Musik hören mit dem Raspberry Pi

Musik hören mit dem Raspberry Pi
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Musik hören mit dem Raspberry Pi

© Raspberrypi.org
04.07.2018 - 13:50 Uhr

Sehr einfach und sehr günstig verwalten Sie Ihre komplette Musiksammlung mithilfe von Mopidy. Wir zeigen Ihnen, wie Sie die Software für den Raspberry Pi konfigurieren.

Je kleiner, desto besser

Natürlich existieren zahlreiche Möglichkeiten, um Musik zu Hause abzuspielen. Nehmen Sie das Smartphone mit installiertem Spotify in die Hand, ist Ihre Sammlung nur ein paar Aktionen auf dem Touchscreen entfernt. Dafür brauchen Sie dann aber Bluetooth - und diese Verbindung ist nicht stabil, wenn Wände zwischen den Geräten liegen oder Sie sich einfach zu weit vom Lautsprecher entfernen.

Eine Alternative wäre vielleicht ein Notebook oder ein Multimedia-PC - aber beide Geräte saugen sehr viel mehr Strom aus der Steckdose und gehen daher auf Dauer deutlich ins Geld. Außerdem ist das Handling recht umständlich, denn von Mobilität sind beide genannten Geräte weit entfernt. Daher sollten Sie sich eine sinnvolle Alternative ansehen - und zwar den guten, alten Raspberry Pi.

Den können Sie mit einem Kabel direkt mit einem Lautsprecher oder einer kompletten Hi-Fi-Anlage verbinden. Der Strombedarf ist im Vergleich zu PC & Co. winzig. Via WLAN oder mit Netzwerkkabel stellen Sie dann Verbindungen zum Router her, um Ihre Musik aus dem Netzwerk zu beziehen. Installieren Sie dann noch eine geeignete Server-Software wie Mopidy, steht dem Genuss nichts mehr im Weg.

Mit Mopidy zur Musik

Bevor es ans Eingemachte geht: Unser Ratgeber geht davon aus, dass Sie Raspbian auf dem Raspberry Pi in der neuesten Version installiert haben. Für die gewünschten Features ist dies die beste Option.

Ob Sie einzelne Songs oder komplette Playlisten abrufen möchten, spielt keine Rolle: Einen Musikserver brauchen Sie in jedem Fall. Dafür bietet sich Mopidy an: Die Software ist klein und schlank und im ressourcenschonenden Python programmiert. Eine grafische Benutzeroberfläche haben Sie nicht, aber das brauchen Sie nach der ersten Einrichtung auch nicht mehr. Wenn Sie es unbedingt möchten, können Sie im Nachhinein jedoch noch ein GUI installieren. Insgesamt handelt es sich einfach um ein sehr vielseitiges System, das Sie wie folgt einrichten sollten:

  1. Zuerst richten Sie den Server ein. Nutzen Sie den folgenden Befehl, um den öffentlichen Schlüssel für die gewünschte Quelle zu installieren: wget -q -O -https://apt.mopidy.com/mopidy.gpg | sudo apt-key add -

  2. Fügen Sie Ihrem Raspberry Pi jetzt die gewünschte Paketquelle hinzu. Das funktioniert über diesen Befehl: sudo wget -q -O /etc/apt/sources.list.d/mopidy.list https://apt.mopidy.com/jessie.list

  3. Aktualisieren Sie jetzt noch die Quellen für das Paket und installieren Sie es. Dafür gibt es zwei Befehle:

    sudo apt-get update

    sudo apt-get install mopidy mopi dy-spotify

  4. Wie Sie eventuell am letzten Befehl erkannt haben, wird Spotify ebenfalls gleich installiert. Brauchen Sie noch mehr Erweiterungen, halten Sie sich an den Befehl apt-cache search mopidy. Dort finden Sie weitere Erweiterungen mit den jeweiligen Paketnamen.

Mit der Installation sind Sie jetzt fertig. Weiter geht es zur Konfiguration.

