Auflegen statt Steckkontakt: Alles über das Aufladen 2.0

Auflegen statt Steckkontakt: Alles über das Aufladen 2.0
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Auflegen statt Steckkontakt: Alles über das Aufladen 2.0

© Anker

Tschüss Ladekabel! So lautet die Zukunft des Energietransfers auf das Smartphone. Induktives Laden besitzt viele Vorzüge, benötigt jedoch mehr Strom.

Wo ist das Ladekabel fürs Smartphone, wenn man es braucht? Es gibt Menschen, die schwören, dass sich diese Dinger dematerialisieren können. Oder auf andere Arten rätselhaft verschwinden, ähnlich wie Socken in der Waschmaschine.

Einfacher und ganz ohne Kabel funktioniert das Aufladen mit Wireless Charging. Um weg von der Kabelabhängigkeit zu kommen, benötigen Sie nur eine Qi-Ladestation.

Wireless Charging basiert auf der drahtlosen Energieübertragung via Induktion

Sicher kennen Sie die Wirkungsweise der Induktion durch das Aufladen einer elektrischen Zahnbürste. Denn auch diese Geräte werden ohne Kabel geladen, sie werden nur durch eine Steckverbindung mit der Ladestation in einen physischen Kontakt gebracht. Der Strom wird durch das klassische Transformationsprinzip übertragen. Dieses Prinzip ist so genial, dass man sich fragt, warum das kabellose Laden nicht schon längst die Welt der mobilen elektronischen Geräte erobert hat. Aus gleich drei Gründen konnte es sich nie so recht durchsetzen: Der recht überschaubare Wirkungsgrad, die Verluste durch Abwärme und last but not least die langen Aufladezeiten.

Erst durch das Prinzip der resonanten induktiven Kopplung wurde Wireless Charging schneller und leistungsstärker. Bei der Kopplung der modernen Art übertragen nicht nur die zu Spulen aufgewickelten Drähte die Energie, gleichzeitig kommunizieren Mikrochips mit dem Smartphone und regeln unter anderem die Stärke der Ladung. Es handelt sich sozusagen um die Evolution eines alten Prinzips.

Unterstützt Ihr Smartphone kabelloses Laden?

Bei neuen und hochpreisigen Modellen können Sie sich ziemlich sicher sein, dass der Qi-Standard beherrscht wird. Fit für das induktive Laden sind zum Beispiel das iPhone X und das iPhone 8. Hersteller Samsung hat seit dem Erscheinen des S6 auf diese Technik gesetzt. Sein Konkurrent Nokia war noch früher dabei, hier sind diverse Modelle aus der Lumia-Reihe Qi-fähig. Und auch bei Google sind einige der älteren Smartphones bereits damit ausgestattet, dazu gehören die teilweise schon leicht betagten Modelle Nexus 4, 5 sowie 7. Und auch das Tablet Nexus 7 aus dem Hause Google ist bereit für die Aufladetechnik 2.0. Nur beim Pixel-Phone hat Google noch nicht auf den Qi-Standard gesetzt.

Wenn Ihr Smartphone noch nicht mit Qi kompatibel ist, ist das Nachrüsten in den meisten Fällen recht einfach und sogar erstaunlich preiswert. Der einzige Nachteil beim Nachrüsten liegt darin, dass ein Steckplatz für den neuen Anschluss benötigt und belegt wird. Meist ist es der Lightning-Port oder der Steckplatz für Micro-USB, der damit geblockt wird. Man sollte sich also vor dem Nachrüsten überlegen, ob man diesen Steckplatz nicht doch für anderes benötigt.

Alles fließt beim Wireless Power Consortium zusammen

In Europa dominiert der Qi-Standard die Nische Wireless Charging. Der Begriff Qi ist das chinesische Wort für Kraft oder Energie. Im Jahr 2008 wurde das WPC (Wireless Power Consortium) gegründet, der Zusammenschluss von Unternehmen einigte sich noch im gleichen Jahr auf den Standard Qi für das induktive Aufladen. Damit sollte sichergestellt werden, dass der universelle Standard Qi das Laden von allen damit kompatiblen Geräten global genutzt werden kann. Einfacher ausgedrückt bedeutet das, dass jedes Gerät, welches mit Qi kompatibel ist, auch auf jeder mit Qi kompatiblen Ladestation aufgeladen werden kann.

Welche Unternehmen gehören zum Wireless Power Consortium?

