Blockade von Internetseiten im sicheren Https-Modus unter Firefox

Blockade von Internetseiten im sicheren Https-Modus unter
Firefox
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Blockade von Internetseiten im sicheren Https-Modus unter Firefox

© Mozilla

Firefox lässt sie keine Seiten öffnen, die ohne https://-Protokoll verfügbar sind? Wir zeigen Ihnen, wie Sie diese Seiten dennoch aufrufen können.

Vorweggeschickt sei, dass die meisten Seiten Https durchaus unterstützen, manche kommen sogar mit Http und Https zurecht. Allerdings ist die Datenübertragung nur dann geschützt und verschlüsselt, wenn Sie den " Nur-Https-Modus" verwenden, den Firefox seit einigen Monaten bietet.

Mozilla hat mit der Version 83 von Firefox schon gegen Ende des Vorjahres den „erweiterten Sicherheitsmodus“ eingeführt. Damit soll sichergestellt werden, dass alle Verbindungen mit Websites nur über das Https-Protokoll laufen, das als sicher gilt. Wenn die Seite diesen Modus nicht unterstützt, erhalten Sie einen Sicherheitshinweis. 

Es gibt jedoch sowohl Internetseiten als auch Geräte in Ihrem Heimnetzwerk, die es nicht schaffen, verschlüsselt zu kommunizieren. Das bedeutet, dass die Erreichbarkeit mit der aktuellen Version von Firefox nicht gegeben ist. Sie erhalten eine Fehlermeldung angezeigt, die "Nur-HTTPS-Modus-Warnung: Sichere Verbindung nicht verfügbar" lautet.

So öffnen Sie vermeintlich "unsichere" Seiten

Wenn Sie sich sicher sind, dass von der Seite oder dem Gerät keinerlei Gefahr ausgeht - das wird dann der Fall sein, wenn Sie die Verbindung schon oft und problemlos verwenden konnten - wählen Sie die Schaltfläche "Weiter zur HTTP-Website". Damit deaktivieren Sie vorübergehend den Nur-Https-Modus, was natürlich Gefahren birgt: Die Verschlüsselung ist nicht mehr gegeben.

Sie können alternativ dazu für diese "unsicheren" Adressen Ausnahmen definieren. Das hat den Vorteil, dass Sie den grundsätzlich verwendeten Nur-Https-Modus nicht andauernd manuell deaktivieren müssen. Sie klicken also auf der betreffenden Seite auf das Schloss-Symbol, das Sie in der Adresszeile ganz links finden können. Damit schalten Sie den Nur-Https-Modus ab.

Zu den Einstellungen, in denen Sie den erweiterten Sicherheitsmodus ändern können, gelangen Sie, indem Sie im aktiven Firefox-Fenster die Alt-Taste betätigen. Danach klicken Sie in der Menüleiste auf "Extras" - "Einstellungen". Im Bereich "Datenschutz & Sicherheit" scrollen Sie nun ganz nach unten und können dort die gewünschten Änderungen vornehmen.

Aktuelle Browser im Vergleich:

  1. Was benutzen die Menschen?

    Durchschnittliche Anwender entscheiden oft nicht aufgrund objektiver Kriterien, sondern gehen gerne ihrem Gefühl nach. Bei der Verbreitung der Browser wirkt sich dies so aus, dass Edge seinen Marktanteil in Deutschland von 5 % im Jahr 2020 auf nun 13 % ausbauen konnte. Bei Firefox hingegen sinken die Nutzungszahlen, hierzulande sind es nun "nur" noch 20 % Verbreitung (einst war Firefox sogar Marktführer unter den alternativen Browsern). Einen technisch belastbaren Grund dafür gibt es nicht.

    Ganz klar an erster Stelle sitzt Googles Chrome-Browser: Gute 50 % schnappt sich der Browser, was im weltweiten Vergleich sogar noch recht niedrig ist. Opera und Vivaldi machen die letzten Prozentpunkte unter sich aus. Nicht einbezogen haben wir Apples Safari, da der Browser für Windows schon seit einigen Jahren nicht mehr im Programm ist. Ohnehin zeigt sich Apple bei der Weiterentwicklung des Programms nicht besonders enthusiastisch.

