So erhält Ihr altes Handy neue Android-Funktionen

So erhält Ihr altes Handy neue Android-Funktionen
Ihr Smartphone erhält keine Android-Updates mehr? Wir zeigen Ihnen, wie auch Ihr altes Smartphone neue Android-Funktionen erhält.
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So erhält Ihr altes Handy neue Android-Funktionen

Ihr Smartphone erhält keine Android-Updates mehr? Wir zeigen Ihnen, wie auch Ihr altes Smartphone neue Android-Funktionen erhält.

© Fotolia.com/Natalia Merzlyakova
16.06.2017 - 14:25 Uhr

Viele Anwender wollen auf das Funktionsspektrum von Android Marshmallow und Android Nougat nicht verzichten. Jetzt lassen sich diese Funktionen auch auf älteren Smartphones nutzen.

Das mobile Betriebssystem von Google wird jährlich aktualisiert. Allerdings werden nicht alle Smartphones der großen Anbieter regelmäßig an diese Erweiterungen angepasst. Irgendwann ist ein Smartphone dann so alt, dass dafür keine Aktualisierungen mehr angeboten werden. Dennoch ist es möglich, die neuesten Android-Funktionen auch über solche Handys zu nutzen. So kommt es zum Beispiel vor, dass von vielen Anwendern immer noch Android 4 mit den Versionen KitKat und Jelly Bean als Betriebssystem genutzt wird. Im Folgenden lernen Sie eine große Auswahl an Apps kennen, mit denen Sie das Funktionsspektrum des aktuellen Google-Betriebssystems auf älteren Smartphones nutzen können.

Das Funktionsspektrum von Android 6

Mit Android 6 (Marshmallow) ist eine Vielzahl an Neuerungen eingeführt worden. Die meisten der neuen Funktionen können per App auf alten Smartphones nachgerüstet werden. Nur bei einigen davon ist es erforderlich, dass das entsprechende Gerät gerootet ist.

Die Berechtigungen der Apps sinnvoll einsetzen

Oftmals fordern Apps bei der Installation eine Menge Berechtigungen ein, die Sie im täglichen Betrieb gar nicht benötigen. Seit der Einführung von Marshmallow ist es nicht mehr allein während der Installation, sondern auch später möglich, die Berechtigungen der App einzuschränken beziehungsweise zu erweitern. Hierfür gibt es im Google Play Store einige hilfreiche Tools. Besonders ansprechend ist die Anwendung Disable Service, die allerdings Root-Rechte verlangt. Die App zeigt in ihrem Einstiegsbildschirm alle auf dem Smartphone installierten Apps sowie die Berechtigungen an, die diese aktuell besitzen.

Um die Berechtigungen der App individuell einstellen zu können, muss zunächst deren Name angeklickt werden. Im Anschluss wird eine Liste mit allen vorhandenen Berechtigungen angezeigt. Wenn der App eine Berechtigung entzogen werden soll, muss der entsprechende blaue Haken entfernt werden. Es empfiehlt sich aber, jeweils immer nur eine Berechtigung zu deaktivieren. Häufig prüfen Apps vor dem Start die vorhandenen Berechtigungen und funktionieren nicht mehr, wenn eine bestimmte von diesen fehlt. Durch den schrittweisen Entzug lässt sich schnell feststellen, welche Berechtigungen systemrelevant sind und welche entfernt werden können.

Die App Permission Friendly ist eine große Hilfe dabei, einfach und schnell herauszufinden, welche Berechtigungen sich hinter den teils kryptischen Namen verbergen und welche davon kritisch sind. Dieses Tool untersucht jede einzelne App und zeigt deren kritische Berechtigungen an. Indem Sie beide Anwendungen parallel einsetzen, gelingt es Ihnen mit möglichst geringem Aufwand, die Anzahl an Berechtigungen für Apps auf ein notwendiges Minimum zu beschränken.

