Perfektes Ubuntu: So installieren Sie das Linux-Betriebssystem

Perfektes Ubuntu: So installieren Sie das Linux-Betriebssystem
Ubuntu ist ein freies, modernes Betriebssystem. Wir zeigen Ihnen in unserem Ratgeber, wie Sie die Linux-Distribution perfekt installieren.
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Perfektes Ubuntu: So installieren Sie das Linux-Betriebssystem

Ubuntu ist ein freies, modernes Betriebssystem. Wir zeigen Ihnen in unserem Ratgeber, wie Sie die Linux-Distribution perfekt installieren.

© Fotolia.com/CrazyCloud
11.10.2017 - 09:36 Uhr

Ubuntu-Distributionen bieten viel Komfort bei der Installation des Betriebssystems Linux. Im Ratgeber erfahren Sie, wie Sie bei der Einrichtung vorgehen.

Wenn es auf Übersichtlichkeit und Zuverlässigkeit ankommt, lässt Sie der Installer Ubiquity nicht im Stich. Das Programm kann zum Beispiel Parallelinstallationen durchführen und erkennt hierfür bereits auf dem Rechner vorhandene Windows- und Linux-Systeme. Der Debian-Installer und Manjaro leisten ebenfalls gute Arbeit, reichen aber nicht ganz an den Funktionsumfang von Ubiquity heran.

Im Prinzip sollten Sie mit jedem Installer in der Lage sein, Linux auf Ihrem System einzurichten. Sie müssen dafür nur eine eigene Systempartition zur Verfügung stellen ebenso wie eine kleine Swap-Partition, wo die Speicherauslagerung stattfindet. Die erste interne Festplatte ist dabei der richtige Ort für den Bootloader. Diese trägt die Bezeichnung dev/sda. Soll die Installation hingegen auf einem externen USB-Laufwerk stattfinden, müssen Sie auch dort den Bootloader einrichten.

Halten Sie sich an diese Regeln, kann ein Linux als Solosystem überall ohne Schwierigkeiten eingerichtet werden.

In unserem folgenden Ratgeber betrachten wir aber auch die vielfältigen Multiboot-Lösungen. Dadurch fällt unsere Installationsanleitung deutlich komplizierter aus. Darüber hinaus gehen wir auch auf das Thema Verschlüsselung ein. Verschlüsseln lassen sich die Systempartition wie auch das Home-Verzeichnis, was für eine hohe Datensicherheit sorgt.

So installieren Sie perfekt Ubuntu:

