Wie gut ist Google Maps als Navi?

Test von Google Maps: Kostenlos navigieren und exakte
Informationen zur Verkehrslage erhalten
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Test von Google Maps: Kostenlos navigieren und exakte Informationen zur Verkehrslage erhalten

© svetikd / Getty Images

Google Maps ist komplett gratis. Da können kostenpflichtige Navigationslösungen oft nicht mithalten. Wir haben die Navi-App für iPhone und Android ausführlich getestet.

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Die komplette offizielle Bezeichnung für Google Maps lautet "Google Maps Transit & Essen". Die Software ist für eine Vielzahl von Systemen verfügbar: für iPad und iPhone, für iMessage und Apple Watch, für Smartphones und Tablets mit Android und natürlich auch für den Desktop-PC.

Als Navigations-App ist sie nicht nur für Autofahrer, also Android-Auto- und Carplay-Nutzer genial, sondern auch für Fußgänger, Radfahrer sowie für Nutzer, die mit dem öffentlichen Nahverkehr unterwegs sind. Laut Google steht Kartenmaterial für Google Maps für mehr als 220 Länder und Regionen zur Verfügung.

Auch wenn es ein paar Unterschiede in der Anordnung von Menüpunkten oder bei kleinen optischen Details zwischen der Android-Version und der Version für iOS gibt, ist der Leistungsumfang beider Varianten völlig identisch.

Wir konzentrieren uns in diesem Artikel darauf, wie Google Maps auf Android-Smartphones und iPhones als Navigationsgerät ganz klassisch während der Reise eingesetzt werden. In diesem Artikel erfahren Sie zudem mehr über die Arbeit mit Google Maps auf einem Rechner.

Diese Funktionen bietet Google Maps:

  1. Suche und Zieleingabe: Supereinfach und bequem

    Google Maps lässt sich kinderleicht bedienen. Hierzu brauchen Sie nur die App zu starten und das Ziel oben in das Suchfeld einzugeben. Das kann sowohl eine konkrete Adresse, als auch eine Sehenswürdigkeit wie beispielsweise "Bismarckturm", "Botanischer Garten" oder "Tiergarten" sein. Ebenso ist ein Geschäftsname oder eine Funktionsbeschreibung möglich wie BMW-Werkstatt oder Sattlerei. Außerdem besteht die Möglichkeit, das Ziel über einen Sprachbefehl einzugeben. Falls Sie gerade fahren, sollten Sie Eingaben nur noch per Sprachbefehl machen. Sie starten die Spracheingabe mit "OK Google". Der Befehl "Bring mich nach Hause", navigiert Sie zu Ihrer Heimatadresse, falls Sie diese hinterlegt haben.

    Google Maps ist eng mit der Google-Suchmaschine verknüpft und nutzt diese ausgiebig. Nach Eingabe der ersten Buchstaben klappt Maps eine Vorschlagsliste mit passenden Suchbegriffen auf. Das schafft nicht einmal ein 3.000 Euro teures Infotainmentsystem. Das kostenlose Google Maps dagegen schon.

    Jetzt können Sie einen passenden Vorschlag auswählen oder Ihren Suchbegriff vervollständigen. Die Vorauswahl einer Kategorie oder Rubrik ist bei der Suche nicht erforderlich. Tippen Sie einfach drauf los. Das ist deutlich komfortabler als umständliche Zieleingaben, die man bei manchen modernen Standalone-Navis (PNA = "Personal Navigation Assistant") antrifft. Bei solchen Geräten muss der Benutzer aus vorgegebenen Kategorien wie "Restaurant", "Tankstelle" oder "Werkstatt" zunächst seine Vorauswahl treffen, bevor er den Namen eingeben kann. Das ist nicht nur unflexibel, sondern auch nicht mehr zeitgemäß.

    Tipp: Wenn Sie mit Ihrem Google-Account angemeldet sind, können Sie Ihre Route im Browser am heimischen PC vorab erstellen und anschließend bequem an das Smartphone senden.

  2. Auswahl des Verkehrsmittels: Vom Auto bis zum Flugzeug ist alles dabei

    Wenn Sie Ihr Ziel festgelegt haben, müssen Sie auf "Route" tippen und anschließend aus den oben angezeigten Fortbewegungsmitteln das von Ihnen genutzte auswählen. Genauer: Hier geht es um die Fortbewegungsart, also Auto, Fußgänger, Flugzeug, Radfahrer oder Nahverkehr. Für jedes Verkehrsmittel zeigt Ihnen die App auf der Karte die Route und die voraussichtliche Reisedauer an. Hinzu kommen noch spezifische Informationen zu jedem Verkehrsmittel. Was beim Auto die aktuelle Verkehrslage ist, sind beim ÖPNV die Umsteigepunkte. Fußgängern und Radfahrern steht dagegen ein Höhenprofil zur Auswahl. Es erscheint, wenn der Benutzer vom Bildschirmrand unten nach oben wischt. Google Maps ist auf "Auto" voreingestellt. Wer dieses Verkehrsmittel nutzt, kann direkt rechts auf "Start" tippen. Nach dem Fingertipp legt das Navigationssystem los, indem es Karten anzeigt und Sprachanweisungen ausgibt.

    Sie haben zudem die Möglichkeit, eine Pendelstrecke festzulegen. Sollte es hier zu Verspätungen kommen, informiert Sie Google Maps vorab. Wenn Sie am unteren Bildschirmrand auf "Pendeln" tippen, können Sie Ihre Pendelstrecke einrichten oder Daten über eine schon festgelegte Pendelstrecke abrufen.

