Umwandlung im Analogzeitalter: VHS & Co. digitalisieren

Umwandlung im Analogzeitalter: VHS & Co. digitalisieren
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Umwandlung im Analogzeitalter: VHS & Co. digitalisieren

© Fotolia.com/oscity
23.08.2018 - 07:09 Uhr

Analoge Medien leiden unter dem Nachteil, ihre Qualität im Laufe der Zeit einzubüßen. Mit unseren Tipps ist es allerdings gar nicht so schwer, Schallplatten, VHS-Kassetten und mehr digital umzuwandeln.

Der Schatz im Keller

Sammlungen aus Schallplatten, VHS-Kassetten, Fotoalben, Dias und Audio-Kassetten: Diese Überbleibsel des Analog-Zeitalters treiben noch immer ihr Unwesen in vielen Wohnzimmern, Abstellkammern und Kellerräumen. Sie sind schon etwas älter und haben Ihre Hochzeit nur auf einer Videokassette festgehalten? Sicherlich möchten Sie dieses Erlebnis niemals vergessen - und dagegen hilft nur die Digitalisierung der Medien. Denn: Fotos werden im Laufe der Zeit vergilben und bei Audiokassetten fällt das Abspielen schwer, VHS-Kassetten sind irgendwann nur noch graues Rauschen.

Möglicherweise ist auch die Hardware betroffen, die irgendwann nicht mehr funktioniert. Auch dann kann es schwierig werden, überhaupt Ersatz zu beschaffen, da beispielsweise Kassettenrekorder teilweise gar nicht mehr verfügbar sind. In Deutschland werden Sie es auch schwer haben, ein Gerät zu finden, das VHS-Kassetten abspielt - höchstens gebraucht werden Sie noch Glück haben. Dennoch sprechen alle Vorzeichen dafür, dass Sie sich um die Digitalisierung Ihrer Medien kümmern sollten. Wir zeigen Ihnen in diesem Artikel, wie es funktioniert - und fangen mit Vinyl-Schallplatten und anderen Audiomedien an.

  1. SchallplattenDigitalisierung über USB-Anschluss

    Für die Musikwiedergabe sind Smartphones so etwas wie ein getunter Walkman: Anstelle einiger Dutzend Songs passen gleich Tausende Lieder auf das Gerät, außerdem gibt es noch Streaming-Dienste, die dann gleich Millionen von Songs offenbaren. Schallplatten und Kassetten hingegen sind limitiert - und unterwegs nicht abspielbar. Also wird es Zeit, diese Sammlung in das digitale Zeitalter zu hieven.

  2. Die Vorteile der Schallplatten - und ihre Nachteile

    Viele Jahrzehnte waren Vinyl-Schallplatten das Maß aller Dinge für die Musikwiedergabe. Auch heute kann die analoge Technik noch brillanten Klang produzieren. Wenn es darum ging, neue Musik zu hören, wurden daher in der Vergangenheit Schallplatten gekauft. Zusätzlich zum tollen Klang bekommt der Käufer auch noch eindrucksvolle Cover, mitunter liebevoll gestaltete Beilagen und stabile Hüllen - was nur einige der Gründe sind, warum viele ältere Semester ihre Plattensammlungen niemals verkaufen oder anderweitig auflösen würden.

    Gleichzeitig sind Schallplatten auch anfällig gegenüber Schäden: Sie ziehen Staub magisch an, sind recht zerbrechlich, können zerkratzen und vieles mehr. Aus diesem Grund kann es nicht schaden, die wertvolle Musik zu digitalisieren. Da dieses Problem inzwischen recht verbreitet ist, hat sich auch ein großer Markt entwickelt, der Lösungen bietet. Daher existieren auch mehrere geeignete Methoden, um die Musik in MP3 & Co. umzuwandeln:

