Windows: So löschen Sie Systemordner - oder besser nicht?

Den Windows-Systemordner nach einem Upgrade löschen
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Den Windows-Systemordner nach einem Upgrade löschen

© Microsoft

Nach einem Windows-Upgrade verbleibt der Ordner "windows.old" noch auf dem Rechner und blockiert Speicherplatz. Dieser Artikel erläutert Wege, um den System-Ordner loszuwerden.

Microsoft hat aus seinem Betriebssystem Windows ein SaaS (System as a Service) gemacht und bringt regelmäßig Updates heraus. Wenn ein solches Update vorgenommen wird, wird die alte Version inklusive der verwendeten Programme und der vorgenommenen Einstellungen in einen Systemordner namens "windows.old" verschoben.

Entsprechend viel Platz nimmt dieser Ordner ein. Hierbei ist es nicht möglich, ihn einfach über den Explorer zu löschen. Dieses Problem ist aber nicht auf das aktuelle Windows 10 beschränkt, sondern trat auch schon bei Updates von Windows 7 oder Windows 8 auf Windows 10 auf.

  1. Wann es gut ist, "windows.old" zu löschen

    Wer mit der aktuellen Windows 10 Version zufrieden ist und keine Notwendigkeit sieht, eine ältere Version wieder zu beleben, kann "windows.old" getrost löschen. Dasselbe gilt, wenn die neue Windows-Version bereits seit über 10 Tagen genutzt wird. In diesem Fall ist es nicht mehr möglich, über die sogenannte "Rollback-Funktion" zu der früheren Version zu gelangen. Diese Zeit betrug früher 30 Tage, ist aber von Microsoft gekürzt worden. Ebenso können alle auf "windows.old" verzichten, die in regelmäßigen Abständen Systembackups anlegen. Mit diesen ist eine vollständige Wiederherstellung von Windows und aller Programme jederzeit möglich. Nicht zuletzt ist es sinnvoll, alle Dateien und Einstellungen komplett in das neue Windows 10 zu übernehmen. In diesem Fall werden die in "windows.old" gespeicherten Informationen ebenfalls nicht mehr gebraucht.

  2. Die erste Variante, um "windows.old" zu entfernen

    Um den Löschvorgang zu beginnen, muss zunächst der Explorer geöffnet werden. Das ist über "Windows-Taste + E" leicht möglich. Per Rechtsklick auf das Festplattensymbol, auf der sich Windows befindet, können die Schritte "Eigenschaften -> Allgemein -> Bereinigen" gegangen werden. Jetzt muss einige Zeit eingeplant werden, in der Windows berechnet, welche Dateien entbehrlich sind. Anschließend ist unter "Datenbereinigung" der Punkt "Vorherige Windows-Installation(en)" zu finden, der für "windows.old" steht. Das System zeigt zudem an, wie viel Speicherplatz durch eine Löschung dieser alten Version gewonnen werden kann. Durch einen Klick auf "Systemdateien bereinigen" nimmt Windows eine Berechnung vor, um zu bestimmen, welche Dateien gelöscht werden können. Auch das kann einige Zeit in Anspruch nehmen. In einem weiteren Schritt ist dann zu prüfen, welche der standardmäßig gesetzten Häkchen bleiben können. Spätestens jetzt sollte noch einmal genau überlegt werden, ob "windows.old" tatsächlich gelöscht werden kann, oder ob sich darin noch Dateien befinden, die zuvor gespeichert werden müssen. Das ist nach dem nächsten Schritt nämlich nicht mehr möglich. Durch die Betätigung von "Ok" beginnt die Festplattenreinigung.

  3. Die zweite Variante, um "windows.old" zu entfernen

    Das Update Windows 10 Mai 2019 verfügt erstmals über die Funktion "Speicheroptimierung". Sie ist unter "Einstellungen -> System -> Speicher" zu finden. Wenn diese Funktion aktiv ist, besteht eine weitere Möglichkeit, um sich bei einem Windows-Update von älteren Versionen zu verabschieden. Hierzu muss "Einstellungen -> System -> Speicher" aufgerufen und anschließend der Punkt "Konfigurieren Sie die Speicheroptimierung oder führen Sie den Vorgang jetzt aus" ausgewählt werden. Über den Punkt "Jetzt Speicherplatz freigeben" ist es leicht möglich, eine ältere Windows-Version endgültig von einer Festplatte oder SSD zu löschen. Hierfür muss lediglich der "Jetzt bereinigen"-Button betätigt werden. Eine andere Möglichkeit besteht darin, die Schritte "Einstellungen -> System -> Speicher -> Temporäre Dateien" zu gehen und hierbei das Laufwerk mit Windows 10 auszuwählen. Windows zeigt dann Temporäre Dateien an, die aus Sicht des Betriebssystems gelöscht werden könnten. Hierzu zählen unter anderem die zu einer älteren Windows-Version gehörigen Dateien.

  4. Nach umfassenden Windows-10-Updates ist "windows.old" meist obsolet

    Nicht nur bei einem Wechsel zu Windows 10, sondern auch beim Wechsel zu einer größeren Version landen Daten in "windows.old". Wer also stets die jüngste Windows-Version nutzt, produziert regelmäßig Daten für den Systemordner. Hierbei ist es innerhalb von 10 Tagen möglich, zur vorherigen Version zurückzukehren, wenn einem das neueste Update nicht zusagen sollte. Die frühere Version wird über "Einstellungen -> Update & Sicherheit -> Wiederherstellung" reaktiviert. Hierfür ist es aber notwendig, dass "windows.old" noch vorhanden ist und die darin befindlichen Daten nicht gelöscht wurden. Wenn also ein großes Update vorgenommen wurde, sollte das Löschen von "windows.old" zunächst tabu sein. Erst wenn das neue System einwandfrei funktioniert, kann über das Löschen des Ordners oder der darin enthaltenen Dateien nachgedacht werden.

    Sollte eine neue Windows-Version Probleme bereiten, kann die Vorgängerversion auch auf folgende Weise ins Leben zurückgerufen werden: Bei gedrückter Shift-Taste wird auf den Start-Button geklickt. Hier wird dann "Neu starten" ausgewählt, ohne die Shift-Taste loszulassen. Das System startet nun im abgesicherten Modus neu. Dank der erweiterten Optionen ist es möglich, die frühere Windows-Version wieder zu aktivieren. Nach 10 Tagen mit einer funktionierenden neuen Version kann unter diesem Punkt zudem der "windows.old" Ordner gelöscht werden.

  5. Ist es manchmal sinnvoll, "windows.old" zu behalten?

    Einige Nutzerinnen und Nutzer entscheiden sich dafür, den "windows.old" Ordner auf einem externen Speichermedium zu sichern. Hiervon ist allerdings abzuraten, da in einem solchen Ordner viele unbrauchbare Dateien enthalten sind und die benötigten Daten binnen kürzester Zeit veraltet sind. Der Ordner sollte daher immer nur dann zum Einsatz kommen, wenn unmittelbar nach einem Systemupdate Probleme auftreten und die Vorgängerversion reaktiviert werden soll. In allen anderen Fällen sind Reparatur- und Neu-Installationen von Windows die bessere Alternative.


Quelle: In Zusammenarbeit mit PC-Welt
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