7 professionelle Tricks für die Powershell unter Windows

7 professionelle Tricks für die Powershell unter Windows
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7 professionelle Tricks für die Powershell unter Windows

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Die Eingabeaufforderung und die Powershell bieten dem Nutzer starke Steuerungsmöglichkeiten, um mithilfe von Funktionen oder Tools Einfluss in Windows zu nehmen.

Wenn Sie mit einem Windows-Rechner arbeiten oder gar mehrere davon administrieren oder warten, werden Sie nicht selten mit speziellen Problemen konfrontiert. Um eine genaue Analyse der Windows-Umgebung kommen Sie meistens nicht herum. Zusätzliche Tools benötigen Sie hierfür in der Regel nicht, denn mit Powershell-Skripten und einer geschickten Kombination diverser Programme können Sie sich einen individuellen Satz an Werkzeugen erstellen, um Ihre Aufgaben zu bewältigen. Sei es, um beispielsweise schnell Backups zu erstellen, Backup-Dateien in Archive zu packen, Änderung in der Registry vorzunehmen oder die aktuelle IP anzeigen zu lassen.

Möglichkeiten gibt es ohne Ende. Wenn die Skripte allerdings komplexer werden, kann der Aufwand deutlich ansteigen. Die Erstellung von Skripten lohnt allerdings nur, wenn eine Funktion regelmäßig genutzt wird. Einfacher geht es mit den sofort einsetzbaren Batch- und Powershell-Skripten, die im Internet zahlreich zu finden sind. Wir stellen Ihnen getestete und angepasste Skripte bereit. Mit dem PC-WELT-Skript-Downloader lassen sich diese herunterladen und ausprobieren. Zudem finden Sie im Downloader die Adressen der Downloads sowie sämtliche in diesem Artikel verwendeten Befehlszeilen.

In den ersten fünf Punkten erfahren Sie etwas über die Grundlagen. Wir erklären Ihnen, wie Sie die Powershell und die Eingabeaufforderung nutzen. Ab dem Punkt 6 beschreiben wir die Funktionen und zeigen Ihnen, wie Sie die Skripte anpassen können. Auch, wenn die Skripte sofort einsetzbar sind, erfahren Sie alles Wichtige zur Skripterstellung.

  1. Interaktive Arbeit auf der Kommandozeile

    Wie in allen Shells werden in der Powershell und der Eingabeaufforderung Befehle erwartet. Diese müssen Sie eintippen und dann mit der Entertaste bestätigen. Dieses Prozedere entspricht in der GUI einem Klick auf "OK". Zumeist werden Programmaufrufe oder Befehle durch Parameter ergänzt, um das Programmverhalten genauer zu bestimmen, beziehungsweise die Befehlsverarbeitung zu spezifizieren. In Windows werden Parameter zur Funktionssteuerung meist durch ein "/" oder ein "-" gekennzeichnet. Sie stehen jeweils vor dem Parameter. Im Allgemeinen sieht das dann so aus:

    Befehl /Param1 /Param2 Dateiname

    Die Shell kann die übergebenen Argumente jedoch nur verarbeiten, wenn diese durch ein Leerzeichen getrennt werden. Problematisch wird es nur, wenn ein "Langer Dateiname" verwendet wird. Die Powershell oder Eingabeaufforderung interpretieren das als zwei Parameter. Daraufhin erscheint "Datei nicht gefunden" oder eine ähnliche Fehlermeldung. Sie vermeiden dies durch das Setzen von Anführungszeichen bei Datei- oder Ordnernamen

    Befehl /Param1 "Langer Dateiname"

    Zudem sollten Sie beachten, dass einige Ordner im Windows-Explorer nicht mit ihrem tatsächlichen Ordnernamen im Dateisystem erscheinen. "C:\Benutzer" erscheint in einer Shell beispielsweise als "C:\Users" und "C:\Programme" als "C:\Program Files". Eingabeaufforderung: In der Eingabeaufforderung sind interne Befehle aus cmd.exe enthalten. So zum Beispiel der Befehl "dir", um sich den Inhalt eines Ordners anzeigen zu lassen oder "cd" zum Wechsel eines Verzeichnisses. Bei den allermeisten Befehlen ist ein Hilfetext hinterlegt. Durch Übergabe des Parameters "/?" können Sie sich den Text anzeigen lassen.

    dir /?

