RAM: So haben Sie immer genügend Arbeitsspeicher

RAM: So haben Sie immer genügend Arbeitsspeicher
Mit unseren Tipps und Tricks haben Sie Ihren Arbeitsspeicher immer unter Kontrolle und nie Platzprobleme!
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RAM: So haben Sie immer genügend Arbeitsspeicher

Mit unseren Tipps und Tricks haben Sie Ihren Arbeitsspeicher immer unter Kontrolle und nie Platzprobleme!

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Mit den folgenden Tricks behalten Sie immer die Kontrolle über ihren Arbeitsspeicher und haben selbst beim Einsatz vieler verschiedener Programme niemals Platzprobleme.

Ohne ausreichend großen Arbeitsspeicher geht auf einem PC gar nichts. Das Betriebssystem und die genutzten Programme lagern hier verschiedene Daten ab. Somit kann der Prozessor zügig darauf zugreifen und das Arbeiten mit dem Rechner gelingt schnell und fehlerfrei. Allerdings ist bei gleichzeitigem Einsatz verschiedener Programme der Arbeitsspeicher schnell belegt. Im Folgenden erfahren Sie, wie Sie Ihren Arbeitsspeicher optimal verwalten und hierdurch Fehlermeldungen und ein langsames System vermeiden.

Nützliches Hintergrundwissen zum Arbeitsspeicher

Dass sich der Arbeitsspeicher seiner Belastungsgrenze nähert, wird unter anderem daran deutlich, dass sich Programme langsam öffnen, leere Fenster erscheinen oder zwischen Mausklick und Aktion sehr viel Zeit vergeht. Wenn Windows eine Fehlermeldung anzeigt, ist nahezu gar kein Arbeitsspeicher mehr verfügbar. Wie genau es um den Arbeitsspeicher steht, lässt sich mit Windows-Bordmitteln feststellen. Bei zu geringem Speicherplatz kann mit zusätzlichen Speicherriegeln Abhilfe geschafft werden.

Im Arbeitsspeicher werden Daten von Programmen ausgelagert. Ist der hier verfügbare Platz zu gering, werden die Informationen stattdessen in die Auslagerungsdateien der Festplatte verschoben. Dieser als virtueller Arbeitsspeicher bekannte Speicher dient dazu, Dateien selbst bei stark ausgelastetem RAM noch einwandfrei ausführen zu können. Erst wenn auch dieser virtuelle Arbeitsspeicher nicht mehr genügend Platz bietet, zeigt Windows eine Fehlermeldung an.

Speicherprobleme treten zum Beispiel dann auf, wenn eine Vielzahl von Programmen parallel auf dem Rechner ausgeführt wird. Gleichzeitig zu spielen, einen Download auszuführen und Musik zu hören stellt manchen RAM vor erhebliche Schwierigkeiten. Ebenso ist es möglich, dass der Arbeitsspeicher von bestimmten Anwendungen blockiert wird.

So erkennen Sie Programme, die den Arbeitsspeicher belasten

Im Windows Task Manager ist klar ersichtlich, wie viel RAM von welchen Programmen in Anspruch genommen wird. Dieser lässt sich über die Tastenkombination Strg-Umschalt-Esc leicht aufrufen. Hier wartet nun die Registerkarte "Prozesse", in der die verschiedenen aktiven Programme auf dem Rechner angezeigt werden. Diese können nach Speicherauslastung sortiert werden. Hierdurch lässt sich mit einem Blick erkennen, welche Programme am meisten Arbeitsspeicher verbrauchen.

