Ohne Neuinstallation: So ziehen Sie Windows auf eine SSD um

Ohne Neuinstallation: So ziehen Sie Windows auf eine SSD um
Für einen Umzug auf eine SSD müssen Sie Windows nicht neu installieren. Wir zeigen Ihnen, wie es geht!
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Ohne Neuinstallation: So ziehen Sie Windows auf eine SSD um

Für einen Umzug auf eine SSD müssen Sie Windows nicht neu installieren. Wir zeigen Ihnen, wie es geht!

© Samsung
15.01.2018 - 10:22 Uhr

Auch ohne Neuinstallation ist der Umzug des alten Windows auf eine SSD möglich. Wir zeigen Ihnen, welche Besonderheiten Sie bei diesem Umzug berücksichtigen müssen.

Im direkten Vergleich mit einer klassischen Festplatte bietet eine SSD erhebliche Vorteile. Zum einen betrifft dies die Speicherzellen, die sich direkt adressieren lassen, zum anderen sind die Zugriffszeiten kurz. Beides zusammen hat positive Auswirkungen auf die Windows-Bootzeiten. Darüber hinaus genießen Sie mit einer SSD eine höhere Transferrate und das, obwohl sie weniger Energie brauchen. SSDs produzieren kaum Abwärme und sind auch mechanisch absolut robust, was für eine lange Lebensdauer spricht.

Soll Windows nicht mehr auf der Festplatte, sondern auf einer SSD laufen, muss nicht zwingend eine Neuinstallation erfolgen. Das Einzige, was gebraucht wird, sind die richtigen Tools. Vorher ist es aber interessant herauszufinden, mit welchen Geschwindigkeiten Sie bislang gearbeitet haben, sodass ein direkter Vergleich gezogen werden kann.

Auswahl der richtigen SSD

Wollen Sie Laptop oder Desktop-PC umrüsten, greifen Sie am besten auf eine 2,5 Zoll messende SSD zurück. Einerseits passt die Größe hervorragend in die Endgeräte, andererseits profitieren Sie von einem wirklich breiten Angebot. Sie können natürlich mit der M.2 und der mSATA eine kompaktere Variante wählen. Wie groß die Kapazität der SSD ausfallen soll, ist vom Einsatzzweck abhängig. Wenn Sie die SSD wirklich nur als Windows-Laufwerk nutzen und darauf vielleicht noch ausgesuchte Anwendungen aufspielen, sind Sie mit 128 GB gut beraten. Besser sind aber die Ausführungen mit 250 GB. Hier haben Sie genügend Platz, um auch spätere Windows Updates bedenkenlos durchführen zu können. Für eine SSD dieser Größenordnung müssen Sie, wenn Sie ein gutes Angebot finden, heute nur noch rund 80 Euro zahlen.

Die günstigen Varianten sind übrigens aus Leistungssicht vollkommen ausreichend. Anders ist es aber beim Lieferumfang, denn hier zeigen sich die Hersteller als wahre Sparfüchse. So wird zum Beispiel auf die Lieferung eines Adapterrahmens verzichtet. Abstriche gibt es in diesem Fall oft auch bei der Garantiezeit, die kürzer ausfällt. Während Hersteller billiger SSDs oft nur 3 Jahre Garantie gewähren, beträgt sie bei teuren Modellen bis zu 10 Jahre.

Es ist möglich, mit der SSD die komplette Festplatte zu ersetzen. In diesem Fall sollte die Speicherkapazität aber nicht unter einem TB liegen. Derzeit bietet Toshiba mit der Q300 960 GB eines der günstigsten Modelle, das infrage kommt. Der Preis pro GB liegt hier bei 25 Cent. Die von Samsung stammende SSD 850 EVO 4 TB bietet derzeit die höchste Kapazität mit 4 TB. Dafür muss allerdings schon deutlich mehr gezahlt werden. Der GB-Preis beläuft sich auf 35 Cent.