    Sie können Programme für die grafische Oberfläche und die Kommandozeile über ihren Namen starten. Wenn Sie beispielsweise Notepad eintippen und mit der Entertaste bestätigen, startet der Editor. Damit das einwandfrei funktioniert, muss das Programm entweder im aktuellen Ordner liegen oder der Ordner, in dem Notepad installiert ist, muss in der Path-Variablen enthalten sein. Über die Befehlszeile Echo %PATH% finden Sie heraus, ob dies der Fall ist. Im Bedarfsfall ergänzen Sie die Pfadvariable um weitere Ordner. In der aktuellen Eingabeaufforderung können Sie folgende Zeile dafür verwenden: PATH=C:\MeinPfad;%PATH%

    Wenn die Pfadvariable für die neu gestartete Eingabeaufforderung standardmäßig gelten soll, müssen Sie die Tasten Win+R gleichzeitig drücken und rundll32 sysdm.cpl.EditEnvironmentVariables starten. Daraufhin wird das Fenster "Umgebungsvariablen" geöffnet. Hier lassen sich die Pfade für aktuell angemeldete Benutzer ändern. Unter Systemvariablen ist das systemweit möglich. Auch für die Powershell gelten diese Einstellungen.

    Powershell: Auf den ersten Blick scheint die Powershell wie die Eingabeaufforderung zu funktionieren. Programmnamen und Befehle müssen auch hier eingegeben und mit der Entertaste bestätigt werden. Einige Kommandos wie dir und cd sind sogar identisch. Der dir-Befehl existiert allerdings gar nicht. Vielmehr ist er ein Alias, welcher das Powershell-Kommando "GetChildItem" umschreibt. Die vergebenen Alias-Bezeichnungen können Sie mit Get-Alias ermitteln. Wenn Sie eine Liste mit allen Befehlen ausgeben wollen dann müssen Sie Get-Command eingeben. Auch Hilfetexte lassen sich ausgeben. Zwecks Aktualisierung der Hilfedateien verwenden Sie hier als Erstes das Kommando Update-Help in einer mit administrativen Rechten gestarteten Powershell.

    Das Kommando Get-Help Get-ChildItem liefert Hilfeunterstützung zum angegebenen Befehl. Der Befehl Get-Help Get-ChildItem -examples zeigt Ihnen Verwendungsbeispiele auf. Wenn Sie Befehle miteinander kombinieren, kommen die Stärken der Powershell erst richtig zum Tragen. So etwa bei diesen beiden Zeilen Set-Location "$env:USERPROFILE\Documents" Get-ChildItem -Path *.doc -recurse | sort FullName | select FullName Mit der ersten Zeile wechseln Sie in den "Documents"-Ordner. Zeile Zwei erstellt eine Liste von allen .Doc-Dateien. Jedes Listenelement enthält den kompletten Pfad ("select FullName") und ist nach Namen sortiert ("sort FullName"). Mit "|" (AltGr+) können Sie die Ausgabe eines Befehls weiterleiten.

    Hinweise: Sowohl die Powershell als auch die Eingabeaufforderung differenzieren nicht zwischen Groß- und Kleinschreibung. Mit einer gemischten Schreibung machen wir lediglich die Texte besser lesbar. In beiden Shells lassen sich Zeilen über die Tab-Taste automatisch vervollständigen. Wenn Sie beispielsweise in der Eingabeaufforderung dir c:\Pr eintippen und die Tab-Taste drücken, wird die Zeile automatisch durch "C:\Program Files" (einschließlich der Anführungszeichen) ergänzt. Durch mehrmaliges Drücken der Tab-Taste können Sie durch die Ordner blättern. Die Eingabeerleichterung steht ebenso in der Powershell zur Verfügung. Auch Vorschläge zu Befehlen können Sie sich anzeigen lassen. Durch das Drücken der Tab-Taste nach der Eingabe von Get- können Sie sich alle Befehlsvariationen von "Get-" anzeigen lassen.

  2. Nutzung komfortabler Editoren für Skriptdateien

    Das wiederholte Eintippen längerer Befehlszeilen ist mühsam. Um dies zu vermeiden, haben Sie die Möglichkeit, die Befehlszeilen in Batchdateien (Stapelverarbeitung) oder Powershell-Skripten abzulegen. Batchdateien sind einfache Textdateien, die Sie beispielsweise mit Notepad, dem Windows-Editor erstellen können. Noch komfortabler lassen sich die Dateien mit Notepad++ bearbeiten. Der verbesserte Editor kann über Tabs mehrere Dateien öffnen. Die Syntax wird automatisch farblich hervorgehoben. Die Texte sind dadurch besser lesbar. Das erleichtert die Orientierung im Quelltext.

