Galaxy Buds vs. Apple AirPods

Galaxy Buds oder Apple AirPods: Wir haben die trendigen In-Ear-Kopfhörer der Smartphone-Giganten gegeneinander getestet
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Galaxy Buds oder Apple AirPods: Wir haben die trendigen In-Ear-Kopfhörer der Smartphone-Giganten gegeneinander getestet

© Samsung

Samsung macht mit seinen Galaxy Buds In-Ear-Kopfhörern den Apple AirPods Konkurrenz. Wir lassen die beiden Geräte im Vergleich gegeneinander antreten.

Im Februar 2019 kündigte Samsung seine In-Ear-Kopfhörer Galaxy Buds an, die komplett ohne Kabel auskommen. An der Machart zeigt sich deutlich, dass die Hörer für die hauseigenen Samsung-Geräte entwickelt wurden. Für die Nutzerinnen und Nutzer ist sehr angenehm, dass sich die Ohrhörer mit dem Galaxy S10 aufladen lassen. Das Design ist so gewählt, dass sich viele Anwenderinnen und Anwender angesprochen fühlen und eventuell eher zu den Galaxy Buds als zu den AirPods von Apple greifen. Selbst Besitzer eines iPhones könnten hierzu verleitet werden, da die Ohrhörer preislich sehr attraktiv sind.

Wir haben den Test gemacht und ausprobiert, wie gut die Galaxy Buds mit dem iPhone XS Max harmonieren. Bei vielen Anwendungen haben sie sich durchaus bewährt, bei anderen zeigte sich jedoch deutlich, dass mit den AirPods so leicht nichts konkurrieren kann. Wir stellen Ihnen die verschiedenen Kriterien vor, die bei der Auswahl und dem Kauf relevant sind.

Test: Apple AirPods oder Galaxy Buds - welche Kopfhörer sind besser?

  1. Preis: Samsung etwas günstiger

    Mit 149 Euro sind die Galaxy Buds um 30 Euro günstiger als die AirPods, für die Apple satte 179 Euro aufruft. Wenn es Ihnen um die günstigsten Ohrhörer geht, führt kein Weg an den Galaxy Buds vorbei. Allerdings bedeutet der niedrigste Preis nicht automatisch das beste Preis-Leistungs-Verhältnis.

  2. Laden: Bei Apple immer noch Draht zum Einsatz

    Bei der Ladehülle der Galaxy Buds fällt auf, dass diese deutlich dicker und länger als die der AirPods ist. Bei einem direkten Vergleich auf dem Tisch fällt der Größenunterschied kaum auf, beim Tragen in der Tasche aber sehr wohl. Der Tragekomfort ist bei der AirPods-Hülle somit deutlich größer. Demgegenüber besitzt das Gehäuse der Galaxy Buds verschiedene Stärken, die den AirPods fehlen. So kann das Samsung-Gehäuse beispielsweise komplett drahtlos aufgeladen werden. Hierfür kann jedes Qi-zertifizierte Ladegerät zum Einsatz kommen. Dank einer kleinen LED erkennen Sie jederzeit, wie weit das Gehäuse bereits aufgeladen ist. Bei den AirPods müssen Sie zunächst Ihr iPhone zur Hand nehmen und Widgets einsetzen, um den Batteriestand prüfen zu können. Ob die Kopfhörer aufgeladen sind, erkennen Sie bei beiden Modellen jedoch an einer integrierten LED.

    Apple hat bereits angekündigt, eine neue Ladehülle für die AirPods auf den Markt bringen zu wollen. Diese soll dann ein drahtloses Aufladen unterstützen. Es ist davon auszugehen, dass diese Hülle noch in diesem Jahr veröffentlicht wird. Ein Termin steht bislang jedoch noch nicht fest. Deswegen ist die kabellose Hülle bisher noch ein großes Kaufargument für die Galaxy Buds. Ebenfalls sehr angenehm ist, dass diese auf Wunsch mit einem USB-C-Kabel aufladbar sind. Bei den AirPods ist hierfür zwingend ein Lightning-Kabel erforderlich.

    Die Galaxy Buds sehen in ihrem Gehäuse sehr gut aus, allerdings lassen sich die AirPods leichter herausnehmen. Mit nur wenigen Handgriffen können direkt eingesetzt werden. Die Entfernung der Galaxy Buds aus ihrem Gehäuse ist mit gewissen Mühen verbunden. Wenn sie zum Beispiel bei einer Busfahrt in unebenem Gelände verwendet werden, können sie schnell verloren gehen. Alles in allem gewinnen die Galaxy Buds diese Kategorie wegen der Möglichkeit zur drahtlosen Ladung, allerdings könnte das Resultat kaum knapper sein.