  3. Die günstige Methode

    Sofern die restliche Hardware bereits vorhanden ist, kostet diese Variante nicht einmal 10 Euro. Sie brauchen dafür natürlich einen Plattenspieler sowie einen Computer mit Soundchip auf dem Mainboard oder Soundkarte, ein Audiokabel, einen Stereo-Verstärker (eventuell bei Ihnen nicht vorhanden) sowie einen Adapter, der von Cinch-Ausgängen auf Klinkenstecker umwandeln. Der Plattenspieler bleibt einfach am Verstärker angeschlossen, den Computer platzieren Sie am besten in der Nähe des Plattenspielers. Jetzt schnappen Sie sich die Cinch-Anschlüsse des Kabels und suchen den Line-Out-Anschluss. Tipp: Cinch-Stecker erkennen Sie ganz einfach an den roten und weißen Enden.

    Ans andere Ende des Audiokabels platzieren Sie einen Adapter, der sich um die Umsetzung der Signale von zwei Cinch-Kupplungen zu einem Klinkenstecker kümmert. Diese Adapter sind sehr günstig und bei Media Markt & Co. sowie im Versandhandel für nicht viel mehr als 4 Euro erhältlich. Der Klinkenstecker kommt dann in die Line-In-Buchse am PC. Die Hersteller haben sich auf die farbliche Kodierung der Anschlüsse geeignet, die Line-In-Buchse erkennen Sie daher an jeder Soundkarte und an jedem Mainboard am blauen Anschluss.

    Jetzt brauchen Sie noch die Stereoanlage, die Ihnen als Vorverstärker dienen wird, um die Signale des Plattenspielers aufzufangen. Sollten Sie solch ein Gerät nicht besitzen, können Sie sich für wenig Geld (30 Euro maximal) einen Vorverstärker kaufen. Dabei handelt es sich dann meistens um kleine Kästen, die einfach vier Cinch-Buchsen haben (zwei für den Eingang und dieselbe Anzahl für den Ausgang). Da die Kästen klein sind, ist es einfach, diese Verstärker zu platzieren, sodass Sie das gesamte Equipment an einem Ort aufbauen können.

  4. Die komfortable Methode

    Sehr viel einfacher geht es, wenn Sie einfach einen USB-Plattenspieler nehmen. An diesen Geräten befindet sich ein USB-Ausgang, an dem Sie beispielsweise eine externe Festplatte (oder andere Speichermedien) anschließen können. Die Umwandlung in MP3-Dateien passiert dann automatisch. Passende Software gibt es dann auch dazu, damit Sie die Aufnahmen bei Bedarf am PC bearbeiten können. Normalerweise bekommen Sie das (sehr gute) Tool Audacity. Haben Sie etwas höhere Ansprüche, dürfen Sie mit Kosten von bis zu 200 Euro für den Plattenspieler rechnen.

    Wichtig ist bei der Auswahl im Prinzip nur, dass Sie den Plattenspieler via USB-Port mit einem Computer verbinden können. Achtung: Es gibt auch Geräte mit USB-Port, an die Sie nur externe Datenträger anschließen können. Das ist ein wichtiger Punkt, da allein das Vorhandensein eines USB-Anschlusses noch nicht bedeutet, dass der Plattenspieler mit einem Computer verbunden werden kann. USB-Plattenspieler mit Vollautomatik sind ebenfalls ein Vorteil, da der Plattenarm dann automatisch in die richtige Position für das nächste Lied gebracht wird. So können Sie sich einfach mit der Software auseinandersetzen.

    Beide Varianten erfüllen ihren Zweck. Es liegt an Ihnen, die für Sie passende Möglichkeit auszusuchen.

  5. Digitalisierung durch mobile Geräte: die einfache Methode

    Die Varianten für die Digitalisierung, die wir bisher besprochen haben, leiden alle unter dem Nachteil des recht hohen Aufwands. Sie müssen mit einem Computer hantieren, Plattenspieler, Verstärker, Kabel und so weiter. Vielleicht werden Sie auch Opfer der sogenannten Brummschleife: einem störenden Rauschen, das in der Aufnahme hörbar und für die meisten Musikfans nicht akzeptabel ist. Befindet sich im Computer keine dedizierte Soundkarte, sondern nur ein Chip, wird auch die Qualität oftmals leiden. Musikstücke klingen dann eher flach und wenig voluminös, was gerade bei basslastiger Musik hörbar (und spürbar) wird.