  3. Feintuning für Ihre Routenwahl

    Bevor Sie die Navigation starten, haben Sie die Möglichkeit, Bedingungen festzulegen. Hierzu geben Sie unter "Einstellungen" (hier ist das Menü mit den drei Punkten oben rechts in der iOS-App gemeint) beispielsweise Autobahnen oder Mautstraßen vermeiden. Sie können hier auch die Sprachausgabe abschalten, Zwischenstopps einfügen oder bestimmte Fähren bei der Wahl der Route ausschließen. Ebenfalls können Sie hier Zwischenziele nachträglich eintragen oder löschen.

    Auf unserer Testfahrt über mehrere Hundert Kilometer durch Oberbayern klappte alles einwandfrei. Google Maps lotste uns beispielsweise nur über landschaftlich reizvolle Straßen (Bundes-, Land- und Staatsstraßen) fernab von Autobahnen. Das Manko einer fehlenden Auswahlmöglichkeit für besonders sehenswerte Routen ließ sich dadurch teilweise umgehen. (Mehr dazu weiter unten).

    Tipp: Wenn Sie nach einer solch reizvollen Route wieder schneller an Ihr Ziel kommen möchten, müssen Sie die "Autobahnen vermeiden"-Option wieder deaktivieren.

    Möchten Sie dennoch nach einer bestimmten Rubrik suchen, ist auch das mit Google Maps problemlos möglich. Ab sofort können Sie Apotheken, Cafés, Hotels, Imbissbuden, Lebensmittelgeschäfte, Restaurants (einschließlich Liefer- und Abholservices) sowie Tankstellen am gesuchten Ort finden. Die aktuellen Geschäftszeiten sind immer mit angegeben. Dasselbe gilt für Freizeitangebote wie Kinos, Museen und Fitnessstudios. Wenn Sie in einer fremden Stadt etwas Ruhe tanken möchten, so hat Google auch daran gedacht. Mit einem Tipper finden Sie alle Parkanlagen vor Ort. Für sämtliche dieser Kategorien hat Google oben in der Karte Schnellzugriffs-Buttons eingerichtet.

  4. Schnell zur Arbeit oder nach Hause

    Haben Sie Adressen für Ihren Arbeits- und Heimatort festgelegt, so erscheinen auch diese am oberen Kartenrand als Schnellzugriffs-Buttons.

    Unter "Neues aus der Region", "Aktuelles" oder "Sehenswürdigkeiten", am unteren Rand der Karte finden Sie interessante Einträge zum Stöbern. Es sind die gleichen Inhalte, die auch in den Kategorien "Cafés" und "Restaurants" zu finden sind. Hier gibt es Bilder, Infos zu Entfernungen und Bewertungen. Das ist recht hilfreich, wenn sich ein Benutzer in einer ihm fremden Stadt orientieren will. Ebenfalls hilfreich sind die "Infos zu Covid-19", die derzeit aus aktuellem Anlass ganz oben eingeblendet werden. Die Infos hierzu kommen von Google Local Guide.

    Eine weitere Schnellzugriffsleiste befindet sich am unteren Bildschirmrand. Hier sind unter anderem Favoriten und Ihre Pendelstrecke platziert.

  5. Kartentyp und -details

    Mithilfe des Auswahl-Icons oben rechts auf der Karte wechseln Sie zwischen verschiedenen Kartentypen wie Standard-, Satellit- und Geländeansicht.

    Weitere Informationen lassen sich unter Kartendetails einblenden. Hierzu zählen unter anderem Infos zur Covid-19-Lage, die aktuelle Verkehrslage in Echtzeit sowie die öffentlichen Verkehrsmittel vor Ort. Um die Covid-19-Inzidenzzahlen sinnvoll darzustellen, können Sie Ausschnitte aus der Karte herauszoomen. So werden die regionalen Unterschiede bei den Inzidenzen besser sichtbar. Ein bei Datenschützern nicht unumstrittenes Extra stellt die Street-View-Ansicht dar, die hier ebenfalls eingeblendet werden kann. Sie steht vor allem bei Einkaufszentren, Flughäfen und anderen Gebäudekomplexen dieser Größenordnung zur Verfügung.

  6. Globusansicht in Google Maps

    Google Maps kann seit August 2018 die Erde im Desktop-Browser auch als Globus anzeigen. Hierzu müssen Sie zuerst die Satellitenansicht aktivieren und dann die Globusansicht einschalten. Im Mobil-Browser sowie in der Smartphone-App wird die Erde dagegen nach wie vor als zweidimensionale Fläche angezeigt. Landmassen werden dadurch allerdings verzerrt dargestellt.

  7. Umsteigehilfe für den öffentlichen Nahverkehr

    Nicht nur Staus und Behinderungslagen auf Straßen berücksichtigt Google bei der Navigation, sondern auch den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). So werden neben den Abfahrtszeiten öffentlicher Verkehrsmittel auch deren Routen mit den genauen Umstiegs- und Ankunftszeiten angezeigt. Verkehrsmittel-übergreifend versteht sich. Der Benutzer erhält von Google Maps eine Erinnerung zum Umsteigen, wenn er mit einem Verkehrsmittel des ÖPNV unterwegs ist. Eine Zusammenstellung der von Google für Google Maps erfassten Dienste des öffentlichen Nahverkehrs finden Sie in dieser Liste.