Zur Zeit gehören 166 Mitglieder zum WPC. Zu diesen Mitgliedern gehören auch die absoluten Marktführer in Sachen Elektronik, wie zum Beispiel Nokia, LG, Samsung, HTC, Panasonic, Motorola und Sony. Seit 2017 gehört auch Apple in diesen erlauchten Unternehmerkreis. Apple ist noch relativ neu dabei, setzt aber schon länger auf den Qi-Standard. Das iPhone 8 und das iPhone X sind bereits Qi-zertifiziert. Das kabellose Laden hat auch Samsung inzwischen realisiert, die Option darauf besteht beim Galaxy S6, S10 und dem Galaxy Note 5. Es fällt natürlich auf, dass sich zur Zeit speziell die Smartphones via Qi aufladen lassen, die zu den hochpreisigen Modellen gehören. Doch es ist absehbar, dass sich diese Technik der kabellosen Energieübertragung auch auf einer breiteren Produktpalette auf Dauer durchsetzen wird.

Pro und Contra - Konventionelles Laden oder Laden via Induktion

  1. Pro: Komfort

    Ein Argument dafür ist ganz sicher der Grad des Komforts, der damit möglich ist. Es ist bequem, auf das Kabel verzichten zu können, gleichzeitig werden potentielle Defekte an der Ladebuchse durch verkehrt gesteckte oder abgeknickte Kabel vermieden. Verschleiß am Ladegerät oder an der Steckverbindung sind damit auch ausgeschlossen.

  2. Pro: Mehrere Smartphones an einer Steckdose

    Ein Plus an Komfort bieten Ladeschalen, die Platz für mehrere Smartphones bieten. So wird nur eine einzige Steckdose benötigt um parallel zwei oder drei mobile Geräte aufzuladen.

  3. Pro: Einheitlicher Standard

    Ganz unabhängig vom Hersteller oder vom Betriebssystem lässt sich damit jedes Smartphone, welches für das induktive Laden geeignet ist, auf jeder Qi-Ladestation mit neuer Energie versorgen. Damit ist die lästige Problematik mit den unterschiedlichen Ladekabeln endlich Schnee von Gestern.

  4. Pro: Sicherheit

    Induktives Laden ist um Längen sicherer als das herkömmliche Laden via Kabel. Denn Mal- und andere Schadsoftware lässt sich leider auch durch ein Ladekabel auf das Smartphone schleusen. Derart manipulierte Kabel sind ein beliebtes Einfallstor für Hacker. Da ist man mit Wireless Charging - zumindest nach dem heutigen Kenntnisstand - auf der sicheren Seite. Und das wird auch so bleiben, denn beim kabellosen Laden werden keine Daten übertragen, es handelt sich um einen reinen Energietransfer.

  5. Contra: Stromverbrauch

    Diese Technik ist sehr verschwenderisch, was den Stromverbrauch betrifft. Wireless Charging verbraucht im Durchschnitt etwa die Hälfte mehr an Energie als das Laden mit dem guten alten Kabel. Wer sein Smartphone über Nacht zum Aufladen auf die Station legt, der verschwendet noch mehr Strom.

  6. Contra: Akkuverschleiß

    Das permanente Aufladen über viele Stunden verkürzt die Lebensdauer des Akkus. Erst wenige Aufladegeräte verfügen über die automatische Abschaltung, sobald der Akku des Smartphones komplett aufgeladen ist.

  7. Contra: Langsames Laden

    Langsamer als das konventionelle Laden ist das Induktionsladen auch, teilweise ist die Ladezeit doppelt so lang. Die Ladezeiten im konkreten Fall sind natürlich von der Qualität des Netzteils abhängig. Viele Smartphone-Netzteile bringen nur wenig an Power mit, deshalb legen sich Nutzer dann gerne ein zusätzliches Netzteil mit mehr Leistung zu. Das geht auf Kosten der Umwelt, denn es werden zusätzliche und eigentlich komplett unnötige Ressourcen verbraucht, um diese ergänzende Ausrüstung herzustellen, mit Energie zu unterhalten und am Ende zu entsorgen.

Das richtige Auflegen spart Energie und Ladezeit

Wenn das Smartphone falsch aufgelegt wird, kommt es zu einem unnötigen Stromverbrauch. Denn nur ein Bruchteil der Energie kommt auch wirklich im Handy an, wenn die Induktionsspulen des Ladegeräts und des Smartphones nicht direkt übereinander positioniert sind. Die Ladeschale erhöht dann die Leistung, damit der Ladevorgang sich nicht zu sehr in die Länge zieht. Doch dieses Leistungsplus bringt nicht wirklich etwas für die Ladezeit und das meiste daran entweicht als Wärme. Ob man den idealen Auflagepunkt wirklich gefunden hat, lässt sich zudem schwer beurteilen, da die Ladekontrolle auch leuchtet, wenn das Smartphone nicht perfekt Spule auf Spule liegt.