Mopidy konfigurieren

Ohne Konfiguration wird nichts passieren, da beispielsweise keine Zugangsdaten für Spotify bereitstehen. Starten Sie dazu zuerst den Server im Terminal, da sonst keine Konfigurationsdatei erzeugt wird. Beenden Sie dann Mopidy sofort wieder mithilfe von STRG+C. Jetzt führen Sie den Befehl sudo nano /home/pi/.config/mopidy/mopidy.conf aus.

Beachten Sie, dass Sie /home/pi ändern müssen, falls Sie einen anderen Pfad verwenden. Jetzt schauen Sie in die Rubriken "mpd" und "http". Dort sollten Sie einen oder mehrere Einträge mit dem Namen "hostname" finden. Die dahinterstehenden IP-Adressen ändern Sie auf 0.0.0.0. Dadurch ist der Server in der Lage, eine beliebige IP-Adresse zu nutzen.

Sollten Sie, wie oben beschrieben, die Spotify-Erweiterung installiert haben, werden Sie in der Konfigurationsdatei einen Abschnitt für genau diesen Dienst finden. Geben Sie dort die Zugangsdaten für den Premiumzugang ein, damit das Streaming später auch funktioniert und eine Verbindung aufgebaut werden kann. Bei allen anderen Diensten, sofern vorhanden, gehen Sie genauso vor. Beachten Sie, dass die meisten Einträge mit einem #-Zeichen auskommentiert sein werden, sodass Sie vom Programm nicht geladen werden. Möchten Sie einen Eintrag aktivieren, entfernen Sie also das #-Zeichen davor.

Start von Mopidy

Der Server ist jetzt fertig konfiguriert. Starten Sie ihn einfach mithilfe von "mopidy" oder als Dienst mit "sudo service mopidy start". Falls es nicht funktioniert, aktivieren Sie den Service erst über sudo dpkg-reconfigure mopidy.

Möchten Sie den Server stoppen und noch einmal starten - bei eventuellen Fehlern im Betrieb etwa -, nutzen Sie "sudo service mopidy stop". Sobald der Server läuft, erreichen Sie die Oberfläche des Programms im lokalen Netzwerk jederzeit über "http://[Raspberry-IP]:6680". Sollte es nicht funktionieren, begeben Sie sich noch einmal in die Konfigurationsdatei und ändern im http-Abschnitt die Option "enabled" auf "true".

… und los geht's!

Ein Server verteilt nur die Musik. Um sie auch abzurufen, benötigen Sie noch einen Client. Zu Beginn empfiehlt sich der Musicbox-Webclient von Mopidy. Führen Sie dazu diesen Befehl auf dem System aus: pip install Mopidy-MusicBox-Webclient.

Um den Client dann auszuführen, geben Sie in einem Browser die Adresse http://localhost:6680/musicbox_webclient ein. Sie sollten dann sofort die Oberfläche sehen, die in ihrer Struktur dem bekannten Spotify recht ähnlich sieht. Allerdings sind Sie nicht auf die Oberfläche am Raspberry Pi beschränkt, sondern können Musik beispielsweise auch auf Smartphones oder Tablets streamen. Das klappt zum Beispiel über die App Mpdroid, die es im Play Store von Google gibt. Geben Sie in dieser App in den Settings die Adresse des Raspberry Pi in Ihrem Netzwerk ein, da der Client den Server sonst nicht findet.

Insgesamt ist Mpdroid sehr vielseitig und komplex, sodass Sie als fortgeschrittener Nutzer beachtliche Features umsetzen können - wie beispielsweise das Streaming von Musik an verschiedene Räume im Haushalt. Als Add-on für Mpdroid brauchen Sie dazu dann jedoch noch Snapcast, um die Musik besser verteilen zu können. Dafür benötigen Sie am Ende dann übrigens keinen Raspberry Pi, es reicht ein beliebiges System mit Linux.

Quelle: In Zusammenarbeit mit PC-Welt
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