Blitzstart für Windows: So beschleunigen Sie den Bootvorgang

Blitzstart für Windows: So beschleunigen Sie den Bootvorgang
Schneller bitte! Wir haben für Sie Tipps und Tricks zusammengestellt, damit Windows 10 schneller startet!
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Blitzstart für Windows: So beschleunigen Sie den Bootvorgang

Schneller bitte! Wir haben für Sie Tipps und Tricks zusammengestellt, damit Windows 10 schneller startet!

© Thinkstock
17.04.2016 - 13:39 Uhr

Mit der Zeit startet jedes Windows immer langsamer und langsamer. Wir zeigen Tipps und Tricks für einen Weg aus der Boot-Misere und verhelfen Ihnen zu einem rasanten Systemstart.

Windows zu einem Blitzstart verhelfen, dafür gab es früher oft den Tipp der Neuinstallation. Tatsächlich bootet ein frisch installiertes Windows recht flott, sobald jedoch alle benötigten Treiber und Programme installiert sind, wirds wieder langsamer. Je länger der PC genutzt wird, desto länger wird üblicherweise die Bootzeit.

Am meisten bringt der Einbau einer SSD als Bootlaufwerk - 120 bis 240 Gigabyte sollte es schon sein. Die Startzeit des Rechners halbiert sich durch eine SSD nicht nur, auch im laufenden Betrieb starten Anwendungen deutlich schneller und das Arbeitsgefühl verbessert sich erheblich. Teuer sind SSDs nicht mehr, ausreichend dimensionierte Modelle kosten weniger als 60 Euro.

Doch auch SSD-Nutzer können sich mit langsam startenden PCs herumärgern. In diesem Falle verhindern automatisch startende Anwendungen, Malware oder defekte Treiber einen schnelleren Start. Dieser Ballast muss mit Hilfe von Tools und manuellen Eingriffen beseitigt werden. Wir zeigen die Tipps und Tricks, mit denen Sie den PC wieder optimal konfigurieren.

Autostart bereinigen

Zu Anfang eine einfache Lösung: Räumen Sie den Autostart von Windows auf. Im Autostart-Ordner und den Autostartbereichen der Registry lungern oft die größten Start-Verzögerer herum, oft ohne wirklich gebraucht zu werden. Vor allem die Zeit zwischen Anmeldebildschirm und tatsächlicher Nutzbarkeit des Systems verlängert sich durch träge Autostartprogramme. Dabei fragen viele Softwarepakete gar nicht erst, ob Teile von ihnen automatisch starten dürfen. Um die Leistung des PCs und die Geschwindigkeit des Bootvorgangs zu erhalten, sollten Sie regelmäßig die Autostartbereiche kontrollieren.

Zunächst werfen Sie einen Blick in den Ordner "Autostart". Schauen Sie, ob die hier verlinkten Anwendungen tatsächlich bei jedem Start des PCs ausgeführt werden müssen. Den Autostart-Ordner erreichen Sie unter Windows 7 über das Startmenü, in Windows 8/8.1 und 10 nutzen Sie die Tastenkombination Windows+R und geben "shell:startup" ein. Nach einem Klick auf OK können Sie Einträge mittels Rechtsklick mit der Option "Löschen" entfernen. Theoretisch können Sie auch alle Einträge löschen, dieses Vorgehen geht aber zu Lasten des Komforts mit Programmen, die Sie tatsächlich täglich nutzen.

Weitere Autostarter unter Kontrolle bringen

Der Autostart-Ordner ist aber nur ein Teil des Boot-Problems, das Betriebssystem startet deutlich mehr Anwendungen und Tools als Sie dort sehen können. Unter Windows 8/8.1 und Windows 10 hilft der Task-Manager, Sie starten ihn mittels Rechtsklick auf die Taskleiste und "Task Manager". Wechseln Sie zur Registerkarte "Autostart" - dort werden alle in der Registry verknüpften Programme angezeigt, die zum Systemstart geladen und aktiviert werden.