    Im Lieferumfang der Windows-Versionen 7 bis 10 ist der Powershell-Editor ISE (Integrated Scripting Environment) standardmäßig enthalten. Auch er hebt die Syntax hervor und ergänzt durch Intellisense eingetippte Befehle automatisch. Zudem bietet er eine Hilfe mit einer Übersicht zu den Befehlen und Parametern. Skripte können direkt aus dem Editor heraus gestartet werden. Zudem unterstützt ein Debugger die Fehlersuche in Funktionen.

    Mit dem Visual Studio Code von Microsoft stehen dem Anwender noch mehr Funktionen zur Verfügung. Der kostenlose Quelltext-Editor bietet über die Leistungen der Windows Powershell ISE hinaus noch andere Programmier- und Skriptsprachen und ist in einem frischeren Design gehalten. Weitere Komfortfunktionen lassen sich zudem über Erweiterungen nachrüsten. Beim erstmaligen Öffnen eines Powershell-Skripts macht Visual Studio Code Vorschläge für eine dazu passende Erweiterung. Wir empfehlen, diese per Klick auf "Install" anzunehmen.

  3. Konfiguration von Powershell für die Skriptausführung

    Wie im ersten Punkt beschrieben, lässt sich Powershell ohne Einschränkungen interaktiv nutzen. Aus Sicherheitsgründen ist Windows jedoch so konfiguriert, dass eine Skriptausführung in der Shell blockiert wird. Wenn Sie selbst Powershell-Skripte erstellen oder aus dem Netz heruntergeladene Skripte verwenden möchten, müssen Sie die Beschränkungen lockern. Das geht, indem Sie als Administrator eine Powershell starten und folgende Befehlszeile ausführen: Set-ExecutionPolicy -Scope CurrentUser -ExecutionPolicy Remotesigned

    Dem aktuellen Benutzer erlauben Sie dadurch, Skripte in der Powershell auszuführen. Soll die Einstellung nicht für den Benutzer, sondern für den PC gelten, müssen Sie den Wert "LocalMachine" hinter "-Scope" verwenden. Die Startbedingung der digitalen Signierung von aus dem Internet heruntergeladener Skripte wird mit "Remotesigned" festgelegt. Den Dateiursprung Internet erkennt Windows am NTFS-Stream, der beim Download angehängt wird. Wenn Sie mit der rechten Maustaste auf die heruntergeladene Datei klicken, lässt sich dieser Stream entfernen. Klicken Sie hierzu im Kontextmenü auf "Eigenschaften", setzen Sie bei "Zulassen" ein Häkchen und bestätigen Sie die Einstellung mit "OK". Führen Sie diese Schritte aber nur dann durch, wenn Sie sicher sind, dass das betreffende Skript keinen Schadcode enthält.

    Die Gültigkeit einer Ausführungsrichtlinie ist davon abhängig, wie ein Skript gestartet wird. Sofern die Powershell-Skripte die Dateinamenserweiterung "ps1" besitzen, kann man sie im Windows-Explorer per rechtem Mausklick über "Mit Powershell ausführen" starten. Für diesen Dateityp ist in der Registry Folgendes hinterlegt: "C:\Windows\System32\ WindowsPowerShell\v1.0\powershell.exe" "-Command" "if((Get-ExecutionPolicy ) -ne 'AllSigned') { Set-ExecutionPolicy -Scope Process Bypass }; & ,%1'" Ist die Ausführungsrichtlinie auf "AllSigned" eingestellt, lässt sich ein Skript starten, und zwar unabhängig davon, ob es signiert ist oder nicht. Mit der gleichen Methode starten Sie Skripte, deren Einstellung Sie nicht mit Set-ExecutionPolicy ändern möchten. Mit Win+R lässt sich die Befehlszeile ausführen: powershell -ExecutionPolicy Bypass. Die Einstellungen können Sie sich über den Befehl Get-Executionpolicy -list ausgeben lassen. "Bypass" steht jetzt hinter "Process". Im aktuellen Powershell-Fenster gibt es dadurch keine Einschränkungen mehr.

