Mehr Funktionen für Ihr Android mit den versteckten Entwickleroptionen

Mehr Funktionen für Ihr Android mit den versteckten
Entwickleroptionen
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Mehr Funktionen für Ihr Android mit den versteckten Entwickleroptionen

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04.07.2018 - 09:47 Uhr

Die versteckten Entwickleroptionen von Android-Geräten verbergen zahlreiche nützliche Funktionen. Wir zeigen Ihnen ideale Möglichkeiten auf, diese Funktionen anzuwenden.

Jedes Android-Gerät verfügt über sogenannte Entwickleroptionen, die sich, wie der Name bereits erkennen lässt, in erster Linie an Entwickler und Designer von Apps richten. Dementsprechend sind diese Optionen auch versteckt. Die Ausrichtung an Profis bedeutet aber nicht, dass Sie nicht auch davon Gebrauch machen können. Denn die versteckten Entwickleroptionen beinhalten diverse wichtige und mächtige Funktionen wie etwa USB-Debugging, die Ihnen zum Beispiel das Rooten oder Aufspielen eines Custom-ROMs ermöglichen sowie die Verwendung einiger Back-up-Programme erlauben. Des Weiteren gibt es auch Funktionen, mit denen die Leistung Ihres Gerätes analysiert und Performance-Probleme behandelt werden können.

Abhängig von der jeweiligen Android-Version Ihres Smartphones unterscheiden sich die verfügbaren Einstellungen der Entwickleroptionen. Das geheime Einstellungsmenü hat aber auch seine Tücken - und die können gravierend sein. Ohne ein entsprechendes Fachwissen kann das Herumexperimentieren mit den Entwickleroptionen schnell zu dauerhaften Schäden am Smartphone führen. Sollten Sie sich bei einer Funktion unsicher über die dazugehörige Aktion sein, dann belassen Sie diese besser im gegebenen Zustand. In diesem Artikel zeigen wir Ihnen, wie Sie Funktionen aktivieren und welche Aufgaben diese erfüllen.

Geheime Android-Optionen freischalten:

  1. So schalten Sie die Entwickleroptionen frei

    Die Entwickleroptionen finden Sie in den Einstellungen. Je nach Android-Version sind diese leichter oder schwieriger aufzurufen. Bei einem Smartphone bis Android 4.1 gelangen Sie via Einstellungen -> Entwickleroptionen und unter Android 2.3 via Einstellungen -> Apps -> Entwickleroptionen dorthin.

    Seit Android 4.2 können die Entwickleroptionen nicht mehr so leicht angesteuert werden. Hierbei mag der Schutz des Anwenders vor potenziell schädigenden Aktionen eine Rolle gespielt haben, die Google dazu bewogen haben, die Entwickleroptionen zu verstecken. Dennoch lassen sie sich auch bei dieser Version aufrufen. Dafür müssen Sie in den Einstellungen zunächst die Rubrik System und danach den Punkt Über das Telefon auswählen. Bei einigen Smartphones wird letztgenannter Punkt auch als Info bezeichnet.

    Dort angelangt tippen Sie auf den Menüpunkt Build-Nummer. Falls diese Nummer an der Stelle nicht aufgeführt sein sollte, müssen Sie zusätzlich den Punkt Mehr auswählen. Haben Sie die Build-Nummer gefunden, tippen Sie diese siebenmal an, um den Entwicklermodus zu aktivieren. Über die erfolgte Aktivierung werden Sie zusätzlich per Nachricht informiert. Wechseln Sie daraufhin in die Einstellungen, erscheint dort der Menüpunkt Entwickleroptionen.

    Eventuell müssen Sie noch eine weitere Hürde nehmen. Denn die Betriebssystemversion Android Oreo verlangt von Ihnen zusätzlich die Eingabe des aktuellen PIN-Codes oder des Entsperrmusters Ihres Smartphones.

  2. Die Entwickleroptionen wieder ausschalten und ganz ausblenden

    Die freigeschalteten Entwickleroptionen können Sie selbstverständlich auch wieder deaktivieren und komplett vom Bildschirm entfernen. Dafür müssen Sie über die Einstellungen, wie oben beschrieben, den Punkt Entwickleroptionen aufrufen. Zur Deaktivierung stellen Sie nur den Schieberegler am oberen Bildschirmrand auf Aus.