  • 1. Vorbereitung der Ubuntu-Installation

    Ihre Ubuntu-Distribution können Sie auf jedem Rechner installieren. Es spielt dabei keine Rolle, wie alt der PC oder das Notebook ist. Ein Detail gilt es jedoch zu beachten: Systeme mit Windows XP und Windows 7 starteten früher von einer MBR-Partition, also mit Master Boot Record-Schema. Auf neueren Geräten kommt jedoch UEFI zum Einsatz, welches MBR abgelöst hat. Auf der Festplatte finden Sie dann eine GPT-Partition.
  • Wenn Sie sich unsicher sind, welches Schema bei Ihrem Rechner relevant ist, können Sie die entsprechenden Informationen im BIOS nachsehen. Direkt nach dem Systemstart gelangen Sie durch Drücken der Tasten Esc, F10 oder Entfernen ins BIOS. Welche Taste die richtige ist, hängt von Ihrem Mainboard ab. Verwenden Sie Windows 8 oder 10, gehen Sie einfach auf die Schaltfläche für das Herunterfahren und halten dann die Shift-Taste gedrückt. Klicken Sie anschließend auf Neu starten. Über die Problembehandlung und die erweiterten Optionen gelangen Sie nun zu den UEFI-Firmware-Einstellungen und können das System dort auch neu starten.
  • Die Option, nach der Sie suchen müssen, trägt Bezeichnungen wie UEFI only, UEFI and Legacy oder CSM. Diese Optionen sollten Sie im BIOS in Menüs mit Namen wie Boot oder Boot Order finden. Soll das neue Linux neben Windows betrieben werden, können Sie die Einstellung einfach unverändert lassen. Wenn Sie UEFI and CSM wählen, kann das System auch mit der BIOS-Emulation CSM starten. Linux selbst muss aber in jedem Fall im UEFI-Modus installiert werden. Möchten Sie Ubuntu allein installieren, können Sie jeden Modus wählen, es ergeben sich keine Unterschiede.
  • Wenn Sie sich bereits im Firmware-Setup befinden, können Sie den Secure Boot abschalten. Eigentlich dient Secure Boot der Abwehr von Schadsoftware, Ubuntu kann aber nicht immer mit dieser Funktion umgehen. In Menüs mit Bezeichnungen wie Security oder BIOS Features sollten Sie die entsprechende Option finden können. Stellen Sie diese einfach auf Disabled. Auswirkungen auf Windows hat diese Einstellung nicht, wenn Sie CSM für den Boot nutzen.
  • Im BIOS-Modus installieren: In diesem Modus ist ein Boot von der DVD möglich, danach wählen Sie das gewünschte Linux-System aus. Möglich ist auch die Verwendung eines Setup-Sticks, falls kein DVD-Laufwerk vorhanden sein sollte. Den Stick erstellen Sie mit dem Tool Unetbootin.
  • Im UEFI-Modus installieren: UEFI können Sie nur mit 64-Bit-Systemen verwenden. Für das Brennen der DVD greifen Sie also auf die 64-Bit-Version des gewünschten Systems zurück. Auch die Erstellung eines Sticks mit Unetbootin ist wieder möglich.
  • Booten eines Livesystems: Können Sie das System nicht von der DVD oder dem Stick booten, sollten Sie die Boot-Reihenfolge ändern. Auch diese Änderung nehmen Sie im BIOS vor. Drücken Sie kurz nach dem Systemstart abhängig von Ihrem Mainboard die Taste F9, F10 oder Esc. Auf diese Weise gelangen Sie ins Boot-Menü. Soll im UEFI-Modus gebootet werden, wählen Sie das Laufwerk mit der Bezeichnung UEFI. Danach gehen Sie auf Try Ubuntu without installing. Haben Sie im BIOS als Sprache Deutsch ausgewählt, gehen Sie auf Ubuntu ohne Installation ausprobieren.
  • 2. Ubuntu installieren

    Den Desktop von Ubuntu sehen Sie, sobald Sie das Livesystem wie oben beschrieben von einer DVD oder einem Stick gebootet haben. Nun können Sie das System testen. Um die Installation zu starten, klicken Sie auf Ubuntu 17.04 installieren. Ein Assistent leitet Sie nun durch den Setup-Vorgang. Als Erstes können Sie hier als Sprache Deutsch auswählen.
  • Setzen Sie anschließend einen Haken vor beide Optionen, die Ihnen angezeigt werden. Ubuntu lädt daraufhin während der Installation Updates herunter, und es wird Software von Drittanbietern zum Beispiel für die Wiedergabe von MP3 genutzt. Das kann natürlich nur dann erfolgen, wenn eine Internetverbindung besteht.
  • Danach gehen Sie auf Weiter und gelangen zur Auswahl der Installationsart. Auf jedem System bietet Ihnen der Installer bei diesem Punkt andere Optionen an, abhängig davon, wie Ihr System eingerichtet ist.
  • Ubuntu soll die gesamte Festplatte nutzen: Befindet sich nichts auf der Festplatte, fällt die Installation besonders leicht. Wählen Sie diese Option aus, löscht Ubuntu die gesamte Festplatte und installiert dann das System neu.
  • Ersetzung des bisherigen Betriebssystems: Ist bereits ein Betriebssystem auf der Festplatte vorhanden, können Sie dieses einfach durch das neue Linux ersetzen. Ubuntu löscht dann die Partition und formatiert neu.
  • Einrichtung von Ubuntu neben Windows: Ist die Festplatte groß genug, ist auch eine Installation neben Windows möglich. Über den Boot-Manager wählen Sie später aus, welches System Sie starten möchten. Bereits auf der Festplatte befindliche Betriebssysteme findet der Installer automatisch. Ist bereits ein Windows auf Ihrem Rechner vorhanden, zeigt Ihnen der Installer entsprechend die Option Ubuntu neben Windows 10 installieren an. Wenn Sie sich für eine solche Option entscheiden, sehen Sie im nächsten Schritt einen Schieberegler, über den Sie die Windows-Partition verkleinern können. So schaffen Sie Platz für das neue Linux. Mit der Option Laufwerk wählen können Sie auch eine eventuell vorhandene zweite Festplatte für die Installation auswählen.
  • Partitionierung manuell durchführen: Sie können die gewünschte Partition auch einfach selbst anlegen. Dazu gehen Sie auf Etwas Anderes. Hier sehen Sie nun die erweiterten Werkzeuge für die Partitionierung. In Punkt 3 erfahren Sie mehr dazu, wie Sie den Bootloader für diese Option installieren.
  • Unabhängig davon, für welche Installationsart Sie sich entschieden haben, müssen Sie als Nächstes die Zeitzone und die Tastaturbelegung auswählen sowie ein Erstkonto mit Passwort einrichten. Statt einer Passworteingabe bei der Anmeldung kann auch eine automatische Anmeldung erfolgen. Darüber hinaus ist eine Verschlüsselung Ihrer persönlichen Daten möglich. Das für das Erstkonto vergebene Passwort sollten Sie sich gut merken. Das Erstkonto ist nämlich sudo-berechtigt. Sie müssen das Passwort also angeben, wenn Sie administrative Aufgaben erledigen möchten wie zum Beispiel das Aufspielen neuer Software.
  • Nun können Sie auf Jetzt neu starten gehen. Nach dem Neustart sehen Sie ein einsatzbereites Ubuntu-System vor sich.
  • 3. Ubuntu auf einem USB-Laufwerk einrichten

