Micro-SD-Karten unter Android optimal nutzen

Wie man Micro-SD-Karten unter Android optimal verwendet
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Wie man Micro-SD-Karten unter Android optimal verwendet

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22.11.2018 - 08:00 Uhr

Micro-SD-Karten sind ideal, um den Speicherplatz von mobilen Endgeräten zu erweitern. Wir erklären Ihnen alles rund um die kleinen Multitalente.

Mit Micro-SD-Karten können Besitzer von Smartphones oder Tablets den Speicher ihres Gerätes nicht nur erweitern. Diese Karten sorgen auch für mehr Geschwindigkeit bei der Datenverarbeitung, da sie den internen Speicher entlasten.

Die Auslagerung von Daten ist besonders sinnvoll, wenn der Sie zahlreiche MP3-Dateien, Fotos und Videos auf Ihrem mobilen Gerät abgelegt haben. Abgesehen von der praktischen Seite ist die Anschaffung einer Micro-SD-Karte eine sehr kostengünstige Variante, um die Speicherkapazität zu erweitern.

Alles über Micro-SD-Karten unter Android

  1. Der Micro-SD-Einschub gehört wieder zur Standardausrüstung

    Samsung hatte beim Galaxy S6 den Slot für die Micro-SD-Karte gestrichen. Die Reaktion der Kunden war eindeutig. Daraufhin wurde das Nachfolge-Modell, das Galaxy S7 wieder mit einem Einschub versehen. Und selbstverständlich besitzt auch das aktuelle Galaxy S9 diese wichtige Schnittstelle zur Datenauslagerung. SonyHuawei, LG und viele andere Smartphone-Hersteller setzen ebenfalls serienmäßig auf die Integration des Micro-SD-Einschubs.

    Auch Google ist nicht unbedingt ein Freund der Micro-SD-Karte. Schon seit der Einführung von Android 3.2 hat das Unternehmen die Funktionen des Wechselspeichers immens begrenzt. Wirklich eng wurde es, als die Hersteller die Vorgaben von Android 4.4 (Kitkat) umsetzen mussten. Denn dadurch wurde der Zugriff auf die Micro-SD-Karte stark eingeschränkt. Damit auf den externen Speicher geschrieben werden konnte, brauchte jede App eine spezielle Berechtigung. Vorbehalten war diese Berechtigung aber nur den System-Apps, den Apps, welche die Signaturen von Google besaßen und den Hersteller-Apps. Alle anderen Apps konnten nur noch auf einen für sie vorgesehenen Teil der Karte zugreifen. Die technischen Folgen waren unausweichlich, zahlreiche Apps arbeiteten fehlerhaft und die User mussten Updates ausführen. Andere Apps durften gar nicht mehr auf die SD-Karten schreiben, damit wurde dem Verschieben von Daten ein Riegel vorgeschoben.

    User, die aktuell mit dem Betriebssystem Kitkat von Android arbeiten, sehen bei eingelegter SD-Karte unter dem Menüpunkt "Speicher" alle Informationen über den verfügbaren Gesamtspeicher und den freien Speicherbereich. Innerhalb dieses Menüs lässt sich die Karte auch formatieren und sicher entfernen.

    Wenn mit einer App gearbeitet werden soll, muss diese die Berechtigung aufweisen, um auf den externen Speicher verschoben werden zu können. Ob diese Berechtigung vorhanden ist, lässt sich unter den Informationen über die jeweilige App finden. Wenn dort der Button "Auf SD-Karte verschieben" vorhanden ist, dann steht der Auslagerung der Daten auf den externen Speicher nichts mehr im Wege.

  2. Arbeiten mit der Speicherkarte ab Android 5

    Mit Android 5 wurde die SD-Karten-Nutzung wieder benutzerfreundlicher. Google hatte bei der Einführung das Konzept für den Zugriff auf Micro-SD-Karten neu geregelt. Nun konnten die Entwickler ihre Apps mit den Lese- und Schreibrechten für alle Bereiche der Speicherkarte ausrüsten. Allerdings muss die jeweilige App bei der Installation die Zugriffsrechte anfragen.

    Die Anwender von Android 5, welche eine zusätzliche Speicherkarte nutzen, finden im Menü "Speicher" die zusätzlichen Funktionen für die externe Karte. Dort befindet sich der Button: "Medien verschieben", mit dieser Funktion lassen sich Filme, Bilder und Musik vom mobilen Gerät auf die externe Karte verschieben. Komfortabel ist bei dieser Vorgehensweise die Übersicht, die anzeigt, wie viel Speicherplatz auf der Micro-SD-Karte noch verfügbar ist. Und auch die Information über die Anzahl der Objekte und deren Bedarf an Speicherplatz wird im Hintergrund von Android übersichtlich in einer Liste angezeigt. Der User kann für jede einzelne Gruppe, also für "Bilder", "Filme" oder "Musik" auswählen, welches der Objekte tatsächlich auf die Karte verschoben werden soll.

    Und das ist noch nicht alles. Unter Android 5 stehen dem User noch weitere komfortable Funktionen für die Speicherverwaltung zur Verfügung. Zum Beispiel gibt es den Menüpunkt "SD-Karte löschen". Mit dieser Funktion lassen sich sämtliche Inhalte der Karte blitzschnell entfernen und die Karte wird gleichzeitig neu formatiert. Danach hat der User wieder den kompletten Speicherplatz auf der Karte zur Verfügung. Und damit niemand seine Daten aus Versehen ins Nirvana schickt, fragt das System vor der Ausführung der Aktion noch einmal nach und holt sich damit die zweite Bestätigung für den Löschbefehl.

