Basics bei Facebook & Co: Die Social-Media-Must-Haves für Unternehmer

Social-Media-Kanäle gehören zum Alltag, deshalb müssen Kleinunternehmen eine Social-Media-Strategie am Start haben.
Copyright: : fotolia.com © tumsasedgars (#115526633).
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Social-Media-Kanäle gehören zum Alltag, deshalb müssen Kleinunternehmen eine Social-Media-Strategie am Start haben.

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28.04.2017 - 00:00 Uhr

Um sich im Netz in Szene zu setzen –  egal ob lokal oder global –  kommt man an den Social-Media-Kanälen und -formaten nicht mehr vorbei. Soziale Medien gehören zum Alltag: Die Userzahlen steigen und die Kanäle werden immer mehr. Für kleine Unternehmen bietet es sich da an, diese Marketingkanäle mit wenig finanziellem Aufwand zu nutzen, um für ihre Produkte und Dienstleistungen große Aufmerksamkeit zu erzielen. Die Basics, was Unternehmen auf dem Schirm haben sollten, erfährt man hier.

Willkommen im Web-Dschungel 4.0 – Eine Homepage und eine E-Mail-Adresse reichen schon lange nicht mehr alleine aus: Soziale Medien sind „Must-Haves“. Facebook, Twitter, Instagram und YouTube –  die Alltagswelt funktioniert ohne Social-Media überhaupt nicht mehr. Die Dienste haben immer mehr User - rund 40 Millionen Internetnutzer sind deutschlandweit in sozialen Netzwerken aktiv. Also jeder zweite Deutsche nutzt diese Dienste nicht nur primär zur Kommunikation, sondern als Informationsquelle. Die sozialen Netzwerke sind mittlerweile – ohne Frage – die zentralen Gatekeeper im Web und somit wegen ihrer hohen Reichweite gefragt – und das von Nutzern und Unternehmen, egal in welcher Branche, gleichermaßen. Denn gerade über soziale Netzwerke lassen sich Kunden ansprechen, die auf anderen Wegen nie zum jeweiligen Unternehmen gefunden hätten.

Die Logik dahinter ist ganz einfach: wenn der Internetuser die sozialen Medien mehr nutzt, muss ein Unternehmen das auch tun. Da führt kein Weg dran vorbei. Hier heißt es dann Präsenz zeigen.

Deshalb sollte Social-Media-Marketing auch zur Standard-Promo-Strategie eines jeden Kleinunternehmens gehören –  egal ob es sich noch in der StartUp-Phase befindet oder schon etabliert ist. Das Rennen um die meisten Likes und Klicks ist schon längst eröffnet - was die großen Unternehmen können, können kleine regionale Unternehmen auf lokaler Ebene auch, egal ob Eisdiele, Friseursalon, Burgerladen, Reparaturwerkstatt oder Szenekneipe.

Basic-Wissen

Die Gründe: mit relativ wenig arbeitstechnischem und finanziellem Aufwand kann wegen der einfachen Nutzfreundlichkeit der Social-Media-Tools große Wirkung erzielt werden. Denn auf Social Media-Kanälen verschwimmen Werbung, Kundenbindung, und Öffentlichkeitsarbeit immer mehr.

Die Vorteile liegen auf der Hand: eine schnellere direkte Kommunikation und Interaktion mit potenziellen Kunden und Stammkunden, die Ansprache neuer Zielgruppen sowie die Steigerung der eigenen Markenbekanntheit.

Entscheidend sind dabei das Kundenfeedback und die Meinungsbildung über Dienstleistungen und Produkte in den Netzwerken. Zusätzlich können die Social-Media-Kanäle genutzt werden, um eventuell neue Produkte und Dienste mit der Beteiligung der Follower innerhalb der Netzgemeinde zu entwickeln. Das hat den Vorteil, dass kundenbindungstechnisch eine höhere emotionale Identifikation zwischen Kunden und Unternehmen möglich ist.

Der grundsätzliche Gedanke dahinter: ein Do-it-yourself-Marketing ohne eine externe Marketing-Firma, die die Außenkommunikation komplett übernimmt, ist Dank der mobilen Endgeräte wie Smartphone und Tablets einfach möglich, um die virtuelle Mund-zu-Mund-Propaganda als Schneeball-Effekt zum Laufen zu bringen.

