iPad mini 6: Das kleinste Apple-Tablet im Test

iPad mini 6: Das kleinste Apple-Tablet im Test
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iPad mini 6: Das kleinste Apple-Tablet im Test

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Die kleinste Variante aus der iPad-Serie ist eine größere Neuerung als bislang gedacht. Wie unser Test zeigt, legt das Gerät in den meisten Disziplinen deutlich zu.

Orientierung an den Vorbildern

Die sechste Ausgabe des iPad mini folgt beim Design vor allem den größeren Pendants aus gleichem Hause, dem iPad Pro sowie iPad Air und auch iPhone. Die allzu sanften Rundungen sind nicht mehr im Trend, alles wird jetzt ein wenig kantiger. In der Höhe und Breite ist das iPad mini 6 ein wenig geschrumpft, womit es sich besser in den Händen halten lässt. Wie beim iPhone gibt es auch hier keinen Home-Button mehr. Die Entsperrung via Touch ID ist nun in die Standby-Taste am oberen Rand eingebaut (genauso wie beim iPad Air).

Unterstützung gibt es nun außerdem für den Apple Pencil in der aktuellen 2. Generation. Magnetisch klebt der Stift an der rechten Gehäuse-Seite. Daraus folgt, dass die Lautstärketasten verlagert werden musste, Apple hat sich für den oberen Bereich entschieden. Damit keine Verwirrung aufkommt, verändert sich die Tastenbelegung der Lautstärkewippe je nach Art, wie das Gerät gehalten wird. Wer das iPad mini hochkant hält, sorgt dafür, dass die rechts liegende Taste die Lautstärke erhöht. Beim Umdrehen - das iPad mini steht nun auf dem Kopf - wird immer noch die rechte Taste die Lautstärke erhöhen. Praktisch, da so keine Verwirrung aufkommt, welche Taste nun die Lautstärke lauter oder leiser macht. Nach kurzer Zeit versteht man dieses System intuitiv.

Zuverlässiges Touch ID

Face ID kann das iPad mini nicht, Touch ID funktioniert als Ausgleich jedoch tadellos. Die deutlich kleinere Sensorgröße im Vergleich zu Touch ID im Home-Button scheint keinen Einfluss auf die Erkennungsrate zu haben. In ausnahmslos jedem Fall wird der Finger erkannt und das iPad mini entsperrt. Viel besser kann man einen solchen Sensor wohl nicht mehr designen.

Neues Displayformat

Es bleibt bei der "alten" LCD-Technik, OLED oder Mini-LED gibt es für das iPad mini nicht. Damit das Display möglichst viel vom Gerät bedeckt, wurde aber das Seitenverhältnis auf ungefähr 3:2 geändert. Somit orientiert sich das iPad mini nun an der Surface-Serie von Microsoft. Üblich waren bislang 4:3. Daraus entstehen auch einige unerwartete Folgen: Die kürzere Seite zählt nun 1.488 Pixel anstelle von 1.536 Pixel wie beim Vorgänger. Einige populäre Apps - wie TikTok - erkennen nun nicht mehr, dass das iPad mini im Querformat arbeitet. Vielleicht lässt sich dies via Software-Update noch beheben.

An der Längsseite gibt es nun mehr Pixel, insgesamt 2.266 anstatt 2.048. Die neue Auflösung verteilt auf einer kleineren Fläche bringt etwa 226.000 zusätzliche Pixel, wodurch die Bildschärfe leicht ansteigt. In einigen Anwendungen (etwa bei Kinofilmen) hilft das neue Bildformat, da nun die schwarzen Balken oben und unten schmaler ausfallen.

Technische Details

Beim Farbraum ändert sich nichts, P3 wird nach wie vor erreicht. Die anvisierten 500 cd/qm Helligkeit wurden in unserem Test mit 400 cd/qm jedoch deutlich unterboten. Vielleicht wird der Spitzenwert nur bei der Verwendung des Helligkeitssensors erreicht. Der Schwarzwert wurde durch das verbesserte Display etwas erhöht, der Kontrast steigt damit auf etwa 1.200:1. Von OLED ist das noch immer weit entfernt, aber das Bild wirkt für ein Gerät dieser Preisklasse angenehm knackig und farbenfroh.