Wir empfehlen das mittige Auflegen, denn dann befinden sich die Spulen der beiden Geräte in jedem Fall relativ nah beieinander. Beim Kauf einer Ladeschale sollten Sie darauf achten, dass diese über mehrere Spulen verfügt, dadurch ist man beim Auflegen immer auf der sicheren Seite.

Und noch ein paar Worte zum "richtigen" Auflegen: In der Praxis hat es sich gezeigt, dass die kabellose Variante tatsächlich die Lebensdauer des Akkus minimiert. Allerdings liegt das gar nicht an der neuen Technik, sondern am Faktor Mensch. Denn mit der allzu praktischen Ablage verändern sich die Ladegewohnheiten. Die Stationen verführen dazu, das Smartphone ständig dort abzulegen und damit immer wieder einen Ladevorgang neu zu beginnen. Man sollte also die Qi-Station wirklich nur zum Aufladen und auf keinen Fall als Ablage für das Handy nutzen.

Praktische Zusatzausrüstungen der Qi-Ladestationen

Wenn es mal wirklich fix gehen muss ist der Schnell-Lademodus, über den einige Ladeschalen verfügen, eine tolle Sache. Der übliche Standard-Modus arbeitet gerade mal mit 5 Watt, beim Hochleistungsladen kommen die Stationen auf bis zu 15 Watt.

Wenn Sie Wert auf Mobilität legen, dann empfehlen wir ein Ladegerät welches einen integrierten Akku besitzt. Aber achten Sie beim Kauf bitte auf die Kapazität, sie sollte mindestens 5.000 mAh betragen, damit sie für mindestens zwei Ladevorgänge ausreicht.

Nicht nur praktisch, sondern ein Plus an Sicherheit für das mobile Endgerät ist die rutschfeste Flächen zum Auflegen des Handys. Meist bestehen diese Flächen aus Gummi oder Materialien mit ähnlichen Eigenschaften..

Bei geneigten Stationen ist die Auflagefläche besonders wichtig. Achten Sie beim Kauf einer Station mit dieser Bauform auch unbedingt darauf, dass das Smartphone sicher darin steht und auf keinen Fall umkippen kann.

Kontroverse Diskussion über die potentielle Strahlengefährdung beim Wireless Charging

In diesem Punkt gehen die Meinungen der Fachleute komplett auseinander. Einige Physiker bescheinigen dem Magnetfeld einen aus gesundheitlicher Sicht absolut unbedenklichen Wert. Denn die gemessenen Werte liegen weit unter den Grenzwerten. Andere Experten sehen das weniger gelassen, und sehen eine Gefahr durch die elektromagnetische Strahlung, die durch die Induktion entsteht.

Wenn Sie dadurch verunsichert sind, empfehlen wir das Ladegerät separat zu positionieren - also auf keinen Fall auf dem Nachttisch oder in ähnlicher Nähe zum Körper.

Unsere kleine Auswahl an wirklich empfehlenswerten Qi-Ladestationen

Unter wirklich empfehlenswert verstehen wir Geräte, bei denen erstens klar ersichtlich ist, was alles im Lieferumfang enthalten ist, und die sich zweitens nicht innerhalb von qualitativ illusorischen Cent-Preisen bewegen. Unsere Kollektion bewegt sich deshalb in einem Preisrahmen von 10 bis 35 Euro. Zudem wurden alle Modelle sehr positiv von Käufern bewertet.

Für knapp 13 Euro ist die Yootech Wireless Station zu haben. Mit drei Lademodi eignet sie sich für sämtliche Qi-fähige Handys.

Das Anker Powerwave schlägt mit fast 26 Euro zu Buche. Auch diese Station ist fit für drei Lademodi, diverse Handymodelle und kommt sogar mit dickeren Smartphonehüllen sehr gut zurecht.

Der Hersteller Ravpower ist mit gleich mehreren Stationen auf dem Markt vertreten. Die preiswerte Variante für 12,99 Euro, das Modell RP-PC014, hat alle gängigen Qi-fähigen Handys im Visier, benötigt allerdings einen zusätzlichen Adapter, wenn es um den Schnell-Lademodus geht. Der Ravpower DE RP-PC066 kostet mit 28,99 Euro etwas mehr, kann aber auch mehr und bringt auch einen Adapter für QC-3.0 mit!

33,99 Euro kostet der Andobil Wireless Charger, dafür hat er vier Lademodi und ist zertifiziert für 15-W-Qi.

Quelle: In Zusammenarbeit mit PC-Welt
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