In einem Selbstversuch haben wir einen Rechner mit 32 GB RAM verschiedene Aufgaben ausführen lassen. Unter anderem ist der Google-Browser Chrome mehrmals aktiv und nimmt von allen aktiven Programmen den meisten Speicherplatz ein. Des Weiteren laufen der Spiele-Client Origin, Skype, Spotify und der Antivirenschutz Avast Free Antivirus führt zwei Prozesse aus. Insgesamt ist unser Arbeitsspeicher hierdurch zu 25 % ausgelastet. Wenn der PC also langsam reagiert oder Windows Fehlermeldungen aufgrund von zu wenig Arbeitsspeicher ausgibt, sollten im Task-Manager zunächst die Programme geschlossen werden, die viel RAM in Anspruch nehmen.

Einsatzmöglichkeiten des Ressourcenmonitors

  1. Wenn die Informationen im Task-Manager für eine Behebung von Speicherplatzproblemen nicht ausreichen, ist der Windows-Ressourcenmonitor eine gute Anlaufstelle. Dieser bietet ausführliche Daten und Informationen rund um die Auslastung von CPU, Datenträger, Netzwerk und RAM.
  2. Über die Registerkarte "Speicherplatz" können genau jene Arbeitsspeicher-Ressourcen eingesehen werden, die durch die laufenden Prozesse in Anspruch genommen werden. Außerdem reserviert das jeweilige Betriebssystem Arbeitsspeicher, um ebendiese durchführen zu können. Wie viel Platz das ist, lässt sich über die Spalte "Arbeitssatz (KB)" erkennen. Hiermit ist der Platz gemeint, der im physischen Arbeitsspeicher belegt wird.
  3. Eine etwas detailliertere Übersicht bietet die auf der rechten Seite eingebundene Balkengrafik, die über den physikalischen und den virtuellen Arbeitsspeicher Auskunft gibt und die Seitenfehler pro Sekunde anzeigt. Streng genommen handelt es sich hierbei allerdings um keine Fehler, sondern um ganz alltägliche Prozesse des Systems.
  4. Als Fehler wird hierbei der Versuch von Windows bezeichnet, Informationen aus dem physikalischen Speicher abzurufen, die aber im virtuellen Speicher abgelegt sind. Wenn allerdings mehrere Hundert solcher Fehler pro Sekunde auftreten, spricht das dafür, dass zu wenig physikalischer Arbeitsspeicher zur Verfügung steht. Ansonsten wäre das System nicht gezwungen, immer wieder Daten auf die Festplatte auszulagern.
  5. Unter dem Namen "Physischer Speicher" wird im Ressourcenmonitor angezeigt, wie viel Arbeitsspeicher aktuell belegt ist. Zudem zeigt ein grüner Balken Programme "in Verwendung" an. Demgegenüber gibt eine blaue Anzeige Auskunft darüber, wie viel RAM vom System reserviert wurde, ohne dass er aktuell in Benutzung ist.
  6. Eine hellblaue Anzeige zeigt ferner an, wie viel freier Arbeitsspeicher im Moment noch zur Verfügung steht. Wenn ein Programm besonders viel Arbeitsspeicher schluckt, kann es hier leicht erkannt und deaktiviert werden. Hierzu genügt ein Rechtsklick auf das jeweilige Programm und der Befehl "Programm stoppen".

Mit kleinen SSDs richtig umgehen und den virtuellen Speicher nutzen

Für die Nutzung des virtuellen Speichers ist es zwingend erforderlich, dass die verbaute Festplatte groß genug ist. Handelsübliche Festplatten bewegen sich im Terabyte-Bereich und bereiten entsprechend kaum Schwierigkeiten. Kleine SSDs mit gerade einmal 128 MB Größe führen hingegen nicht selten zu Platzproblemen. Das liegt unter anderem daran, dass Windows sowohl einen virtuellen Arbeitsspeicher als auch eine Ruhezustandsdatei anlegt. In dieser wird der aktuelle Stand des Systems festgehalten, wenn der Rechner in den Ruhezustand versetzt wird.

