Diese Maßnahmen helfen dem Akku wirklich

Diese Maßnahmen helfen dem Akku wirklich
Mythos oder Wahrheit: Wir haben für Sie neun Tipps und Tricks zur Akku-Pflege zusammengestellt!
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Diese Maßnahmen helfen dem Akku wirklich

Mythos oder Wahrheit: Wir haben für Sie neun Tipps und Tricks zur Akku-Pflege zusammengestellt!

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Handelt es sich nur um einen Mythos, dass im Kühlschrank aufbewahrte Akkus länger halten? Solchen und anderen Fragen gehen wir in diesem Artikel nach.

Nehme ich meinen Akku besser heraus, wenn die Stromversorgung über das Netz erfolgt? Ist es sinnvoll, den Akku im Kühlschrank aufzubewahren? Muss ich den Akku unbedingt vollständig auf- und entladen? 

Alles, was Sie über Akkus und Akkupflege wissen müssen

  1. Sie betreiben Ihr Notebook nur über das Netz. Sollten Sie in diesem Fall den Akku aus dem Gerät nehmen?

    Grundsätzlich gilt, dass mit der Anzahl der Ladezyklen die Leistungsfähigkeit eines Akkus abnimmt. Auch hohe Temperaturen haben eine negative Auswirkung auf den Akku, weshalb dieser nicht im warmen Gehäuse verbleiben sollte. Aus diesen Gründen ist es absolut sinnvoll, einen nicht benötigten Akku aus dem Gerät zu entfernen. Leider ist dies aber gar nicht bei allen Notebook-Modellen möglich oder sehr umständlich, da Sie hierzu das Gehäuse komplett öffnen müssen.
  2. Wo sollten Sie einen ausgebauten Akku idealerweise aufbewahren? Ist das Kühlfach oder der Keller der richtige Ort?

    Was für viele Lebensmittel gut ist, ist auch bei Akkus nicht falsch: die kühle und trockene Lagerung. Mit kühl ist aber sicherlich nicht der Kühlschrank oder gar das Eisfach gemeint. Schließlich sammelt sich hier Kondenswasser an, das den Akku schnell beschädigt. Ein sehr viel besserer Ort für die Lagerung ist daher der Keller.
  3. Muss die Lagerung des Akkus im entleerten Zustand erfolgen?

    Nein, das ist nicht notwendig. Eine zu starke Entladung wird als Tiefenentladung bezeichnet und schadet dem Akku sogar. Je nach verwendetem Material sollten Akkus mit 20, 50 oder sogar 80 Prozent Ladung eingelagert werden. Ein guter Richtwert sind in jedem Fall 40 Prozent, hiermit machen Sie in der Regel wenig falsch. Das ist auch der Ladestand eines neuen Akkus. Zudem ist es sinnvoll, denn gelagerten Akku etwa alle zwei bis drei Monate nachzuladen, um seine Funktionsfähigkeit zu erhalten.
  4. Sollten Sie den Akku stets vollständig auf- und entladen?

    Eine vollständige Entladung ist nicht nur wenig sinnvoll, sie ist für den Akku sogar schädlich. Bei alten Nickel-Cadmium-Akkus war dieses Vorgehen angebracht, da es sonst zum Memory-Effekt kam. Moderne Akkus basieren jedoch auf Lithium-Ionen und zeigen diesen Effekt überhaupt nicht mehr. Laden Sie den Akku daher nur dann, wenn es wirklich erforderlich ist.

    Ähnliches gilt für die Aufladung. Statt auf 100 Prozent aufzuladen, sind 80 Prozent in der Regel sinnvoller. Das Laden der letzten 20 Prozent geht langsamer vonstatten als jenes der vorigen 80 Prozent und belastet den Akku unnötig. Glücklicherweise ist eine entsprechende Ladefunktion bereits in viele Notebooks eingebaut.
  5. Wann sollte ich die Garantie in Anspruch nehmen?

    Jeder Akku ist ein Verschleißteil, das Sie irgendwann auswechseln müssen. Selbst bei bester Behandlung verliert er an Kapazität, weshalb auch die Garantie relativ kurz ausfällt. Für den Käufer ist von Vorteil, dass für einen Garantiefall kein völlig defekter Akku vorliegen muss. Verringert sich die Kapazität während der Garantiezeit übermäßig stark, dürfen Sie auch einen noch funktionierenden Akku austauschen. Die einzelnen Hersteller wie Apple sehen hierfür verschiedene Schwellenwerte vor, häufig wird die Haltbarkeit in Ladezyklen angegeben. Das Macbook zum Beispiel informiert über die bisherigen Ladezyklen im Systembericht.
  6. Woran lässt sich der Abbaugrad eines Akkus erkennen?

    Hersteller-Tools geben häufig nur recht knappe Informationen darüber, in welchem Zustand sich der Akku befindet. Besser ist hingegen der Windows-Energieeffizienzdiagnose-Bericht: Unter "Vorgesehene Akkukapazität" erkennen Sie, wie die Kapazität anfänglich aussah. Unter "Letzte vollständige Aufladung" ist die verbleibende Lebensdauer erkennbar. Windows 8 bietet sogar einen noch übersichtlicheren Battery-Report.
  7. Was ist beim Kauf von Akkus von Drittanbietern zu beachten?

