Für Einsteiger: Die 10 wichtigsten Linux-Befehle

Für Einsteiger: Die 10 wichtigsten Linux-Befehle
Sie wollen Linux entdecken? Wir haben für Sie die zehn wichtigsten Befehle zusammengestellt, mit denen Sie sicher eintsteigen können.
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Für Einsteiger: Die 10 wichtigsten Linux-Befehle

Sie wollen Linux entdecken? Wir haben für Sie die zehn wichtigsten Befehle zusammengestellt, mit denen Sie sicher eintsteigen können.

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21.09.2017 - 10:11 Uhr

Wer Linux neu installiert oder von Windows dorthin wechselt, muss sich in der Welt dieses Betriebssystems erst einmal zurechtfinden. Hierbei helfen die folgenden 10 Linux-Befehle.

Um mit Linux effizient arbeiten zu können, ist es wichtig, einige grundlegende Linux-Befehle zu kennen. Diese sind auch als Kommandozeilenbefehle und Konsolenbefehle bekannt. Wir stellen Ihnen im Folgenden die zehn wichtigsten Linux-Befehle vor, die Ihnen bei Ihren ersten Schritten in der Linux-Welt gute Dienste leisten werden.

Das sind die zehn wichtigsten Befehle für Linux-Einsteiger:

  1. Clear: Ordnung in das Eingabefenster bringen

    Wenn der Überblick einmal verloren gegangen ist und das Eingabefenster geleert werden soll, hilft der Befehl clear oder STRG+L.
  2. Whoami: Benutzernamen und Anmeldeort ermitteln

    Wer viele verschiedene Nutzernamen verwendet, der kann schon einmal den Überblick verlieren, unter welchem Namen er gerade angemeldet ist. Immerhin wird der Benutzername nicht immer in der Eingabeaufforderung angezeigt. Um sich den eigenen Nutzernamen anzeigen zu lassen, dient der Befehl whoami, der auch durch who -m ersetzt werden kann. Der Befehl who, der durch id ersetzt werden kann, ist zwar auch nützlich, leistet aber etwas komplett anderes. Mit diesem Befehl werden alle Nutzer angezeigt, die momentan im Linux-System angemeldet sind; who zeigt genau an, welcher Nutzer wann und über welches Gerät ins Netzwerk gegangen ist. Das umfasst den Tag ebenso wie die Uhrzeit. Dagegen gibt who -a noch detailliertere Informationen an, einschließlich Login-Zeitpunkt. Der Befehl last informiert schließlich darüber, wer zuletzt im System angemeldet war.
  3. pwd: Das aktuelle Verzeichnis anzeigen lassen

    Gelegentlich verlieren Nutzer den Überblick darüber, in welchem Verzeichnis sie gerade aktiv sind. Mit dem Befehl pwd wird dieses Problem gelöst und das aktuelle Verzeichnis angezeigt.
  4. df: Wie viel Speicherplatz steht auf dem Dateisystem zur Verfügung?

    Wer sich das Dateisystem und die Speicherbelegung anzeigen lassen möchte, gibt hierfür den Befehl df ein. Auf einen Blick wird dann erkennbar, wie viele Festplatten sich in dem Rechner befinden und wie viel Platz darauf vorhanden ist. Es ist zu empfehlen, den Befehl um -h auf df -h zu erweitern. Dann werden die Parameter in Megabyte oder Gigabyte angezeigt, was deutlich lesbarer ist, als wenn sie in Byte angegeben werden. Wenn hingegen das Dateisystem jeder Partition und jedes Datenträgers angezeigt werden soll, muss der Befehl df -T eingegeben werden. Außerdem kann die Eingabe des Befehls df zusammen mit einem Verzeichnisnamen erfolgen. Schon stehen die Daten der Partition mit diesem Verzeichnis zur Verfügung.
  5. Passwd: Ein neues Passwort wählen

