Drei Tricks: So entfernen Sie Adware und Spyware zuverlässig

Drei Tricks: So entfernen Sie Adware und Spyware zuverlässig
Wir haben für Sie drei Tipps und Tricks zusammengestellt, wie Sie lästige Software von Ihrem Computer los werden!
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Drei Tricks: So entfernen Sie Adware und Spyware zuverlässig

Wir haben für Sie drei Tipps und Tricks zusammengestellt, wie Sie lästige Software von Ihrem Computer los werden!

© Fotolia/science photo
17.04.2016 - 11:02 Uhr

Adware wählt eine neue Startseite und blendet Werbung ein, während Spyware persönliche Nutzerdaten ausspioniert. Mit diesen Tricks lassen sich solche Programme vom Rechner löschen.

Die Gefahr von Adware auf dem Rechner ist deutlich größer als die, sich einen Computervirus einzufangen. Denn gegen die meisten Viren und Trojaner sind die Antivirenschutzprogramme der Computer gewappnet. Wenn sich jedoch Adware auf den Rechner verirrt, reagiert die Schutzsoftware hingegen meist nicht.

Das liegt daran, dass Adware nicht per se schädlich ist. Einige Funktionen solcher Programme, wie eine eigene Toolbar, werden von zahlreichen Nutzern im Gegenteil als ausdrücklich hilfreich eingestuft, weil sie zum Beispiel Informationen über das Wetter vermitteln. Allerdings führen solche Toolbars oft zu unerwünschten Effekten, wie dem Wechsel der Startseite, unverhältnismäßig viel Werbung oder einer veränderten Standardsuchmaschine. Deswegen genießen solche Toolbars häufig einen schlechten Ruf. Des Weiteren ist Adware gelegentlich im unteren rechten Teil der Menüleiste angesiedelt und öffnet von hier aus Pop-up-Fenster mit lästiger Werbung. Hierbei ist aber nicht immer klar ersichtlich, wer genau von welcher Adware profitiert.

In den meisten Fällen gelangt Adware über das Installationsprogramm von Freeware aus dem Internet auf den Rechner. Wenn der Punkt "Standardinstallation" ausgewählt wird, kommen die nervigen Tools mit auf den Computer. Es lohnt sich also, eine benutzerdefinierte Installation vorzunehmen. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, die Freeware " Unchecky" einzusetzen. Dieses kleine Programm fängt Programme ab, die sich im Gefolge anderer Programme auf den Rechner schleichen wollen.

Kleine Randbemerkung: Zu den sogenannten "Huckepack-Programmen", die sich mit anderen Dateien auf den Rechner stehlen, gehört in unserem Test eine Tuning Software, die sich nach jedem Neustart des Rechners automatisch öffnete und einen Systemscan anbot. Anschließend wurden alle als Adware erkannten Programme auf Wunsch komplett deinstalliert. Allerdings profitieren nur solche Nutzer von diesem Tool, die sich dafür entscheiden, eine Vollversion zu kaufen.

Es gibt aber auch kostenlose Möglichkeiten, um sich eigenständig von Adware und Spyware zu befreien und den eigenen Computer somit leistungsfähig zu halten. Im Folgenden finden Sie drei einfache Schritte, mit denen Sie unerwünschte Programme erkennen und sich von diesen befreien:

Die Deinstallation
Harmlose Adware lässt sich in der Regel leicht deinstallieren. Die Programmierer nutzen keine technischen Kniffe, um die Adware auf einem Rechner zu halten. Vielmehr gehen sie davon aus, dass die angebotene Werbung für den Nutzer so hilfreich ist, dass er die Adware freiwillig auf seinem Computer behält. Wer sich allerdings davon befreien will, sollte wissen, wie das geht.
Toolbars und andere Adware vom Rechner löschen
Die am häufigsten vorkommende Adware sind Toolbars. Hierbei ist zwischen Varianten zu unterscheiden, die direkt über den Browser gelöscht werden können, und solchen, die über die Systemsteuerung entfernt werden müssen. Um welche Art von Toolbar es sich jeweils handelt, erkennt man daran, ob sich die Funktionen der Toolbar im Browser löschen oder lediglich deaktivieren lassen. In diesem Fall handelt es sich um eine spezielle Form von Adware, die sogenannten Plug-ins. Diese lassen sich im Browser nämlich lediglich an- beziehungsweise abstellen, sie können aber nicht komplett vom Rechner entfernt werden. Im folgenden Beispiel soll die Toolbar "Elite Unzip" deinstalliert und alle damit verbundene Adware entfernt werden.