    Besser geht es oft mit einem digitalen Aufnahmegerät, das ein wenig einem älteren Kassettenrekorder ähnelt. Die aus den vergangenen Jahren bekannten Geräte mit MD- oder DAT-Tapes spielen praktisch keine Rolle mehr, heute sind SD-Karten das Medium, um die Aufnahmen dauerhaft zu speichern. Das Konzept hinter den Geräten steht eigentlich dafür, hochwertige Live-Aufnahmen anzufertigen (entweder über ein integriertes oder externes Mikrofon). Da die Geräte jedoch auch über einen 3,5-Millimeter-Eingang verfügen, können Sie jedoch einen günstigen Cinch-auf-Klinke-Adapter verwenden, um die dann die Digitalisierung in die Hände zu nehmen. Die Aufnahmegeräte gibt es von bekannten Firmen wie Sony, Marantz, Olympus & Co.

  6. Digitalisierung mit Tascam

    Eine Koryphäe auf diesem Gebiet ist die Firma Tascam, die zu Teac gehört. Geräte wie das DR-05 kosten 100 Euro - und mehr Ausgaben haben Sie dann auch nicht zu befürchten. Schließen Sie das Gerät an die Anlage an und drücken Sie dann auf den Button "Record". Vom Aufnahmegerät aus steuern Sie dann auch gleich die Aufnahme: Stellen Sie beispielsweise die Qualität ein und entscheiden Sie sich zwischen Formaten wie WAV oder MP3. Danach verbinden Sie den Rekorder über den USB-Port mit Ihrem Computer und schieben anschließend alle Songs in ein Verzeichnis der Festplatte. Notebooks haben oft auch einen Kartenleser integriert, dort könnten Sie auch die SD-Karte aus dem Rekorder einlegen.

    Vor längerer Zeit wurden häufig Kassetten genutzt, um Musik zu tauschen: Eine Kassette mit 90 Minuten schluckt gleich zwei Vinyl-Schallplatten. Radioaufnahmen wurden ebenfalls gerne genutzt, um auf dem Schulhof neue Hits auszutauschen. Falls Sie jetzt bereits etwas älter sind, werden Sie das Problem der riesigen Kassetten- und Vinyl-Schallplatten-Sammlungen kennen. Auch das klappt mit einem solchen Rekorder: Dazu verbinden Sie den Line-Out-Ausgang am Rekorder mit einem Kabel mit dem Line-In-Eingang am Computer (entweder via Soundkarte oder Mainboard). Wenn Sie dann die Aufnahme abspielen, können Sie sie über die Software steuern und nachbearbeiten.

  7. Digitalisierung von analogen Aufnahmen

    Um Sprache und Musik von externen Quellen aufzunehmen, bietet zumindest die Windows-Welt reichlich Software an. Windows 10 bringt gleich zwei Programme mit: den Mixer (Sie können ihn erreichen über das Lautsprechersymbol und die Registerkarte "Aufnehmen") sowie den Audiorecorder (suchen Sie dazu am besten via Windows-Suche nach "Recorder"). Das reicht normalerweise bereits aus, um Schallplatten & Co. zu digitalisieren. Allerdings müssen Sie Knackser in der Aufnahme oder auch ein Rauschen oftmals noch nachträglich entfernen, wofür dann spezielle Programme notwendig sind:

    • Für etwa 50 Euro kaufen Sie beispielsweise Audio Cleaning Lab von Magix. Falls Sie das Programm erst einmal testen möchten, haben Sie dazu sieben Tage lang Zeit. Registrieren Sie Ihre E-Mail-Adresse, können Sie den Zeitraum sogar auf einen Monat strecken. Möchten Sie ein wenig Zeit sparen, können Sie diese Software zusammen mit einem guten Vorverstärker auch als Paket mit Namen "Magix - Retten Sie Ihre Schallplatten & Kassetten" kaufen. Damit können Sie Aufnahmen verbessern, Brummen entfernen, Rauschen löschen und vieles mehr.