Praktisch ist, wenn auf der kleinen SSD lediglich das Betriebssystem und besonders wichtige Programme abgespeichert sind und alles Weitere auf einer zusätzlichen Festplatte zu finden ist. In diesem Fall ist es möglich, die Auslagerungsdatei dorthin zu verschieben und hierdurch einem Platzmangel vorzubeugen. Hierfür muss im Ausführen-Fenster der Befehl "sysdm.cpl" eingegeben und bestätigt werden. Nun muss schrittweise der Pfad Systemeigenschaften → Erweitert → Leistung → Eigenschaften → Virtueller Arbeitsspeicher → Ändern aufgerufen werden. Wenn nun das Feld "Auslagerungsdateigröße für alle Laufwerke automatisch verwalten" deaktiviert wird, kann der zur Verfügung stehende Platz individuell bestimmt werden.

Den Speicherort der Auslagerungsdatei selbst zu bestimmen ist sinnvoll. Denn in der Regel legt Windows die Datei auf dem Laufwerk an, auf dem sich auch das Betriebssystem befindet - meist ist das das Laufwerk C:. Um dies zu ändern, muss unter dem jeweiligen Laufwerk der Befehl "Keine Auslagerungsdatei" ausgewählt und anschließend mit "Festlegen" aktiviert werden. Hierauf erscheint eine Warnung, die bedenkenlos mit "Ja" bestätigt werden kann. Anschließend kann die Auslagerungsdatei auf jeder Wunschpartition angelegt werden. Hierzu wird dort der Punkt "Größe wird vom System verwaltet" deaktiviert und mit "Festlegen" bestätigt. Damit die Änderungen aktiv werden, muss der Rechner neu gestartet werden. Anschließend legt Windows die Auslagerungsdatei stets unter dem ausgewählten Laufwerk an.

Eine größere Auslagerungsdatei führt zu mehr virtuellem Speicher

Es besteht die Möglichkeit, die Auslagerungsdatei selbständig zu vergrößern, um so das Aufkommen von Speicherplatzproblemen von vornherein zu verhindern. Allerdings kommt es hierbei immer wieder zu dem paradoxen Phänomen, dass Programme gerade durch den zusätzlichen Speicher langsamer ausgeführt werden. Das liegt daran, dass sie jetzt zwar mehr Daten zwischenspeichern können, dass der physikalische Speicher allerdings deutlich größer als der virtuelle Arbeitsspeicher ist. Wer die Größe dennoch anpassen möchte, kann dies über den Bereich "Virtueller Arbeitsspeicher" tun, indem hier die automatische Größenverwaltung deaktiviert wird. Stattdessen wird die "Benutzerdefinierte Größe" aktiviert und es müssen Mindest- und Maximalwerte eingegeben werden. Als Anfangswert ist hierbei die Größe des eingebauten Speichers zu wählen, während der Maximalwert dem dreifachen RAM in Megabyte entspricht. Ein Neustart des Systems ist nur dann erforderlich, wenn diese Werte verkleinert wurden.

Den passenden Arbeitsspeicher für den eigenen PC finden

Wer Speicherplatzprobleme hat, ist dankbar dafür, dass die Preise für Arbeitsspeicher in den letzten Jahren immer weiter gesunken sind. Hierdurch wird das Aufrüsten preisgünstig. Prinzipiell ist es korrekt, dass ein größerer Hauptspeicher die Auslagerung einer größeren Anzahl an Dateien erlaubt. Dennoch sollte vor dem Kauf der persönliche Bedarf an Speicherplatz genau geprüft werden. Des Weiteren muss das verwendete Betriebssystem mit dem ausgewählten Arbeitsspeicher kompatibel sein. Beispielsweise ist ein 32-Bit-Windows nicht in der Lage, mit Speicherplatz zu arbeiten, der größer als 4 GB ist. Die 64-Bit-Variante hat hiermit allerdings kein Problem. Über die Tastenkombination Windows-Pause/Unterbr. lässt sich innerhalb kürzester Zeit herausfinden, welche Version genutzt wird. Die Bit-Version wird hier unter "Systemtyp" angegeben.