Der entscheidende Punkt hier: die direktere und unabhängigere Kommunikation. Alle Social Media-Kanäle bieten hier Echtzeittools an, mit denen Unternehmen direkt und ohne Zeitverlust mit den Kunden kommunizieren können.

Beispiel: wichtige Ankündigungen über neue Produkte, Dienstleistungen, Events oder ähnlichen Dingen lassen sich über soziale Medien kontrollierter und viel besser verbreiten als beispielsweise über Pressemitteilungen. Während die meisten Pressemitteilungen in den E-Mail-Inboxen der Journalisten verstauben, oder später in der Print- oder Onlineausgabe der jeweiligen Zeitung möglicherweise falsch gekürzt veröffentlich werden, sorgen frische, originelle und locker geschriebene Posts auf dem jeweiligen Portal für einen direkten Kontakt zum Kunden.

Sharing is Caring & Storytelling

Aber, Social-Media-Marketing ist kein Selbstläufer und kostet Zeit. Deshalb: sollte rechtzeitig ein Masterplan über die expliziten Ziele entwickelt werden. Jedes Tool hat seinen eigenen Marketingcharakter.

Zudem reicht ein Social-Media-Kanal bei weitem nicht aus. Das Stichwort ist hier Multi-Channeling – also das parallele und vernetzte Kommunizieren über mehrere relevante Netzwerke.  Das heißt, alle Informationen und Interaktionen sollten über jeden Kanal im entsprechenden Format zu Verfügung stehen. Und, die Formate und Kanäle müssen miteinander verknüpft sein, um die Reichweite zu erhöhen. 

Hier gilt grundsätzlich: das bloße Anlegen eines Profils bringt meist keinen Nutzwert – erst aus der Interaktion mit anderen Nutzern und Kunden entstehen Aufmerksamkeit und neue Marketing-Erfolge. Dabei ist zugleich auch Geduld gefragt: Social Media ist ein langfristiges Projekt und nicht ein schneller Marketing-Gag.

Die Beste Art der Werbung bleibt das sogenannte Storytelling, auch bei den sozialen Medien. Hier geht es darum nicht mit ellenlangen Produktbeschreibungen oder einer langatmigen Unternehmenshistorie zu langweilen, sondern eine spannende und witzige authentische Geschichte als Mehrwert zum Produkt oder der Dienstleistung zu präsentieren. Hier ist Kreativität gefragt, um eine emotionale Bindung herzustellen. Kurz: die Unterhaltung zählt.

Das Ziel: aus dem Einheitsbrei sich abheben, denn nur das Besondere führt letztendlich zu mehr Klicks. Beispiele: In der Gastro- und Foodbranche boomen Rezeptvideos, in der Kosmetikbranche Schmink-Tutorials. Oder, Mitarbeiter können über spannende Projekte und reizvolle Aufgaben des Unternehmens berichten.  

Alles Beziehungssache & Monitoring

Ein erheblich wichtiger Faktor kommt dabei grundsätzlich hinzu: die Sache mit der Beziehung.

In den Sozialen Medien herrscht das Gesetz: Alles dreht sich um Beziehungen.

Neben dem genannten Fakt des Multi-Channeling geht es nicht nur darum, einen Kontakt zu seinen Kunden aufzubauen – das ist der erste Schritt, sondern auch darum die Kunden dahingehend zu animieren, dass sie sich gegenseitig untereinander verknüpfen und austauschen – der wichtige zweite Schritt.

Neben dem multimedialen Content – Posts, Videos, Bilder – und der Anschlusskommunikation, für die eine Dialogkompetenz des Unternehmens unabdingbar ist, ist also auch das Animieren zur sogenannten Kollaboration enorm wichtig. Es reicht also nicht nur „im Gespräch zu bleiben“, sondern auch „zum Gespräch einzuladen“, „im Gespräch zu moderieren“ und die Kunden untereinander „reden“ zu lassen, um zu diskutieren und Erfahrungen auszutauschen.

Der Vorteil: Ein Unternehmen kann beobachten und auswerten, worüber Kunden reden, und seine Dienstleistungen und/oder Produkte anpassen. Für dieses sogenannte Monitoring sollte man sich Zeit nehmen.

Aber, grundsätzlich: bei einem Einstieg in eine Kommentarspaltendiskussion sind Fingerspitzengefühl und der richtige Tonfall entscheidend. Besonders im Worst Case: wenn eine hitzige Diskussion über Produkte und Dienstleistungen am Bildschirm zu beobachten ist und in einen sogenannten Shitstorm ausartet.

