„Es war einmal“: Diese Technik-Größen sind Geschichte

„Es war einmal“: Diese Technik-Größen sind Geschichte
Wir haben für Sie ehemalige Technik-Riesen zusammengestellt, deren Zeit abgelaufen ist!
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„Es war einmal“: Diese Technik-Größen sind Geschichte

Wir haben für Sie ehemalige Technik-Riesen zusammengestellt, deren Zeit abgelaufen ist!

© Fotolia.com/Andrey Popov

Die Geschichte ist reich an Technikunternehmen, die einst marktbeherrschend waren, aber dennoch verschwanden. Wir präsentieren einige dieser Firmen, deren Zeit abgelaufen ist.

Das sind die Technik-Riesen vergangener Tage:

  1. Wang 

    Die Firma Wang revolutionierte in den 1970er Jahren die Texterstellung mit seinen automatisierten Textverarbeitungsrechnern. Der Text wurde hierbei auf ein Band gespeichert, sodass Seiteninhalte verändert werden konnten, ohne diese aufwendig neu zu erstellen. Alsbald stellte das Unternehmen seine Rechner in Massen her. In Konsequenz war das fokussierte Office-Informationssystem von Wang in den 1980er Jahren in 80 Prozent der größten Unternehmen vertreten. Das Ende der Firma läutete der Gründer An Wang jedoch selbst ein. Ausschlaggebend dafür war dessen Rivalität mit IBM, die dazu führte, dass sich Wang nicht mit den aufkommenden IBM-kompatiblen PCs auseinandersetzte. Infolgedessen verdrängten die vielseitig einsetzbaren PCs die Textverarbeitungsrechner von Wang und das Unternehmen ging im Jahr 1992 schlussendlich bankrott.
  2. Netscape 

    Der Name "Netscape" ist eng verbunden mit der Frühphase des Internets. Denn abseits der akademischen Welt war der Netscape Navigator der vorherrschende Browser Mitte der 1990er Jahre. Beispielsweise griffen 70 bis 80 Prozent der Nutzer im Jahr 1996 auf die Dienste des Netscape-Browsers zurück. Wie die Geschichte mittlerweile bereits mehrfach zeigte, ist der Markt für Browser potenziell kurzlebig. Denn bereits im Jahr 1998 musste der Navigator seine Stellung zugunsten des Internet Explorers von Microsoft räumen und im Jahr 2002 rutschte der Marktanteil von Netscape in den einstelligen Bereich ab. Allerdings büßte der Internet Explorer etwas später - mit Erscheinen von Firefox - ebenfalls an Marktanteilen ein.
  3. IBM als PC-Hersteller

    Im Jahr 1981 stieg IBM mit seinem PC in das Rennen um den Mikrocomputer-Markt ein. Entgegen den Erwartungen der eigenen Manager war IBM hierbei außerordentlich erfolgreich. So wurde bereits im Jahr 1983 ein Viertel des Markts von IBM abgedeckt, während Apple das Nachsehen hatte und sich vorerst geschlagen geben musste. Der Erfolg von IBM als PC-Hersteller war aber nur von kurzer Dauer. Denn das Design dieses PCs, welches fast ausschließlich auf handelsüblichen Teilen basierte, um das Gerät schnell in den Markt einzuführen, wurde alsbald von den Kunden abgelehnt. Hinzu kam das Problem, dass BIOS nicht von IBM, sondern von einem Konkurrenten produziert wurde. In den folgenden Jahren schossen PC-Klone wie Pilze aus dem Boden und IBM musste sich aus dem PC-Markt zurückziehen. Dennoch existiert IBM weiterhin, allerdings nicht mehr als PC-Hersteller. Einen Sieg kann IBM dennoch für sich beanspruchen, denn der interne Aufbau des IBM-PCs ist zum Industriestandard geworden.
  4. WordPerfect 

    Zu der Zeit, als MS-DOS das bestimmende Betriebssystem auf PCs war, dominierte WordPerfect von WordPerfect Corporation den Markt für Textverarbeitungsprogramme. Denn in den 1980er und frühen 1990er Jahren konnte WordPerfect seine Konkurrenten in Sachen Benutzerfreundlichkeit und Leistung mit Leichtigkeit ausstechen. Im Zuge der wachsenden Bedeutung von Windows als Betriebssystem verlor WordPerfect aber den Anschluss an andere Programme. Erst nach Jahren wurde eine funktionale Windows-Version von WordPerfect veröffentlicht. Allerdings waren zu dieser Zeit dessen Tastaturkürzel von Windows-Standards überschrieben worden. Dabei kursiert das Gerücht, Microsoft habe in Windows versteckte APIs genutzt, um Word einen Vorteil zu verschaffen. Mittlerweile findet WordPerfect nur noch in Nischenmärkten, wie zum Beispiel in Anwaltskanzleien Verwendung. Den Markt für Textverarbeitungsprogramme konnte Word für sich gewinnen, mit Ausnahme der kostenlosen Konkurrenten LibreOffice und OpenOffice.
  5. Sun Microsystems