    Der Sicherheit halber sollte ein verwendetes Passwort in regelmäßigen Intervallen gewechselt werden. Das gilt selbst dann, wenn bereits ein sehr sicheres Passwort benutzt wird. Hierfür muss der Befehl passwd eingegeben werden. Anschließend verlangt das System, dass das bisherige Passwort genannt wird. Nachdem dies erfolgt ist, muss ein neues Passwort gewählt und danach durch eine erneute Eingabe bestätigt werden. Sämtliche hier beschriebenen Eingaben erfolgen zum Schutz der Daten unsichtbar. Sobald die Eingabe dann bestätigt wird, gilt das neue Passwort. Dieses sollte nach Möglichkeit nirgendwo aufgeschrieben werden, damit kein Unbefugter Zugriff auf den Rechner erlangt. Linux speichert die gewählten Passwörter in der Datei /etc/shadow ab. Hierbei unterscheidet das System zwischen Groß- und Kleinschreibung und akzeptiert Zahlen, Binde- und Unterstriche, aber weder Strichpunkte noch Kommata.
    Wenn ein Nutzer lediglich normale Benutzerrechte besitzt, kann er ausschließlich das eigene Passwort ändern. Wer hingegen über Root-Rechte verfügt, kann über passwd benutzername von jedem Nutzer das Passwort ändern. Hierfür ist es nicht nötig, das alte Passwort zu kennen und einzugeben. Über passwd -l ist der Inhaber von Root-Rechten in der Lage, ein Konto zu deaktivieren. Dieser Schritt lässt sich über passwd -u wieder rückgängig machen. l und u stehen in diesem Zusammenhang für lock und unlock.
  6. ls: Das aktuelle Verzeichnis anzeigen lassen

    Der Befehl ls versetzt einen Nutzer in die Lage, sich die Dateien und Verzeichnisse zeigen zu lassen, in denen er gerade aktiv ist. Wenn versteckte Dateien und Verzeichnisse vorliegen, werden diese dadurch deutlich gemacht, dass vor ihnen ein Punkt steht. Wenn die Standardinformationen nicht genügen, sondern ausführliche Daten zu einer Datei oder einem Verzeichnis benötigt werden, muss der Befehl ls -al eingegeben werden. Anschließend werden alle Dateitypen der jeweiligen Dateien und Verzeichnisse aufgeführt. Außerdem werden Hintergrundinformationen bezüglich der Zugriffsrechte angezeigt und auch deren Hardlinks sind zu sehen. Ferner werden Inhaber bestimmter Dateien benannt, Gruppenzugehörigkeiten sind erkennbar und auch die Größe der Datei wird angezeigt. Nicht zuletzt erhalten Nutzer über diesen Befehl Informationen zum letzten Änderungsdatum und zum Dateinamen. Über die Option a besteht die Möglichkeit, sich sogar Systemverzeichnisse anzusehen. Über l wird erreicht, dass jede Datei und jedes Verzeichnis eine eigene Zeile erhalten.
  7. cd: Zu einem anderen Verzeichnis springen

    Um das direkt übergeordnete Verzeichnis zu erreichen, muss der Befehl cd.. eingegeben werden. Ebenso ist es möglich, sich zunächst mittels ls die verschiedenen Verzeichnisse anzusehen und dann per cd /VERZEICHNISNAME/ direkt dorthin zu wechseln. Das funktioniert allerdings nur, wenn der Verzeichnisname korrekt eingegeben wird. Dank der Tabulatortaste ist das jedoch relativ einfach. Es genügt, die Anfangsbuchstaben des gewünschten Dateinamens einzugeben, über die Tabulatortaste vervollständigt Linux den Rest. Zudem ist es möglich, den Befehl cd ohne Parameter einzugeben, um so das Home-Verzeichnis zu erreichen. Hierbei ist zu beachten, dass die Eingaben sowohl relativer Pfade als auch absoluter Pfade auf diese Weise erfolgen können. Auch diese müssen vollständig korrekt eingegeben werden, wobei der Startpunkt das Root-Verzeichnis ist. Ein Beispiel hierfür ist cd /home/Username/Dokumente.
  8. cp: Dateien und Verzeichnisse kopieren und benennen

    Wenn Dateien oder Verzeichnisse kopiert werden sollen, kommt der Befehl cp zum Einsatz. Für das Kopieren muss dazu ein konkretes Zielverzeichnis angegeben werden. Geschieht dies nicht, wird die jeweilige Datei umbenannt. Zudem kann der Befehl cp -r Quellverzeichnis Zielverzeichnis zum Kopieren eines gesamten Verzeichnisses genutzt werden. Hierbei werden sogar Unterverzeichnisse und versteckte Dateien mit kopiert.
  9. rm: Dateien entfernen