Die Akkuleistung spürbar erhöhen

Mit Android Marshmallow wurde erstmals die Funktion Doze eingeführt. Diese hat die Aufgabe, die Akkulaufzeit des jeweiligen Smartphones zu verbessern. Diese Funktion mittels einer App auch für ältere Smartphones verfügbar zu machen, stellt eine ziemlich große Herausforderung dar. Mit der App DU Battery Safer ist es aber zumindest möglich, die Smartphonestatistik auszuwerten und genau zu ermitteln, welche Komponenten die meiste Akkuleistung verbrauchen. Nach dem Start zeigt die App den aktuellen Akkuzustand an und ermittelt innerhalb kürzester Zeit, welche Apps sich negativ auf die Akkulaufzeit auswirken. Mittels der Funktion Optimieren werden alle im Hintergrund laufenden Apps abgeschaltet, und die neu berechnete Akkulaufzeit wird angezeigt. Über eine Monitorfunktion kann zudem leicht geprüft werden, wie viel Akkuleistung einzelne im Hintergrund laufende Apps verbrauchen. Der entsprechende Wert wird in Prozent angezeigt, sodass Sie individuell und einfach entscheiden können, ob eine bestimmte App deaktiviert werden soll oder noch weiterlaufen kann.

Wie wirken sich einzelne Apps auf den RAM aus?

Marshmallow bietet ebenfalls die Möglichkeit, sich ein Bild über den aktuellen Speicherplatz auf dem Smartphone zu verschaffen. Übersichtlich wird gezeigt, wie viel permanenter Speicher belegt ist und welche Apps besonders viel Platz einnehmen. Um diese Funktionen nutzen zu können, ist der unter Windows-Nutzern populäre CCleaner eine große Hilfe. Dieser steht jetzt auch für Android-Geräte zur Verfügung und hilft bei der optimalen Speicherplatzausnutzung. Sobald das Tool gestartet wurde, zeigt es die verschiedenen Stellen, an denen unnötigerweise Daten abgespeichert wurden. Meist handelt es sich hierbei um temporäre Dateien, die zusammengenommen jedoch eine Menge von mehreren Hundert Megabyte ausmachen können.

Über den Bereich App-Verwaltung können schließlich ganz individuelle Einstellungen bezüglich der einzelnen Apps vorgenommen werden. CCleaner zeigt dabei die installierten Apps an und informiert Sie darüber, wie diese gestartet werden. Außerdem erhalten Sie Informationen zu deren Speicherverbrauch. Diese können Sie sich je nach Wunsch ganz allgemein oder im Detail anzeigen lassen. Über den vorhandenen Mülleimer ist es möglich, Apps vorläufig zu deaktivieren oder komplett vom Smartphone zu entfernen. Hierdurch lässt sich der vorhandene Speicherplatz optimal nutzen, und eventuell vorhandene Speicherplatzprobleme können mühelos gelöst werden.

Mehr Speicherplatz dank Micro-SD-Karte

Wer eine ältere Android-Version nutzt, ist es vermutlich gewöhnt, dass der Einsatz von Micro-SD-Karten restriktiv organisiert wird. Nur über Zusatz-Apps und Root-Rechte ist es möglich, Apps zu verschieben. Besonders zuverlässig arbeitet in diesem Zusammenhang das Tool AppMgr III, welches Ihnen ermöglicht, Apps mühelos vom Smartphone auf die Micro-SD-Karte zu übermitteln. Zunächst muss die App gestartet werden, um alle Anwendungen zu sehen, die sich momentan auf dem Smartphone befinden. Diese lassen sich einer von drei Gruppen zuordnen. Die Apps unter Verschiebbar sind aktuell auf dem Smartphone und können auf Wunsch an die Micro-SD-Karte übermittelt werden. Die Apps unter Auf SD-Karte zeigen die Apps an, die sich bereits auf der Karte befinden. Die Apps unter Nur Telefon sind solche, die nicht verschoben werden können. Um eine App zu verschieben, muss diese zunächst markiert und anschließend die Funktion App verschieben ausgewählt werden. Besonders empfehlenswert ist der Einsatz von Micro-SD-Karten der Klasse 10, weil diese eine entsprechende Übertragungsgeschwindigkeit beim Verschieben der Apps erlauben.