  4. Aliase und Funktionen in Powershell-Profilen verwenden

    Bis zu vier Skripte kann Powershell beim Start automatisch laden. Die jeweils zuständige Datei lässt sich an den hierfür reservierten Variablen ablesen. Zuständig sind: $Profile.AllUsersAllHosts,, $Profile.AllUsersCurrentHost, $Profile.CurrentUserAllHosts und $Profile.CurrentUserCurrentHost. "$Profile" steht für "$Profile.CurrentUser- CurrentHost". Darin ist der Pfad "C:\ Users\[Benutzer]\Documents\WindowsPowerShell\ Microsoft.PowerShell_profile. ps1" enthalten. "$Profile.CurrentUserAllHosts" zeigt auf "C:\Users\[Benutzer]\ Documents\WindowsPowerShell\profile.ps1", also die Datei, die unter anderem vom Windows Powershell ISE Editor berücksichtigt wird. Weder sind die ps1-Datei noch der Pfad standardmäßig vorhanden (Punkt 5).

    Profilskripte sind für benutzerdefinierte Funktionen und Alias-Definitionen geeignet. Zudem lassen sich die in jeder Powershell-Sitzung verfügbaren Module darüber laden.

  5. Über den PC-Welt Skript-Downloader Beispielskripte installieren

    Den PC-Welt Skript-Downloader können Sie in einen beliebigen Ordner Ihrer Festplatte kopieren und starten. Wir nehmen an, dass weder die Profildateien "Profile.ps1" und "Microsoft.Powershell_profile.ps1" noch der Ordner "C:\Users\[Benutzer]\Documents\Windows Powershell\" vorhanden sind. Falls doch, sollten Sie ein Back-up des Ordners erstellen. So stellen Sie sicher, dass keine Dateien überschrieben werden. Auf PC-Welt-Seite klicken Sie dann auf den Button "Download starten". Danach können Sie eine Powershell starten und ausprobieren, indem Sie auf "Powershell öffnen" klicken.

    Falls eine Fehlermeldung wie "Microsoft.Powershell_profile.ps1 kann nicht geladen werden" oder so ähnlich erscheint, müssen Sie "Remotesigned" als Ausführungsrichtlinie setzen. Siehe hierzu Punkt 3.

    Aktualisierung der Powershell bei Bedarf

    Aktuell (Stand April 2019) trägt Powershell die Versionsnummer 5.1. Wenn Sie die auf Ihrem PC installierte Powershell-Version herausfinden möchten, geben Sie in einer Powershell den Befehl $PSVersionTable ein. Hinter der PSVersion finden Sie dann eine Versionsangabe wie etwa "5.1.14409.1005". Wenn Sie Windows 10 nutzen, werden Ihnen die Powershell-Updates automatisch zugespielt. Für Windows 7 und Windows 8.1 können Sie das Update im Rahmen des Windows Management Framework 5.1 herunterladen. Außerdem benötigen Sie das Microsoft .NET Framework 4.5 oder eine höhere Version. Im aktuellen Windows 10 ist diese bereits enthalten. Das Update für ältere Systeme finden Sie hier. Die .Net-Framework-Version lässt sich ebenfalls in einer Powershell ermitteln: (Get-ItemProperty "HKLM:SOFTWARE\Microsoft\NET Framework Setup\NDP\v4\Full").Release. Die Kommandozeile liest "Release" aus dem Registry-Schlüssel, der im Befehl angegeben ist. Wenn die Ausgabe beispielsweise "461808" oder höher lautet, ist die Versionsnummer von .Net 4.7.2.

  6. Alias -und Funktionsdefinitionen für den Schnellstart

    Als Erstes sollten Sie sich in der Profildatei die Definitionen ansehen. Das geht mit der Befehlszeile: Notepad $Profile. Der Variableninhalt von "$Profile" wird dabei an Notepad übergeben. Anschließend wird die Datei geöffnet. Die Datei enthält einige komfortable Funktionen. Zum Beispiel: Function no {notepad $args[0]}. "No" ist der Name der Funktion. Die Befehle stehen in den geschweiften Klammern. Der Windows-Editor wird mit "notepad" gestartet. "$args[0]" enthält den Namen der Datei. In der Powershell erfolgt der Aufruf mit no C:\TestDatei.txt. Notepad startet und die Datei "C:\TestDatei.txt" wird geöffnet. Wenn die Datei nicht vorhanden ist, werden Sie von Notepad gefragt: "Möchten Sie die Datei neu erstellen?".