  8. Hinweise zu barrierefreiem Nahverkehr

    Seit dem 16.03.2018 zeigt Google bei einigen Linien des öffentlichen Nahverkehrs an, ob Rollstuhlfahrer diese Linien problemlos nutzen können. Um Google Maps zu veranlassen, diese für Rollstuhlfahrer barrierefreien Linien anzuzeigen, müssen Sie folgende Einstellungen vornehmen. Wählen Sie zunächst "Öffentlichen Nahverkehr", wenn Sie eine Route ermitteln und dann die Option "Rollstuhlgerecht", die Sie ganz unten in den "Optionen" finden können.

  9. Fußgängernavigation mit Live View

    Wenn Sie als Fußgänger unterwegs sind und Fußgängernavigation auswählen, können Sie sich mithilfe der Funktion "Live View" besser orientieren. Im unteren Bildbereich werden Richtungspfeile eingeblendet und direkt im Kamerabild und auf der Karte die Wegbeschreibungen angezeigt. Landmarken im Kamerabild sollen dabei helfen, sich leichter zu orientieren. Im Gegensatz zu anderen Navigationsarten starten Sie Live View in der Fußgängernavigation nicht über "Start", sondern durch einen Tipp auf "Live View". Von nun an erfolgt die Navigation in der Kameraansicht. Ohne Live View navigieren Sie bei der Fußgängernavigation in der Kartendarstellung.

    Die Fußgängernavigation können Sie natürlich auch in den großen öffentlichen Gebäuden nutzen. Hierzu zählen Museen, Flughäfen oder Shopping-Zentren. Also alle Gebäude, die durch Indoorkarten in Google Maps vertreten sind.

    Live View lässt sich nicht nur über den "Live View"-Button starten, sondern auch über die Schaltfläche am unteren rechten Rand der Karte.

  10. Indoorkarten

    Für ausgewählte Einkaufszentren, Flughäfen oder Museen hält Google Maps Indoorkarten bereit. Um sie zu nutzen, müssen Sie jeweils in das Gebäude hineinzoomen. Es erscheint dann der Gebäudeplan. Wenn Sie am PC mit dem Browser arbeiten, lassen sich rechts unten die Stockwerke auswählen. In aller Regel können Sie zu jedem Geschäft auf der Indoorkarte die relevanten Infos finden, also Öffnungszeiten, Webseite oder Telefonnummer.

  11. Mit Google Maps die Parksituation am Zielort erkunden

    Seit Ende August 2017 zeigt Google Maps im Navigationsmodus, wie die Parksituation am Zielort voraussichtlich aussieht. Dieses Angebot besteht für ausgewählte deutsche Städte. Die jeweilige Parksituation wird mithilfe von Machine Learning (also künstlicher Intelligenz) auf der Basis von Erfahrungswerten ermittelt.

    So funktioniert es: Nachdem Sie in der Google-Maps-App Ihr Navigationsziel eingegeben und "Auto" als Verkehrsmittel ausgewählt haben, erscheint ein P-Icon in Farbe in der Bildschirmmitte unterhalb der Karte. Allerdings nur, wenn es sich um eine Stadt handelt, in der diese Funktion unterstützt wird. Das "P" zeigt die voraussichtliche Parksituation an. Neben dem P-Icon steht eine kurze Beschreibung. Ist die Parksituation angespannt, erscheint das P-Icon in Rot. Grün steht dagegen für eine entspannte und Blau für eine durchschnittliche Parksituation.

    Sie können auch am Zielort nach konkreten Parkmöglichkeiten suchen. Geben Sie hierzu "Parkplatz" und dahinter Ihren Zielort ein. Google Maps präsentiert Ihnen dann entsprechende Parkmöglichkeiten. Über deren aktuelle Auslastung erfahren Sie allerdings nichts.

  12. Inkognitomodus, Standortfreigabe und Standortverlauf

    Sie wollen verhindern, dass Google Ihren Suchverlauf speichert oder Ihren mit anderen geteilten Standort in Google Maps aktualisiert? Kein Problem. Aktivieren Sie einfach den Inkognitomodus. Tippen Sie hierzu einfach auf Ihr Bild-Icon, das sich rechts von der Suchmaske befindet. Wählen Sie hier "Inkognitomodus aktivieren" aus.

    Unter "Einstellungen" können Sie zudem die Standortfreigabe deaktivieren. Dadurch können Ihre Freunde Ihnen nicht mehr auf Google Maps folgen. Wollen Sie verhindern, dass Ihr Standortverlauf von Google Maps gespeichert wird, dann gehen Sie zu "Meine Daten" und deaktivieren Sie diese Option.

    Wichtig: Ab und zu sollten Sie prüfen, welche Ihrer Daten von Google Maps gespeichert wurden. Gehen Sie hierzu in die "Einstellungen" und tippen Sie auf "Google-Maps-Verlauf". Hier können Sie Einträge gegebenenfalls löschen. Zudem legen Sie hier fest, ob Google Maps den Verlauf speichern soll. Auf diese Einstellungen können Sie sich verlassen.

  13. Fokus auf das Wichtige während der Navigation

    Während der Navigation zeigt Google Maps Ihnen stets die Karte mit der Route an. Außerdem erhalten Sie von Google Maps Sprachanweisungen. Wichtig: Stellen Sie den Lautstärkeregler Ihres Smartphones daher immer auf die volle Leistung ein. Auf dem Bildschirm sehen Sie immer nur die unbedingt nötigen Infos, sodass Sie während der Fahrt das Wichtige immer im Blick haben. Andernfalls würde der kleine Bildschirm des Smartphones überfrachtet. Sie müssen also nicht umständlich nach Informationen suchen. Ablenkende Hinweise wie "gefährliches Wetter" (bei Starkregen) oder "Fahrbahnverengung" (weil ein Unfallwagen auf dem Standstreifen steht) blendet Google Maps nicht ein. Das unterscheidet Google Maps von vielen anderen Navigationsgeräten.