Übrigens: Ein komplett rechteckiges Bild kann das Display nicht darstellen. Die abgerundeten Ecken sind in die Form des Panels eingearbeitet und werden nicht per Software erreicht.

Audio und Konnektivität

Apple hat beim iPad mini 6 endlich nachgebessert und dem Gerät Stereolautsprecher spendiert. Bei Filmen, Serien, Videos oder auch Spielen ist diese Änderung ein echter Segen. Die Klangqualität an sich reißt natürlich nach wie vor keine Bäume aus: Gerade im unteren, basslastigen Spektrum fehlt es an Volumen. Für den ernsthaften Musikgenuss ist das iPad mini 6 nicht geeignet. YouTube-Videos und ähnliche Anwendungsfälle werden jedoch gut bedient.

Außerdem bessert Apple an zwei weiteren Fronten nach:

- Die Mobilfunkvariante des iPad mini 6 kann 5G. Dies arbeitet jedoch nicht mit derselben Kapazität wie beim iPad Pro. Käufer können also durchaus ein deutliches Plus an Geschwindigkeit erwarten, nur fällt dieses nicht so hoch aus wie beim deutlich teureren iPad Pro. Ob Sie davon in der Praxis einen Unterschied bemerken, ist ein anderes Thema.

- Zusätzlich kann das iPad mini 6 mit WiFi 6 umgehen. Falls Sie einen kompatiblen Router nutzen, können Sie vor allem über kürzere Distanzen also wesentlich mehr Geschwindigkeit erreichen. Interessant ist dies für alle, die vielleicht 4K-Videos von einem anderen Gerät zum iPad mini drahtlos streamen möchten.

USB-C mit an Bord

Bei Apple arbeitet man weiter an der Abschaffung des eigenen Lightning-Ports. iPad Air und iPad Pro haben den Schritt bereits durchgeführt, das iPad mini 6 folgt sogleich und ersetzt den Lightning-Anschluss durch USB-C. Das Resultat sind höhere Geschwindigkeiten bei gleichzeitig wesentlich niedrigeren Kosten für ein USB-C-Kabel im Vergleich zu Lightning. Übertragen Sie beispielsweise digitale Fotos von einer Kamera, werden Sie den Unterschied sofort bemerken. In einem Test wird der Unterschied deutlich: 32 GB Videos laden wir von einer Kamera auf das iPad mini 6: Der Vorgang (es sind 125 Videos) dauert ungefähr fünf Minuten. Auf dem iPad mini 5 mit Lightning-Port vergehen hingegen fast 25 Minuten.

Weiterhin stellt USB-C wesentlich mehr Kompatibilität bereit. Getestet haben wir den Anschluss einer Docking-Station, die dann ihrerseits Ethernet, USB-A und HDMI bereitstellt. Von dort war der Anschluss an einen 24 Zoll großen Monitor kein Problem. Alles funktionierte auf Anhieb, Softwareinstallationen waren nicht notwendig.

Wegfallen musste auch der 3,5-Millimeter-Anschluss für Kopfhörer. Dieses Problem ist jetzt nicht mehr so groß, da es zahlreiche sehr günstige Adapter gibt, um das Signal über einen USB-C-Stecker zu senden. Mit anderen Worten: Dass Lightning fehlt, wird wohl nur in sehr wenigen Spezialfällen ein negatives Kriterium sein.

Verbesserte Kameras

Beide integrierte Kameras wurden überarbeitet. Sie verfügen über jeweils zwölf Megapixel Auflösung, hinten hat die Kamera auch eine True-Tone-Berichtigung der Lichtverhältnisse in der Hardware. Blitzlicht ist ebenfalls vorhanden, was bislang auch noch nie in einem iPad mini vorhanden war. Bei wenig Licht werden die Fotos also deutlich besser, ohne aber jemals an die Qualität von einer iPhone-Kamera heranzukommen. Auch die Handlichkeit ist bei Geräten dieser Abmessungen nach wie vor fraglich.

Vorne ist die Verbesserung deutlicher: Die Auflösung ist wesentlich höher und ein Objektiv für Ultraweitwinkel ist integriert. Die Centerstage-Software, womit Sie immer in Bildmitte bleiben, funktioniert damit besser. Der Bildschirmausschnitt passt immer, Sie müssen sich in Videokonferenzen nie selbst zurechtschneiden. Kleiner angenehmer Nebeneffekt: Schießen Sie Selfies, werden Sie viel mehr Ihrer Umgebung mit aufs Bild bekommen.