Neben dem Betriebssystem kann auch der Prozessor die Verwendung bestimmter Arbeitsspeicher verhindern. Gerade in Discount-Rechnern sind oft Prozessoren eingebaut, die Arbeitsspeicher jenseits der 4 GB nicht unterstützen. Deswegen ist auch hier eine genaue Prüfung sehr ratsam. Auskunft darüber, mit welchen Speicherarten die einzelnen Prozessoren kompatibel sind, gibt das jeweilige Handbuch beziehungsweise die Website des Herstellers. Intel hat eine eigene Datenbank erstellt, in der Informationen zur CPU verschiedener Modelle und dem maximalen Arbeitsspeicher aufgeführt sind. Ein solches Angebot für AMD-Chips ist aktuell nicht verfügbar, weswegen nach den entsprechenden Informationen etwas länger gesucht werden muss. Oftmals finden diese sich in diversen Onlineshops, auf denen die jeweiligen Produkte gekauft werden können.

Das passende RAM für verschiedene Einsatzgebiete

Welches RAM das beste ist, hängt maßgeblich von dem Einsatzgebiet ab, in dem es Verwendung finden soll. Für das Büro eignet sich beispielsweise ein anderer Arbeitsspeicher besser als für Spiele oder das Herunterladen und Nutzen von Multimedia. Die einzelnen Modelle unterscheiden sich einerseits im Hersteller und andererseits in einer Vielzahl technischer Details. 4 GB Arbeitsspeicher sind für den Einsatz in der Arbeitswelt meist völlig ausreichend, wohingegen das Bearbeiten von Fotos und das Erstellen von Videos schon eher ein Modell mit 8 GB nahelegen. Wer den Rechner vor allem als Gaming-PC nutzt, professionelle Multimediainhalte erstellt oder wissenschaftliche Berechnungen durchführt, kommt mit 8 GB gelegentlich aus, ist mit 16 GB aber auf der sicheren Seite. Nicht zuletzt ist möglichst viel RAM für jene Menschen essentiell, die mit virtuellen Maschinen arbeiten oder eine RAM-Disk erstellen. Besonders sinnvoll sind Modelle gleicher Bauart, weil mit diesen der sogenannte Dual-Channel-Modus nahezu verdoppelt werden kann. Zu diesem Zweck müssen die Speicherriegel beim Einbau in gleichfarbige Sockel gesteckt werden. Eine Kombination verschiedener Module ist denkbar, allerdings orientiert sich das System in diesem Fall immer am langsameren Modul.

Diese RAM-Eigenschaften spielen bei der Auswahl eine Rolle

Die Auswahl an RAM ist unglaublich groß. Deswegen spielen die einzelnen Spezifikationen bei der Auswahl eine Rolle. Während einige Hersteller Arbeitstakt, Latenzzeiten, Modul-Typ und Spannungswerte angeben, begnügen sich andere mit der reinen Größenangabe. Die Latenzzeiten geben an, wie lange es dauert, bis der Speicher die vorhandenen Daten bereitstellen kann. Diese Information ist also nur für echte Profis entscheidend. Im Alltagsgebrauch kann die Latenzzeit höchstens bei einigen synthetischen Benchmarks relevant sein, ansonsten spielt sie keine Rolle. Ähnliches gilt für die Spannungswerte, die eigentlich nur für sogenannte Overclocker interessant sind. Diese müssen schließlich darauf achten, Beschädigungen am Speichercontroller zu verhindern. Im Office spielen somit grundsätzlich nur die Kapazität und der Modultyp eine Rolle. Wer mit dem Rechner zusätzlich viel spielt und Multimediainhalte nutzt oder erstellt, sollte beim Kauf zudem Wert auf einen hohen Arbeitstakt und eine größtmögliche Kapazität legen.

Quelle: In Zusammenarbeit mit PC-Welt
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