    • Eine sehr bekannte Alternative ist das Open-Source-Tool Audacity: Es gilt als Standardprogramm, um sowohl die Digitalisierung als auch die eventuelle Nachbearbeitung von Musikdateien in die Hand zu nehmen. Mit Audacity bekommen Sie ein Werkzeug, um etwa MP3-Dateien zu verbessern und aufzubereiten, wahlweise können Sie die Software auch durch die Installation von kostenlosen Plug-ins erweitern. Die Bedienung ist etwas komplexer als bei der Magix-Software, dafür ist Audacity aber kostenlos erhältlich.

    Übrigens: Falls Sie auf den gesamten Trubel überhaupt keine Lust haben, werden Ihnen andere Personen und Anbieter weiterhelfen: Nach einem kurzen Moment mit einer Suchmaschine können Sie beispielsweise Dienstleister finden, die Ihre Schallplatten reinigen, überspielen oder andere Kunststücke mit den analogen Medien durchführen. Pro Schallplatte oder Kassette können Sie mit Preisen zwischen 10 und 20 Euro rechnen. Falls es sich um große Sammlungen handelt, können Sie oft mit einem Rabatt rechnen.

  8. Der Umgang mit Audacity

    Da wir gelegentlich Audacity erwähnt haben, geben wir Ihnen einen kurzen Einführungskurs und zeigen Ihnen, wie Sie Ihre Aufnahmen verbessern. Laden Sie dazu zunächst die Musikdatei, welche Sie in Audacity bearbeiten möchten. Vielleicht handelt es sich um eine Datei von einer Schallplatte, die einen Knackser aufweist. Starten Sie das Stück und halten Sie dort an, wo der Knackser zu hören ist. Mit dem Lupenwerkzeug vergrößern Sie jetzt die Wellenform so stark, dass Sie den Bereich um den störenden Ton mit der Maus exakt eingrenzen können. Danach klicken Sie auf "Effekte" und dann auf "Reparieren".

    Handelt es sich um ein Rauschen in der Aufnahme, klicken Sie hingegen auf eine Stelle im Song, an der Stille herrscht - etwa ganz am Anfang oder Ende. Danach gehen Sie auf "Effekte" und "Rausch-Verminderung" und dann auf "Rauschprofil ermitteln". Danach drücken Sie STRG + A und gehen dann noch einmal in die "Rausch-Verminderung" und klicken auf "OK". Die dort sichtbaren Voreinstellungen können Sie einfach übernehmen, da sie in der Regel sehr gut funktionieren.

    Das Brummen in manchen Aufnahmen bearbeiten Sie zu guter Letzt über den "Notch Filter". Dazu markieren Sie das Musikstück und aktivieren dann Frequenzen im Bereich von 50 bis 150 Hertz und mehr ein. Neben der Option "Q" stellen Sie den Wert auf 60 und bestätigen dann Ihre Eingabe. Wiederholen Sie diesen Vorgang für viele weitere Frequenzen. Mit jedem Ablauf wird das Brummen immer weiter abnehmen, bis Sie es fast gar nicht oder überhaupt nicht mehr hören können.

  9. Videoumwandlung Teil 1: VHS-Kassetten digitalisieren

    Technikbedingt verlieren VHS-Kassetten im Laufe der Jahre sowohl Bild- als auch Tonqualität. Das passiert auch dann, wenn Sie die Kassetten vorbildlich lagern. Daher gilt: Sie sollten Ihre Sammlung lieber heute als morgen digitalisieren. Aber: Nicht jede VHS-Kassette ist für die Digitalisierung geeignet, da manche Aufnahmen einen Kopierschutz mitbringen. Dadurch wird die Kopie unmöglich gemacht - und somit auch die Aufnahme für die Digitalisierung.