    Oben werden der Straßenname und die Fahrtrichtung angezeigt, in der Kartenmitte der aktuelle Standort mit der aktuellen Verkehrslage (grün oder blau: freie Fahrt, orange: zäh fließend, rot: Stau) und links unter der Fahrtrichtung die nächste Abzweigung. Ist die Stelle zum Abbiegen erreicht, tauchen Pfeile fürs Abbiegen am oberen Rand der Karte auf. Auf der Autobahn ist die Spuranzeige übrigens deutlich einfacher gestaltet.

    Oben rechts ist das Eingabefeld für die Suche nach Cafés, Restaurants, Supermärkten und Tankstellen, die allgemeine Websuche, der Regler für die Lautstärke (regelbar über ein Icon) sowie der Nordungspfeil zu finden. Unten wird neben der voraussichtlichen Ankunftszeit die momentane Entfernung vom Ziel sowie die restliche Fahrzeit angezeigt. In diesem Feld blendet Google bei Bedarf Stauwarnungen und Alternativrouten ein. Hier können Sie sich außerdem die Wegbeschreibung anzeigen lassen und nach Locations entlang Ihrer Route suchen. Und ganz wichtig: Hier befindet sich das Einstellungsmenü. Darin lassen sich die Informationen zur Verkehrslage aktivieren, wozu wir Ihnen unbedingt raten.

  14. Entfernung mit Google Maps messen

    Mit der App Google Maps für iOS und Android können Sie auch Entfernungen messen. Egal ob zwischen zwei oder mehreren Punkten. Die Startmarkierung setzen Sie durch Drücken eines beliebigen Punktes auf der Karte. Im Anschluss daran wird das Menü "Gesetzte Markierung" eingeblendet. Tippen Sie hier auf "Entfernung messen". Anschließend müssen Sie die Karte solange scrollen, bis Sie Ihren gewünschten Zielpunkt erreichen. Die zurückgelegte Strecke zwischen Start- und Zielpunkt wird von Google Maps unten am Bildschirmrand eingeblendet und laufend aktualisiert. Weitere Wegpunkte fügen Sie über den Menüpunkt "Punkt hinzufügen" hinzu. Zum Messen größerer Entfernungen müssen Sie die Karte auszoomen.

    Sollte eine Störung auf der anfänglich geplanten Route auftreten, wird automatisch eine Alternativroute von Google Maps berechnet. Der Nutzer erhält hierzu Bildschirmmeldung sowie einen Sprachhinweis. Google Maps bietet dem Nutzer die Route zur Übernahme an.

    Das Umschalten von der einfachen Kartenansicht zur Satellitenansicht ist theoretisch jederzeit möglich. Durch auffällige Wegmarken ist die Orientierung in der Satellitenansicht manchmal recht hilfreich. Dennoch ist die Kartenansicht generell übersichtlicher. Für die Anzeige wird auch deutlich wenige Datenvolumen beansprucht. Als dritte Variante neben der Karten- und Satellitenansicht steht die Geländekarte zur Auswahl. Diese kann im Winter durchaus nützliche Dienste leisten, wenn man im Gebirge stark verschneite Gegenden vermeiden möchte. Mit einem Tipper auf das Kreuz unten rechts können Sie jederzeit die Navigation beenden oder nachträgliche Einstellungen vornehmen, während eine Navigation läuft.

    Während einer laufenden Navigation lässt sich der aktuelle Standort ("Streckenfortschritt teilen") mit einem gewünschten Kontakt jederzeit teilen oder eine Suche entlang der Route starten. Wischen Sie hierzu vom unteren Rand nach oben, um das dafür notwendige Menü zu finden.

  15. Überzeugende Qualität bei der Navigation

    Unter allen Navigationslösungen gehört Google Maps zu den Besten. Während uns die PNAs von namhaften Herstellern bei unserem Langzeittest häufig in die falsche Richtung lotsten, brachte uns Google Maps immer wieder zurück auf die richtige Spur. Die Verkehrsinformationen in Echtzeit sind extrem genau und kommen immer zum richtigen Zeitpunkt bei uns an. Dann, wenn Störungen auf der Straße eintreten.

  16. Deutschland ohne Meldefunktion

    Ob Unfälle, Gegenstände auf der Straße oder Radarfallen - in den USA haben Benutzer die Möglichkeit, diese an Google zu melden. Hierfür gibt es am rechten Kartenrand einen Button. Anders als in den USA ist diese Meldefunktion in Deutschland jedoch nicht verfügbar, was am fehlenden Button ersichtlich wird. Ein ähnliches Feature wird gerade in der iOS 14.5 Betaversion in den USA von Apple getestet.

    Im dichten Straßengewühl innerorts kam Google Maps dagegen schon mal durcheinander. Wir merkten es, weil Google uns falsch lotste. Dasselbe geschah an einer ausgedehnten Autobahnbaustelle. Hier verlor die App komplett den Faden. Ganz offensichtlich fehlte es an aktuellem Kartenmaterial.

    Die Restaurant-Suche lief auch nicht immer rund. Zweimal wies Google Maps Restaurants als geöffnet aus, welche jedoch geschlossen hatten. Offenbar waren die Informationen veraltet.

    Wichtiger Tipp für alle, die Google Maps im Urlaub einsetzen wollen: Wir empfehlen, die von Ihnen benötigten Kartenausschnitte unbedingt vorher über das WLAN aufs Smartphone herunterzuladen.