    Wer einen Ersatz-Akku benötigt, muss diesen nicht zwingend beim Hersteller des Notebooks einkaufen. Drittanbieter machen in der Regel deutlich günstigere Angebote. Es ist in der Praxis aber schwer zu sagen, welches Produkt besser geeignet ist. Achten Sie vor allem darauf, dass die technischen Spezifikationen des Ersatzakkus mit jenen des Originals übereinstimmen. Spannung in Volt (V) und Kapazität in Milliamperestunden (mAh) müssen also unbedingt korrekt sein.
    Nur an die jeweilige Ladeelektronik angepasste Akkus halten wirklich lange. Ist diese Anpassung beim Akku des Drittherstellers nicht gegeben, könnte die Lebensdauer geringer ausfallen. Hierauf sollten sich die Käufer einstellen und überdenken, ob sich am Ende wirklich so viel Geld sparen lässt wie angenommen.
  8. In welchen Fällen Sie den Akkuwechsel selbst vornehmen sollten

    Dünne und elegante Gehäuse sehen zwar schick aus, beim Wechseln des Akkus zeigen sich dann aber die Nachteile. In einigen Fällen ist ein Öffnen durch den Anwender gar nicht möglich, falls doch, benötigen Sie das entsprechende Werkzeug. Sollte dieses Spezialwerkzeug noch nicht vorhanden sein, müssen für den Akkuwechsel sogar noch Kosten für die Anschaffung kalkuliert werden. Bedenken Sie auch, dass Sie bei einem solchen Vorgehen in jedem Fall die Garantie verlieren und eine eventuelle Reparatur dann selbst bezahlen müssten.
    Soll der Akkutausch beim Macbook Air 13 zum Beispiel direkt durch Apple erfolgen, betragen die Kosten 129 Euro. Der Eigenbau kostet 90 Euro, wenn wir 80 Euro für den Akku und 10 Euro für Spezialwerkzeug zugrunde legen. Wer möchte, reduziert die Kosten weiter, indem er auf den Akku eines Drittanbieters für 50 Euro setzt. Der Austausch selbst gelingt recht einfach durch das Entfernen von zehn Schrauben am Gehäuse und fünf Torx-Schrauben am Akku.
    Noch größer fällt der Kostenvorteil beim iPhone 5 aus. Apple berechnet hierfür 60 bis 70 Euro. Nehmen Sie den Austausch selbst vor, sind lediglich zehn Euro für den Akku und fünf bis zehn Euro für kleineres Werkzeug notwendig. Leider müssen Sie hier das Gehäuse mit einem Saugnapf anheben und gleichzeitig die Rückseite mit einem Hebel auf den Boden pressen. Auch die drei Schrauben am Kabelhalter müssen Sie entfernen. Der Akku darf nur unten rechts, oben rechts und oben gelöst werden. Bei der Öffnung kann daher leicht etwas schiefgehen, die Reparaturkosten wären dann vermutlich sehr hoch.
  9. Hintergrundwissen zur Akku-Technik: So funktionieren die Energiespender

    Lithium-Ionen- und Lithium-Polymer-Akkus sind heute am gebräuchlichsten. Die Li-Polymer-Akkus bieten den Vorteil, dass die Zellen hier stapelbar sind und der Akku sich damit an verschiedene Gehäuseformen anpassen lässt. Li-Ion-Akkus hingegen setzen ein festes Gehäuse voraus. Bei Notebooks kommen Akkus mit vier oder acht Zellen zum Einsatz, bei Smartphones reichen in der Regel zwei Zellen.

Das ist die Zukunft der Akkus

In den vergangenen Jahren konnte die Akku-Technik kaum noch mit der Entwicklung von Smartphones und anderen mobilen Geräten mithalten. Die Leistungsverbesserungen bei gleichbleibender Laufzeit waren nur deshalb möglich, weil gleichzeitig an der Energieeffizienz gearbeitet worden ist. Eine Zeit lang wurden Brennstoffzellen auf Wasserstoffbasis und ähnliche Technologien als Nachfolger für die Lithium-Ionen-Akkus gehandelt. Die Fertigung hat sich allerdings als zu teuer herausgestellt. Bei den Solarzellen wiederum ist der Wirkungsgrad zu gering und das Aufladen durch Muskelkraft reicht höchstens für den Notstrom. Damit bleibt es dabei, dass immer noch keine echte Alternative zur aktuellen Akku-Technologie in Sicht ist.

Im Moment konzentriert sich die Forschung daher ganz auf die Entwicklung effizienterer Lithium-Ionen-Akkus. So soll das Material für die Fertigung der Elektroden verbessert werden und auch ein Ersetzen des Graphits durch Lithium ist angedacht.

Das Start-Up Amprius zum Beispiel liefert bereits Akkus mit Silizium-Nanopartikeln, die ebenfalls den Graphit ersetzen. Die Energiedichte kann damit um 20 bis 50 Prozent erhöht werden. Noch längst nicht fertig sind hingegen Akkus mit Lithium-Schwefel oder Lithium-Luft. Auf diese Entwicklungen müssen die Anwender also noch etwas warten.

Quelle: In Zusammenarbeit mit PC-Welt
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