    Wer bestimmte Dateien löschen möchte, braucht hierfür den Befehl rm. Allerdings werden zunächst nur Backup-Dateien mit diesem Befehl entfernt. Wenn ein ganzes Verzeichnis mit gelöscht werden soll, muss der Befehl auf rm -r erweitert werden. Ausgehend vom Standort des Nutzers werden dann sämtliche absteigende Verzeichnisse und Dateien entfernt. Das gilt sogar dann, wenn sich noch Dateien in einem bestimmten Verzeichnis befinden. Hierbei ist zu beachten, dass nur manche Systeme vor dem endgültigen Löschen noch einmal nachfragen. Andere führen den Löschvorgang ohne weitere Rückfrage durch. Dieser Befehl ist folglich mit Vorsicht zu genießen, damit nicht ungewollt Dateien unwiederbringlich verloren gehen.
    Der Befehl rm -rf sorgt für eine gnadenlose Löschung sämtlicher absteigender Dateien vom eigenen Standpunkt aus, ohne dass das System noch einmal nachfragt. Hierbei werden sogar schreibgeschützte Dateien endgültig beseitigt. Wenn dieser Befehl auf der obersten Ebene eingegeben wird, führt das zu einer vollständigen Löschung des gesamten Linux-Systems. Diese Möglichkeit besteht allerdings nur für Nutzer mit Root-Rechten. Normale Nutzer vernichten aber auf diese Weise alle zu ihnen gehörenden Dateien endgültig. Wenn eine Datei mit Sonderzeichen gelöscht werden soll, so muss dieses Sonderzeichen in einfache Apostrophe gesetzt werden.
  10. cat: Textdateien erstellen und ansehen

    Wenn der Inhalt einer Textdatei direkt angezeigt werden soll, hilft hierbei der Befehl cat Dateiname. Der Inhalt der Datei wird dann in einem Terminalfenster dargestellt. Das ist aber in vielen Fällen unpraktisch und unübersichtlich, wenn zum Beispiel in der Textdatei viele Formatierungs- und Steuerzeichen vorkommen. Somit eignet sich der Befehl vor allem dann, wenn ein erster Eindruck vom Inhalt einer Datei gewonnen werden soll. Das gilt aber nicht für einfache txt-Dateien. Diese können vollständig und übersichtlich angezeigt werden.
    Ebenso ist es möglich, Notizen im Textformat zu erstellen. Zu diesem Zweck wird die Tastatureingabe nicht auf dem Bildschirm angezeigt, sondern in eine Datei übertragen. Das ist über den Befehl cat>neuedatei möglich. neuedatei steht hierbei für den von Ihnen gewünschten Dateinamen. Im Anschluss an die Bestätigung dieses Befehls ist das Terminal bereit, Ihren Text entgegenzunehmen. Die Eingabe lässt sich dann über STRG+D beenden und die Textdatei ist vollständig. Wenn Sie anschließend ls eingeben, wird die Textdatei im aktuellen Verzeichnis angezeigt. Über cat dateiname sehen Sie dann den Inhalt der Datei. Nicht zuletzt bietet cat die Möglichkeit, verschiedene Textdateien zu fusionieren. Hierfür müssen dem Befehl cat sämtliche Dateinamen, die zusammengefasst werden sollen, sowie ein neuer Dateiname angehängt werden.

Hierbei muss allerdings beachtet werden, dass die hier vorgestellten Befehle mit Erweiterungen und Optionen modifiziert werden können. Die hier zusammengetragene Übersicht bietet lediglich einen ersten Eindruck von diesen Befehlen und stellt nicht ihr gesamtes Potenzial vor.

Die Vorbereitung auf die Nutzung der Linux-Befehle

Zunächst muss ein Terminalfenster geöffnet werden, das auch Kommandozeilenfenster, Shell oder Konsole genannt wird. Hierfür wird unter Ubuntu der Befehl xterm in das Dashboard eingegeben und anschließend das Fenster per Mausklick geöffnet. Alternativ kann die Tastenkombination STRG+ALT+T beziehungsweise die für die jeweilige Distribution relevante Kombination genutzt werden. Von Haus aus ist das Fenster sehr klein. Mit der Maus ist es jedoch ohne Probleme möglich, dieses größer zu ziehen. Nach dem Öffnen des Fensters erscheint die Eingabeaufforderung Benutzername@Rechnername, hinter der ein weißer Cursor blinkt. Auf Wunsch kann die Eingabeaufforderung manuell geändert werden. Hinter dieser Eingabeaufforderung werden allerdings die Linux-Befehle eingegeben.

So brechen Sie Eingaben ab

Soll einmal eine Eingabe abgebrochen werden, ist dies über die Tastenkombination STRG+C ohne Weiteres möglich. Dieses Vorgehen ist zum Beispiel dann hilfreich, wenn ein Befehl nur fehlerhafte Ausgaben liefert. Als Beispiel können Sie versuchen, sich eine Bilddatei mit dem für Textdateien konzipierten cat-Befehl anzeigen zu lassen. Das Ergebnis wird wenig hilfreich sein und sollte dann wieder abgebrochen werden.


Quelle: In Zusammenarbeit mit PC-Welt
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