iPhone-Schnäppchen und ihre Risiken

iPhone-Schnäppchen und ihre Risiken
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iPhone-Schnäppchen und ihre Risiken

© Apple

Schnell stoßen Sie bei eBay nach kurzer Suche auf besonders günstige iPhones. Warum Sie nicht sofort zuschlagen sollten, zeigen wir Ihnen in unserem Ratgeber.

Ist neu wirklich neu?

Sie finden ein iPhone Xr bei eBay für nur 630 Euro? Dann wären Sie ja verrückt, wenn Sie nicht sofort zuschlagen würden, oder? In der Tat gibt es viele Gründe, warum ein Händler ein iPhone dieser Kategorie so günstig anbieten könnte. Vielleicht handelt es sich um Restposten, die unter das Volk gebracht werden müssen, vielleicht ist es auch Bulk-Ware. Was genau "neu" bedeutet, definieren die unterschiedlichen Händler darüber hinaus ziemlich ungenau. Tatsächliche Neuware wird daher inzwischen oft auch "brandneu" genannt, um die Trennung zu "neu" zu verdeutlichen.

Um Kunden zu helfen, hat eBay eigentlich sehr klare Vorgaben darüber gemacht, was Händler als neu und was als gebraucht zu bezeichnen haben. Offenbar möchten sich Händler daran jedoch nicht immer halten. Da das zu Verwirrungen führt, haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, verbreitete - aber dennoch unklare - Bezeichnungen genauer zu erklären. Los geht's!

Gebrauchte iPhones - Das müssen Sie beachten

  1. Was ist Bulk-Ware?

    Als Bulk-Ware beschreiben Großhändler Produkte, die normalerweise nicht in die Hände des Endverbrauchers gehören. Das können zum Beispiel iPhones sein, die für Messen oder Verkaufsregale gedacht sind. Es fehlt immer die Originalverpackung, was bedeutet, dass Sie das iPhone normalerweise in einer Plastikfolie zusammen mit dem jeweiligen Zubehör bekommen. Angenehm an Bulk-Ware ist, dass es sich um Neuware handelt, die von Apple selbst verkauft wurde. Der Nachteil ist die manchmal fehlende Garantie. Informieren Sie sich daher in den Produktbeschreibungen vor dem Kauf ganz genau. Das Gerät selbst ist jedoch immer in perfektem Zustand.

  2. Was heißt CPO und/oder Refurbished?

    Die Refurbished-iPhones stehen eigentlich in einem guten Ruf. Dabei handelt es sich um gebrauchte Geräte, die jedoch von Apple selbst aufpoliert wurden, sodass sie einem fast neuwertigen Zustand gleichen. Hier müssen Sie bei eBay und Co. aber sehr genau hinsehen: Dort wird nämlich unterschieden zwischen "Vom Hersteller generalüberholt" (also von Apple) und von "Vom Verkäufer generalüberholt" (also von Herrn Mustermann in seiner kleinen Bastelgarage). Im letzteren Fall ist die Bandbreite extrem ausgeprägt: Manchmal erhalten Sie tatsächlich fast neuwertige Geräte, manchmal wischt der Händler aber auch nur mit einem feuchten Tuch über das Display und erklärt das iPhone dann als generalüberholt. Daher gilt: "Vom Verkäufer generalüberholt" ist immer ein Glückspiel.

    Ein weiteres verbreitetes Kürzel ist CPO: Diese Bezeichnung wendet ebenfalls Apple selbst an, die Abkürzung steht für Certified Pre-Owned. Es handelt sich also um ein gebrauchtes iPhone, das von Apple aber wiederaufbereitet wurde. Ein so zertifiziertes Smartphone bekommt also unter anderem ein neues Display, ein neues Gehäuse und einen neuen Akku, dazu gibt es dann noch die Originalverpackung und weitere zwölf Monate Garantie. Im deutschen Apple Store bietet der Konzern diese Geräte zwar nicht an, aber Sie finden sie bei Händlern à la eBay oder auch in Onlineshops wie Notebooksbilliger.de. Einen Fehler machen Sie mit CPO-iPhones niemals.