    Möchten Sie die Entwickleroptionen allerdings komplett auf Ihrem Smartphone ausblenden, dann setzen Sie das Gerät in den Werkszustand zurück. Bevor Sie dies aber in Angriff nehmen, legen Sie vorher unbedingt ein Back-up mit Ihren Kontakten, Kalendereinträgen, Mitteilungen, Bildern, Videos und weiteren Daten an. Dabei können Sie auf die Dienste der kostenlosen PC-Software MyPhoneExplorer setzen.

  3. Aktivieren Sie USB-Debugging, um rooten zu können

    Entwickler nutzen die Funktion USB-Debugging vorrangig für die Analyse von Fehlern in der Software des Smartphones. Sie ermöglicht aber noch weitere Aktionen. So wird das Smartphone bei aktiviertem USB-Debugging automatisch in den Debugging-Modus versetzt, sobald es per USB-Kabel an einen PC angeschlossen wird. Dadurch ist es möglich, mit dem PC bestimmte Befehle auf dem Smartphone auszuführen. Auf diese Weise können Sie zum Beispiel Daten erstellen, bearbeiten und löschen. Wenn Sie Ihr Android-Gerät rooten wollen, dann wird eine aktivierte USB-Debugging-Funktion vorausgesetzt. Darüber hinaus benötigen Sie diese Funktion auch für die Erstellung eines Back-ups der Smartphone-Daten, wie etwa mit der App MyPhoneExplorer. Auch wenn Sie ein Custom-ROM aufspielen wollen, müssen Sie USB-Debugging verwenden. Die Funktion ist Teil der Entwickleroptionen und befindet sich in der Rubrik Debugging. Sie lässt sich durch Antippen des Schiebereglers aktivieren.

    Sobald Sie USB-Debugging nicht mehr benötigen, raten wir Ihnen dringend dazu, die Funktion auf Ihrem Smartphone wieder auszuschalten. Denn hierbei handelt es sich um eine Schnittstelle, durch die Unbefugte spielend leicht an Ihre Daten gelangen. Auf diese Weise kann zum Beispiel das Entsperrmuster des Smartphones umgangen werden.

  4. Fingertipps und Fingerbewegungen als visuelle Hilfen

    Screenshots können bei unterschiedlichen Gelegenheiten hilfreich sein. Sie eignen sich vor allem für Problemanalysen und Hilfe aus der Ferne. Hierbei helfen die Entwickleroptionen, denn sie beinhalten die Funktion Fingertipps anzeigen, welche die Berührungen der Finger auf dem Display anzeigt. Damit kann Hilfesuchenden der Weg zu der jeweiligen Funktion gewiesen werden, mit der sich der Fehler aus der Welt schaffen lässt. Ebenfalls nützlich ist die Funktion Visuelles Feedback, die bei jeder Fingerberührung des Bildschirms an dieser Stelle einen kleinen Kreis anzeigt. Zur Aktivierung rufen Sie die Entwickleroptionen und danach die Kategorie Eingabe auf.

    Doch nicht nur einzelne Fingertipps, auch Wischgesten können auf dem Display angezeigt werden. Dafür zeigt sich die Funktion Zeigerposition verantwortlich. Praktischerweise befindet sich diese in den Entwickleroptionen direkt unter der Funktion Fingertipps anzeigen. Die Aktivierung von Zeigerposition erfolgt über den Schieberegler. Im Anschluss zeigt das Smartphone alle Berührungen in Form von Linien an. Diese bleiben auf dem Display, bis die nächste Fingerbewegung vollzogen wird.