    Die Sprachanweisungen von Google Maps sind so ausführlich wie nötig, also gerade richtig. Google Maps kann sie in vielen verschiedenen Sprachen ausgeben, so auch in Deutsch. Die Anzahl unterstützter Sprachen wird von Google immer mal wieder erweitert.

  17. Wichtig ist eine gute Mobilfunkverbindung

    Erst während einer laufenden Navigation lädt die Google-Maps-App das Kartenmaterial von den Google-Servern herunter. Der Vorteil ist, dass die Karten so gut wie immer aktuell sind. Der Nutzer muss sich nicht um Karten-Updates kümmern, wie das bei klassischen Navigationsgeräten, im Auto eingebauten Navis oder auch bei anderen Navigations-Apps der Fall ist. Zudem entstehen beim Google-Karten-Update keine Kosten. Automobil-Hersteller langen bei Karten-Updates hingegen ordentlich zu.

    Andererseits trifft das Kartenmaterial bei einer schlechten Mobilfunkverbindung oft nur langsam ein. Bei intensiver Nutzung ist das monatliche, im Mobilfunkvertrag festgelegte Datenvolumen schnell ausgeschöpft. Hinzu kommen im Nicht-EU-Ausland die Roamingkosten. Hier bestehen jedoch Ausnahmen: In Norwegen, Island und Liechtenstein fallen für deutsche Nutzer keine Roaminggebühren an.

  18. Verkehrslage in Echtzeit mit automatischer Ermittlung von alternativen Routen

    Die Ankunftszeiten werden von Google Maps recht genau vorhergesagt. Andere Lösungen machen dagegen oft hektische Zeitsprünge bei den Ankunftszeiten, welche sich ständig ändern. Die Ankunftszeit variiert hier manchmal recht chaotisch: erst 30 Minuten vor, dann wieder 30 Minuten zurück und so fort. Mehr dazu weiter unten. Pseudo-Umleitungsempfehlungen kennt Google Maps ebenfalls nicht. Warum auch? Sie führen meistens über hektische Nebenstraßen, auf denen man häufig abbiegen muss.

    Nicht nur die hohe Trefferquote bei eingegebenen Navigationszielen, sondern auch die hochgradig präzisen Verkehrslagedaten beeindrucken und machen Google Maps zu einer ausgezeichneten Navigationslösung. Das funktioniert aufgrund der hervorragenden Datenbasis, bei der unzählige Android-Smartphones und Tablets sowie fest verbaute Navigationsgeräte auf Android-Basis den Android-Servern permanent anonymisierte Lagedaten senden. Allerdings nur, wenn die Android-Geräte-Besitzer ihr OK dazu gegeben haben. In der Regel ist das der Fall.

    Die meisten Wettbewerber können mit dieser Datenbasis nicht mithalten. Das alte TMC Pro schon mal gar nicht. Google Maps lotst präziser und der Fahrer weiß ab Fahrtantritt, wann er sein Ziel erreichen wird. Das hat zur Folge, dass er viel entspannter unterwegs ist. Weder wird er mit immer neuen Ratschlägen zur Umfahrung genervt, noch ständig abgelenkt. Die Ablenkungsgefahr ist somit bei Google Maps erheblich geringer, als das bei anderen Navigationslösungen der Fall ist.

    Wenn die Mobilverbindung unterbrochen und der Empfang von Verkehrslage-Informationen deswegen gestört ist, erhält der Benutzer am unteren Bildschirmrand einen entsprechenden Hinweis. Zusätzlich gibt Google Maps hierüber einen Sprachhinweis. Auch umgekehrt. Denn wenn ein Empfang von Verkehrslagedaten wieder möglich ist, wird der Benutzer darüber ebenfalls informiert.

    Sollten Verzögerungen infolge eines Staus eintreten, dann berechnet Google Maps die voraussichtliche Ankunftszeit automatisch neu und blendet diese am unteren Bildschirmrand ein. Dasselbe passiert, wenn eine schnellere Alternativroute vom Google-Server im Hintergrund ermittelt wird. Zusätzlich zum Bildschirmhinweis erhält der Benutzer auch hier einen Sprachhinweis. Dem Fahrer steht es frei, die Alternativroute anzunehmen oder abzulehnen. Unfälle und weitere wichtige Ereignisse werden von Google Maps dagegen am oberen Rand des Bildschirms eingeblendet. Um Details zum Unfallgeschehen zu erfahren, muss der Benutzer auf seinem Display auf die Unfallwarnung tippen.

    Google Maps gibt beeindruckend genaue Stauwarnungen aus. Bremst etwa ein Lkw durch ein Überholmanöver den nachfolgenden Verkehr auf der Autobahn aus, so wird dies von Google Maps mit oranger Farbe als Verzögerung angezeigt. Dabei fuhr der Lkw gerade einmal drei Minuten vor uns. Zwischen uns und dem Lkw fuhren knapp fünf Pkws. Sie hatten wohl genügend Android-Geräte an Bord, um den Google-Server mit validen Daten zu versorgen. Nachdem der Lkw den Überholvorgang beendet hatte und wieder nach rechts auf die Spur fuhr, beschleunigten die Autos vor uns. Sofort zeigt Google Maps an, dass die Bahn wieder frei ist.

    Immer bestens informiert: Während der Fahrt warnt Google Maps per Sprachausgabe, dass sich der Verkehr verdichtet, die Route aber immer noch die Schnellste ist. Während des Routings kann man auf der Karte eine Alternativroute antippen und sich anzeigen lassen, wie lange die Fahrt dann dauern würde. Diese Informationen werden von Google manchmal auch automatisch eingeblendet. Stets ist man im Bilde, ob man auf der aktuellen oder einer alternativen Route schneller unterwegs ist.