  2. Trügerische Vielfalt

    Ganz so unterschiedlich wie vermutet fallen die Nutzungswerte übrigens nicht aus. Denn: Vier der fünf Browser (Edge, Chrome, Vivaldi und Opera) basieren auf dem Open-Source-Projekt Chromium, das technische Grundgerüst ist oft also identisch. Nur Firefox geht einen eigenen Weg. Das ist nicht zwingend schlecht, vor allem Webseitenentwicklern erleichtert dies die Arbeit. Außerdem unterscheiden sich die Funktionen oder auch der Datenschutz noch immer deutlich.

    Edge nutzte bis zum letzten Jahr noch die eigene Edge-HTML-Engine, man wechselte dann aber aufgrund von Kompatibilität und Performance zur Chromium-Konkurrenz. Im Hinblick auf die Leistung war dies eine gute Entscheidung, wenngleich es schade ist, dass die Vielfalt unter den Browsern nun einen weiteren Hieb bekommen hat.

  3. Leistungsvergleich: keine Überraschungen

    Um die Performance der unterschiedlichen Browser zu messen, haben wir sie durch sechs bekannte Benchmarks gejagt. Zum Einsatz kamen JetStream, das JavaScript testet, Ares für den Test neuer JavaScript-Funktionen, MotionMark für die Grafikperformance, Speedometer für Web-Applikationen und letztendlich noch WebXPRT 3 sowie BaseMark, die sich beide typische Alltagsaufgaben unter den Nagel reißen.

    Wenig verblüffend ist dabei, dass Chrome, Opera, Vivaldi und Edge fast identisch abschließen. Das liegt daran, dass die Engine - wie bereits erwähnt - dieselbe ist. Firefox schließt in vier Messungen leicht hinter der Konkurrenz ab, in zwei Bereichen punktet der Browser hingegen. Ob diese Abweichungen in der Praxis wirklich spürbar sind, ist eine ganz andere Sache, denn meistens reden wir hier von Differenzen im Bereich von Millisekunden. Ohnehin wählen die meisten Anwender auch nach subjektivem Gefühl aus.

  4. Die Tab-Menge macht den Unterschied

    Im Leerlauf, ohne geöffnete Tabs, brauchen aktuelle Browser praktisch keine CPU-Leistung und sehr wenig RAM. Dies ändert sich bei intensiver Nutzung: 15 Tabs auf bekannten Webseiten sorgen für bis zu 2 GB belegten Arbeitsspeicher. Wer beispielsweise einen Laptop mit 4 GB RAM besitzt, fordert sein Gerät damit schon sehr stark. Den Browsern selbst ist dies kaum anzulasten, da die Belastung von den Webseiten ausgeht. PC-Nutzer können einfach mehr RAM nachrüsten, Laptop-Anwender müssen andere Lösungen für das Dilemma finden.

  5. Sicherheit und Darstellung der Browser

    Kein Browser setzt das aktuelle HTML5 und CSS3 perfekt um. Kleine Makel führen dazu, dass Webseiten nicht korrekt dargestellt werden. Über 95 % Kompatibilität mit den wichtigsten Web-Standards kommt kein Browser hinaus. Auch hier gilt, dass Edge, Opera, Chrome und Vivaldi die Spitze bilden, die meisten Webseiten werden damit problemlos dargestellt. Firefox holt auf und bringt es auf 92 % in HTML5. Außerdem reicht es sogar für den Sieg in CSS3.

    Sehr gut schneidet Firefox hingegen beim Datenschutz ab. Die Sicherheitssoftware Browseraudit zeichnet Firefox mit deutlichem Abstand als Gewinner aus, wenn es um die Sicherheit der eigenen Daten geht. Dies deckt sich mit dem Ergebnis des BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik), das 2019 Firefox ebenfalls als sichersten Browser kürte. Wohlgemerkt beziehen sich diese Resultate auf die Browser mit ihren Standardeinstellungen. Wenn Sie die Settings selbst angleichen, verändern Sie das Verhalten der Browser und damit auch die Sicherheit.

  6. Chromium-Browser schneiden schlecht ab

    Immerhin: Firefox bietet einen eingeschränkt wirksamen Nutz gegen Tracking der Nutzer. Dass dies trotzdem für den Sieg reicht, liegt daran, dass alle Chromium-Browser noch schlechter sind. Auch ohne Cookies ist es Webseitenbetreibern möglich, Sie anhand des Browsers zu identifizieren. Wie sich dies in Zukunft entwickeln wird, bleibt abzuwarten, da Google den klassischen Cookies demnächst den Kampf ansagen wird. Der Alternative in Form von FLoCs soll sicherer sein, wenngleich Datenschützer bislang skeptisch reagieren. Bis FLoCs verbreitet sind, wird allerdings noch ein wenig Zeit vergehen.