  5. Das Display dauerhaft aktivieren

    Da Smartphones in der Regel viel Energie verbrauchen, schaltet sich das Display schnell aus, wenn keine Aktionen mit dem Finger erfolgen. Bei langwierigen Arbeiten, die nicht in ein paar Sekunden erledigt sind, kann das permanente Entsperren des Smartphones schnell nervig werden. Dies gilt vor allem für Aktionen wie das Einrichten des Smartphones oder Erstellen eines Back-ups, bei denen die Fortschritte überprüft werden müssen. Abhilfe schaffen hierbei ebenfalls die Entwickleroptionen, die mit Aktiv lassen eine Funktion für solch zeitintensive Arbeiten beinhalten. Dadurch bleibt das Display die ganze Zeit angeschaltet. Verständlicherweise muss Ihr Smartphone dafür via Ladekabel mit dem Stromnetz verbunden sein. Andernfalls ist der Akku binnen kurzer Zeit leer. Die Funktion aktivieren Sie per Antippen in den Entwickleroptionen.

  6. Den Speicherplatz überprüfen und aktive Dienste beenden

    Die Entwickleroptionen beinhalten auch eine Funktion, mit der die Auslastung des Arbeitsspeichers durch das Betriebssystem sowie die aktiven Apps kontrolliert und optimiert werden können. Tippen Sie dafür im Menü der Entwickleroptionen auf Aktive Dienste. Sie erhalten einen Index zur Belegung des Arbeitsspeichers, der in die drei Kategorien System, Apps und Frei unterteilt ist. Die Auflistung der Apps verrät Ihnen, wie viel Arbeitsspeicher diese aktuell beanspruchen und seit wann sie sich im Speicher befinden. Per Fingertipp auf den entsprechenden Listeneintrag gelangen Sie in die aktiven Dienste der App, um diese zu beenden. So wird belegter Speicher wieder verfügbar, was unter Umständen eine Lösung bei Performance-Problemen sein kann.

  7. Mehr Privatsphäre dank vorgetäuschtem GPS-Standort

    Zahlreiche Android-Apps lokalisieren den Standort des Gerätes und leiten diese Information weiter. In einigen Fällen kann es sich dabei um eine nützliche Funktion handeln, wie bei der Navigation durch das Smartphone oder bei der Suche eines geparkten Autos. In anderen Fällen, und dazu zählen vor allem Social-Media-Apps, ist das Versenden von aktuellen Standortdaten oftmals unerwünscht, da hiervon ein potenzielles Risiko ausgehen kann. Wenn Sie Ihren derzeitigen Standort nicht preisgeben möchten, dann legen wir Ihnen die App Fake GPS location ans Herz. Hiermit ist es möglich, einen falschen Standort anzugeben. Vor Nutzung der App müssen Sie jedoch die Entwickleroptionen öffnen und dort die Funktion App für simulierte Standorte auswählen freischalten. Der Name der Funktion kann je nach Android-Gerät und -Hersteller variieren. Samsung bezeichnet diese beispielsweise als Pseudostandorte zulassen. Nutzer von Android-Versionen älteren Jahrgangs wiederum müssen zunächst die Funktion Falsche Standorte zulassen aufrufen und dort den Punkt Fake GPS location aktivieren. Nachdem Sie diesen Schritt durchgeführt haben, starten Sie die App Fake GPS location. Hier können Sie den Standort bestimmen, den Ihr Smartphone an die Apps übermitteln soll. Zur Bestätigung des falschen Standorts drücken Sie auf das kleine Dreieck rechts unten im Display. Zur Kontrolle können Sie im Anschluss Google Maps aufrufen, um zu sehen, welcher Standort für Ihr Smartphone angegeben wird.

  8. Die Geschwindigkeit von Animationen je nach Bedarf anpassen

    Wenn Sie die Animationsgeschwindigkeit der Effekte Ihres Android-Gerätes verändern wollen, dann geben Ihnen die Entwickleroptionen einige Werkzeuge an die Hand. Gehen Sie dafür im Optionsmenü auf den Punkt Zeichnung. Dort haben Sie die Auswahl zwischen den Kategorien Maßstab Übergangsanimation, Maßstab für die Animatorzeit und Maßstab für die Fensteranimation, deren Standardwert jeweils 1,0 beträgt. Animationen lassen sich zum Beispiel beschleunigen, indem Sie den Animationsmaßstab erhöhen. Sollten Sie kein Interesse an Animationen haben, dann können Sie diese auch ganz ausschalten. Nach einem Neustart werden keine Animationen mehr geladen und die Apps schneller aufgerufen.