  1. Eine Deinstallation via Systemsteuerung
    Harmlose Adware tarnt sich nicht. Wenn Sie also in der Systemsteuerung nach ihr suchen, können Sie solche Programme über "Programme deinstallieren" leicht entfernen. Hierfür sollten allerdings alle Browser geschlossen sein. Außerdem besteht die Möglichkeit, über "Installiert am" nach kürzlich installierter Software zu suchen. Auf diese Weise werden leicht noch weitere Programme entdeckt, die unfreiwillig installiert wurden. Das Programm "Elite Unzip" ist unter genau diesem Namen in der Systemsteuerung zu finden.
  2. Eine Deinstallation im Browser
    Anschließend werden alle Browser dahingehend getestet, ob die zu löschende Toolbar bereits nicht mehr vorhanden ist. Denn in einigen Fällen kann es passieren, dass trotz erfolgreicher Durchführung von Schritt 1 die Toolbar in einigen Browsern noch auftaucht. "Elite Unzip" ist beispielsweise lediglich aus dem Internet Explorer verschwunden, in den anderen Browsern taucht sie aber noch auf. Hierbei ist zu beachten, dass eine Adware, selbst wenn sie nur in einem einzigen, selten verwendeten Browser verbleibt, von dort wieder in alle anderen Computerbereiche gelangen kann, sobald eben dieser Browser gestartet wird. Das gilt zwar nicht für die Beispiel-Adware, aber andere Programme tun dies schon. Eine sorgfältige Prüfung ist somit angeraten. Eine solche Kontrolle lässt sich wie folgt durchführen:
    Chrome: Wenn die Toolbar unter "Weitere Tools → Erweiterungen" auftaucht, muss sie dort gelöscht werden.
    Firefox: Wenn die Toolbar unter dem Menüpunkt "Addons" auftaucht, muss sie dort gelöscht werden. Es lohnt sich, auch die "Plugins" zu kontrollieren.
    Internet Explorer: Wenn die Toolbar unter dem Einstellungspunkt "Add-ons" auftaucht, muss sie dort entfernt werden.
  3. Wiederherstellung der Startseite
    Eine typische Eigenschaft von Adware ist, dass sie die Startseite verändert. Mit den folgenden Schritten wählen Sie Ihre Wunschseite wieder als Startseite aus.
    Chrome: In diesem Browser erfolgt die Auswahl der Startseite über "Weitere Tools → Einstellungen → Beim Start → Bestimmte Seite oder Seiten öffnen → Seite festlegen".
    Firefox: In diesem Fall erfolgt die Einstellung über die Menüpunkte "Einstellungen → Allgemein → Startseite".
    Internet Explorer: Hier wird die Startseite unter Einstellungen über "Internetoptionen → Startseite" festgelegt.
  4. Wiederherstellung der Suchmaschine
    Neben der Startseite sind oft auch die Suchmaschinen von der Adware betroffen. Auf folgende Weisen legen Sie Ihre Wunschsuchmaschine wieder fest.
    Chrome: Die Auswahl der Suchmaschine erfolgt hier über "Weitere Tools → Einstellungen → Suchen → Suchmaschine verwalten".
    Firefox: In diesem Browser wählen Sie Ihre Wunschsuchmaschine über "Einstellungen → Allgemein → Suchen → Standardsuchmaschine" aus.
    Internet Explorer: In den Einstellungen gibt es die Option "Add-ons verwalten → Suchanbieter". Hier muss die gewünschte Suchmaschine ausgewählt und als Standard definiert werden.
  5. Überprüfung der Ergebnisse
    Überprüfen Sie nach einem Neustart des Rechners, ob die Toolbar aus allen Browsern verschwunden ist und ihre Wunschstartseite und -suchmaschine immer noch als Standard definiert sind. Ist dies der Fall, war die Deinstallation der Adware erfolgreich. Ansonsten werden die folgenden Schritte nötig.

Adware eigenständig entfernenEs gibt Varianten von Adware, die sich zwar in der Systemsteuerung und im Browser löschen lassen, die aber nach einem Neustart wieder auftauchen. Für die Entfernung solcher Programme muss etwas tiefer im System geforscht werden. Hier werden von der Adware nämlich sogenannte Programmaufrufe versteckt, die dafür sorgen, dass sie selbst nach einer Deinstallation wieder aufgerufen wird. Mit Anti-Virus-USB-Sticks lassen sich solche Programme aufspüren und entfernen.