Kontrollieren Sie Anschluss und Bauhöhe vor dem Einbau

Bei den meisten 2,5-Zoll-SSDs ist eine SATA-III-Schnittstelle vorhanden. Sie wird auch als Serial ATA 6,0 Gbit/s bezeichnet oder ist als SATA Revision 3.x bekannt. Bei älteren PCs kann häufig auch noch eine SSD mit SATA-II-Schnittstelle eingesetzt werden. Grundsätzlich ist aber auch hier der Einbau der SATA-III-Variante möglich. In vielen Fällen können Sie es sich sparen, eine SATA-6G-Steckkarte einzusetzen, um zum Beispiel das Anschlusstempo zu steigern. In der Praxis werden Sie die sich daraus ergebenden Vorteile kaum wahrnehmen. Deutlich flotter arbeiten Sie jedoch, wenn Sie von der Magnetfestplatte auf SSD umsteigen. Sind Sie sich nicht sicher, mit welcher Schnittstelle Ihr PC arbeitet, können Sie dies über das Diagnose-Tool Speccy herausfinden.

Teilweise scheitert der Einbau der neuen SSD auch an der Bauhöhe, die durchaus ein kritisches Kriterium gerade beim Notebook darstellt. Die meisten Laptops bieten genügend Platz für eine SSD mit einer Höhe von 7 mm. Bei älteren Laptops ist oft ein wenig mehr Platz vorhanden. Hier kann eine Bauhöhe von bis zu 9,5 mm eingesetzt werden. Kommt es zu Abweichungen, können Sie auf den meist mitgelieferten Adapterrahmen zurückgreifen. Er wird einfach aufgeklebt, sodass die Montage sehr einfach ist. Suchen Sie eine 2,5-Zoll-SSD für Ihr Ultrabook, müssen Sie sich oft in ein wenig mehr Geduld üben. Hier brauchen Sie eine SSD mit einer maximalen Höhe von 5 Millimetern. Teilweise müssen Sie sogar auf die Flashplatten mit 1,8 Zoll ausweichen. Auskunft über die genaue Bauhöhe erteilen Ihnen die technischen Daten der Bedienungsanleitung.

Notieren Sie vor dem Umbau Benchmark sowie Windows-Startzeiten

Damit Sie im Nachhinein wissen, ob sich das Umrüsten gelohnt hat, verschaffen Sie sich einen Überblick über die bisherigen Windows-Startseiten. Windows zeichnet eigenständig den Zeitaufwand von Start und Beenden auf. Per Ereignisanzeige können Sie die Information einfach einsehen. Dazu müssen Sie die Tasten Win-R drücken. Nun wird die Kombination eventvwr eingetragen. Ein Klick auf OK beendet diesen Vorgang, sodass ein Fenster mit Anwendungs- und Dienstprotokollen geöffnet wird. Zunächst klicken Sie auf Microsoft, wechseln dann zu Windows, um den Punkt Diagnostics-Performance auszuwählen. Hier müssen Sie nur noch auf Betriebsart klicken. Nun sortieren Sie die Liste mit einem Klick auf Datum und Uhrzeit. Es werden zwei Ereignis-IDs angezeigt: Die ID 100 definiert sämtliche Startvorgänge. Unter der ID 200 finden Sie das Herunterfahren. Über die Details der einzelnen Meldungen gelangen Sie zur MainPathBootTime, die die Startzeit angibt. Dazu muss noch der Wert BootPostBootTime gerechnet werden. Unter dem Punkt BootTime sehen Sie schließlich die Gesamtdauer. Bei der ID 200 ist der relevante Wert hinter ShutdownTime zu finden.

Für einen wirklichen Vergleich sollten Sie nicht ausschließlich einzelne Zeiten berücksichtigen, sondern eher einen Durchschnittswert. Den können Sie übrigens ganz einfach selbst ermitteln. Sie können aber natürlich auch auf ein Tool zurückgreifen. Ist Ihr Windows-System einigermaßen aufgeräumt und mit durchschnittlichem Tempo unterwegs, liegt die Startzeit zwischen 30 und 60 Sekunden. Die SSD sorgt hier für ein deutliches Plus, hier liegt die durchschnittliche Startzeit bei nur 15 Sekunden.