    Soll Linux nicht auf einer Festplatte, sondern auf einem USB-Laufwerk installiert werden, müssen Sie stets die Option Etwas Anderes als Installationsart auswählen. Auf einem USB-Laufwerk werden Sie in der Regel nur ein Betriebssystem einrichten wollen. Noch auf dem Stick befindliche Partitionen löschen Sie über die Schaltfläche mit dem Minus-Symbol. So werden alle Daten vom Stick entfernt.
  • Danach klicken Sie auf die Schaltfläche mit dem Plus-Symbol, um eine Swap-Partition für die Dateiauslagerung zu erstellen. Besitzen Sie einen PC mit mehr als vier Gigabyte Arbeitsspeicher, ist die Erstellung einer Swap-Partition nicht mehr zwingend erforderlich.
  • Gehen Sie ebenso wie bereits beschrieben vor, um die Partition für das Linux-Betriebssystem zu erstellen. Wählen Sie / hinter Einbindungspunkt aus. Danach müssen Sie das gewünschte USB-Laufwerk bestimmen. Dieses wird eine Bezeichnung wie etwa /dev/sdb tragen. Auf keinen Fall dürfen Sie den Bootloader auf die Festplatte schreiben, da das System dann nicht mehr ohne das angeschlossene USB-Gerät starten kann. Nun müssen Sie nur noch auf Jetzt installieren klicken. Wenn gewünscht, können Sie außerdem die Verschlüsselung Ihrer Daten aktivieren.
  • 4. Verschlüsselung der Ubuntu-Partition

    Auf Wunsch des Benutzers ist die vollständige Verschlüsselung der Linux-Partition möglich. Wählen Sie dazu einfach die Option Die neue Ubuntu-Installation zur Sicherheit verschlüsseln aus. Das Programm setzt dann automatisch einen Haken vor der Option für die Verwendung von LVM während der Installation.
  • Dieses hohe Maß an Sicherheit erweist sich gerade dann als vorteilhaft, wenn Sie das Betriebssystem auf mobilen Geräten verwenden. Gehen Sie auf Weiter und geben Sie dann den Sicherheitsschlüssel ein. Es versteht sich von selbst, dass eine hohe Sicherheit vor allem bei langen und komplizierten Schlüsseln gegeben ist. Anschließend klicken Sie auf Jetzt installieren.
  • Ein Zugriff auf die verschlüsselten Dateien ist ebenfalls möglich, falls Ubuntu nicht mehr starten sollte. Dazu müssen Sie nichts weiter tun, als das System von Ihrem Installationsmedium auf DVD oder USB zu booten und den Dateimanager zu starten. Gehen Sie dann auf Andere Orte. Sie sehen jetzt die Partitionen, die auf dem System vorhanden sind. Klicken Sie auf die Partition, die den Zusatz verschlüsselt besitzt. Geben Sie noch Ihr Passwort an, damit die Dateien entschlüsselt werden können. Danach klicken Sie auf Verbinden.
  • Wenn Sie das Passwort nicht mehr kennen, haben Sie keinen Zugriff auf die Daten. Richten Sie sich deshalb zur Sicherheit ein Zweitpasswort ein. Über die Tastenkombination Strg-Alt-T rufen Sie das Terminalfenster auf und geben folgenden Befehl ein: "blkid"
  • Über diesen Befehl erhalten Sie weitere Informationen zu den Partitionen auf Ihrem System. Sie müssen jetzt den Befehl "sudo cryptsetup luksAddKey /dev/sd[xx]" eintippen, wenn Sie einen weiteren Sicherheitsschlüssel hinzufügen möchten. Statt des Platzhalters /dev/sd[xx] geben Sie die Bezeichnung der betreffenden Partition ein. Nachdem der neue Schlüssel registriert wurde, können Sie nun beim Systemstart auch den Zweitschlüssel eingeben.
  • 5. Verschlüsselung persönlicher Daten