  3. Was sind Vorführmodelle?

    Bei einem Vorführmodell stehen Sie vor demselben Problem wie bei den "Vom Verkäufer generalüberholten" iPhones. Theoretisch sollten sich hinter diesem Begriff fast neuwertige iPhones verstecken, die zum Beispiel für die Vorführung in einem Shop der Telekom oder Vodafone für eine Weile Käufer anlocken sollten. Aber: "Vorführmodell" allein sagt nichts über die Dauer des Aufenthalts des iPhones in dem Geschäft aus. Vielleicht lag es dort also ein Jahr und ist durch unzählige Kundenhände gegangen, bevor es nun zum Verkauf angeboten wird. Sie wissen also nicht, in welchem Zustand sich das iPhone befindet. Hat der Händler das iPhone bei Apple registriert, beginnt außerdem die Garantie-Uhr ab diesem Zeitpunkt zu ticken - ein gewaltiges Problem.

  4. Was sind Kundenrückläufer?

    Kundenrückläufer oder einfach Rückläufer sind iPhones für alle, die es gerne spannend machen. Vielleicht bekommen Sie nämlich ein iPhone in die Hand, das nur einen Tag genutzt wurde und wie neu aussieht, vielleicht befand sich das Smartphone aber auch schon am Strand und hat Kontakt mit Salzwasser, Sand und Co. gehabt. Sie wissen einfach nicht, was Sie bekommen, wenn Sie sich für einen Rückläufer entscheiden.

  5. Was ist eine Rechnung ohne ausgewiesene Mehrwertsteuer?

    Manche Geräte landen mit diesem Zusatz bei Händlern wie AsGoodAsNew. Normalerweise bekommen Sie bei Ihrem Kauf eine Rechnung, auf der auch der Nettoeinkaufspreis sowie die Mehrwertsteuer vermerkt sind. Bei dem genannten Händler unter anderem bekommen Sie jedoch manchmal komplett neuwertige Geräte, die mit dem Zusatz "Rechnung ohne eigenen Ausweis der MwSt nach §25A UStG" versehen sind. Oft ist der Verkäufer dann eine Privatperson, die das iPhone wiederum von jemand anderem erhalten hat. Dabei kann es sich um ein Geschenk handeln, vielleicht hat die Person das Handy auch im Rahmen einer Vertragsverlängerung bekommen.

    Das ist ein Nachteil für Firmen und Selbstständige, da diese dann nicht mehr in der Lage sind, die Mehrwertsteuer abzusetzen. Das kann auch Auswirkungen auf die Garantie haben, wenn es sich etwa um iPhones aus der Schweiz oder Italien handelt. Im Voraus können Sie das aber nicht wissen, denn erst bei Registrierung des Smartphones bekommen Sie diese Daten ausgehändigt. Mit anderen Worten: Neuwertig ist das iPhone auf jeden Fall, aber die Sache mit der Garantie ist immer ein Risiko. Firmen lassen aufgrund der genannten Steuerschwierigkeiten die Finger von diesen Smartphones.

  6. Was sind EU-Geräte?

    In Deutschland können Sie normalerweise nur iPhones kaufen, die Apple für den deutschen Markt vorgesehen hat. Theoretisch besteht für Kunden aber ganz einfach die Chance, sich ein iPhone aus England oder Frankreich zu importieren. Aber: Apple bietet für Geräte aus dem Ausland nur eine eingeschränkte Garantie. Der Konzern argumentiert, dass die deutschen Gesetze in Bezug auf den Verbraucherschutz nur dann gelten, wenn auch ein Gerät aus Deutschland erworben wurde. Dieser Ansicht kann man beipflichten oder nicht, Apple sieht sich damit aber auf jeden Fall im Recht. Seriöse Händler übernehmen dann immerhin die Gewährleistungspflicht, aber eine echte Herstellergarantie bekommen Sie nicht. Den Tausch eines Akkus beispielsweise würde Apple also ablehnen.

  7. Was sind Auslaufmodelle?

    Zu guter Letzt existieren Auslaufmodelle, also iPhones, die es regulär nicht mehr zu kaufen gibt, von denen aber Händler noch immer einige Restbestände absetzen möchten. Ein Beispiel ist etwa das kompakte iPhone SE. Die Geräte sind dann normalerweise originalverpackt, aber sie liegen eben schon einige Jahre in den Regalen. Das kann Auswirkungen auf die Lebensdauer des Akkus haben - aber Sie können auch Glück haben und ein Modell erwischen, das in perfektem Zustand ist. Insgesamt sind Auslaufmodelle keine schlechte Idee, wenn Sie sich mit bereits mehrere Jahre alter Hardware anfreunden können. Oft ist die nämlich noch schnell genug, und iPhones bekommen von Apple traditionell einen sehr langen Support spendiert.


Quelle: In Zusammenarbeit mit Macwelt
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