Um die Festplatte und SSD-Geschwindigkeit zu ermitteln, nutzen Sie AS SSD Benchmark. Mit diesem Tool können Sie sowohl die Transferraten als auch die Zugriffszeiten registrieren. Starten Sie das Benchmark. Oben links können Sie das Laufwerk auswählen, das für Sie relevant ist. Nun müssen Sie noch einmal auf Start drücken. Die Zeile Seq weist sowohl die Lese- als auch die Schreibleistung des jeweiligen Laufwerks auf. Festplatten kommen hier meist auf 100 MB je Sekunde. Die SSDs erlangen dagegen die fünffache Geschwindigkeit. Beim Datenlesen kommen die Festplatten auf 10 bis 16 Millisekunden. Deutlich weniger Zeit brauchen SSDs mit 0,05 Millisekunden.

Die richtige Vorbereitung ist alles

Beim Klonen oder Umbau der Festplatte ist es eher selten, dass Daten verloren gehen. Um auf Nummer sicher zu gehen, wird trotzdem im Voraus ein Backup angelegt.

  1. Es gibt diverse Tools wie AOMEI Backupper, die eine Sicherheitskopie von Ihrer Festplatte anlegen. Diese werden dann auf einem externen Datenträger abgelegt.

  2. Um einen Rettungsdatenträger zu erstellen, wählen Sie in AOMEI Backupper zunächst den Bereich Werkzeuge, bevor Sie auf die Funktion Bootfähiges Medium erstellen klicken.

  3. Diese Funktion wurde zur Erstellung eines Rettungsdatenträgers angelegt. Über einen solchen Rettungsdatenträger können Sie Windows wiederherstellen, wenn der normale Start nicht mehr glückt.

  4. In den meisten Fällen haben die Festplatten eine größere Kapazität als die SSD. Um diese nicht zu überlasten, sollten Sie auf eine zweite Festplatte ausweichen, auf der Sie Dinge auslagern, die Sie nicht unbedingt permanent brauchen.

  5. Zudem sollten von der Festplatte sämtliche temporäre Dateien und Anwendungen, die nicht genutzt werden, verschwinden.

  6. Haben Sie von der Festplatte Benutzerprofile auf ein weiteres Laufwerk verschoben oder sich für die Ablage auf einer anderen Partition entschieden, passen Sie die so an, dass sie sich wieder an der ursprünglichen Stelle befinden.

  7. Nun müssen Sie noch einen Blick auf die BIOS- und Firmwareeinstellungen werfen. Der SATA-Controller muss hier zum Beispiel im AHCI-Modus arbeiten.

  8. Haben Sie einen neuen Rechner mit Windows 8 oder 10, ist der SATA-Modus standardmäßig eingestellt. Kurz nach PC-Start drücken Sie die Tasten Esc , F2 sowie Entf, das auch als Del bezeichnet wird.

  9. Bei Windows 8 oder 10 reicht ein Klick auf das Ausschaltknopfsymbol. Nun muss die Shift-Taste zurückgehalten werden, während im Menü der Punkt Neu starten ausgesucht wird.

  10. Im nächsten Schritt wählen Sie Problembehandlung und Erweiterte Optionen aus. Hier wechseln Sie zur UEFI-Firmwareeinstellung.

  11. Unter Menüs sind in den meisten Fällen auch die SATA-Einstellungen zu finden. Interessant sind hier Advanced und Integrated Peripherals.

  12. Kontrollieren Sie, ob statt IDE AHCI eingestellt ist. Erfolgt nach der Anpassung kein Start, müssen Sie die Änderung wieder rückgängig machen. Beim Neustart drücken Sie nun Win-R und geben regedit ein.

