Prozesskontrolle mit dem Windows 10 Task-Manager

Prozesskontrolle mit dem Windows 10 Task-Manager
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Prozesskontrolle mit dem Windows 10 Task-Manager

© IDG
09.04.2019 - 09:44 Uhr

Der mit Windows 10 überarbeitete Task-Manager bringt viele nützliche Funktionen mit – die aber nicht jeder kennt. Wir geben einen kleinen Überblick über die besten Features.

Task-Manager: Mehr als nur ein Prozess-Killer

Vor Windows 10 war der Task-Manager im Prinzip nicht mehr als ein Programm, das Anwendern dabei half, Prozesse jeder Art schnell zu beenden. Der durchschnittliche Nutzer bekam den Task-Manager daher meistens dann zu sehen, wenn ein Programm abgestürzt war und es sich manuell nicht mehr schließen ließ.

Zwar sind diese Funktionen in Windows 10 noch immer vorhanden, inzwischen kann der Task-Manager aber noch deutlich mehr - und zwar in einem solchen Ausmaß, das viele kleinere Tools von Drittanbietern überflüssig werden. Mit unseren Tipps zu diesem Thema schaffen Sie sich am Ende ein System, das schneller und zuverlässiger arbeitet und mehr Sicherheit bietet. Für alle, die noch mehr Features brauchen, stellen wir außerdem einige zusätzliche Tools vor, die selbst den Task-Manager von Windows 10 alt aussehen lassen.

So rufen Sie den Task Manager auf

Sie wissen gar nicht, wie Sie den Task-Manager überhaupt öffnen können? Wir stellen Ihnen kurz die gängigsten Wege vor, um auf das Programm zuzugreifen.

  • Taskleiste

Der Rechtsklick auf einen freien Bereich der Taskleiste öffnet ein Kontextmenü. Dort finden Sie den Eintrag "Task-Manager".

  • Tastenkombination #1

Durch gleichzeitiges Drücken von STRG + ALT + ENTF öffnet sich ein neues Menü. Dort finden Sie auch den Eintrag "Task-Manager".

  • Tastenkombination #2

Ohne Umweg schaffen Sie es in den Task-Manager mit der Kombination STRG + SHIFT (links) + ESC.

  • Windows-Taste

Drücken Sie die Windows-Taste + X, öffnet sich ein Kontextmenü über dem Start-Button. Einer der Einträge hört auf den Namen "Task-Manager".

  • Sucheingabe

Geben Sie in das Suchfeld von Windows 10 "taskmgr" ein. Damit öffnen Sie den Task-Manager.

  • Ausführen

Drücken Sie die Window-Taste + R, um den Ausführen-Befehl zu starten. In das offene Feld geben Sie dann "taskmgr" ein.

Einer dieser Wege führt garantiert ans Ziel. Tipp: Sobald Sie den Task-Manager das erste Mal aufgerufen haben, sollten Sie gleich unten rechts auf "Mehr Details" klicken. Diese Einstellung bleibt dauerhaft bestehen und sorgt dafür, dass Sie sehr viel mehr Informationen sehen. Viele der Tipps in unserem Ratgeber funktionieren nur dann, wenn Sie dieses Detail nicht übersehen.

Das alles kann der Windows Task-Manager

  1. Beenden instabiler Programme

    Das Problem kennen Sie: Ein Programm reagiert nur noch sehr langsam oder gar nicht mehr. Ein Klick auf das X oben rechts im Programmfenster hat keine Wirkung. Eventuell zeigt Windows 10 Ihnen an, dass das Programm keine Rückmeldung liefert, dabei bietet das Betriebssystem auch diverse (fast immer wirkungslose) Lösungsmöglichkeiten an.

    Hier hilft der Gang in den Task-Manager: Sobald Sie das Programm aufgerufen haben, werden Sie eine Übersicht der aktiven Programme sehen. Dort wird auch die Applikation aufgeführt sein, die bei Ihnen gerade Probleme verursacht. Klicken Sie auf die Anwendung und gehen Sie dann unten rechts auf "Task beenden". Jetzt sollte, vielleicht nach einer kurzen Wartezeit, Windows 10 das Programm schließen und Sie können es bei Bedarf neu starten.

