So nutzen Sie den Raspberry Pi 3 als Desktop-Ersatz

So nutzen Sie den Raspberry Pi 3 als Desktop-Ersatz
In unserem Ratgeber zeigen wir Ihnen, unter welchen Bedingungen Sie den günstigen Rechern als Desktop-Ersatz nutzen können.
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So nutzen Sie den Raspberry Pi 3 als Desktop-Ersatz

In unserem Ratgeber zeigen wir Ihnen, unter welchen Bedingungen Sie den günstigen Rechern als Desktop-Ersatz nutzen können.

© Raspberry.org
04.01.2018 - 08:05 Uhr

Kann die Platine im Miniformat als Desktopersatz genutzt werden? Grundsätzlich schon. Es hängt aber natürlich davon ab, was Sie mit dem Gerät vorhaben.

Netbooks waren vor wenigen Jahren der große Renner. So gut wie alle bekannten Hardwarehersteller präsentierten die handlichen Computer im Miniformat. Sie waren einfacher zu transportieren als Notebooks und punkteten mit kleinen Maßen. Für unterwegs waren damit die Modelle also für viele Nutzer eine praktische Alternative. Einziges Manko: Die Netbooks brachten weniger Leistung. Für den Alltag, wenn sie für E-Mails, Surfen und standardmäßige Büroarbeit genutzt wurden, stellten sie dennoch eine gute Wahl dar. Doch kaum waren die Tablets auf dem Markt, gerieten die Netbooks in Vergessenheit. Aber selbst ein Raspberry kann mit seiner beachtlich höheren Leistung einem Netbook durchaus überlegen sein.

Kinderleichte Installation

Um den Raspberry zu nutzen, reichen Ihnen wenige Elemente aus. Diese bieten viele Online-Shops im praktischen Set an. Sie benötigen lediglich eine Platine, ein geeignetes Netzteil sowie eine microSD-Karte. Wer es etwas komfortabler mag, der greift zudem noch zu einem passenden Gehäuse.

Bedienelemente wie eine Tastatur oder eine Maus hat wohl jeder zu Hause. Über einen HDMI-Anschluss stellen Sie eine Verbindung zum Bildschirm her. Die Installation von SD-Karte und System gelingt mit dem Installationsassistenten NOOBs spielend leicht. Die Übermittlung auf die Karte erfolgt unter Linux über ein Terminal und unter Windows mithilfe des Win32 Disk Imager.

Pixel als abgespeckter Desktop

Die LXDE-Oberfläche des Betriebssystems Raspbian hat ausgedient: Mit Pixel gelingen Ihnen schnelle Arbeitsabläufe. Außerdem punktet diese Benutzeroberfläche mit einer ansprechenden Optik. Die genaue Aufteilung können Sie mit einem Rechtsklick auf den Desktop ganz einfach anpassen.

Wenn Sie in das Startmenü gelangen wollen, klicken Sie auf das Symbol der Beere. Das LibreOffice-Paket ist kostenlos an Bord. Auf diese Weise können Sie mit dieser derzeit besten kostenfreien Office-Suite zum Beispiel Texte aus Ihrem Büro ganz komfortabel auf dem Minirechner bearbeiten. Sie nutzen das Textverarbeitungsangebot nur sporadisch und benötigen weder Programme für Präsentationen noch Tabellenkalkulation? Dann können Sie Ihr Gerät von diesen Anwendungen befreien. Wählen Sie Einstellungen → Add/Remove Software, um das Paket zu deinstallieren. Für die Textverarbeitung können Sie dann alternativ AbiWord mit dem Zusatz Common Files nutzen.

Auch für das Surfen im Netz präsentiert Pixel verschiedene Angebote. Hier können Sie als Browser alternativ Epiphany/Web anstelle von Mozilla Firefox oder Google Chrome nutzen. Bei Epiphany/Web ist DuckDuckGo für die Suche im Internet vorinstalliert. Vorteil: DuckDuckGo hält sich in Bezug auf den Datenschutz an strenge Richtlinien. Nachteil: Die Suchergebnisse sind nicht immer von hoher Qualität. Alternativ können Sie auch Chromium, die Open-Source-Ausführung von Chrome, nutzen. Dieser Browser ist auf viele Ressourcen angewiesen und benötigt ein wenig Zeit für den Start; die Darstellungen im alltäglichen Gebrauch werden aber nicht eingeschränkt. Ebenso können Sie Firefox auf dem Desktop mit Pixel nutzen. Dieser arbeitet aber mit Verzögerungen.