Sicherheit durch Backup-Apps herstellen

Eine zentrale Aufgabe von Micro-SD-Karten, aber auch von Cloud-Diensten, besteht darin, die auf einem Smartphone vorhandenen Daten und Apps sowie deren Einstellungen zu sichern. Marshmallow erlaubt es, solche Daten im Hintergrund zu speichern. Hierdurch stehen sie auch dann noch zur Verfügung, wenn das Smartphone einmal nicht mehr funktioniert oder ein neues Gerät zum Einsatz kommen soll. Mithilfe verschiedener Apps ist es ohne Weiteres möglich, diese Funktion auch auf älteren Smartphones zu nutzen. Besonders empfehlenswert ist in diesem Zusammenhang die App Titanium Backup. Je nach Wunsch kann diese als kostenlose App oder in einer kostenpflichtigen Vollversion verwendet werden. Beide Varianten sind allerdings nur auf einem gerooteten Gerät einsetzbar. Beim Start wird eine Analyse aller vorhandenen Apps eingeleitet. Anschließend werden die Ergebnisse übersichtlich auf einer Registerkarte namens Sichern/Wiederherstellen angezeigt.

Um eine bestimmte App zu sichern, muss sie in der Liste ausgewählt und markiert werden. Anschließend erfolgt mittels der Funktion Sichern die Speicherung. Hierbei werden sowohl die Daten an sich als auch die vorgenommenen Konfigurationen übernommen und gesichert. Sie können bei dieser Aktion individuell festlegen, an welchem Ort auf dem Smartphone die Daten abgespeichert werden sollen. Optional werden die Daten nicht allein auf dem Smartphone, sondern auf einem von vier Clouddiensten gesichert. Falls gewünscht, lassen sich so abgespeicherte Daten auf ein anderes Smartphone oder Tablet übertragen und können dort mithilfe von Titanium Backup wiederhergestellt werden.

Das Funktionsspektrum von Android 7

Android 7, das auch als Nougat bekannt ist, hat vor allem diverse Arbeitserleichterungen im Gepäck. Allerdings kann über Apps nur eine Auswahl dieser neuen Funktionen auf älteren Smartphones verfügbar gemacht werden. Unter anderem gehört der Split Screen zu den Funktionen, die nur Anwender neuerer Smartphones nutzen können.

Individuelle Anpassungen an den Schnelleinstellungen vornehmen

Schon nach kurzer Zeit werden Anwender bemerken, dass mit Android 7 die Schnelleinstellungen optimiert wurden. Hierüber ist es spielend leicht möglich, auf das WLAN, den Flugzeugmodus, die Taschenlampe oder Bluetooth zuzugreifen. Ein solcher Schnellzugriff ist seit Android 6 möglich, vorausgesetzt, dass System UI Tuner verwendet wird. Wenn diese Funktion auf Ihrem Smartphone noch nicht zur Verfügung steht, können Sie das ändern. Hierfür müssen Sie an das Ende der Schnelleinstellungen scrollen und längere Zeit auf das Einstellungssymbol drücken, bis Sie darüber informiert werden, dass System UI Tuner zu den Einstellungen hinzugefügt wurde.

Verschiedene Apps wie Power Toggles machen es möglich, Änderungen an den Schnelleinstellungen vorzunehmen. Diese App lässt sich einfach und intuitiv nutzen und glänzt vor allem durch ihre stabile Performance. Um Funktionen zu ergänzen, müssen drei Schritte gegangen werden:

  1. Über Einstellungen → System UI Tuner → Schnelleinstellungen → Kachel hinzufügen wird ein neues Symbol in den Schnelleinstellungen eingefügt.
  2. Dieses neue Symbol muss benannt werden, wobei der Name keine Leerzeichen enthalten darf.
  3. Unter Power Toggles muss Schnelleinstellungen → Hinzufügen aufgerufen und das neue Symbol ausgewählt werden.
  4. Anschließend muss Drücken-Action ausgewählt und dem neuen Symbol die gewünschte Funktion zugeordnet werden.
  5. Über Benutzerbeschriftung kann dem Symbol der offizielle Text beigegeben werden.