  9. Unterstützung durch den Grafikprozessor: GPU-Rendering erzwingen

    Sollten Sie unter regelmäßigen Performance-Problemen oder Abstürzen von Apps leiden, dann kann die Funktion GPU-Rendering erzwingen in den Entwickleroptionen möglicherweise eine Hilfe sein. Öffnen Sie dafür den Punkt Hardwarebeschleunigtes Rendering. Nach erfolgter Aktivierung der Funktion übernimmt der Grafikprozessor die Rechenarbeit, sobald die CPU ausgelastet ist. Die Funktion hat jedoch leider einen Haken: Zwar lassen sich hiermit Probleme von einigen Apps beseitigen, allerdings zu dem Preis, dass bei aktiviertem GPU-Rendering andere Anwendungen abstürzen. Diese Funktion stellt dementsprechend keine dauerhafte Lösung dar.

  10. Der System UI Tuner unter Android 6 und 7

    Neben den Standardeinstellungen sowie Entwickleroptionen von Android 6 und 7 erhalten Sie mit System UI Tuner noch mehr Möglichkeiten, Ihr Smartphone zu modifizieren. Um das Menü einrichten zu können, müssen Sie dieses in den Entwickleroptionen freischalten. Dafür ziehen Sie die Statusleiste herunter und halten dabei das Zahnrad der Einstellungen zehn Sekunden lang gedrückt. Danach werden Sie über die erfolgte Aktivierung informiert. Das Menü finden Sie fortan in den Einstellungen in der Kategorie System.

  11. Nützliche Funktionen unter Android 6: Hierunter fallen Funktionen wie der Menüpunkt Schnelleinstellungen, mit dem Sie neue Kacheln hinzufügen und diese Ihren Vorlieben entsprechend anordnen können. In der Statusleiste bestimmen Sie die Informationen, die dort angezeigt werden sollen. Der Schieberegler von Eingebettete Akku-Prozentzahl anzeigen ermöglicht Ihnen, in der Statusleiste den Stand des Akkus Ihres Gerätes einzublenden. Dadurch können Sie diesen einsehen, ohne das Smartphone aufzuladen. Mittels Demo-Modus erhalten Sie eine Vorschau, in der Sie das Layout und die Auswirkungen der Anpassungen vorab betrachten können.

  12. Nützliche Funktionen unter Android 7: Unter Android 7 verfügt der System UI Tuner über drei Unterpunkte mit unterschiedlichen Funktionen. So bietet Ihnen Statusleiste diverse Optionen zur Bearbeitung. Hiermit lassen sich Symbole für die Schnellstartleiste aktivieren und das Aussehen des Akku-Symbols oder der Anzeige der Uhr verändern. Mit Bitte nicht stören können Sie sowohl Töne komplett stumm schalten, als auch festlegen, welche Töne eine Ausnahme erhalten, wie etwa wichtige Anrufe oder Wecker. Zuletzt gelangen Sie zu den erweiterten Benachrichtigungseinstellungen über den dritten Menüpunkt Sonstiges.

    Mit diesen können Sie nicht nur die Benachrichtigungen der Apps aktivieren, sondern auch mittels sechs Stufen bestimmen, welche Art von Mitteilungen jeweils zugestellt werden soll. Zu jeder Stufe erhalten Sie dabei eine Beschreibung. Eine ausführliche Beschreibung finden Sie darüber hinaus in dem Punkt Schnelle Antwort für WhatsApp & Co.

    Falls Sie den System UI Tuner wieder entfernen möchten, ist das kein Problem. Dafür müssen Sie lediglich etwas länger auf das Zahnrad tippen. Im Anschluss werden Sie gefragt, ob Sie System UI Tuner aus 'Einstellungen' entfernen und die Verwendung von allen zugehörigen Funktionen beenden? möchten. Dies bestätigen Sie mit Entfernen.

Quelle: In Zusammenarbeit mit PC-Welt
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