  3. Handling: Die AirPods überzeugen in Sachen Installation und Kopplung

    Wenn man versucht, die Galaxy Buds mit einem iPhone zu kombinieren, wird schnell klar, wer in dieser Kategorie das Rennen macht. Dank des w1-Chips ist es ohne Mühe möglich, die AirPods mit dem iPhone zu verbinden. Gleichzeitig wird eine Verbindung zu allen weitere Geräten hergestellt, die unter der Apple ID laufen. Über das iPhone können im Bluetooth-Menü individuelle Anpassungen vorgenommen werden.

    Die Galaxy Buds verbinden sich wie jedes andere Bluetooth-Gerät mit dem iPhone. Wenn Sie spezielle Apps einsetzen, können Sie zudem eine deutlich leichtere Kopplung erreichen und haben die Möglichkeit, mehr individuelle Einstellungen vorzunehmen. Die Nutzung mit einem iPhone ist aber bei Weitem nicht so einfach wie beim Einsatz von AirPods.

  4. Interaktion: AirPods und iPhone kooperieren am besten

    Viele Anwenderinnen und Anwender sind vom Tap-System der Galaxy Buds angetan. Dieses ermöglicht es, durch Tippen auf den Hörer ein Musikstück zu starten oder zu stoppen. Durch zweimaliges Tippen wird ein Song übersprungen und dreimaliges Tippen führt zum vorherigen Song zurück. Wenn der Ohrstöpsel hingegen dauerhaft gedrückt wird, vereinfacht das die Kommunikation mit Siri sowie Telefonate. Allerdings müssen Sie mit diesen voreingestellten Tabs leben, da eine Anpassung über das iPhone nicht möglich ist. Bei einem Samsung-Telefon ist zumindest die Möglichkeit gegeben, die "Halten"-Funktion individuell anzupassen.

    Anders sieht es beim Einsatz der AirPods aus. Hier können Sie das Bluetooth-Menü nutzen, um individuelle Anpassungen an den Doppeltipp-Funktionen vorzunehmen. So können Sie zum Beispiel bestimmen, auf welcher Seite sich welche Funktion befindet. Ebenfalls eine Stärke der AirPods ist, dass die Wiedergabe unterbrochen wird, wenn die Hörer aus dem Ohr entfernt werden. Das ist bei den Galaxy Buds nicht der Fall. Aus diesen Gründen sind die AirPods in dieser Kategorie die klaren Sieger, wenn es um die Nutzung mit einem iPhone geht. Das liegt vorrangig am Betriebssystem. Die AirPods sind nicht auf Android-Handys ausgelegt und entsprechend können die Galaxy Buds bei einem iPhone nicht 100 Prozent ihrer Leistung abrufen.

  5. Akku: AirPods halten länger durch

    Samsung selbst gibt die Akkulaufzeit der Galaxy Buds mit sechs Stunden Musikstreaming an. Bei den AirPods liegt diese Zeit hingegen bei fünf Stunden. Allerdings sind die sich hieraus ergebenden Vorteile minimal. Das Gehäuse der AirPods liefert nämlich 19 Stunden zusätzliche Energie, wohingegen die Galaxy Buds gerade einmal mit sieben Stunden aufwarten können. Bei einer zusätzlichen Aufladung innerhalb von 15 Minuten können somit zusätzliche drei Stunden Musikstreaming gewonnen werden. Das ist bei den Samsung-Kopfhörern nicht der Fall.

    Aus diesem Grund gewinnen die Aipods auch in Sachen Akkulaufzeit. Das gilt selbst dann, wenn nur selten sechs Stunden am Stück Musik gehört wird. Denn die meisten Nutzerinnen und Nutzer setzen In-Ear-Kopfhörer vor allem bei Busfahrten, bei Spaziergängen oder beim Sport ein. All diese Tätigkeiten nehmen in der Regel keine sechs Stunden in Anspruch. Nach dem Wegstecken werden die Hörer direkt wieder aufgeladen, weswegen es in der Regel problemlos möglich ist, sie mehrere Tage am Stück einzusetzen, ohne das Gehäuse ebenfalls aufladen zu müssen.