    Sie könnten Notepad aber auch mit der Alias-Definition Set-Alias no Notepad starten. Zusätzliche Parameter hinter dem Aufruf von "Notepad" kann "Set-Alias" jedoch nicht verstehen. Nur der in der Shell angegebene Dateiname wird verarbeitet. Für weitere Parameter benötigen Sie eine Funktion. Diese können Sie dann mit einem Alias abkürzen. function Get- EnvironmentVariablesDialog { rundll32 sysdm.cpl,EditEnvironmentVariables } Set-Alias EnvGui Get-EnvironmentVariablesDialog Der über die Funktion "Get-EnvironmenVariablesDialog" aufrufbare Dialog "Umgebungsvariablen" lässt sich in diesem Beispiel einfacher und kürzer mit dem Alias EnvGui aufrufen.

    Wir haben weitere Funktionen vordefiniert. Mit ex können Sie den Windows-Explorer starten und mit s wechseln Sie schnell nach "${env:userprofile}\Documents\Windows PowerShell". In diesem Verzeichnis befinden sich unter anderem einige Skriptdateien. Infos zu Dateien und Größen: Mit der Funktion "FindBig" können Sie im angegebenen Ordner und den darunterliegenden Ordnern über "Get-ChildItem" (Alias: gci) nach Dateien suchen. In der Ergebnisliste sind die Dateien nach ihrer Größe absteigend sortiert. Von den ersten zehn Dateien wird die Größe gerundet. Sie wird gerundet und in Megabyte angegeben. Die Funktion "Out-GridView" gibt das Resultat in einem Fenster als Tabelle aus. Mit "LastTenFiles" können Sie sich die neuesten 10 Dateien anzeigen lassen. Für die Formatierung des Ergebnisses im Powershell-Fenster sorgt die Funktion "Format-Table". Die Ordnergröße lässt sich mit "FolderSizes" ermitteln. Gespeichert wird die Ausgabe in der Datei "ErgebnisDerZaehlung.txt". Notepad öffnet diese Datei automatisch. Bei allen Funktionen ist der Pfad ein Teil der Parameterliste. Wird kein Pfad angegeben, sucht die Funktion in "$home". Dies ist der Profilordner vom aktuellen Benutzer.

    Wichtig: Bei Änderungen an der Profildatei sollten Sie die Datei .$Profile neu einlesen und die Powershell neu starten.

  7. Welche Funktionen gibt es noch in den Beispielskripten?

    Wenn eine Funktion umfangreicher gerät, empfiehlt es sich, diese in einer eigenen Skriptdatei unterzubringen. Die Datei hat die Endung ".ps1". "GetFolderSizes.ps1" ist ein Beispiel dafür. Gehen in die Powershell und geben Sie zum Wechsel in den Skriptdateiordner s ein. Starten Sie dann das Skript folgendermaßen: ./GetFolderSizes $env:USERPROFILE\Downloads -Recurse -Descending. Jetzt wird eine Liste erzeugt, die alle Unterordner Ihres Downloadordners enthält. Die Ordner werden nach Größe sortiert. Die HTML-Datei wird geöffnet und das Ergebnis im Webbrowser angezeigt.

    Ordner in ZIPs archivieren: Standardmäßig bietet Powershell die Funktion "Compress-Archive". Für einfache ZIP-Archive reicht sie aus. Dazu ein Beispiel mit dem Skript "ZipCompressFolder.ps1. Der Aufruf ./ZipCompressFolder $env:USERPROFILE\Documents\MeinBriefe $env:USERPROFILE\Documents erstellt ein Backup des Ordners "Meine Briefe" und packt es in eine ZIP-Datei. Im Ordner "Documents" wird die ZIP-Dabei abgelegt. Der Dateiname setzt sich aus dem aktuellen Datum und der Uhrzeit zusammen.

    Mit dem Skript "Aufgabenplanung.ps1" lässt sich die Archivierung automatisieren. Vor dem Start müssen Sie das Skript mit dem Editor öffnen, um den Zeitpunkt der Ausführung sowie den Quell- und Zielpfad festzulegen.

    So erstellen Sie verschlüsselte Archiv-Dateien: Um die Dateien zu verschlüsseln, bedarf es des Moduls "7zip4powershell". Es befindet sich im unter Punkt 5 beschriebenen Download. Es werden Funktionen aus 7-Zip verwendet. Dieses muss aber nicht installiert sein. Sie starten das Skript mit der Befehlszeile ./7zCompressFolder [Quelle] [Ziel] -Format 7z -Enc. Den Platzhalter "[Quelle]" ersetzen Sie durch den zu komprimierenden Ordner und "[Ziel]" durch den Zielordner, in dem die 7z-Datei erstellt werden soll. Wenn Sie den Befehl das erste Mal aufrufen, muss ein Passwort für den Nutzer von 7zCompress angegeben werden. Das Passwort wird verschlüsselt in "7z-secret.txt" gespeichert.