  10. Digitalisierung mit DVD- und VHS-Rekorder

    Die Methode mit diesen Geräten ist recht simpel: Vor Jahren gab es kombinierte VHS- und DVD-Rekorder von Herstellern wie Panasonic oder Philips, die mitunter sogar eine kleine Festplatte mitgebracht haben. Für etwa 200 Euro finden Sie sie auch heute noch gebraucht bei eBay & Co. Mit einem kurzen Knopfdruck wird der eingelegte Film danach von einer Kassette auf eine DVD übertragen. Bearbeiten können Sie jedoch nicht viel, meistens sind diese Funktionen auf ein wenig Videoschnitt beschränkt.

  11. Digitalisierung mit Camcorder

    Sollten Sie einen Camcorder Ihr Eigen nennen, schenken Sie sich die 200 Euro für den Rekorder: An vielen Modellen befindet sich ein analoger Composite-Eingang. Diesen können Sie zusammen mit einem SCART-zu-Composite-Adapter mit einem passenden Ausgang am Videorekorder verbinden. Wenn Sie dann eine VHS-Kassette starten, wird deren Bildsignal auf dem Bildschirm des Camcorders zu sehen sein. Auf dessen internem Speicher können Sie den VHS-Film dann aufnehmen und ihn dann via USB auf den Computer bringen. Achten Sie beim Kauf darauf, dass der SCART-zu-Composite-Adapter einen In-Out-Schalter hat, damit Signale in beide Richtungen fließen können. Diese Geräte kosten etwa 5 Euro, arm werden Sie dadurch also nicht. Falls es um die Digitalisierung von VHS-Kassetten geht, muss der Schalter am Adapter auf "Out" stehen.

    Digitalisierung durch Videograbber

    Mit einem Videograbber, der oftmals auch AD-Wandler genannt wird, haben Sie noch eine dritte Möglichkeit. Dabei handelt es sich um kleine Geräte, die Anschlüsse für Composite Video und einen USB-Port mitbringen. Damit können Sie den Videograbber dann mit einem Windows-PC verbinden, Treiber sollten automatisch installiert werden. Die Preise schwanken teilweise stark, rechnen Sie mit Preisen zwischen 10 und 80 Euro. Praktisch wird es, wenn es sich um ein Modell handelt, das alle Kabel in passender Länge sowie eine weitere SCART-Buchse und einen Composite-auf-SCART-Adapter mitbringt. Oft ist dann auch gleich noch eine passende Software dabei. Für die allergünstigsten Geräte sollten Sie sich im Interesse der Qualität nicht entscheiden.

  12. Die passende Software für die Digitalisierung

    Ein beliebtes Standardprogramm für die anschließende Bearbeitung der Aufnahmen ist beispielsweise Video Easy von Magix für einen Preis von etwa 50 Euro. Darin enthalten sind auch simple Funktionen für die Bildverbesserung (um beispielsweise das typische VHS-Rauschen aus den Aufnahmen zu entfernen). Alternativen wie Premiere Elements von Adobe, Corel Videostudio Pro & Co. existieren zwar, aber sie sind wesentlich teurer (ab 100 Euro aufwärts). Handelt es sich um den "Vollausbau" in Form von Adobe Premiere Pro, müssen Sie mit noch wesentlich höheren Ausgaben rechnen.