    Tipp: Auf dem Android-Smartphone oder dem iPhone können Sie sich ein Widget installieren. Es zeigt Ihnen an, wie sich die Verkehrslage um Ihren aktuellen Standort herum gerade entwickelt.

  19. Offlinekarten nützen bei schlechter Mobilverbindung und beim Sparen von Datenvolumen

    Standardmäßig lädt Google Maps während der Nutzung aktuelles Daten- und Kartenmaterial fortlaufend nach. Dadurch wird Ihr vertraglich vereinbartes Datenvolumen Ihres Mobilfunkanbieters arg strapaziert. Bei schlechtem Mobilfunkempfang kann das die Navigation zudem empfindlich stören. Sie vermeiden diese beiden Probleme durch das Herunterladen von Offlinekarten. Am besten laden Sie das komplette Kartenmaterial vor Reiseantritt über das WLAN auf Ihr Smartphone herunter.

    So lassen sich Offlinekarten nutzen: Als Erstes müssen Sie Ihr Navigationsziel eingeben. Anschließend scrollen Sie in den Schaltflächen unterhalb der Karte ganz weit nach rechts, bis "Herunterladen" erscheint. Tippen Sie auf die Schaltfläche. Verändern Sie die Größe des angezeigten Kartenausschnitts so lange, bis Ihre komplette Route darin enthalten ist. Tippen Sie anschließend auf "Download". Google Maps lädt nun das Kartenmaterial herunter und speichert es auf Ihrem Smartphone.

    Sämtliche offline auf Ihrem Smartphone gespeicherten Karten sind unter dem Menüpunkt "Offlinekarten" zu finden. Tippen Sie hierzu oben rechts auf Ihr Profilbild. In dem erscheinenden Auswahlmenü tippen Sie dann auf "Offlinekarten". Sie sehen dann alle Offlinekarten, die auf Ihrem Smartphone gespeichert sind. Über "Eigene Karte auswählen" können Sie individuelles Kartenmaterial zur Speicherung auf Ihrem Smartphone erstellen lassen. Geben Sie den abgespeicherten Karten aussagekräftige Namen. Diese können jederzeit wieder geändert werden.

    Ab und zu werden Sie von Google daran erinnert, dass die Karten aktualisiert werden müssen. Meistens erhalten Sie wenige Tage vor Ablauf von Google Maps eine entsprechende Mitteilung. Die gespeicherten Offlinekarten laufen bald ab und müssen aktualisiert werden. Ihr Vorteil: Beim Start der Navigation haben Sie immer aktuelles Kartenmaterial. Die Mobilfunkverbindung benötigen Sie unterwegs nur noch, um Verkehrslageinformationen in Echtzeit zu empfangen. Der dabei entstehende Datentraffic ist jedoch minimal. Vor allem bei unseren Tests im Ausland haben sich die Google-Maps-Offlinekarten bestens bewährt.

  20. Stromverbrauch

    Während der Navigation mit Google Maps wird der Akku arg strapaziert. Das zeigt sich unter anderem daran, dass sich das Smartphone erhitzt. Vor Fahrtantritt sollten Sie Ihr Smartphone deshalb immer voll aufladen. Nehmen Sie gegebenenfalls noch ein Auto-Ladegerät mit.

  21. Android Auto und Google Maps

    Android Auto nutzt als Standard-Navigation Google Maps. Android Auto wurden von uns mit zahlreichen Fahrzeugen getestet. Überall funktionierte Google Maps einwandfrei.

    Sie starten Google Assistant, indem Sie lange auf die im Lenkrad eingebaute Sprachsteuerungstaste drücken. Jetzt können Sie einen Sprachbefehl geben. Etwa so: "Wo kann man in Schwabing einen Kaffee trinken?". Diesen Sprachbefehl gaben wir gegen 8:30 Uhr, als wir uns in der morgendlichen Rush-Hour auf der A9 gen München bewegten. Android Auto zeigte binnen Sekunden eine Auswahl von Hotels und Cafés an, in denen wir einen Kaffee serviert bekommen. Google Maps war bereit, uns zu jedem dieser Treffer zu navigieren.

    Anschließend fragten wir Google nach den nächstgelegenen VW-Werkstätten. Auch diese Aufgabe erledigte Google bravourös und zeigte uns eine Liste mit VW-Werkstätten in der näheren Umgebung an.

    Google Maps lotste uns schließlich ins IDG-Redaktionsgebäude in Schwabing, als unser Navigationsziel. Google Maps überzeugte wie gewohnt mit präzisen Angaben: Genügend Sprachanweisungen und genaue Hinweise zum Abbiegen. Auch die Verkehrslagedaten waren genau und die Ankunftszeit exakt vorhergesagt. Auf der Karte zeigte Google Maps einen kleinen Fahrspur-Assistent, als wir die Autobahn verließen. Die Verkehrslage wurde wie gewohnt farblich signalisiert. Übrigens: Sobald eine Navigation mit Google Maps startet, werden die über das fest verbaute Pkw-Navi bereits laufenden Navigationen abgebrochen.

  22. Apple Carplay und Google Maps

    Seitdem Apple iOS 12 veröffentlicht hat, haben iPhone-Besitzer endlich die Möglichkeit, Google Maps mit Apple Carplay zu verwenden. Autofahrer können damit die leistungsstarke und exakte Google-Maps-Navigation auf den großflächigen, im Auto integrierten Touchscreens nutzen. Sie müssen nunmehr keine Tausende von Euro mehr für ein Navigationssystem Ihres Automobil-Herstellers ausgeben.

