Kostenlose Tools für den Hardware-Check

Kostenlose Tools für den Hardware-Check
Bild 1 von 9

Kostenlose Tools für den Hardware-Check

© IDG

Wir stellen Ihnen Benchmark-Tools vor, mit denen Sie die Leistung Ihres Systems testen können. Mit den Resultaten lässt es sich gegebenenfalls an der Optimierung arbeiten.

Wie schnell ist Ihr Prozessor wirklich? Und wie stabil arbeitet Ihr Computer unter Stressbedingungen? Eine objektive Beantwortung dieser und ähnlicher Fragen bieten Tools, die die Leistung der Hardware messen und in ein statistisches Bewertungssystem einordnen. Mit dem Begriff Benchmark ist der Wert gemeint, den man als realistischen Maßstab für den Leistungsvergleich durch die Software-Tests ermittelt.

Diese Informationen sind besonders wertvoll, wenn Sie mit der Leistung Ihres Rechners unzufrieden sind und deshalb überlegen, aufzurüsten oder auf eine andere Art zu optimieren. Die Benchmarks zeigen Ihnen genau, an welcher Stelle im System Sie ansetzen müssen.

Wir stellen Ihnen hier ausgewählte Benchmark-Tester vor. Dabei handelt es sich durchgehend um Freeware, zumindest bei den Grundversionen. Manche Erweiterungen kosten eine überschaubare Summe, die gut angelegt ist, weil Sie sich damit Geld für unnötige Hardware sparen können. Aber schon mit den kostenfreien Tools erhalten Sie einen detaillierten Überblick über die Performance der einzelnen PC-Komponenten. Auch bei Defekten kann ein Test helfen, denn damit wird Ihnen angezeigt, wo das Problem genau liegt.

Sie haben Ihren PC getunt und möchten nun detailliert wissen, was diese Maßnahme gebracht hat? Auch in diesem Falle ist ein Benchmark-Tester die beste Wahl!

Mit diesen kostenlosen Tools testen Sie Ihre Hardware

  1. JPerf: Wie schnell funkt Ihr WLAN wirklich?

    Um das hausinterne WLAN-Tempo zu ermitteln, helfen Ihnen weder die Angaben des Betriebssystems, noch die vom Hersteller. Denn bei diesen Auskünften handelt es sich immer nur um die theoretisch mögliche Datenübertragungsrate. Diese Rate wird unter realistischen Bedingungen jedoch nie erreicht.

    Um mit JPerf eine Messung durchführen zu können, brauchen Sie einen weiteren PC, der sich ebenfalls in Ihrem WLAN oder LAN befindet. Die beiden Rechner müssen ihre IP-Adresse aus dem gleichen Sub-Netz beziehen. Bei der Messung fungiert der eine PC als Client und der zweite als Server. Zwischen diesen beiden Partnern schickt das Freeware-Tool JPerf die Datenströme hin und her.

    Installieren müssen Sie das Programm nicht, es kommt via Zip-Datei auf Ihren Rechner, diese Datei müssen Sie dann nur auf dem PC, der als Server eingerichtet ist, entpacken. Zum Starten der Anwendung klicken Sie doppelt auf "Jperf.bat". Möglicherweise erhalten Sie dann eine Nachricht Ihrer Firewall, erlauben Sie in diesem Falle den Zugriff von Jperf auf Ihr System. Nun öffnet sich die Arbeitsoberfläche der Software. Rufen Sie durch den Shortcut "Windows + R" und "cmd" das Menü auf, mit dem Sie die IP Ihres Server-PCs ermitteln können. Geben Sie dort "ipconfig" ein, daraufhin erhalten Sie die Liste mit den Ergebnissen von Windows. Unter der Information "Ipv4-Adresse" steht die benötigte IP. Bitte schreiben Sie sich diese Zahlenfolge auf.

    Verfahren Sie mit dem zweiten Rechner ebenso und geben diesen in der Software als Client an. Als Server tippen Sie die soeben notierte IP-Adresse ein. Mit einem Klick auf den Befehl "Run JPerf" wird der Geschwindigkeitstest gestartet. Die Resultate der Messung erhalten Sie in einer Grafik angezeigt. Zusätzlich werden die gemessenen Werte unter der Grafik in Textform wiedergegeben.