    Um die Jahrtausendwende war Sun Microsystems eines der bestimmenden Technikunternehmen. So erzielte die Firma im Jahr 2000 nicht nur Rekordgewinne, auch ihr Börsenkurs erreichte einen Höchststand. Denn die Produkte von Sun Microsystems wie Java-Inhalte, SPARC-Server oder Solaris waren gefragt. Ihre Einkaufstouren finanzierte die Firma allerdings mit Geld aus der Finanzblase, die bekanntermaßen nach der Jahrtausendwende platzte. Des Weiteren war es nun möglich, mit x86-Linux-Servern zu arbeiten, die nur einen Bruchteil der Kosten erzeugten. Zuletzt war Java, in das Sun Microsystems investiert hatte, im Internet als kostenloser Download verfügbar. Es ergab daher wenig Sinn, weiterhin die Produkte von Sun Microsystems zu erwerben. Im Jahr 2009 wurde das marode Sun Microsystems letztendlich von Oracle aufgekauft.
  6. RIM 

    Bevor Apple mit seinem iPhone den Markt für Smartphones durcheinanderwirbelte, war RIM das beherrschende Unternehmen. Dementsprechend gingen die RIM-Ingenieure auch zunächst von einem Bluff aus, als Steve Jobs das erste iPhone und dessen Funktionen vorstellte. Ein Smartphone könne niemals mit der damaligen Batterietechnik die versprochenen Aufgaben erfüllen. Allerdings irrte sich RIM an dieser Stelle gewaltig. Denn bevor das Unternehmen sein veraltetes Betriebssystem aktualisieren konnte, marginalisierten Fortschritte bei der Akkutechnik und 3G-Netzwerke die Marktposition von RIM.
  7. Myspace

    Myspace wurde zu Beginn der 2000er Jahre entwickelt und war für einige Zeit die bestimmende Social-Media-Plattform. So überholte Myspace schon kurz nach seinem Start den damaligen Social-Media-Pionier "Friendster". Besonders unter Amateur- und Profi-Musikern erfreute sich die Seite großer Beliebtheit. Die Euphorie über den Erfolg von Myspace hielt aber nur kurz an und im Anschluss ging laut Chris DeWolfe, dem Mitbegründer der Plattform, "alles schief". Das Problem lag dabei im ColdFusion-Code, der Myspace zugrunde lag. Dieser ermöglichte zwar einen einfachen Start in das Internet, erschwerte aber die Erweiterung und Optimierung der Plattform wie etwa durch Spamfilter. Nutzer von damals werden sich noch an ihre Gästebucheinträge erinnern. Hinzu kam noch der ökonomische Druck auf Myspace, Gewinne zu erwirtschaften, woraufhin die Seite mit Werbung überladen wurde.
  8. Atari

    Atari läutete mit seinen Spielkonsolen wie dem Atari 2600 die Ära der Videospiele ein. Klassiker wie Space Invaders erhielten auf diesem Weg in den 1980er Jahren Einzug in die Kinderzimmer. Darüber hinaus war Atari bis in die frühen 1990er Jahre der Computer für Musikproduktion. Das eigene Ende wurde dann von Atari selbst eingeleitet. Denn die besten Programmierer verließen das Unternehmen aufgrund zu geringer Löhne. Dies nutzten andere Konsolen- und PC-Hersteller aus und verdrängten Atari daraufhin vom Markt.
  9. Sony

    Sony machte sich in den 1980er und frühen 1990er Jahren mit seinem "Walkman" einen Namen, einem mobilen Abspielgerät für Kassetten. Das Gerät erhielt gewaltigen Zuspruch und Sony verdiente ein Vermögen. Der Nachfolger Discman wurde zwar auch gut angenommen, allerdings versäumte es Sony, einen digitalen Nachfolger für MP3s zu entwickeln. Diese Lücke wurde von Apples iPod ausgefüllt und Sony verlor in den folgenden Jahren an Bedeutung. Außerdem bereiten immer wieder massive Hackerangriffe dem Unternehmen seit Jahren Probleme.
Quelle: In Zusammenarbeit mit PC-Welt
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