  7. Verfügbarkeit und Funktionen

    Die meisten Browser stehen heute plattformübergreifend für alle erdenklichen Plattformen zur Verfügung - also Windows ebenso wie macOS, Linux und auch Android und iOS. Nur von Vivaldi gibt es bislang keine Version für das iPhone. Besonders große Schritte unternimmt Opera: Der Browser existiert für Android gleich in drei Varianten für die normale Nutzung, die optimierte Touch-Bedienung und in der Mini-Version, um den Datenverbrauch unterwegs zu reduzieren. Bei der Synchronisation macht Opera ebenfalls viel richtig. Dort reicht ein QR-Code aus, um die Daten zwischen zwei Geräten auch ohne Account synchron zu halten. Alle anderen Browser bringen aber ebenfalls weitreichende Optionen für die Synchronisation mit, einen echten Verlierer gibt es in dieser Kategorie nicht.

    Opera verzichtet allerdings auf unterschiedliche Profile und ein Lesemodus für Webseiten fehlt ebenfalls. Dafür punktet man mit einem eigenen VPN-Dienst. Merkwürdig: Chrome beherrscht den Lesemodus, aktivierbar ist er aber nur über die Kommandozeile. Damit bleibt er für 99 % der Nutzer außen vor. Dies ist umso seltsamer, da Edge beispielsweise den Lesemodus mitbringt - und die Engine dieselbe ist. Passwortmanager und PDF-Viewer hingegen haben sich als Standard etabliert, kein Browser verzichtet darauf.

  8. Add-ons und praktische Funktionen

    Einen Schritt weiter als der Rest geht Edge beim Thema PDF, denn hier ist ein Editor gleich integriert, um weitreichende Änderungen an den Dokumenten vorzunehmen. Für den durchschnittlichen Anwender interessant könnten hingegen Opera und Vivaldi sein: Dort lassen sich diverse soziale Netzwerke, WhatsApp, Streamingdienste und ähnliche Funktionen in eine Seitenleiste integrieren. Der mühsame Blick aufs Smartphone entfällt somit oftmals (und Sie kommen in den Genuss einer echten Tastatur).

    Jene Seitenleiste erfährt ohnehin gerade ein kleines Comeback, um Tabs anzuordnen. Untereinander lassen sich wesentlich mehr Tabs gleichzeitig anlegen im Vergleich zur Sortierung in der oberen Registerleiste. Edge beherrscht dies von Haus aus, Firefox beispielsweise benötigt ein Add-on wie Sidebar.

    Beim Thema Add-ons ist der Fokus auf nur eine Engine ebenfalls ein Vorteil. Die allermeisten Erweiterungen im Webstore von Chrome sind mühelos auch mit allen anderen Chromium-Browsern kompatibel. Nur Firefox tanzt hier aus der Reihe, allerdings bietet auch dieser Browserentwickler einen sehr gut gefüllten Store für Add-ons an. Mit den Grundfunktionen müssen sich Nutzer somit in keinem Browserlager zufriedengeben.

  9. Ähnliche Bedienung mit Unterschieden

    Die letzte Disziplin ist vor allem eine Frage der Gewohnheit. Denn: Moderne Browser ähneln sich untereinander recht stark. Wer noch nie Opera genutzt hat und das Programm installiert, wird sich sofort zurechtfinden und die Software anstandslos nutzen können. Das hat den Vorteil, dass Sie problemlos hin und her wechseln können, um einen neuen Browser zu testen. Wenn es um eine bestimmte Detailfunktion geht, kann es sein, dass Sie ein wenig suchen müssen - doch die meisten Browser bringen heute eine Suchfunktion in ihren Einstellungen mit. Auch neue Nutzer bekommen in der Regel mit keinem der Programme ein Problem.

    Problematisch wird die simultane Nutzung mehrerer Browser nur bei der Synchronisation. Firefox auf dem Notebook verbindet sich natürlich nicht mit Vivaldi auf dem Smartphone. Falls Ihnen diese Funktion wichtig ist, werden Sie indirekt also trotzdem zur Nutzung des gleichen Browsers auf ihren Geräten gezwungen.

Quelle: In Zusammenarbeit mit PC-Welt
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