Vintage-Stil: So bauen Sie Ihren eigenen Bluetooth-Lautsprecher

Vintage-Stil: So bauen Sie Ihren eigenen Bluetooth-Lautsprecher
Bluetooth-Lautsprecher sind praktisch, aber oft hässlich. Mit ein paar Tricks bauen Sie Ihr eigenes Bluetooth-Radio mit toller Optik.
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Vintage-Stil: So bauen Sie Ihren eigenen Bluetooth-Lautsprecher

Bluetooth-Lautsprecher sind praktisch, aber oft hässlich. Mit ein paar Tricks bauen Sie Ihr eigenes Bluetooth-Radio mit toller Optik.

© PC-WELT
02.04.2017 - 05:38 Uhr

Bluetooth-Lautsprecher sind praktisch, sehen aber oft wenig ansprechend aus. Mit ein paar Modifikationen lässt sich aber ein eigenes Bluetooth-Radio mit toller Optik bauen.

Dank Smartphones ist es heutzutage ein Leichtes, immer und überall gute Musik zu genießen. Eine Verbindung zwischen Handy und Lautsprecher ist innerhalb kürzester Zeit hergestellt und schon erschallen die schönsten Melodien im Garten, im Keller oder im Bad. Besonders praktisch: wenn der verwendete Lautsprecher akkubetrieben und somit flexibel ist. Allerdings lassen gerade bei günstigen Lautsprechern das Design und die Soundqualität zu wünschen übrig. Da wäre es doch schön, die in großen Mengen verfügbaren Radios und Lautsprecher früherer Zeiten umzubauen und eine optimale Verschmelzung aus neuer Technik und Retro-Look herzustellen. Als Ergebnis kommt ein Retro-Bluetooth-Radio heraus.

So bauen Sie Ihren eigenen Bluetooth-Lautsprecher im Vintage-Stil:

  1. Das wird für den Umbau benötigt

    Wichtigste Utensilien für den Umbau sind ein akkubetriebener Bluetooth-Lautsprecher und ein tragbares Radio im gewünschten Stil. Ebenfalls entscheidend sind eine zuverlässige Batterie und ein sehr gutes Klangerlebnis. Wir verwenden für unseren Umbau eine 3.7-Volt Lithium-Batterie, die wir aus einem Handy ausbauen, das nicht mehr benötigt wird. Sie ist mit 3.500 mAh ungefähr siebenmal so leistungsstark wie die Lautsprecherbatterie, es stehen ungefähr zehn Stunden Musikgenuss am Stück zur Verfügung. Somit hält der Lautsprecher zwischen zwei Ladevorgängen ungefähr genauso lange durch wie ein handelsübliches Smartphone oder ein entsprechender Player.
  2. Als Lautsprecher kommt eine ausrangierte Komponente aus einem Surroundsystem zum Einsatz. Es wäre natürlich möglich, den Lautsprecher des Radios zu verwenden. In Sachen Soundqualität kann dieser aber mit dem Lautsprecher aus der Surround-Anlage nicht mithalten. Die eingeschränkte Klangqualität ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass der Radiolautsprecher für ein halbes Watt ausgelegt ist. Selbst sehr günstige Bluetooth-Lautsprecher besitzen bereits eine höhere Leistung.
  3. Das Radio professionell auseinandernehmen

    Früher wurden tragbare Radios zumeist im sogenannten Muschel-Stil gefertigt und besitzen somit ein ganz eigenes Gehäuse-Konzept. Üblicherweise lässt sich der rückwärtige Teil leicht abnehmen, damit die Batterie mühelos ausgewechselt werden kann. Demgegenüber waren die Batterien in Röhrenradios oft so verbaut, dass der Deckel beim Wechsel geöffnet werden musste. Bei unserem Modell wird die Batterie über die Unterseite erreicht. Bei anderen kommt man nicht um eine komplette Entfernung der Außenhülle herum. Hinzu kommt, dass bei der Montage älterer Radios oft Nieten und Stifte zum Einsatz kamen und nicht wie heute Kunststoffklemmverbindungen oder Schrauben.
  4. Deswegen ist bei der Demontage höchste Vorsicht geboten, damit keine essenziellen Teile abbrechen oder das Zusammenbauen am Ende nur noch provisorisch möglich ist. Die Befestigung des Lautsprechers erfolgt üblicherweise am Gehäuse oder am Chassis, gelegentlich auch an beidem. Vor der Demontage sollte genau geprüft werden, wie dies bei dem vorliegenden Modell gelöst ist. In unserem Fall haben wir bei allen Verbindungen, die sich nur schwer trennen ließen, etwas Kriechöl verwendet. Danach war das Problem zumeist gelöst.
  5. Der Ausbau des Lautsprechers