Leistung und Akku

Zwar sind Tablets wie das iPad mini nicht für die Nutzung extrem anspruchsvoller Apps gemacht, aber eine Rolle spielt die Leistung letztendlich doch. Das iPad mini 6 nutzt nun den A15-SoC, der auch im aktuellen iPhone 13 zum Einsatz kommt. Außerdem wird hier die Variante mit fünf und nicht vier GPU-Kernen genutzt. Das Resultat ist ein Anstieg der theoretischen Rechenleistung um 25 Prozent. In der Praxis wird dies nicht ganz erreicht, aber zusammen mit dem größeren Gerät - was die Wärmeabfuhr begünstigt - kommt trotzdem ein Leistungsplus gegenüber dem iPhone 13 heraus.

Im Vergleich zum vorherigen iPad mini ist die sechste Ausgabe ungefähr 20 bis 64 Prozent schneller im Bereich CPU - die großen Schwankungen hängen von der genutzten App ab - und sogar bis zu 72 Prozent im GPU-Bereich. Wer viel spielt oder andere 3D-Anwendungen nutzt, ist beim iPad mini 6 daher gut aufgehoben.

Längere Betriebsdauer unter Last

Wir haben das iPad mini 6 mit APSI Bench konfrontiert: Das Programm sorgt durch aufwendige Berechnungen dafür, dass die CPU- und GPU-Kerne im Tablet an ihr Leistungslimit geraten. Daraus lässt sich dann ableiten, ob das Thema Thermal Throttling bei diesem Gerät eine Rolle spielt oder nicht.

Das Ergebnis: Das iPad mini 6 drosselt seine CPU bei hoher Temperatur schneller als das iPad mini 5 (in sechs Minuten gegenüber elf Minuten). Nach dieser Drosselung arbeitet die neue CPU jedoch auf einem Leistungsniveau von etwa 83 Prozent weiter und nicht 78 Prozent wie beim älteren iPad. Somit lässt sich festhalten: Das Gerät schaltet schneller einen Gang runter, aber die Leistung bleibt insgesamt trotzdem deutlich über dem alten iPad, wenn man das Tablet über einen langen Zeitraum am Limit laufen lässt.

Lange Laufzeit

Nach Apples Angaben soll das iPad mini 6 bei typischer Nutzung eine Akkulaufzeit von zehn Stunden erreichen. Dies wäre trotz größerem Display und schnellerem SoC dieselbe Leistung wie beim Vorgänger.

Im absolut schlimmsten Fall - maximale Helligkeit und HD-Videos in Dauerschleife - hält das iPad mini 6 ungefähr sechseinhalb Stunden durch. Das iPad mini 5 hat in diesem Test schon 40 Minuten vorher den Geist aufgegeben. Ein für den Alltag realistischer Test sieht wie folgt aus: Wir haben Webseiten in Dauerschleife aufgerufen, dazu WLAN verwendet und die Helligkeit auf 50 Prozent geregelt. Hier erreicht das iPad mini 6 einen Wert von etwa 9:47 Stunden. Dies kommt sehr nah an die versprochenen zehn Stunden heran. Der Vorgänger hält in dieser Disziplin übrigens 100 Minuten weniger aus.

Fazit: Lohnt sich das neue iPad mini?

Wenn Sie einen Anwendungsfall für ein Tablet dieser Größe sehen, spricht nicht viel gegen einen Kauf. Das Tablet ist dem iPad mini 5 in allen Bereichen überlegen und das aktualisierte Design passt zu unserer Zeit. Zu den neuen Anschlüssen können wir nur sagen: Es wurde Zeit. Die Kameras sind wesentlich verbessert, die Leistung war nie besser. Allein die Stereolautsprecher sorgen im Alltag bereits für einen himmelweiten Unterschied zum Vorgänger.

Ob all das für Besitzer des iPad mini 5 ausreicht, ist eine andere Frage, die nur Sie selbst beantworten können. Alle, die noch gar kein Apple-Tablet haben, machen mit dem iPad mini 6 jedoch keinen Fehler.

Quelle: In Zusammenarbeit mit Macwelt
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