    Versenden von E-Mails: Mit der in Powershell enthaltenen Funktion "Send-MailMessage" können Sie E-Mails mit oder ohne Anhang an eine beliebige Anzahl von Empfängern versenden. Wenn Sie diesen Prozess automatisieren möchten, um E-Mails regelmäßig an bestimmte Empfänger zu versenden, hilft Ihnen unser Skript "Send-Mail.ps1" weiter. Sie müssen das Skript zunächst in einem Editor öffnen, um den SMTP-Server zu konfigurieren. Lesen Sie hierzu im Skript die entsprechenden Kommentare. In der Datei "empf.txt" müssen Sie die E-Mail Adressen der Empfänger hinterlegen (eine Adresse pro Zeile). Den Betreff hinterlegen Sie in der ersten Zeile und den Nachrichtentext in den nachfolgenden Zeilen der Datei "SubjBody.txt". Starten Sie den E-Mail-Versand mit "Send-Mails-to-list.bat". Beim ersten Aufruf der Batchdatei wird das in "secret.txt" verschlüsselt gespeicherte SMTP-Passwort abgefragt.

    Ändern des Explorer-Kontextmenüs: Die Reaktivierung des Kontextmenüpunkts "Eingabeaufforderung hier öffnen" unter Windows 10 erfolgt mit dem Skript "RegistryAccess.ps1" (Näheres im Kasten rechts). Auf die Registry-Schlüssel "Directory\Background\shell\cmd" und "Directory\shell\cmd" hat allerdings auch der Administrator kein Zugriffsrecht. Beispielhaft zeigt das Skript wie Werte und Zugriffsrechte in der Registry geändert werden können. Das Skript verwendet das Modul "PoshPrivilege". Damit lassen sich Zugriffsrechte im Dateisystem ändern.

    Ermittlung von IP-Adressen: Mit dem Skript "GetIP.ps1" können Sie die öffentliche IP vom Router und IPv4-Adressen sämtlicher Netzwerkadapter anzeigen lassen. Beispielhaft zeigt das Skript, wie die Erstellung einer grafischen Oberfläche über ein Powershell-Skript funktioniert.

    Eingabeaufforderung oder Powershell starten

    Die Powershell und die Eingabeaufforderung können auf unterschiedliche Weise gestartet werden. Über den Ausführen-Dialog geht es am einfachsten. Rufen Sie ihn mit der Kombination der Tasten Win+R auf. Tippen Sie powershell oder cmd ein und klicken Sie danach auf "OK". Alternativ können Sie in Windows 10 Win-X verwenden und im Menü "Windows PowerShell (Administrator)" oder "Windows Powershell" auswählen. Bei Windows 8.1 heißen die entsprechenden Menüpunkte "Eingabeaufforderung (Administrator)" und "Eingabeaufforderung". Sie können aber auch nach powershell oder cmd suchen. Das geht beispielsweise über das Startmenü. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das Suchergebnis und wählen Sie "Als Administrator ausführen" aus, um die Shells mit höheren Rechten zu starten.

    Soll eine Shell sofort für einen bestimmten Ordner geöffnet werden, müssen Sie "Datei" im Windows-Explorer auswählen. Windows 8.1 zeigt Ihnen "Windows PowerShell öffnen" und "Eingabeaufforderung öffnen". Ab dem Release 1703 von Windows 10 gibt es nur noch den Menüpunkt "Windows PowerShell öffnen". Über das Untermenü bestimmen Sie, ob Sie die Shells ohne administrative Rechte oder als Administrator öffnen möchten.

    Mit der rechten Maustaste klicken Sie bei gedrückter Shift-Taste auf einen Ordner oder eine leere Fläche Ihres Windows-Explorers. Das Kontextmenü zeigt unter Windows 8.1 den Menüpunkt "Eingabeaufforderung hier öffnen" an. Windows 10 zeigt den Menüpunkt "PowerShell-Fenster hier öffnen" an. Das Kontextmenü in Windows 10 lässt sich über ein Powershellskript erweitern. Wie das funktioniert, wird unter dem Punkt 7 beschrieben.


Quelle: In Zusammenarbeit mit PC-Welt
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