    Vor dem Umbau muss darauf geachtet werden, dass der Lautsprecher die richtige Einbaugröße hat und mit dem Verstärker kompatibel ist. Wir haben uns für einen Breitband-Lautsprecher entschieden, der die standardisierten Bohrlöcher besitzt, die auch bei dem alten Modell verwendet wurden. Außerdem ist entscheidend, dass die Außenkanten des zu verbauenden Lautsprechers bei der Gehäusemontage keine Behinderung darstellen. Uns war zudem wichtig, dass wir das alte Gitter wiederverwenden und vor den neuen Lautsprecher montieren können. Dass das alte Chassis weiterverwendet wird, hat unter anderem den Grund, dass sich daran der Ein-/Aus-Schalter befindet, sowie andere Schalter, die fortan dekorative Zwecke erfüllen.
  6. Wir haben uns für einen Breitband-Lautsprecher mit 3-5 Watt Leistung entschieden, da Bluetooth-Lautsprecher in der Regel mit einem 3-Watt-Lautsprecher versehen sind. Damit also der neue Lautsprecher im Einsatz nicht beschädigt wird, muss auf die Leistungsaufnahme besonders geachtet werden. Das ist zudem einer der Gründe, warum die originalen Modelle nicht weiter verwendet werden. Passende Geräte gibt es im örtlichen Elektroladen, doch auch auf dem Flohmarkt sind häufig geeignete Modelle zu bekommen. Beim Kauf sollte der alte Lautsprecher zur Hand sein, damit unter anderem die Einbaumaße verglichen werden können.
  7. Stereosound und Monobetrieb in Einklang bringen

    Bei unserem Projekt kommt ein vergleichsweise preiswerter Bluetooth-Lautsprecher samt eingebautem Verstärker zum Einsatz. Zu beachten ist, dass Langwellen-Radios in der Regel nur für Mono-Sound ausgelegt sind und entsprechend nur einen einzigen Lautsprecher besitzen. Wenn auch weiterhin nur ein Lautsprecher verwendet wird, kann es bei dem Versuch, zwei Stereo-Kanäle darüber zu portieren, zu Problemen kommen. Ein Zusammenschalten der Stereo-Kanäle ist auch nicht ohne Weiteres möglich, da hierdurch der Schutzschalter des Verstärkerchips aktiviert wird. Verzichten wir hingegen auf einen der Kanäle, ist die Soundqualität wenig zufriedenstellend. Deswegen nutzen wie eine Überträgereinheit zur professionellen Bündelung der Kanäle.
  8. Der Bluetooth-Speaker wird auseinandergebaut

    In der Regel setzt sich ein Bluetooth-Lautsprecher aus den Komponenten Bluetooth-Receiver, Lithium-Batterie, Ladeeinheit, Digitalverstärker und Status-LED zusammen. Um Verzerrungen zu vermeiden, verfügt der Digitalverstärker zudem über einen 3-Watt-Klasse-D-Chip. Wir öffnen den Lautsprecher und zerlegen ihn in ebendiese Einzelteile.
  9. Die Leistung der Batterie optimieren

