lediglich 10 Euro investieren möchte, ist mit einem Prepaid-Anbieter gut beraten. Diese bieten eine monatliche Kündigung, sodass der Wechsel zu einem anderen Anbieter leicht fällt, falls einmal ein besseres Angebot kommt. Bei einem Budget von 50 Euro oder mehr können bei einigen Anbietern Tarife ohne Volumenbeschränkung genutzt werden. Aktuell sinken die Preise für Datenvolumen rapide. Es kann also durchaus sein, dass auch in Deutschland bald unbegrenzte Tarife für wenig Geld zu haben sind.

Quelle: In Zusammenarbeit mit Macwelt
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