Das wichtigste bleibt jedoch: Authentizität, echter Content, echter Mehrwert über das Produkt oder die Dienstleistung hinaus. Nahbarkeit kombiniert mit einem gewissen Etwas, das unterhält und Wissen vermittelt hat oberste Priorität. Hier ist das genannte Storytelling wichtig. Denn damit erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass potenzielle Kunden als Follower den Content teilen, und somit die Reichweite erhöhen. Kunden als Follower sollten also nicht nur die Message-Konsumenten angesehen werden, sondern als Multiplikatoren betrachtet werden.

Tipp: Bevor es an die Inhalte und Posts geht, muss klar sein, dass zuvor eine konsistente Social Media Strategie festgelegt wird. Das Design, der Content – alles muss einer gemeinsamen Corporate Identity entsprechen. Ganz wichtig ist es zu dem, die Zielgruppe richtig zu kennen. Nichts ist schlimmer, als wenn Postings auf Facebook und Co. für die falsche Zielgruppe veröffentlicht werden. Werden diese Basics bedacht, kann es losgehen. 

Facebook und Co.

Zu den Haupt-Social-Media-Gatekeeper und den Top-Player gehören nun die „üblichen Verdächtigen“: Facebook, Instagram und Twitter. Neben der eigenen Homepage, die selbstverständlich immer noch relevant ist, sind es gerade diese Plattformen, auf denen wie verrückt geshared, gepostet, geliked und gehashtagt wird. Aber, jeder Kanal hat seine eigene Logik und seine eigenen Gadgets, die sich immer weiterentwickeln.

Bei guten und originellen Inhalten abonnieren die Nutzer hier freiwillig den jeweiligen Kanal des Unternehmens, um „up to date“ zu bleiben. Diese Plattformen nicht zu nutzen, wäre daher widersinnig und dramatisch.

Facebook – der Social Media-Riese

Der Online-Riese ist definitiv der Klassiker unter den Sozialen Medien. Die Zahlen sprechen eindeutig für sich: weltweit über 1,8 Milliarden „monthly active user“. Die letzten offiziellen Zahlen für Deutschland sind aus dem Januar 2016 und liegen bei 28 Millionen aktiven Nutzern. Nach der ARD-/ZDF-Onlinestudie gibt dagegen nur 24 Millionen aktive Nutzer. Nach dem Social-Media-Blogger Christian Buggisch liegt die die Wahrheit irgendwo in der Mitte, also bei rund 26 Millionen Nutzer in Deutschland.

Für Unternehmen also ein definitives „Mus Have“. Das liegt daran, dass die Funktionalität hier sehr hoch ist. Hier wird gechattet, gepostet, gelikt und gefilmt. Alle Features von Web 1.O bis Web 4.0 sind hier auf Facebook destilliert.

Deshalb lässt sich ein Unternehmen hier umfassend und effizient multimedial darstellen. Die Interaktionen können reguliert und überwacht werden – ein Monitoring-Tool ist bei der einer Unternehmer-Facebookpage mitintegriert. Ebenso können zielgruppenspezifisch über ein Facebook-interner Filtersystem neue Kunden aus der direkten Umgebung angesprochen werden. Und, außerdem kann man mit einem überschaubaren Budget gezielt Werbeanzeigen schalten, die im Newsfeed von möglichen Angehörigen der Zielgruppe angezeigt werden. 200 bis 300 Euro pro Monat sollte man da investieren.

Auf der Pinnwand sind dann der Kreativität grundsätzlich keine Grenzen gesetzt. Aber, jeden Tag nur ein Bild auf Facebook oder einen Kommentar posten langweilt die meisten User. Es gibt so viele Möglichkeiten: Status, Bild, Link, Video, usw. Die ganze Bandbreite ist zu nutzen, um Likes zu generieren.

Viel wichtiger dabei: die User sollen animiert werden, den von Unternehmen geteilten Post zu teilen. Der entscheidende Punkt ist hier das sogenannte „Empfehlungsmarketing“ – die Mund zu Mundpropaganda via Facebook. Für Kleinunternehmen heißt das: auf der Facebook-Seite sollten nicht nur Produkte und Angebote beworben werden, sondern man sollte mit den Kunden in Kontakt treten wollen. Es sollte eine Selbstverständlichkeit sein, dass auf jede Anfrage und jeden Kommentar persönlich und ohne lange Umschweife geantwortet wird.