    Lithium-Batterien müssen unbedingt sorgfältig gelagert werden, damit keine Explosionsgefahr besteht. Außerdem sollten nur jene Nutzer mit solchen Batterien hantieren und experimentieren, die sich damit wirklich gut auskennen. Alle anderen sollten sicherheitshalber auf den Original-Akku des verwendeten Geräts zurückgreifen. Der von uns verwendete Akku stammt ursprünglich aus einem Handy. Diese sind online gebraucht günstig zu haben, da Handys eher einem Defekt unterliegen als die darin verbauten Akkus. Da die Plastikabdeckung meist nur angeklebt ist, lässt sie sich üblicherweise mit den Fingernägeln entfernen. Beim Austausch ist darauf zu achten, dass die neue Batterie über eine Ladeeinheit verfügt, wenn das bei der alten Batterie ebenfalls der Fall war. Anderenfalls ist der neue Akku nicht nutzbar.
  10. Die Polarität lässt sich mit einem Voltmeter mühelos testen. Die Drähte sollten so verlötet werden, dass der vom angezeigte Wert 3,7 Volt beträgt. Die Lötfahnen müssen ebenfalls an den neuen Akku angepasst werden, was sich nicht auf den angezeigten Wert auswirken sollte. Gegebenenfalls sind zwei Lötfahnen vorhanden, die einmal zur Batterie und einmal zur Ladeeinheit reichen. Für dieses Projekt wird die Fahne benötigt, die zur Ladeeinheit geht. Sobald dieser Schritt geglückt ist, wird die Batterie an die Bluetooth-Platine angeschlossen und das USB-Kabel eingesteckt. Im Idealfall leuchtet die Ladeleuchte jetzt auf und nach etwa einer Stunde ist die Batterie aufgeladen. Wenn das funktioniert, arbeitet die Ladeeinheit nach Wunsch. Nach dem Ladevorgang kann das Gerät mit dem Musikplayer verbunden und Musik abgespielt werden.
  11. Die LEDs umbauen

    Dieser Schritt ist optional, aber sehr hilfreich. Die LEDs sind eine verlässliche Anzeige dafür, ob eine Verbindung zwischen Musikwiedergabegerät und Lautsprecher besteht und ob der Ladevorgang reibungslos abläuft. In dem von uns verwendeten Bluetooth-Lautsprecher befinden sich eine rot-blaue LED, die über den Status informiert, und eine rote LED, die anzeigt, ob das Gerät geladen wird. Für das Lösen der LEDs von der Platine empfiehlt sich ein besonders feiner Lötkolben. Anschließend wird ein längerer Draht angelötet, über den die LEDs vorne an dem neuen Radio angebracht werden können. Die LEDs müssen unbedingt richtig herum angelötet werden, da sie sonst nicht leuchten.
  12. Eine Gummitülle in der Frequenzskala dient bei unserem Modell als Möglichkeit, die LEDs anzubringen. Um die Tülle befestigen zu können, muss dafür gesorgt werden, dass der Frequenzskalenzeiger nicht mehr vorhanden ist. Anschließend wird Epoxidharz verwendet, um die LED am gewünschten Platz anzubringen. Das muss sehr sorgfältig gemacht werden, damit sich die Lampe nicht von selbst löst. Nach dem Umbau muss zunächst getestet werden, ob die Funktionsfähigkeit des Geräts nach wie vor gegeben ist. Falls nicht, müssen die Drähte kontrolliert werden. Eventuell ist beim Umbau ein Kurzschluss aufgetreten. Wer für einen möglichst authentischen Look sorgen möchte, der sollte das Glas über der Frequenzskala beim Umbau nicht reinigen.
  13. Wissenswertes zum Schalter und zu den Ladeoptionen