    Bei der Bestellung Ihres Neuwagens reicht es, Carplay oder das Ausstattungs-Paket mit Carplay mit zukaufen. Das ist für 300 bis 500 Euro erhältlich. Mehr braucht es nicht, um ein leistungsfähiges Navigationssystem wie Google Maps in das Fahrzeug zu bringen. Carplay kann zudem Musik abspielen, Whatsapp-Nachrichten vorlesen und nach Sprachanweisung schreiben.

    Google Maps haben wir in einem VW Touareg auf einem 15 Zoll großen Touchscreen getestet. Die Navigationskarte war gut lesbar und die vorgelesenen Hinweise zum Abbiegen reichten vollkommen aus. Per Sprachbefehl funktionierte die Zieleingabe am bequemsten. Hierzu mussten wir auf dem Google-Maps-Display das Mikrofon-Icon drücken und dann das Ziel aussprechen. Häufig genutzte Ziele wie Ihren Arbeitsplatz oder Ihr Zuhause können Sie auch abspeichern.

    Wenn es zu Verzögerungen auf der Route aufgrund von Staus kommen sollte, erscheint unten links ein kleines Hinweisfenster. Zusätzlich erhalten Sie einen kurzen Sprachhinweis. Wie bei Google Maps üblich wird die Verkehrslage auf der Karte farblich angezeigt. Die Verkehrslageinformationen sind sehr präzise. So, wie wir es von Google Maps gewohnt sind. Die Knappheit der Sprachansagen hat uns besonders gut gefallen. Anders als Stand-Alone-Navigationsgeräte, die oft minutenlang drauflosplappern. Die Sprachausgabe in Google Maps beschränkt sich dagegen auf das wirklich Notwendige.

    Tipp: Das benötigte Kartenmaterial sollten Sie vor Reiseantritt auf Ihr iPhone herunterladen. Das erlaubt Ihnen, mit Google Maps offline zu navigieren. Die Mobilfunkverbindung benötigen Sie nur noch, um die Verkehrslageinformationen zu empfangen.

    Fazit: Google Maps mit Carplay hat uns rundherum überzeugt. Der einzige Wermutstropfen: Der datenhungrige Google-Konzern erfährt Ihre genauen Positionsdaten.


Pro

  • Online-Kartenmaterial immer aktuell
  • Karten sind detailreich, sogar in der Satellitenansicht
  • Software und Karten werden automatisch aktualisiert
  • Die App kann auch offline genutzt werden
  • Genaue Verkehrslagedaten in Echtzeit
  • Komfortable Zielsuche durch einfache Zieleingabe
  • Zusätzliche Suchkategorien
  • Intuitiv bedienbare App
  • Durch Google-Suche wird fast jedes gewünschte Ziel erkannt
  • App lässt sich über Sprache steuern
  • Sprachausgabe in vielen Sprachen

Contra

  • Google sammelt Bewegungsdaten und Suchanfragen
  • Uneingeschränkte Nutzung nur in Gebieten mit guter Mobilfunknetzabdeckung möglich
  • Smartphone-Bildschirm relativ klein gegenüber fest verbautem Navi im Auto oder einem PNA
  • Smartphone-Akku leert sich
  • Smartphone erhitzt sich
  • Armaturenbrett voller Kabel

Garmin, Here und TomTom im Vergleich

Wir wollten die Navigationsqualität von Google Maps prüfen und haben deshalb die App Google Maps parallel zu Garmin, TomTom und Here laufen gelassen. Das Ergebnis: Keine dieser Lösungen ist perfekt. Sogar ein PND-Topmodell eines bekannten Herstellers ließ uns im Regen stehen, als wir in der Toskana an einem nicht auf der Karte eingezeichneten Bahndamm standen und nicht weiterkamen, weil der Bahndamm unsere Nebenstraße unterbrach. Schließlich blieb uns nichts anderes übrig, als umzukehren. Gelegentliche Schwächen treten aber auch bei Google Maps auf. Dennoch: Im Großen und Ganzen kann die App mit den PNDs von namhaften Herstellern mithalten. In einigen Punkten ist die Google-Maps-App sogar noch besser, speziell bei Informationen zur Verkehrslage. Dafür auch deutlich günstiger als die kostenpflichtige Konkurrenz.

Google Maps stellte auf Sizilien seine Leistungsfähigkeit während eines einwöchigen Tests unter Beweis. Selbst auf kleinen, abgelegenen Landstraßen im Inselinnern lotste uns die App stets zuverlässig. Doch auch im großstädtischen Ballungsraum funktionierte sie einwandfrei und konnte uns den Verkehrsfluss meist korrekt anzeigen. Gegenüber Here We Go schnitt Google Maps im direkten Vergleich deutlich besser ab.

Was wir bei Google Maps vermissen

Auch wenn Google Maps überaus leistungsstark und einfach zu bedienen ist, gibt es einige Funktionen, die wir vermissen. Unter anderem gibt Google Maps keinen Hinweis zu vorhandenen Geschwindigkeitsbegrenzungen aus. Auch ein Abbiege- und ein Spur-Assistent fehlen uns. Bei Abfahrten werden keine Autobahn-Abfahrtsschilder eingeblendet, die den Originalen nachempfunden sind. Das würde eine schnelle Orientierung erleichtern. Man kann dies allerdings verschmerzen. Eine Umschaltung zwischen Tag und Nacht ist erfreulicherweise vorhanden.