    Schwieriger ist es, wenn Sie gerade eine Anwendung im Vollbildmodus laufen haben und diese dann abstürzt. Offensichtlich können Sie den Task-Manager dann gar nicht erst sehen. Hier hilft der folgende Weg: Öffnen Sie den Task-Manager durch die Tastenkombination STRG + Shift (links) + ESC. Danach halten Sie Alt + Tab gedrückt und wechseln so zum Task-Manager. Sehen können Sie ihn jetzt wahrscheinlich noch immer nicht. Drücken Sie daher nun Alt + O. Diese Tastenkombination sorgt dafür, dass der Task-Manager immer im Vordergrund ist. Jetzt sollten Sie die Anwendung sehen können, um das abgestürzte Programm auszuwählen und zu beenden.

    Eine weitere Alternative: Drücken Sie Windows-Taste + Tab, und dann auf das große Plus-Symbol oben links. So erstellen Sie zeitweise einen neuen Desktop, über den Sie dann etwa über die Taskleiste den Task-Manager öffnen können, um dem streikenden Programm den Gnadenschuss zu geben.

  2. Suche nach Prozessen mit hoher CPU-Last

    Wenig Leistung und plötzlich aufdrehende CPU-Lüfter zehren an Ihren Nerven? Schuld sind bestimmte Programme, die womöglich unprovoziert Last verursachen.

    Die Lösung finden Sie im Task-Manager. Öffnen Sie das Programm und klicken Sie dann oben auf die erste Spalte namens "CPU". Die aktuell laufenden Prozesse werden dann hinsichtlich der jeweiligen CPU-Last sortiert. Das Programm mit der höchsten Last (wahrscheinlich gibt es einen einzelnen Ausreißer nach oben, der besonders viel Ressourcen erfordert) ist der Schuldige. Oftmals handelt es sich etwa um Antiviren-Scanner, regelmäßig aktive Backup-Tools oder vielleicht auch Videostreaming in besonders hohen Auflösungen. Schließen Sie den jeweiligen Prozess, damit Ihr System wieder Ruhe gibt (zumindest, bis der Prozess das nächste Mal startet).

  3. Abschalten unnötiger Autostart-Einträge

    Nach dem Systemstart dauert es eventuell eine gewisse Zeit, bis das System wirklich einsatzbereit ist. Das kann unter anderem an viel zu vielen Einträgen im Autostart liegen: Zahlreiche Programme, die Sie unter Umständen gar nicht brauchen und die sich ungefragt in den Autostart eingenistet haben, werden hier gleichzeitig gestartet - was das System zu Beginn ausbremst.

    Eine Lösung ist einmal mehr der Task-Manager. Öffnen Sie ihn und klicken Sie dann oben auf "Autostart". Danach sehen Sie alle Anwendungen, die zum Systemstart geladen werden. Jede Anwendung, die auf "Aktiviert" gesetzt ist, wird automatisch gestartet. "Deaktiviert" bedeutet, dass die Anwendung zwar installiert ist, aber nicht automatisch gestartet wird. Um die Konfiguration zu ändern, machen Sie einfach einen Rechtsklick auf das entsprechende Programm und ändern es dann von "Aktiviert" und "Deaktiviert".

    Windows 10 zeigt Ihnen auch an, welche Programme sich besonders negativ auf den Systemstart auswirken. Die Spalte "Startauswirkung" gibt Auskunft darüber. Zuerst sollten Sie am besten diejenigen Anwendungen kappen, deren Auswirkung auf "Hoch" steht. Wenn Sie technisch ein wenig versiert sind, sollten Sie mit der rechten Maustaste auf die Überschrift dieser Spalte klicken und dann "Datenträger-E/A beim Start" und "CPU beim Start" auswählen. Dann erhalten Sie noch mehr Informationen.

    Keine Angst: Sie können ruhig beliebig viele Tools deaktivieren. Wichtige Anwendungen, die Windows 10 selbst zum Start benötigt, sind hier nicht aufgelistet. Es handelt sich ausschließlich um Programme, die Sie selbst nachträglich installiert haben und die auf die Stabilität des Systems keinen Einfluss haben sollten.

    Sie möchten ein noch nicht vorhandenes Programm in den Autostart legen? Dann suchen Sie es im Startmenü, führen einen Rechtsklick darauf aus und gehen dann auf "Mehr -> Dateispeicherort öffnen". Jetzt sehen Sie im Windows Explorer die .EXE-Datei des Programms. Jetzt drücken Sie die Windows-Taste + R und geben dann im neuen Fenster "shell:startup" ein. Danach öffnet sich ein weiteres Fenster mit dem Autostartordner von Windows 10. Kopieren Sie dahin eine Verknüpfung der .EXE-Datei. Jetzt startet das Programm automatisch beim nächsten Systemstart. Nützlich ist das vielleicht bei E-Mail-Programmen oder anderen Applikationen, die Sie ohnehin täglich nutzen.