  1. Überprüfung der Startparameter im Browser
    In den meisten Fällen werden Browser über eine Verknüpfung auf dem Desktop oder der Menüleiste aufgerufen. Einige Arten von Adware sind in der Lage, diese Verknüpfung so zu manipulieren, dass sie hier eigene Urls eintragen. Der erste Schritt besteht somit darin, die Eigenschaften der Verknüpfung zu überprüfen. Unter dem Punkt "Ziel" wird der jeweilige Programmaufruf angezeigt. Wenn dieser manipuliert wurde, steht am Ende nicht so etwas wie "firefox.exe", sondern die Webadresse der Adware. Entsprechend wird diese bei jedem Anklicken der Verknüpfung aufgerufen, unabhängig von der definierten Startseite. Durch die Entfernung des Zusatzes und die Bestätigung durch "Ok" wird dieses Problem behoben.
  2. Den Dateinamen der Adware herausbekommen
    Dieser Schritt ist etwas schwierig, aber ungemein wichtig. Denn nur, wenn der Name der Adware bekannt ist, können alle damit verbundenen Programme und Verknüpfungen dauerhaft entfernt werden. Gelegentlich ist bereits der Name der Toolbar oder der Werbefenster ein Hinweis auf den Namen der Adware (z. B. Babylon oder Elite Zip). Ein erster Blick sollte auf das Startmenü fallen. Gelegentlich ist unter "Alle Programme" ein Starteintrag zur Adware zu finden, dessen Eigenschaften Aufschluss über den Speicherort der Adware geben. Ist dies nicht der Fall, muss der Windows Explorer hinsichtlich neuer, verdächtiger Verknüpfungen abgesucht werden.
    Taucht auch hier nichts auf, muss eine Dateisuche durchgeführt werden. Laufwerk C: muss komplett auf Dateien mit den Endungen *.exe und *.dll abgesucht werden. Die Ergebnisse sollten Sie nach dem Änderungsdatum sortieren. Nach der Durchführung der oberen Schritte dürfte es aber nur noch wenige Suchergebnisse geben. Diese Namen sollten Sie aufschreiben und im Internet nach ihnen suchen, um zu erfahren, ob diese Dateien tatsächlich Adware sind. Es muss unbedingt verhindert werden, wichtige Windows-Dateien zu löschen. In der Regel gibt es zu solchen Dateien aber ausführliche Informationen im Netz. Ist die richtige Datei gefunden, muss sie gelöscht werden. Dies ist oftmals erst nach einem Neustart des Systems nötig. Führen Sie zuvor aber unbedingt die folgenden Schritte durch, um einen erneuten Programmaufruf der Adware zu verhindern. Nach dem Neustart kann die Adware dann gelöscht werden.
  3. Überprüfung des Autostarts
    Mit dem Namen der Programmdatei kann der Autostart gezielt nach der Adware abgesucht werden. Hierfür empfiehlt sich zum Beispiel die Freeware Autoruns. In das Programm wird unter "Filter" der Name der Adware eingegeben. Die gefundenen Einträge lassen sich dann über "Strg D" löschen.
  4. Überprüfung der Registry
    Die Autostartmöglichkeiten wurden mit dem letzten Schritt erfolgreich getestet. Doch auch die Windows Registry bietet Adware Möglichkeiten, sich zu tarnen oder zu verstecken. Suchen Sie in der Registry daher nach der Adware und löschen sie alle mit ihr verbundenen Programme.
  5. Entfernung letzter Dateien
    Nach einem Neustart des PCs muss der Windows Explorer nach der Adware abgesucht und diese gelöscht werden. Sollte das nicht gelingen, liegen eventuell nicht die erforderlichen Schreibrechte vor. Hierfür muss nach der Installation des Programms die gewünschte Datei über den Punkt "Besitz übernehmen" angeklickt werden. Anschließend lässt sie sich dann löschen. Sollte dies immer noch nicht gelingen, wurde ein Autostarteintrag übersehen. Die letzte Lösung stellt in diesem Fall eine Rettungs-DVD dar.

Rettungs-DVDs und Ähnliches einsetzen

  1. Wenn eine Adware-Datei ausfindig gemacht wurde, aber nicht gelöscht werden kann, muss eine Rettungs-DVD auf dem Rechner gestartet werden. Hierfür muss die Partition, auf der Windows installiert ist, eingebunden werden.
  2. Dies gelingt über den Menüpunkt "Festplatten einbinden" in der Symbolleiste. Üblicherweise ist die erste angezeigte Partition eine Bootpartition und auf der zweiten befindet sich Windows. Bei diesem Einbinden wird häufig automatisch der Dateimanager aufgerufen. Auf diesem Weg kann die Adware angesteuert und gelöscht werden.
  3. Eine Alternative stellt der AdwCleaner dar. Dieser befreit PCs einfach und schnell von unerwünschter Adware. Nach der Arbeit verlangt das Programm jedoch einen Neustart. Deswegen sollten alle Programme und Dateien vor dem Einsatz gespeichert und geschlossen werden. Dieses Programm kann zudem als zweiter Sicherheitslauf genutzt werden, um nach den obigen Schritten sicherzustellen, dass sich tatsächlich keinerlei Adware mehr auf dem Rechner befindet. Ein kleiner Hinweis: Adware ist nicht nur ein Problem von Rechnern, sondern befällt auch mobile Endgeräte wie Smartphones.
Quelle: In Zusammenarbeit mit PC-Welt
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