  13. Es braucht noch einen abschließenden Klick auf OK. Je nach System geben Sie dann den passenden Schlüssel ein:

    Windows 7: Hkey_Local_Machine
    Windows 8 und 10: Hkey_Local_Machine

  14. Beim Start geben Sie als Wert 0 ein. Nun sollte auch ein Start im AHCI-Modus möglich sein.

Verbindung der SSD mit Laptop oder PC

Die Verbindung zwischen SSD und Laptop oder PC klappt am schnellsten, wenn Ihr Gerät einen freien SATA-Port besitzt. So können Sie die SSD einfach anschließen. Ansonsten können Sie auf einen USB-SATA-Adapter ausweichen. Hier legen Sie den Fokus auf ein Modell mit USB 3.0-Port. Solche Adapter kosten sowohl im Fach- als auch im Versandhandel etwa 10 bis 30 Euro. Die einfachen Adapter setzen sich aus SATA- und Stromversorgungsstecker zusammen. Es gibt außerdem 2 USB-Stecker. Sie können auch auf eine Dockingstation ausweichen. Es gibt diese für 2,5- bis 3,5-Zoll-Laufwerke. Die Stationen haben einen oder mehrere Laufwerke. Der Kauf einer Dockingstation ist vor allem empfehlenswert, wenn Sie die Festplatte später als externes Netzwerk nutzen.

Spiegelung der Festplatte durch Einsatz von Freeware

Um die Festplattendaten auf die SSD zu spiegeln, können Sie ganz einfach auf eins von 2 Tools zurückgreifen. Empfehlenswert ist AOMEI Partition Assistant. Hier gibt es eine deutschsprachige Oberfläche. Die kostenlose Version hat einen Nachteil: Das Klonen von GPT-Partitionen ist nicht möglich. Gerade bei neueren Rechnern gehört das allerdings zum Standard. In der Datenträgerverwaltung sind Informationen zum Partitionsstil abgespeichert.

Sie geben nun die Kombination Win-R ein. Anschließend erfolgt die Eingabe diskmgmt.msc und der Klick auf OK. Im unteren Fensterbereich taucht die Systempartition auf. Ein Klick mit der rechten Maustaste öffnet ein Menüfeld, bei dem Sie zu Eigenschaften gehen. Hier können Sie zur Registerkarte Volumes wechseln. Wird an dieser Stelle hinter Partitionsstil Master Boot Record (MBR) genannt, arbeiten Sie mit AOMEI Partition Assistant weiter. Andernfalls nutzen Sie MiniTool Partition Wizard Free. Es ist englischsprachig. Um Ihnen die Nutzung zu erleichtern, beschreiben wir die Anwendung etwas genauer.

Zunächst müssen Sie die SSD in den PC integrieren oder über den Adapter mit dem PC verbinden. Abgesehen von der Systemfestplatte werden alle Verbindungen zu anderen Festplatten, die es in- und extern gibt, getrennt. Die weiteren Schritte werden dadurch übersichtlicher. Über Launch Application können Sie nun MiniTool Partition Wizard Free installieren.

Sollen nur Partitionen des Betriebssystems gespiegelt werden, gehen Sie wie folgt vor: Unter Wizards wählen Sie Migrate OS to SSD/HD Wizard. Als Ziellaufwerk wird die SSD ausgesucht. Mit der Maus wählen Sie Next. Entweder Sie übernehmen nun den Vorschlag 1. Fit partitions to entire disk oder Sie entscheiden sich optional für Edit patritions on this disk. Mit letzterem ist die Anpassung der Partitionsgröße möglich. Bei Wiederherstellung und EFI-Partition ist eine Orientierung an der bisherigen Größe möglich. Danach können Sie, wenn genügend Platz vorhanden ist, noch eine Partition anlegen. Sie beenden die Arbeit mit einem Klick auf Next und anschließend auf Finish.

Anders müssen Sie vorgehen, wenn sich noch eine weitere Datenpartition auf der SSD befindet:

Sie wählen zunächst Copy Disk Wizard und anschließend Next.

Nun suchen Sie die Festplatte, die Sie klonen möchten. Die Auswahl beenden Sie mit einem Klick auf Next. Nach Auswahl der SSD als Ziellaufwerk klicken Sie wieder auf Next. Ab da wiederholen sich die Schritte der ersten Variante.

Abschließend müssen Sie bei beiden Varianten noch auf Apply klicken. Die endgültige Bestätigung gibt es mit Yes.

Quelle: In Zusammenarbeit mit PC-Welt
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