  6. Klang: AirPods-Lautsprecher überzeugender

    Der Sound der Galaxy Buds ist passabel, die Klangqualität der AirPods ist aber deutlich besser. Das gilt für ganz unterschiedliche Musikstile wie Klassik, Heavy Metal, Pop oder HipHop. Bei den Galaxy Buds wünscht man sich häufig mehr Bass und der Klang könnte klarer sein. Die AirPods legen selbst auf kleine Klangdetails wert und geben diese auf ansprechende Weise wieder. Das gilt selbst dann, wenn unterschiedliche Equalizer-Presets zum Einsatz kommen.

    In diesem Fall liegt das übrigens nicht am Betriebssystem. Denn auch beim Einsatz mit einem Galaxy S7 Edge ist die Klangqualität bei den Galaxy Buds nicht überzeugend. Eventuell sind die Auswirkungen jedoch nicht so drastisch, wenn weniger basslastige Musik gehört wird. Wer allerdings Wert auf gute Klangqualität unabhängig vom Musikgenre legt, sollte die etwas höheren Anschaffungskosten der AirPods in Kauf nehmen.

  7. Mikrofon: Das Mikro der AirPods ist besser

    Wer viel mit seinem Smartphone telefoniert, möchte eine gute Klangqualität haben. Hierfür ist ein exzellentes Mikrofon wichtig. Auch hier schneiden die AirPods deutlich besser ab. Die bessere Klangqualität wird vor allem im Outdoor-Einsatz deutlich. In Räumen können die Galaxy Buds durchaus mithalten.

  8. Tragekomfort: Galaxy Buds sind angenehmer

    Es gibt einige Anwenderinnen und Anwender, denen die AirPods perfekt passen und ihnen selbst bei Dauereinsätzen einen hohen Tragekomfort bieten. Dennoch sind die austauschbaren Gummibefestigungen der Galaxy Buds ein enormer Vorteil. Durch diese werden die Hörer und die Flügel sehr gut an die Ohrmuschel angepasst. Somit gibt es für ganz unterschiedlich Ohren das jeweils passende Zubehör. Diese Flexibilität ist ein echter Vorteil der Samsung-Kopfhörer gegenüber den AirPods.

    Ebenfalls erwähnenswert ist die passive Geräuschunterdrückung der Galaxy Buds, die für mehr Spaß beim Musikhören sorgen. Die AirPods verfügen über keine solche Eigenschaft. Dafür schirmen sie den Verkehrslärm nicht vollkommen ab, was durchaus für mehr Sicherheit im Straßenverkehr sorgen kann. Wenn die Ohrstöpsel jedoch vornehmlich in den eigenen vier Wänden oder im Fitnessstudio zum Einsatz kommen, dann spielt dieses Kriterium keine Rolle. Insgesamt überzeugen die Galaxy Buds durch ihre Passform und die individuelle Anpassungsfähigkeit sowie durch ihre Geräuschunterdrückung.

  9. Auswahl: Mehr Farben bei den Galaxy Buds

    In Sachen Optik haben aktuell die Galaxy Buds die Nase vorn. Zu den Klassikern gehören Modelle in Schwarz oder Weiß, in einigen Regionen sind aber auch gelbe Modelle verfügbar. Apple hat aber bereits angekündigt, mit weiteren Kopfhörer-Farben nachziehen zu wollen.

Zusammenfassung

Wer die Galaxy Buds den AirPods direkt gegenüberstellt, erkennt schnell, dass Apple bei seinen Ohrstöpseln wirklich sehr gut gearbeitet hat. Die Qualität der Lautsprecher und die Klangqualität der True-Wireless-Ohrhörer ist deutlich besser im Zusammenspiel mit einem iPhone. Die Gesten sind praktikabel und können individuell angepasst werden. Die Kopplung funktioniert denkbar einfach und das Gehäuse bietet eine lange Akkulaufzeit.

Für die Galaxy Buds sprechen vor allem ihre ausgezeichnete Passform und die passive Geräuschunterdrückung. Die kabellose Ladehülle ist sehr empfehlenswert und auch der günstige Preis ist angenehm. Dennoch müssen bei diesen Ohrhörern zahlreiche Einschränkungen in Kauf genommen werden, weswegen sich der Griff zu den etwas teureren AirPods durchaus lohnt.

Quelle: In Zusammenarbeit mit PC-Welt
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