    Wer nicht noch mehr an dem Gerät herumbasteln will, kann sich mit einer einfachen, aber uneleganten Lösung zufriedengeben: Zum Laden wird das Gehäuse des Radios entfernt und das Laden erfolgt über ein USB-Kabel, das an der Platine angebracht wurde. Viel eleganter ist hingegen, den Ein- und Ausschalter des Radios weiter zu nutzen und es mit einer zusätzlichen Ladebuchse im Gehäuse zu versehen. Das Chassis bietet zwei Knöpfe, von denen einer sowohl als Ein- und Ausschalter als auch als Frequenzsucher dient. Der andere wird zur Regulierung der Lautstärke verwendet.
  14. Welcher Knopf für welche Aufgabe gedacht ist, lässt sich mit einem Multimeter leicht herausfinden. Jetzt werden die alten Drähte entfernt und zwei neue angebracht. Diese müssen lang genug sein, um als Verbindung zwischen Platine, Batterie und Bluetooth-Einheit dienen zu können. Diese Drähte werden mit den Lötfahnen der Batterie verbunden. Zu diesem Zweck wird einer der Drähte von der Batterie in der Mitte durchgeschnitten und von der Isolierung befreit. Anschließend werden die beiden Drähte des Schalters einmal mit der Batterie und einmal mit dem noch freien Draht der Platine verbunden.
  15. Am Bluetooth-Modul befindet sich ein Schalter. Dieser wird auf "EIN" gestellt. Solange diese Einstellung erhalten bleibt, kann der Schalter zum Ein- und Ausschalten der Bluetooth-Einheit verwendet werden. Für das Laden wird hingegen eine "weibliche" Ladebuchse aus Metall an der rückwärtigen Seite des Gehäuses befestigt, was einen deutlicheren Retro-Look kreiert als ein Mini-USB-Anschluss. Außerdem kommt anstelle des Steckers ein Niedervolt-Steckverbinder zum Einsatz.
  16. Wenn das Mini-USB-Kabel entfernt wird, sollte aber ein kleines Kabelstück am Stecker verbleiben. Das erleichtert das Anlöten an die Buchse und die Verbindung zur Bluetoothplatine. Wichtig ist, dass der Olus-Draht (weiß) mit dem Ceter Pin der Ladebuchse in Verbindung kommt. Es ist wichtig, dass die Drähte nicht vertauscht werden und dass kein Kurzschluss entsteht. Ansonsten kann die Platine irreparabel beschädigt werden.
  17. Sobald dies geschehen ist, kann das umgebaute, akkubetriebene Radio mittels des alten Schalters ein- und ausgeschaltet werden. Wenn die Verlötung und Verkabelung richtig vorgenommen wurde, ist das Radio auch dann im Einsatz, wenn es über das Netzteil mit dem 220-Volt-Netz in Verbindung steht. Wenn dies der Fall ist, lässt sich über den Schalter regeln, ob die Batterie aufgeladen werden soll.
  18. Das neue Gerät testen und zusammensetzen

    Wenn all diese Schritte durchgeführt wurden, keine wichtigen Teile übrig geblieben sind und das Radio beim Schütteln nicht klappert, sollte ein erster Testlauf gestartet werden. Hier zeigt sich nun, ob alles so funktioniert, wie gewünscht. Wenn das Radio kurzzeitig besonders laut eingestellt wird, können eventuelle Störgeräusche besonders gut erkannt werden. Wenn alles nach Wunsch funktioniert, kann das Gerät zusammengebaut werden. Wenn man die Batterie und die Platine mittels Epoxidharz auf ein Blech klebt, das auf die Maße des Radios zurechtgeschnitten wurde, kann die gesamte Konstruktion besonders gut im Radiogehäuse verklebt werden.
  19. Dem Gerät neue Füße verpassen

    Oft machen die Füße eines alten Radios nicht mehr viel her. Deswegen ist es sinnvoll, die Reste vorsichtig zu entfernen, die Schrauben herauszudrehen und neue schraubbare Gummifüße aus dem Elektrofachhandel anzubringen. Solche Füße sind in unterschiedlichen Farben erhältlich. Es empfiehlt sich, Modelle zu wählen, die stiltechnisch zum Look des Radios passen.
  20. Das neue Gerät vollständig montieren und einsetzen

    Wenn alle Tests erfolgreich abgeschlossen wurden und das Epoxidharz getrocknet ist, kommt die Zeit des Ein- und Zusammenbaus. Im Gehäuse befindet sich ausreichend viel Platz, um die Platine und den Akku darin unterzubringen. Es ist dennoch ratsam, zunächst zu testen, ob das Radio nach dem Einbau wieder verschlossen werden kann. Sobald die Montage beendet ist, kann das Projekt erfolgreich abgeschlossen werden. Mit vergleichsweise geringem Aufwand und kostengünstigen Mitteln ist es gelungen, einen alten, fast schrottreifen Radio in einen Bluetooth-Lautsprecher zu verwandeln.
  21. Die simple aber dennoch hocheffiziente Technik im Inneren ist mit bloßem Auge nicht zu erkennen. Jetzt kann das Gerät beim Aufräumen im Keller, beim Relaxen auf dem Balkon oder auf Ausflügen in Parks und am Strand genutzt werden. Die Leute werden beeindruckt sein, dass sich ein solches Gerät mit dem Smartphone steuern lässt und dass es einen so exzellenten Sound von sich gibt.
Quelle: In Zusammenarbeit mit PC-Welt
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