  2. PCMark 10 aus dem Hause UL: All inclusive Systemtest

    PCMark 10 ist für alle Versionen von Windows geeignet, die Tests dieser Software durchleuchten die Geschwindigkeit bei realen Anwendungen, wie zum Beispiel die Bearbeitung von Videos oder Bildern, das Surfen im Netz, Videokonferenzen oder Gaming. Kurz gesagt, Ihr System wird dabei in seiner gesamten Leistung überprüft. Die Basic Edition ist kostenfrei und reicht durchaus für den Hausgebrauch. Falls Sie aufwändigere Tests durchführen möchten, hat UL eine Advanced Edition für private User im Portfolio und für professionelle Benchmark-Tester steht die Professional Edition zur Verfügung. Mit diesen kostenpflichtigen Anwendungen können Sie erweiterte Tests durchführen, die die Leistungsfähigkeit des Akkus und die Performance von Festplatten unter Stressbedingungen testen.

    Bei allen Versionen von PCMark 10 wird Ihnen das ermittelte Ergebnis anhand einer Punktzahl angezeigt. Dieser Zahlen liefern Vergleichswerte mit ähnlichen PC-Systemen.

  3. Ebenfalls von UL: 3DMark zum Testen der Grafikkarte

    Bei den Tests von 3DMark liegt der Fokus ganz auf der Leistungsfähigkeit Ihrer Grafikkarte. Mit diesen Benchmarks erfahren Sie alles über die Gaming-Leistung Ihres Rechners. 3DMark geht aufs Ganze, denn es verwendet Funktionen wie Multi-Threading, Tessellation und Compute Shader. Durch die Ausführung dieser aufwändigen DirectX-Funktionen wird Ihr System hoch ausgelastet. Und an den Testergebnissen können Sie ablesen, welchen Anforderungen Ihre Grafikkarte gewachsen ist und wo sich eventuelle Bremsen verbergen. Die CPU wird von 3DMark ebenfalls einem ultimativen Test unterzogen.

    Die Testversionen: Timespy, Sky Diver, Cloud Gate, Fire Strike und Ice Storm sind Bestandteile der kostenfreien Software von UL. Weitere Einstellungsmöglichkeiten für Tests stehen erst durch den Erwerb der kostenpflichtigen Version zur Verfügung. Damit können Sie zum Beispiel den Test Fire Strike Extreme durchführen, der sich an professionelle Gamer richtet, die mit mehreren Grafikkarten arbeiten.

  4. Mit Cinebench R20 die CPU-Leistung ermitteln

    Von Maxon kommt ein leistungsstarker CPU- und GPU-Benchmark. Voraussetzungen für diesen Systemtest sind OpenGL 2.1 bei den Grafikkarten, eine SSE3-Unterstützung in Sachen Prozessor und ein 64-Bit-Betriebssystem. Cinebench R20 testet mit der Render-Software Cinema 4D. Der Testparcours bezieht alle CPU-Kerne ein und misst mit bis zu 256 Threads. Die Performance von CPU und Grafikkarte werden unabhängig voneinander bewertet.

    Installieren ist bei dieser Anwendung nicht nötig, die Software landet via Zip-Datei auf Ihrem Rechner. Nach dem Entpacken und Starten haben Sie die Option darauf, den Test in Sachen Single- oder Multi-Core durchzuführen. Diese Voreinstellung können Sie unter dem Menüpunkt "Advanced Benchmark" eingeben.

  5. Iometer von Dell testet die Performance von NAS-Systemen

    Diese kostenfreie Anwendung müssen Sie zunächst auf Ihrem PC installieren. Der Download wird auf der Webseite von Dell zur Verfügung gestellt.

    Iometer besteht aus zwei Komponenten, dem eigentlichen Iometer und dem Dynamo. Sichtbar ist dabei nur der Iometer mit seiner grafischen Oberfläche. Der Dynamo arbeitet im Hintergrund als Arbeitslasterzeuger, er führt die Befehle vom Iometer aus, also die E/A-Vorgänge, mit denen das PC-System belastet wird.

    Um die Tests für den User einfach zu gestalten, stellt Dell eine Konfigurationsdatei zur Verfügung, die Sie als Basis für Parameter und Einstellungen wählen können. Mit diesen Werten sind Sie auf der sicheren Seite, denn sie enthalten realistische Szenarien zum Testen des NAS.

    Zum Starten des Tools müssen Sie nur das Gerät auswählen, welches auf den Prüfstand gestellt werden soll und dann auf die grüne Flagge klicken. Der Test dauert circa 10 - 15 Minuten und danach können Sie das Resultat aus dem vorher festgelegten Zielordner abrufen. In manchen Fällen kann das Testergebnis nur online eingesehen werden. Dabei hat der User dann den Vorteil, dass seine Werte vom Testanbieter in einem direkten Vergleich mit ähnlichen PC-Systemen in einer Tabelle angezeigt werden.