Besonders interessant ist die Spalte "Startauswirkungen" ganz rechts. Windows kennzeichnet dort, wie sehr sich der Start einzelner Programme auf die Startgeschwindigkeit des Betriebssystems auswirkt. Ein als "hoch" gekennzeichnetes Programm verzögert also den Bootvorgang stärker als eines mit der Einstufung "Niedrig" oder "Mittel". Sie können die Einträge mit einem Klick auf den Spaltenkopf auch nach ihrer Auswirkung auf den Start sortieren lassen.

Informationen bekommen Sie mit einem Rechtsklick auf den Eintrag und "Eigenschaften". So finden Sie den Dateinamen, den Speicherort und unter "Details" Angaben zum Hersteller des Programms. Programme lassen sich bequem per Rechtsklick deaktivieren und bei Bedarf wieder einschalten.

Verhindern Sie unerwünschte Autostarts unter Windows 7

Etwas weniger komfortabel ist der Vorgang mit Windows XP und Windows 7. Bei diesen Betriebssystemen nutzen Sie das Tool msconfig. Rufen Sie es über "Start -> Ausführen" auf, tippen Sie dazu "msconfig" ein und klicken Sie auf "OK". Die Registerkarte "Systemstart" zeigt nun eine Reihe von Elementen, die beim Booten mitgeladen werden. Entfernen Sie das Häkchen ganz vorne, um ein Element zu deaktivieren.

Einen Nachteil hat msconfig: Es zeigt keine Zusatzinfos zu den Elementen an. Dieses Vorgehen ist also nur etwas für versierte Nutzer, die anhand von Pfad und Befehl entscheiden können, ob ein Element notwendig ist. Alternativ können Sie auch auf Verdacht nach den Dateinamen im Internet suchen.

Startprotokollierung mittels Systemkonfigurations-Tool

Msconfig zeigt Ihnen auch, welche Treiber das Betriebssystem beim Booten lädt. Bei msconfig handelt es sich um ein praktisches Diagnose-Bordmittel, es ist bei jedem PC mit Windows 7, 8 und 10 vorinstalliert. Seine Oberfläche wirkt aber sehr spartanisch, ermöglicht aber das Ändern einer Reihe von Einstellungen in Windows. Starten Sie msconfig mit der Tastenkombination Windows+R und die Eingabe von "msconfig" sowie einen Klick auf "OK". Auf der Registerkarte "Start" setzen Sie ein Häkchen vor die Option "Startprotokollierung" und bestätigen Sie erneut mit "OK". Nun starten Sie den PC neu. Während des nächsten Startvorgangs speichert Windows jeden geladenen Treiber in eine Protokolldatei namens ntbtlog.txt.

Das Protokoll lässt sich einsehen, indem Sie den Explorer öffnen und dort in den Windows-Ordner, meist C:, wechseln. Suchen Sie dort nach der Datei ntbtlog.txt. Ein Doppelklick öffnet die Datei in einem Editor, üblicherweise Notepad.

Die Datei enthält eine chronologische Liste der geladenen Treiber. Jeder neue Systemstart erweitert das Protokoll um die aktuelle Treiberliste. Die neuesten Aufzeichnungen sehen Sie also am Ende des Protokolls, den Anfang des jeweiligen Blocks erkennen Sie an einer Kopfzeile mit Uhrzeitangabe.

Interessant sind nun die Einträge, die nicht aus dem Windows-Ordner oder einem Unterordner davon stammen. Können Sie eine Datei nicht zuordnen, suchen Sie im Internet danach - es könnte sich um eine überflüssige Software oder sogar um Schadcode handeln.

Um keine gigantisch große Protokolldatei zu erzeugen, sollten Sie die Protokollierung wieder deaktivieren, rufen Sie dafür msconfig erneut auf und deaktivieren Sie unter "System" die Option "Startprotokollierung" wieder. Starten Sie den PC nun neu.