  13. Digitalisierung von Super-8-Aufnahmen

    Das Super-8-Format ist heute zwar längst überholt, alte Filmrollen existieren aber nach wie vor. Werden sie gut gelagert, sind sie heute auch noch problemlos nutzbar. Leider sind die Möglichkeiten aber begrenzt, da es mit einfachen USB-Verbindungen am Computer nicht getan ist. Stattdessen müssen Sie sich mit anderen Methoden helfen: Spielen Sie den Film ab und projizieren Sie ihn an eine Leinwand. Mit einem Aufnahmegerät (beispielsweise einem Camcorder) nehmen Sie den Streifen dann auf. Zwar wirkt das Verfahren etwas rudimentär, es funktioniert jedoch erstaunlich gut. Eine weitere Methode sind Dienstleister im Internet, welche die Aufnahmen mit Filmscannern abtasten. Mit mindestens 10 Euro für 15 Minuten Film müssen Sie dann aber rechnen, was abhängig von Ihrer Filmsammlung sehr teuer werden kann.

    Eine Alternative zu letztgenannter Möglichkeit besteht darin, sich einen Scanner einfach zu kaufen. Geräte wie der Reflecta Film Scanner 8 können Spulen mit einer Größe von bis zu fünf Zoll aufnahmen und zwei Bilder in einer Sekunde digitalisieren. Alle Videos (meist im MP4-Format) finden ihren Weg dann auf eine SD-Karte, die standardmäßig mit 32 GB ausgestattet ist. Diesen Scanner können Sie dann via USB auch mit einem Computer verbinden. Da auch ein TV-Out-Port vorhanden ist, können Sie die Ergebnisse auch direkt am Fernseher zuschauen. Aber: Die Tonspur kann auf diese Weise nicht mitgeschnitten werden. Der Preis ist allerdings gesalzen, mit 450 Euro müssen Sie für die Anschaffung auf jeden Fall rechnen.

  14. Einscannen von Fotos, Dias & Co.

    Fotos und Dias sind noch jung genug, um in praktisch jedem Haushalt vorhanden zu sein. Zwar sind Papierabzüge schön leicht, recht handlich und auch die Negative sind wertvoll, da daraus jederzeit erneut hochwertige Fotos hergestellt werden können. Allerdings wird selbst das hochwertigste Papier im Laufe der Zeit vergilben, sodass die Farben ausbleichen und die Fotos einen zwar sentimentalen, aber letztendlich falschen Sepia-Look bekommen. Dias leiden darunter nicht, aber sie können leicht zerkratzen und tragen schnell Verschmutzungen davon. Daher sollten Sie versuchen, diese alten Medien umzuwandeln und in unvergängliche digitale Daten zu transferieren.

    Bei einfachen Fotos sollten Sie damit keinerlei Problem haben: Legen Sie die Fotos einfach auf einen Scanner und starten Sie den Scan innerhalb der Software auf dem Computer. Wir empfehlen, für den Scan immer die bestmögliche Qualität zu verwenden. Das erleichtert später auch die Nachbearbeitung, falls Sie dies vorhaben. Gute Scanner (oder Multifunktionsgeräte mit Druck und Kopieren) gibt es für weniger als 100 Euro im Handel. Haben Sie hohe Ansprüche, sollten Sie in einen separaten Scanner investieren, der vom Hersteller speziell für die Verwendung mit Fotos entwickelt wurde.

    Beim eventuellen Ausdruck von Fotos sollten Sie unbedingt zu Tintenstrahl-Modellen greifen. Laserdrucker haben den Nachteil, meistens ein sichtbares Raster über das Foto zu legen. Bei Dokumenten spielt das keine Rolle, aber auf lebhaft aussehenden Bildern haben diese Überbleibsel der Technik nichts zu suchen. Nur von einer Möglichkeit sollten Sie die Finger lassen: Theoretisch könnten Sie die Fotos mit einer Digitalkamera abfotografieren. Das wird aber nur dann wirklich erfolgreich verlaufen, wenn Sie Lichtreflexe zu 100 % ausschließen können - was im normalen Haushalt einfach nicht möglich ist.

  15. Die Arbeit mit dem Scanner

    Bevor es mit dem Scanner zur Sache geht, achten Sie auf die folgenden Punkte:

    • Die Fotos und auch die Scan-Fläche sollten absolut frei von Flecken, Fusseln, Staub & Co. sein.