  4. Suche nach Prozessen mit hoher Speicherlast

    Möglicherweise raubt Ihnen Ihre Festplatte den letzten Nerv: Obwohl Windows 10 schon längst gestartet ist und Sie schon eine lange Zeit arbeiten, gibt das System einfach keine Ruhe und neue Programme starten nur sehr langsam.

    Um das Problem zu lösen, öffnen Sie zunächst den Task-Manager. Dort finden Sie dann heraus, welches Programm einer flüssigen Arbeit mit der Festplatte im Weg stehen. Klicken Sie auf "Prozesse" und dann auf "Datenträger". Jene Programme, die in dieser Spalte weit oben stehen, sind wahrscheinlich verantwortlich für die Misere. Oftmals handelt es sich etwa um Antiviren-Tools, Backup-Programme und ähnliche, unter Umständen speicherintensive Anwendungen. Um dieses Problem zu lösen, deaktivieren Sie diese Programme zunächst im Autostart.

    Falls das Problem erst nach einer gewissen Zeit auftritt und nicht gleich zu Beginn, ist vielleicht auch die RAM-Ausstattung zu knapp bemessen. Windows 10 kann Dateien dann nicht mehr im sehr schnellen Arbeitsspeicher ablegen, sondern muss auf die Festplatte zurückgreifen. Um das herauszufinden, gehen Sie im Task-Manager auf "Leistung" und "Arbeitsspeicher". Rechts sehen Sie dann, wie viel RAM im System vorhanden und wie umfangreich dieser belegt ist. Alles voll? Dann sollten Sie über eine Speichererweiterung nachdenken.

    Verwenden Sie eine SSD-Festplatte und stellen fest, dass deren Datenträgerauslastung permanent bei 100 Prozent liegt, könnte auch ein mangelhafter SATA-Treiber verantwortlich sein. Jetzt wird es etwas komplizierter, daher führen wir Sie Schritt für Schritt durch die folgenden Schritte:

    1. Öffnen Sie den Geräte-Manager von Windows 10 und gehen Sie dann auf den Eintrag "DIE ATA/ATAPI Controller". Danach klicken Sie auf "Treiber" und "Treiberdetails". Falls Sie dort den Eintrag "storahci.sys" sehen, verwendet das System aktuell den Standardtreiber für Ihre SSD-Festplatte.
    2. Die hohe Speicherlast ist dann ein Resultat eines Fehlers im MSI-Modus (Message Signaled Interrupt). Über den Registry-Editor können Sie diesen abschalten: Gehen Sie dazu in dem in Schritt 1 geöffneten Fenster auf "Details" und dann auf "Geräteinstanzpfad".
    3. Jetzt sehen Sie einen neuen Eintrag. Schreiben Sie sich diesen auf und öffnen Sie dann den Registry-Editor (etwa über Windows-Taste + R und den Befehl "regedit"). Navigieren Sie jetzt zu "HKEY_LOCAL_MACHINE\System\Current- ControlSet\Enum\PCI".
    4. Wählen Sie im neuen Fenster jetzt den Eintrag, den Sie sich im dritten Schritt notiert haben. Danach geht es weiter im Pfad zu "DeviceParameters\InterruptManagement\ MessageSignaledInterruptProperties". Rechts finden Sie dann einen Eintrag namens "MSISupported". Doppelklicken Sie auf diesen Eintrag und setzen Sie den Wert auf 0.

    Jetzt müssen Sie nur noch den Computer neu starten. Hat alles geklappt, sollte der Fehler nicht mehr auftreten und die Festplatte gibt Ruhe. Beachten Sie, dass dieser Tipp nur bei SSD-Festplatten funktioniert. Klassische HDDs sind davon ausgenommen.

  5. Identifikation von Programmen mit hoher Systemlast

    Es ist nicht immer ein bestimmtes Programm, das eine hohe Last verursacht. Manchmal ist es die Mischung aus diversen Anwendungen, die sich in die Quere kommen und die dann die Leistung des Computers negativ beeinflussen.