Bei der Routenauswahl lässt sich nicht angeben, dass man mit einem Auto mit Caravan, einem Camper oder sonstigen überdimensionierten Gefährt wie etwa einem Lkw unterwegs ist. Dann benötigt man bekanntlich besonders geräumige Straßen. Niedrige Unterführungen, enge Durchfahrten und Kurven sind in dieser Konstellation eher nicht erwünscht. Google Maps kann keine speziell für große und lange Fahrzeuge geeignete Route ermitteln. Für diesen Einsatzzweck lohnt es sich, ein spezielles Navigationsgerät wie TomTom Go Camper anzuschaffen.

Leider gibt es bei Google Maps auch keine Möglichkeit, die Art der Route wie die schönste, schnellste, kürzeste oder umweltschonendste Route auszuwählen. Ferner haben Auto- und Motorradfahrer keine Auswahlmöglichkeit für besonders sehenswerte und/oder kurvige Routen (beispielsweise für Alleen).

Alternativen und Wettbewerber

Apple Karten: Eine direkte Konkurrenz zu Google Maps sind Apple Karten. Auch hierbei handelt es sich um eine kostenlose Online-Navigation, die von TomTom Echtzeit-Verkehrsinformationen liefert. Apple Karten bietet allerdings keine Möglichkeit, Karten vorher herunterzuladen. Das sehen wir als echten Nachteil. Es betrifft vor allem Mobilfunkverträge mit geringen monatlichen Datenvolumen. Ebenfalls nachteilig sind hier auch Fahrten in Nicht-EU-Länder wegen der Roamingkosten.

Here We Go: Auch dieser Dienst konkurriert direkt mit Google Maps. Der Kartendienst Here, der ursprünglich von Nokia entwickelt wurde, wurde von Audi, BMW & Daimler übernommen. Der Dienst bietet Echtzeit-Verkehrsinformationen und ist ebenfalls kostenlos. Das Kartenmaterial wird - anders als bei Google Maps - auf dem Smartphone installiert. Dadurch wird der Mobilfunkvertrag nicht unnötig belastet. Bei fehlender Mobilfunkverbindung erleichtert das zudem die Navigation. Das spricht für Here.

An die genauen Verkehrslage-Informationen kommt Here jedoch nicht heran. Mit genügend Speicherplatz auf dem Smartphone kann man beide Navi-Apps installieren, denn Here und Google Maps ergänzen sich hervorragend. Bei Reisen in Länder außerhalb der EU oder bei fehlender Mobilfunkverbindung kann Here in die Bresche springen.

TomTom und Sygic: Ob Apple Karten, Google Maps oder Here We Go - alle drei sind zur Bewältigung anspruchsvoller Fahrsituationen völlig ausreichend. Kostenpflichtige oder teilweise kostenpflichtige Navi-Apps wie Sygic oder TomTom braucht man daher nicht mehr.

Waze: Waze aus dem Hause Google dient der Onlinenavigation und ist ebenfalls kostenlos. Ohne durchgehende Internetverbindung läuft hier allerdings gar nichts. Ansonsten bietet Waze einen Blitzerwarner, Stauwarnungen und einen Unfallmelder.

PNA-Navis und Navigationsgeräte mit fester Verbauung ab Werk: Die Google-Suche ist in Google Maps bereits integriert und ist bei der Suche deutlich flexibler als viele Standard-Navigationsgeräte. Als wir einen Ausflug ins Altmühltal unternahmen, erwies sich unser teures Navigationsgerät als Flop. Dagegen fand Google Maps die kleine, von uns gesuchte Pension auf Anhieb. In puncto Suche nach Points-of-Interest hat Google gegenüber allen Konkurrenten die Nase vorn. Ob es sich nun um Stand-Alone-Navigationsgeräte wie Garmin oder TomTom handelt oder um Lösungen von Automobilherstellern, die ab Werk fest verbaut sind.

Auf einem modernen Smartphone reagiert Google Maps meist schneller als PNAs. Letztere sind meistens mit relativ billiger und leistungsschwacher Hardware ausgestattet. (Schwächerer Chip, schwächerer GPS-Chip, langsam reagierender Touchscreen)

PNAs und fest verbaute Navi-Geräte haben jedoch auch Vorteile. Erstens bieten ihre deutlich größeren Bildschirme mehr Übersicht und zweitens schonen sie die Akkukapazität und das Smartphone. Letzteres wird während des Einsatzes von Google Maps heiß.

Tipp: Kompensieren Sie den Nachteil eines kleinen Smartphone-Screens mit Android Auto für Android-Smartphones oder Carplay für Apple iPhone. Beide Systeme arbeiten mit dem fest im Auto verbauten Monitor.

Fazit: Leistungsstarke, kostenlose Navigations-App mit zusätzlichen Extras

Google Maps ist eine der besten Navigationslösungen. Die Vorhersage der Verkehrslage ist unübertroffen und das Kartenmaterial immer auf dem aktuellen Stand. Durch Google Maps auf dem Smartphone wird ein separates Navigationsgerät nicht mehr benötigt. Das gilt natürlich auch für hochpreisige Navigationslösungen, die im Auto fest verbaut werden.

Mit Google Maps ist es leicht, blitzschnell Einkaufsmöglichkeiten und Restaurants zu finden. Für Reisende besonders interessant: Auch Übernachtungsmöglichkeiten und Sehenswürdigkeiten zeigt die selbsterklärende und intuitiv bedienbare App an.

Quelle: In Zusammenarbeit mit PC-Welt
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