    • Legen Sie die Fotos akkurat und gerade auf die Fläche. Sollten Die Bilder leicht gekippt sein, können Sie das zwar später in Photoshop & Co. reparieren, aber es bedeutet eben einen erhöhten Aufwand.

    • Nutzen Sie die Bildbearbeitungssoftware, die bei Ihrem Scanner im Lieferumfang war. Diese Programme erkennen eingescannte Fotos oft automatisch und schneiden sie dann auch gleich aus.

    • Beim Standardformat von 10 x 15 Zentimeter für Fotoabzüge reicht eine Auflösung von 300 dpi aus, um die Fotos einzuscannen. Sie wissen allerdings nie, ob Sie nicht später noch andere Projekte mit den Bildern planen. Möchten Sie ein bestimmtes Foto beispielsweise auf die Größe eines Posters bringen und ausdrucken, sollten Sie höhere Auflösungen wählen.

    Etwas spezieller ist die Arbeit mit Dias: Diese können Sie zwar ebenfalls auf den Scanner legen und einscannen, allerdings sind die Bilder dann immer schwarzweiß. Nur dann, wenn der Scanner über eine Durchlichteinheit verfügt, bekommen Sie Farbe in die Fotos. Um sich Arbeit zu ersparen, können Sie sich auch für einen speziellen Film- und Diascanner entscheiden, die es für 100 bis 300 Euro von Firmen wie Reflecta zu kaufen gibt. Der hohe Preis ist gerechtfertigt, da diese Geräte viele weitere Features mitbringen.

    Beispielsweise ist oft eine automatische Korrektur für Kratzer oder Staub enthalten, außerdem genießen Sie eine perfekte Farbtreue und eine automatische Verarbeitung von Dia-Stapeln. Sie können also gleich eine ganze Dia-Kassette einlegen und sie bequem hintereinander digitalisieren lassen. Das spart erstens viel Zeit und sorgt zweitens dafür, dass die Ausrichtung der Dias immer perfekt stimmt.

    Für die Software sind Programme wie Photoshop Elements geeignet, das oft bei den Geräten im Lieferumfang enthalten ist und für private Ansprüche auf jeden Fall ausreicht. Besitzen Sie kein Programm für die Bildbearbeitung und wollen auch kein Geld ausgeben, wird Ihnen die bekannte Software Gimp für 0 Euro gute Dienste erweisen. Auch bei den Dias gibt es die Option, sich den gesamten Aufwand zu sparen und stattdessen zum Dienstleister zu greifen. Rechnen Sie bei Scan-Diensten mit einem Preis von 10 bis 30 Cent pro Foto und Dia (abhängig davon, ob Features wie Staubkorrektur enthalten sind). Selbst Discounter wie Lidl haben derartige Dienste im Programm, dort bekommen Sie 100 Fotos beispielsweise zu einem Preis von etwas mehr als 20 Euro.

Sichere Foto-Archivierung

Da es sich bei Fotos um Daten handelt, die eigentlich für die Ewigkeit gespeichert werden sollen, bieten sich Computer, Handy & Co. für die Archivierung nicht an. Sie sind einfach zu empfindlich. Besser sind Medien wie USB-Sticks oder externe Festplatten mit sehr viel Speicherkapazität. Möchten Sie die Familienfotos an einem anderen Ort präsentieren, freuen Sie sich über das kaum vorhandene Gewicht der USB-Datenträger. Auch NAS-Server mit Backup-Festplatte sind eine gute Idee im heimischen Netzwerk. Im Internet können Sie sich an einen der zahlreichen Cloud-Dienste wenden, die Daten ebenfalls teilweise kostenlos speichern. Nutzen Sie zufällig Office 365? Dann können Sie sich über ein ganzes Terabyte an Speicherplatz in der Cloud freuen.

Quelle: In Zusammenarbeit mit PC-Welt
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