  6. Mit AS SSD Benchmark die Performance der SSD und des Flash-Speichers analysieren

    AS SSD Benchmark ist ebenfalls Freeware und arbeitet mit einer grafischen Oberfläche. Nach den Tests erhalten Sie die Werte und Gesamtwerte plus einer Beurteilung. Zusätzlich liefert das Tool für die Lese- und Schreibleistungen jeweils den speziell ermittelten Score-Wert.

    Dieses Tool ist spezial darauf ausgelegt, die Leistungsfähigkeit einer Solid-State-Drive (SSD) zu testen. Die Performance beim Lesen und Schreiben ermittelt AS SSD Benchmark durch synthetische Tests, wobei der Cache des jeweiligen Betriebssystems extra nicht einbezogen wird. Durch die Verwendung von 1 GByte-Dateien ermittelt das Tool aussagekräftige Werte.

    Zudem werden beim 4K-Test von der Software willkürlich ausgewählte 4K-Blöcke auf deren Leistung beim Lesen und Schreiben geprüft. Jeder Schreibprozess verringert die Lebensdauer einer SSD und reduziert ihre Leistung. Deshalb sollten Sie stets die Daten im Controller Ihrer Solid-State-Drive komprimieren. Durch diese Verdichtung sind weniger Blöcke und damit auch weniger Schreibprozesse nötig. In dieser Umgebung misst AS SSD Benchmark die Leistung der SSD in der Relation zum Grad der Daten-Kompression. Als Ergebnis werden Ihnen drei Werte angezeigt, zwei für die Schreib- beziehungsweise Leseleistung, der dritte Wert bezieht sich auf die Gesamt-Performance.

  7. Wie schnell kopiert Ihre SSD?

    AS SSD Benchmark führt den Kopier-Test mit drei unterschiedlichen Ordnern durch. Denn bei dieser Rechenoperation hängt es davon ab, ob das Betriebssystem viele kleine oder einige größere Dateien kopieren soll. Einer der Ordner enthält ausnahmslos große Dateien, der nächste Ordner beinhaltet kleine Dateien und der dritte Ordner ist mit einer ausgewogene Mischung aus kleinen und großen Datenpaketen bestückt. Mit eingeschaltetem Cache und unter Verwendung des Copy-Befehls von Windows wird Ihr Rechner nun auf den Prüfstand gestellt. Für realistische Bedingungen sorgt die simultane Ausführung von Lese- und Schreibprozessen.

  8. Fraps ermittelt Benchmarks für: Frametimes, FPS und MinMaxAvg

    Fraps (Abkürzung für: Frames per Second) ist kein reines Messtool, es kann auch Screenshots und Videos in 3D-Anwendungen kreieren. Aber für Benchmarks im Bereich Gaming liegt es im Ranking der kostenfreien Tools ganz weit oben!

    Bei technisch anspruchsvollen 3D-Games informiert die Software über die aktuelle Bildrate. Sie können damit auch über eine vorab eingestellte Zeitspanne die Bildrate protokollieren lassen. Fraps misst dann nicht nur die durchschnittliche Bildrate, sondern auch den minimal und maximal erreichten Wert innerhalb der gemessenen Sequenz. Der Test wird durch einen Klick auf die F11-Taste während eines laufenden Games gestartet.

    Als Resultat erhalten Sie eine Datei in Textformat, sie ist im Installationspfad der Software Fraps abgespeichert. Bei dem Wert der durchschnittlichen Bildrate sollte Ihr Rechner auf einen Mindestwert von 40 Frames pro Sekunde kommen. Ideal ist ein Wert von 60, vor allem wenn Sie schnelle Games bevorzugen. Bei der kostenlosen Version sind Messungen nur über einen Zeitraum von maximal 15 Sekunden möglich. Die kostenpflichtige Version schlägt mit ungefähr 25 Euro zu Buche und arbeitet dafür ohne Einschränkungen bei sämtlichen Funktionen. Also auch bei den Funktionen, die das Erstellen von Bildern und Videos beinhalten, mit der erweiterten Version können Sie zum Beispiel eigene Bilder ohne Wasserzeichen kreieren und abspeichern.