Nun ist die neue Funktion in den Schnelleinstellungen vorhanden und kann dort mühelos genutzt werden.

Mehr Emojis zur Verfügung haben

Seit Android 7 gibt es deutlich mehr und modernere Emojis als früher. Jetzt können Nutzer zwischen 72 neuen Symbolen wählen. Wenn Sie gern und häufig unterschiedliche Emojis in Ihrer Kommunikation verwenden, können Sie auch auf einem älteren Smartphone für eine größere Auswahl sorgen. Großer Beliebtheit erfreut sich bei diesem Thema die Emoji-App Kika Emoji Keyboard Pro. Dieses Tool erweitert das vorhandene Smartphone um eine neue Tastatur, über die die gewünschten Emojis ausgewählt werden können. Hierunter sind klassische Motive ebenso zu finden wie außergewöhnliche Tiere und Speisen. Ebenso stehen Nutzern animierte GIFs und spaßige Sticker sowie ASCII-Motive zur Verfügung. Um die Tastatur nutzen zu können, muss sie nach der Installation über Einstellungen -> Sprache und Eingabe -> Aktuelle Tastatur auf Kika Emoji Keyboard Pro umgestellt werden. Sollten die verschiedenen neuen Motive immer noch nicht ausreichen, können Erweiterungen über den Kika Emoji Store vorgenommen werden. Hierbei fallen in vielen Fällen allerdings Gebühren an.

Unerwünschte Anrufe blockieren

Nicht zuletzt sind die Telefonfunktionen erweitert und darüber hinaus komfortabler gestaltet worden. Unter anderem ist es jetzt leichter möglich, einzelne Nummern auf die Anrufblockierung zu setzen. Hierdurch wird verhindert, dass von solchen Nummern Anrufe eingehen oder SMS empfangen werden. Um diese Funktion nutzen zu können, ist die Gratis-App Anruf Sperre ungemein nützlich. Hierbei können zwei grundsätzlich unterschiedliche Vorgehensweisen genutzt werden. Entweder erstellen Sie eine Whitelist, auf der alle Anrufer enthalten sind, die Sie anrufen dürfen, oder Sie erstellen eine Blacklist, auf der alle Anrufer stehen, die blockiert wurden. Zu diesem Zweck muss eine Liste verfasst werden, indem Nummern aus der Telefonliste aufgerufen werden. Es ist allerdings ebenso möglich, die Listen manuell auszufüllen.

In den Einstellungen gibt es einen sogenannten Sperrmodus. Über diesen legen Sie fest, welches Verfahren bei der jeweiligen Liste angewendet werden soll. Besonders praktisch dabei ist, dass die Whitelist mit den Kontakten verknüpft werden kann. Hierdurch ist es nicht erforderlich, sämtliche Telefoneinträge in die Liste aufzunehmen. Es ist jedoch ratsam, die Funktion Private Nummer abweisen auszuwählen. Damit stellen Sie sicher, dass Sie auch keine Nummern erreichen, die vom Nutzer unterdrückt wurden. Mit diesen Methoden schützen Sie sich bestmöglich vor unerwünschten Anrufern.

Fazit

Die zahlreichen Neuerungen und Funktionen, die es seit Android 6 gibt, haben häufig Einfluss auf die Systemfunktionen. Deswegen ist es oftmals nur dann möglich, Anpassungen per App vorzunehmen, wenn das jeweilige Gerät gerootet wurde. Das gilt allerdings nicht für den Großteil der unter Android 7 eingeführten Funktionen. Diese können selbst dann auf den Smartphones installiert und verwendet werden, wenn keine zusätzlichen Rechte vorhanden sind.

Quelle: In Zusammenarbeit mit PC-Welt
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