Treiber, die den Windows-Start verzögern

Defekte oder einfach nur veraltete Treiber können den Bootvorgang ausbremsen. Das msconfig-Protokoll zeigt Ihnen zwar die installierten Treiber, nicht aber an welcher Stelle es zu Verzögerungen beim Booten kommt. Dabei hilft Ihnen das kostenlose Tool Process Monitor aus Microsofts Sysinternals Suite. Es erlaubt eine genaue Treiberprotokollierung unter Windows 7, 8/8.1 und mittlerweile auch Windows 10.

Entpacken Sie das Tool und starten Sie es per Doppelklick. Klicken Sie auf die Lupe in der Symbolleiste um das Mitschreiben der Prozessaktivitäten im Programmfenster zu unterbrechen. Aktivieren Sie nun die Treiberprotokollierung unter "Options > Enable Boot Logging". Bestätigen Sie mit "OK" und starten Sie Windows neu.

Nach dem vollständigen Hochfahren von Windows starten Sie den Process Monitor neu. Die nun erscheinende Meldung "A log of boot-time activity was created. Do you wish to save the collected data now?" bestätigen Sie mit "Ja" und speichern das Protokoll in einem leeren Ordner oder auf dem Desktop. Nun wird das Protokoll ins Programmfenster geladen, es enthält jeden Datei- und Registry-Zugriff und jede Prozessaktivität.

Um bei diesen Datenmengen mögliche Start-Verzögerungen durch Treiber herauszufinden, müssen Sie einen Filter anwenden. Gehen Sie daher zu "Filter -> Filter" und markieren Sie die Zeile "Process Name is System Exclude" und klicken Sie auf "Remove". Wählen Sie im Dialogfenster "Process Name", dann "is" sowie "System" und "Include", klicken Sie dann auf "Add". So beschränken Sie die Protokollansicht auf die Aktivitäten des Systemprozesses, der die Treiber lädt. Ein weiterer Filter, über "Path", "ends with", ".sys" und "Include" sowie einem anschließenden "Add" zeigt nur noch Zugriffe auf Treiber mit der Endung SYS.

Beim Durchsehen des Protokolls gehen Sie vorne die Spalte "Time of Day" durch, hier zeigt das Programm an, welcher Treiber zu welcher Uhrzeit geladen wurde. Sind zwischen zwei aufeinanderfolgenden Einträgen mehr als zehn Sekunden vergangen, handelt es sich beim ersten Eintrag wahrscheinlich um den Verursacher des Startproblems. Lesen Sie in der Spalte "Path" den Dateinamen ab und suchen Sie im Internet, um welches Gerät es sich handelt. Gehört der Treiber zu einer benötigten Hardware, aktualisieren Sie ihn über die Webseite des Herstellers. Steckt das Gerät hingegen nicht mehr im Rechner, deinstallieren Sie den Treiber im Gerätemanager.

Mehrere Betriebssysteme: Boot-Auswahl abkürzen

Wenn Sie mehrere Betriebssysteme installiert haben und trotzdem primär Windows nutzen, benötigen Sie in der Regel nicht viel Zeit um sich im Systemstart-Auswahlmenü für Ihr Hauptsystem zu entscheiden. Standardmäßig wird das Primärsystem aber erst nach 30 Sekunden gestartet - kürzen Sie diese Zeit ab.

Dazu drücken Sie Windows+R und tippen Sie msconfig ein. Nach dem Bestätigen mit "OK" ändern Sie auf der Registerkarte "Start" den Wert bei "Timeout" von 30 Sekunden auf einen ihnen zusagenden niedrigeren Wert. 3 Sekunden sind das Minimum. Ist neben Windows kein weiteres Betriebssystem angezeigt, nutzen Sie den Bootloader eines anderen Betriebssystems. In diesem Falle müssen Sie dieses starten und dort die Wartezeit beim Systemstart ändern.

Quelle: In Zusammenarbeit mit PC-Welt
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