  9. Crystal Disk Mark: Misst die Performance von Speichermedien

    Mit diesem kompakten Tool können Sie als Windows-User Ihre Festplatte und weitere Arten von Datenträgern wie USB-Sticks, SSDs und HDDs analysieren. Crystal Disk Mark errechnet die Lese- und Schreibleistung der Speichermedien. Die Software kann zwar in Sachen Einstellungsoptionen nicht mit dem Iometer von Dell mithalten, dafür ist sie sehr schön übersichtlich gestaltet, was die Anwendung enorm erleichtert.

    Es wird empfohlen, das Tool bei komplett unbeschriebenen Speichermedien einzusetzen. Nur auf diese Weise erhalten Sie wirklich objektive Resultate. Sollten Ihr zu testendes Speichermedium bereits beschrieben sein, dann verwendet das Tool nur die freien Elemente. Im Menü können Sie eingeben, welches Laufwerk oder anderes Speichermedium Sie testen wollen, die Größe (zwischen 50 und 4000 MB wählbar) der zu testenden Dateien und die Anzahl der Testdurchgänge. Es macht Sinn, mehrere Testdurchgänge zu wählen, da Sie nur auf diese Weise einen repräsentativen Mittelwert erhalten.

    Die Tests lassen sich nacheinander oder einzeln durchführen. Falls Sie auf "All" klicken, werden sämtliche Tests hintereinander durchgeführt. Dabei sollten Sie eventuell etwas Zeit mitbringen. Denn je nach der Voreinstellung der gewünschten Benchmarks und der Art der Hardware kann Crystal Disk Man einige Zeit benötigen, um zu Resultaten zu kommen. Die ermittelten Werte werden übersichtlich dargestellt, in der rechten Spalte stehen die Schreibraten und in der linken Spalte finden Sie die Benchmarks für die Leserate.

  10. Prime95 führt einen Stresstest mit Primzahlen durch

    Prime95 wurde von einer Online-Community in die Welt gerufen, deren Ziel darin besteht, neue Primzahlen (genau gesagt werden Mersenne-Primzahlen gesucht), zu entdecken. Der tolle Nebeneffekt: Prime95 ist das ideale Tool, um den Prozessor unter Stress zu setzen und dadurch auf Stabilität und Leistungsfähigkeit zu testen. Sie können, müssen aber nicht am GIMPS-Projekt teilnehmen. Wenn Sie nicht teilnehmen möchten, dann aktivieren Sie nach dem Starten des Programms einfach den Button: "Just Stress Testing". Eine Installation ist auch nicht nötig, das Programm wird als kostenlose Zip-Datei verschickt. Zum Entpacken benötigen Sie nur ein Packprogramm, zum Beispiel 7-Zip oder B1 Free Archiver. Beide Tools sind ebenfalls Freeware.

    Prime95 bringt mit seinen hochkomplexen mathematischen Berechnungen die CPU und den Arbeitsspeicher unter Stress. Unter dieser Bedingung lässt sich das System sehr gut auf optimale Einstellungen im BIOS, ausreichende PC-Kühlung und kontinuierliche Systemstabilität testen. Wenn Sie die CPU testen möchten, eignet sich der Test: "Small FFTs". Das gesamte System wird mit dem Test: "In-place large FFTs" auf den Prüfstand gestellt und mit "Blend" wird der Arbeitsspeicher miteinbezogen. Die drei Tests können Sie via Voreinstellung bei Prime95 konfigurieren. Das Programm stellt auch verschiedene weitere Parameter zur individuellen Konfiguration bereit, zum Beispiel die Testdauer und die Anzahl der Wiederholungen.

    Nach Abschluss des Testes können Sie im Menü unter "Options" die Werte des Benchmark-Testes abrufen. Falls Sie zur Gruppe der Übertakter gehören, dann ist es empfehlenswert, den Test jeweils vor und nach dem Overlocking durchzuführen. Damit Sie Ihre durch den "Torture Test" von Prime95 ermittelten Benchmarks vergleichen können, stellt der Anbieter auf seiner Webseite eine Liste von Messergebnissen anderer User bereit.


Quelle: In Zusammenarbeit mit PC-Welt
Top-Themen
Es hat schon einige Jahre auf dem Buckel - nun kommt das Ende des Supports für Windows 7 in Sicht. Danach drohen ...mehr
Leistung benötigt in einem Computer Strom – und Strom erzeugt Abwärme. Wir zeigen Ihnen, wie Sie die Temperaturen in ...mehr
Viele Nutzer wissen nicht, welche Grafikkarte in ihrem PC arbeitet. Wir zeigen Ihnen alternative Möglichkeiten, um die ...mehr
Anzeige