    Auch bei diesem Problem schafft der Task-Manager Abhilfe: Öffnen Sie ihn und gehen Sie dann in die Spalte "App-Verlauf". Dort sehen Sie unter anderem, welche Anwendungen zu welchem Zeitpunkt etwa besonders viel CPU-Last verursacht oder besonders viele Daten durch das Netzwerk geschaufelt haben.

    Sortieren Sie diese Prozesse, indem Sie auf die gewünschte Überschrift klicken. Wenn Sie noch mehr Informationen suchen, können Sie mit einem Rechtsklick auf die Spalte weitere Daten anzeigen lassen, wie vielleicht "Download" oder "Upload". Dann könnten Sie sehen, welche Applikation besonders intensiv mit dem Internet kommuniziert.

    Achtung: Normalerweise zeigt der Task-Manager die genannten Informationen nur für Anwendungen auf UWP-Basis an. Um auch reguläre Applikationen anzeigen zu lassen, klicken Sie im Task-Manager auf "Optionen" und dann "Verlauf für alle Prozesse anzeigen". Dann sehen Sie wirklich alles - bis hin zu Systemprozessen.

  6. Neustart von Programmen

    Manchmal ist es hilfreich, mit dem Task-Manager Programme neu zu starten. Vielleicht installieren Sie ein Programm, das etwas tiefer in das System eingreift, und stellen danach fest, dass der Windows Explorer nicht wieder neu startet - der aber zwingend für den Betrieb von Windows 10 notwendig ist. Das System können Sie dann erst wieder nach einem kompletten Reboot nutzen.

    Glück im Unglück: Der Task-Manager wird trotzdem noch funktionieren. Öffnen Sie ihn über eine der bereits beschriebenen Methoden. Danach klicken Sie auf "Daten" und anschließend "Neuen Task ausführen". Im sich öffnenden Feld geben Sie dann den Namen des Programms ein, das Sie starten möchten - in unserem Fall wäre dies "explorer.exe". Dann startet der Windows Explorer erneut und Sie können das System wieder nutzen. Der Tipp klappt natürlich auch mit allen anderen installierten Anwendungen.

  7. Probleme beim Video-Playback lösen

    Manchmal versuchen Sie, ein hochauflösendes Video (oftmals jenseits der 1080p) abzuspielen, aber es kommt dabei zu einer hakeligen Wiedergabe - obwohl Ihr System für das Playback von Videos in 4K eigentlich bestens gerüstet ist.

    Dieses Problem können Sie eventuell über den Task-Manager beheben. Öffnen Sie ihn und spielen Sie dann das fragliche Video ab. Gehen Sie dann im Task-Manager auf die Spalte "Leistung". Klicken Sie danach links auf den Eintrag "CPU". Danach sehen Sie, wie viel CPU-Last das Programm erzeugt, das Sie für das Video-Playback verwenden. Eigentlich sollte das nicht besonders viel sein, da moderne Grafikkarten diese Aufgabe in der Regel übernehmen und diese Aufgabe mit Bravour meistern.

    Falls jedoch eine sehr hohe Last anliegt, kümmert sich die Grafikkarte eben nicht um die Darstellung des Videos - sondern die CPU. Dass Ihre Grafikkarte dies nicht beherrscht, ist unwahrscheinlich. Viel eher trifft zu, dass in Ihrem Programm für das Video-Playback die Hardwarebeschleunigung für die Grafikkarte nicht aktiviert ist. Öffnen Sie also jenes Programm und suchen Sie in den Optionen nach einem Eintrag wie "Hardwarebeschleunigung" oder "GPU-Dekodierung" oder ähnliche Begriffe. Das sollte das Problem lösen.

  8. Programme für erfahrene Anwender

    Zu guter Letzt werfen wir noch einen Blick auf einige Tools, die technisch versierten Nutzern das Leben erleichtern. Wichtig sind etwa die Applikationen Process Explorer und Autoruns von Microsoft. Informationen zu CPU und GPU hingegen bringen Sie am besten mit CPU-Z oder GPU-Z in Erfahrung. Was genau in Ihrem System an Hardware verbaut ist, verraten Ihnen Anwendungen wie HWinfo oder die Extreme Edition von Aida64. Ausgerüstet mit diesen Applikationen bringen Sie wirklich die letzten technischen Details über Ihren Computer ans Licht und können damit Probleme noch präziser beheben.


Quelle: In Zusammenarbeit mit PC-Welt
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