Für die Verwaltung und Bearbeitung Ihrer E-Mails kann Claws Mail als Alternative zu Thunderbird herangezogen werden. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass die Nutzung von Claws Mail gegenüber Thunderbird mit gewissen Abstrichen bei Übersichtlichkeit und Handhabung verbunden ist. Wenn die Nachteile zu sehr ins Gewicht fallen, ist über den Paketmanager schnell eine alternative Anwendung gefunden. Hier gilt allerdings: Installieren Sie keine aufwendigen Apps, die für eine KDE-Desktopumgebung ausgelegt sind. Denn diese verbrauchen viele Ressourcen und - die Ressourcen sind begrenzt.

Der praktische Dateimanager für das Netzwerk

Bei der alltäglichen Anwendung kommen Sie mit Pixel sehr gut zurecht. Die Verwaltung von Dateien geht leicht von der Hand. Sie profitieren von der Übersichtlichkeit und können auch ohne zusätzliche Tools Netzwerkfreigaben nutzen. Mit dem Befehl Gehe zu gelingt die Nutzung eines NAS-Speichersystems oder anderer Freigaben ganz leicht. Sie navigieren einfach zu Netzwerk und geben Ihre Daten für die Anmeldung ein. Schon werden Sie mit dem jeweiligen System verbunden. Anders sieht es bei einem heterogenen Netzwerk aus, bei dem Geräte von Apple beteiligt sind. In diesem Fall ist es nötig, über die Softwareverwaltung im Nachgang noch das Netzwerkprotokoll AFP aufzuspielen.

Die Grenzen der Leistung ausloten

  1. Wenn Sie im Hauptmenü auf Grafik klicken, wird Ihnen an dieser Stelle nur ImageMagick als Bildbetrachter aufgeführt. Sie können allerdings auch eine Anwendung Ihrer Wahl im Nachhinein auf dem Gerät installieren - schließlich stellt Raspbian eine vollwertige Distribution dar.

  2. Die Paketquellen weisen alle standardmäßigen Programme auf. Wichtig: Wir empfehlen, von einer Nutzung von GIMP abzusehen. Dieses Programm ist zwar für das Bearbeiten von Bildern sehr praktisch, führt die Minicomputer allerdings schnell an ihre Grenzen.

  3. Das ist auch ein Grund, warum verschiedene Programme für die Wiedergabe von Medien nicht in der Standardausstattung zu finden sind. So suchen Sie hier zunächst vergeblich nach Anwendungen für das Abspielen von Videos oder Audiodateien.

  4. Doch keine Sorge! Komplett darauf verzichten müssen Sie nicht. Sie nutzen für eine entsprechende Installation einfach das Softwarecenter. Hier gibt es diverse Player. So ist zum Beispiel Banshee oder der VLC Player sehr gefragt.

  5. Festzuhalten ist jedoch, dass ein Raspberry mit Pixel nicht vordergründig für Multimedia-Anwendungen ausgelegt ist. Für eine große Musiksammlung oder als Mediathek für Ihre Lieblingsvideos sind andere Geräte besser geeignet.

  6. Ein Raspberry mit Pixel lässt sich allerdings sehr gut für die täglichen Arbeiten im Büro nutzen und ist beim einfachen Verschicken von E-Mails oder beim Surfen eine gute Wahl.

Den Raspberry als Thin Client nutzen

Was viele gar nicht wissen: Der Raspberry lässt sich auch sehr gut als Thin Client für Rechner mit Windows verwenden. So ist es zum Beispiel möglich, auf Windows 10 in der Pro-Version über ein RDP zuzugreifen. RDP steht für Remote Desktop Protocol. Die Einrichtung gelingt Ihnen ganz leicht. Sie wählen in der Systemsteuerung von Windows unter System die Rubrik Erweiterte Einstellungen an und klicken dann auf Remote. Hier wird Ihnen die Anwendung Remotedesktop angezeigt. Für den Raspberry reichen die Optionen rdesktop sowie grdesktop aus. Nach der Auswahl müssen Sie grdesktop starten und dann die IP-Adresse eintippen, die dem Windows-Rechner zugeordnet ist. Schon zeigt der Raspberry den Windows-Desktop an und Sie können ihn für Ihre Tätigkeit nutzen.

Quelle: In Zusammenarbeit mit PC-Welt
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