Instagram – der Foto-Sharing Dienst

Der Bilddienst der Sozialen Medien, lockt mit seiner Einfachheit: hier werden nur Bilder mit kleinen Bildunterschriften gepostet. Auch ist es möglich, bis zu 60 Sekunden lange Videos hochzuladen. Und – das klassische Social-Media-Konzept: User können andere User abonnieren und bekommen dann immer wieder die Pics der ausgewählten User angezeigt.

Der Vorteil liegt in der Reduzierung der Kommunikation auf die Bildsprache. Bilder werden schneller wahrgenommen – und zwar 60 000 Mal schneller als Texte. Ein flüchtiger Blick reicht, um uns einen ersten Eindruck zu machen und emotional einzusteigen.

Die Folge: visuelle Inhalte ermöglichen eine authentische und natürliche Kommunikation. Und das führt dazu, dass Follower sich stärker mit der Marke oder dem Unternehmen identifizieren.

Instagram lebt von authentischen und natürlichen visuellen Inhalten, was den Kanal sowohl für größere als auch kleinere Firmen zu einem interessanten Kommunikationsmittel macht.

Entscheidender greift hier also das „visuelle Storytelling“ beim Einsatz von Instagram für Unternehmen. Damit ist das Erzählen von Geschichten mit Hilfe von Fotos, Videos oder Illustrationen gemeint.

Der Vorteil von Instagram: die Statusmeldungen sind wesentlich intimer als Statusmeldungen und gesponserte Beiträge via Facebook. Produkte und Services lassen sich mittels Instagram auf ästhetische Art und Weise darstellen und emotional aufladen.

Das Wichtigste: auf Instagram rückt die verkäuferische Selbstdarstellung in den Hintergrund. Es geht um den Lifestyle und die Emotionen, für die die jeweilige Marke und die jeweiligen Produkte stehen.

Eine wichtige Rolle spielen hier die Bildqualität und das Bildmotiv. Das absolute „No Go“ – auf Instagram ist ein unnatürlich wirkendes und zu professionell inszeniertes Bild.

Mittlerweile bietet die „kleine Schwester von Facebook“ – Instagram wurde 2012 von Facebook aufgekauft – ein Business-Profil-Tool für Unternehmen an. Ähnlich wie bei Facebook können Unternehmen hier auf Statistiken zugreifen, um die Reichweite und Impressionen von Posts nachzuvollziehen. Außerdem gibt dieses Tool einen Überblich über die Entwicklung der Abonnentenzahlen und die tatsächlichen Klicks.

Twitter – der Mikrobloggingdienst

Der Mikrobloggingdienst ist eher in den analogen Medien beliebt als in der digitalen Social-Media-Welt – und wird von einem amerikanischen Politiker gerne genutzt. Schätzungsweise sind in Deutschland circa 1 Millionen Twitter-Nutzer aktiv am Start. 

Warum so wenig? Laut Christian Buggisch habe Twitter 2016 angegeben, dass in Deutschland 12 Millionen Twitteraccounts gebe. „Das sind aber sowohl die angemeldeten Twitter-Mitglieder als auch Nutzer, die sich Tweets nur ansehen, ohne eingeloggt zu sein. Und selbst die angemeldeten Nutzer sind selbstverständlich nicht alle aktiv, bei Twitter gibt es gefühlt Karteileichen ohne Ende“, bilanziert Buggisch.

Dennoch: trotz der geringen Userzahlen können kleine Unternehmen diesen Dienst für sich nutzbar machen. Allerdings: 140 Zeichen müsse für das Storytelling reichen. Bis auf die geringe Zeichenzahl sind die Möglichkeiten bei Twitter im Prinzip die Gleichen wie bei Facebook und Instagram.

Allerderdings kommt hier die Journaille als Multiplikator ins Spiel: hier sind viele Journalisten aktiv. Diese interessieren sich vielfach explizit für Fachinformationen oder Unternehmensnews und nutzen für die Recherche vermehrt Twitter.

Das gleicht die geringen Nutzerzahlen aus. Ein weiterer Vorteil: Twitter ist nicht so überlaufen wie Facebook. Ergo: Unternehmensposts gehen nicht so schnell unter.

Quelle: MR
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