    Sie müssen nicht unbedingt die gesamte Partition verschlüsseln. Stattdessen können Sie die Verschlüsselung auf das Home-Verzeichnis beschränken. Das ist gerade dann sinnvoll, wenn Sie den PC mit mehreren Nutzern verwenden. Eine Vollverschlüsselung macht dann keinen Sinn mehr, da niemand ohne Sicherheitsschlüssel an das System gelangen könnte. Alternativ hierzu ist es natürlich wie in Punkt 4 beschrieben möglich, das Installationsverzeichnis und zusätzlich dazu das Home-Verzeichnis zu verschlüsseln.
  • Während der Installation müssen Sie im Fenster Wer sind Sie? einen Haken vor der Option Meine persönlichen Daten verschlüsseln setzen. Wenn Sie sich zum ersten Mal anmelden, wird Sie das System auffordern, Ihre Verschlüsselungsphrase zu notieren. Sie müssen dann auf Diese Aktion ausführen gehen. Geben Sie hier Ihr Passwort für die Anmeldung ein. Ubuntu zeigt Ihnen das neu generierte Passwort für die Verschlüsselung an. Dieses Passwort wurde zufällig generiert. Sie sollten sich diesen Schlüssel genau aufschreiben. In der Zukunft könnten Sie auf dieses Passwort angewiesen sein, wenn Sie zum Beispiel ein defektes Dateisystem wiederherstellen möchten.
  • Wenn Sie auf Ihr Home-Verzeichnis zugreifen möchten, benötigen Sie nur das Passwort, das Sie während der Installation eingerichtet haben. Ubuntu entschlüsselt die Dateien dann automatisch für Sie. Andere Nutzer des PCs haben natürlich keinen Zugriff auf Ihr Home-Verzeichnis und die darin befindlichen Daten. Sollte doch jemand eine Anmeldung versuchen, erhält er eine Fehlermeldung, die auf die fehlenden Rechte hinweist.
  • 6. Wichtige Aufgaben nach der ersten Installation

    Nicht nur Windows, auch Linux wird regelmäßig mit Updates versorgt. Diese schließen Sicherheitslücken und beseitigen Fehler im System. Updates sind natürlich auch für die Softwareprogramme auf dem System verfügbar. Es ist daher wahrscheinlich, dass sich sofort nach der Installation die Aktualisierungsverwaltung bei Ihnen meldet. Hier sehen Sie auf einen Blick, welche neuen Updates zur Verfügung stehen.
  • Um die Updates zu installieren, klicken Sie auf Jetzt installieren und geben dann Ihr Passwort ein. Natürlich können Sie auch jederzeit neue Software auf Ihrem System installieren. Dafür steht Ihnen Ubuntu Software zur Verfügung. Sie finden das dazugehörige Icon in der Menüleiste auf der linken Seite des Bildschirms. Bei der Auswahl der Software können Sie sich anhand der Empfehlungen orientieren oder in bestimmten Kategorien suchen. Die Installation von neuer Software ist aber auch direkt über die Kommandozeile möglich. Einige Nutzer bevorzugen diesen Weg, da er schneller ist.
  • Die entsprechenden Befehle geben Sie im Terminalfenster ein. Nutzen Sie die beiden folgenden Befehle, um die Software-Listen zu aktualisieren und dann die Updates herunterzuladen: "sudo apt update" und "sudo apt upgrade"
  • Neue Programme können Sie zum Beispiel über den Befehl apt install synaptic installieren. Synaptic ist eine Paketverwaltung, die sich durch ihre hohe Übersichtlichkeit auszeichnet. Damit können Sie schneller in Paketbeschreibungen und Paketnamen suchen.
Quelle: In Zusammenarbeit mit PC-Welt
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