    Eine weitere sinnvolle Funktion ist das saubere Trennen von Apps. Bei dieser Aktion werden alle Apps, die sich auf der externen Speicherkarte befinden beendet. Das beinhaltet auch die Speicherung von Zwischenständen. Diese Funktion ist für den Kartentausch im laufenden Betrieb gedacht.

    Auch das Verschieben von Apps auf die Karte ist möglich. Dazu muss nur der Entwickler im Vorfeld dafür gesorgt haben, dass die Zugriffsrechte bei der Installation abgefragt werden. Wenn diese Voraussetzung erfüllt ist, dann lassen sich Apps auf die Speicherkarte verschieben. Dazu muss der User auf den Menüpunkt "App-Verwaltung" gehen, dort findet er unter dem Punkt "Speicher" den Button "Auf SD-Karte verschieben". Unter Android 5 war diese Aktion auch umgekehrt möglich. Unter der Rubrik "Speicher" befand sich die Option: "Auf Telefon verschieben". Damit lassen sich die Inhalte von der Speicherkarte auf das Mobilgerät transportieren.

  3. Die Verbesserungen unter Android 6

    Und noch weiter in die richtige Richtung geht es seit der Einführung von Android 6 (Marshmallow). Mit Android 6 ist es möglich, die externe Speicherkarte als internen Speicher zu integrieren. Und auch die Verschlüsselung ist damit vorgesehen.

    Die Micro-SD-Karte kann also wahlweise als externer oder interner Speicher genutzt werden. Wenn die Karte als interner Speicher verwendet wird, dann kann sie direkt vom Mobilgerät aus als Datenträger aufgerufen werden. Sobald die Karte als intern klassifiziert wurde, wird ihr Speicher als Gerätespeicher sichtbar. Dann verfügt die Karte über die gleichen Funktionen, wie sie der interne Speicher des Mobilgerätes aufweist. Denn in diesem Falle ist sie mit der Hardware verbunden. Allerdings kann die Karte dann auch nicht so einfach mit einem anderen Android-Gerät verwendet werden. Dafür ist dann eine neue Formatierung notwendig.

    Im anderen Falle, also bei der Verwendung als externer Speicher ist die Karte nicht mehr direkt an das mobile Gerät geheftet.

  4. Die Micro-SD-Karte vom externen zum internen Speichergerät umwandeln

    Wenn der User von Android 6 eine neue Speicherkarte in sein Smartphone oder Tablet einlegt, dann wird diese automatisch vom Betriebssystem erkannt. Es erscheint eine Meldung mit der Anfrage, in welcher Form die Micro-SD-Karte verwendet werden soll. Fällt die Wahl des Users dabei auf die Nutzung als externen Speicher, dann sieht er die Speicherkarte in der Aufstellung der gemounteten Laufwerke als "sdcard1". In den Einstellungen von Android 6 ist unter den "mobilen Speichern" eine Funktion mit Namen: "Speicher & USB" hinterlegt. Wird hier die Karte ausgewählt, werden drei Funktionen zur Auswahl angezeigt. Dabei handelt es sich um das "Auswerfen", diese Aktion ermöglicht das sichere Entfernen der Karte aus dem mobilen Computer oder dem Smartphone. Der Befehl "Formatieren" steht für eine Formation der Micro-SD-Karte. Und der Menüpunkt "Als intern formatieren" beinhaltet, die Umwandlung der Karte vom externen zum internen Speichermodul. Wenn der User "Als intern formatieren" auswählt, wird er zunächst sicherheitshalber darauf hingewiesen, dass die Karte nach der Formatierung keine Beschriftung mehr enthalten wird. Denn sämtliche gespeicherten Daten auf der Micro-SD-Karte werden beim Formatieren automatisch gelöscht. Wird dieser Aktion zugestimmt, dann formatiert das Betriebssystem die Karte neu. Im Anschluss daran steht die Karte als interner Speicher für das jeweilige mobile Gerät zur Nutzung bereit.

    Es wird dem User also inzwischen erfreulicherweise sehr leicht gemacht, seine Micro-SD-Karte von der externen Nutzung für den internen Gebrauch zu formatieren.

    Bei der Mehrzahl der Apps hat der Nutzer die Wahl, auf welchen Datenspeicher das Programm und sämtliche damit verbundenen Daten deponiert werden sollen. Um diese Wahl zu treffen, muss der User über den Button "Einstellungen - Apps" in die Detailansicht der jeweiligen App gehen und dort den Punkt "Speicher" anklicken. Falls die gewählte App von ihrem Entwickler als für alle Speicher nutzbar programmiert wurde, dann wird das unterhalb des Punkts "Genutzter Speicher" sichtbar, denn dann erscheint dort die Option "Ändern". Wird diese Option gewählt, öffnet sich ein neues Dialogfenster, welches die Speicherorte aufzeigt, an denen die App und die zugehörigen Daten abgelegt werden kann.

  5. Tipps für die Wahl der optimalen Karte für Smartphone und Tablet

    Micro-SD-Karten werden in Klassen eingeteilt. Welche Karte wie klassifiziert wird, hängt von ihrer definierten Mindestgeschwindigkeit beim Schreiben, also den Transferraten und Zugriffszeiten ab. Von dieser Datenübertragungszeit leiten sich die weiteren Nutzungsbereiche für die einzelnen Klassen ab. Gegenwärtig sind die gängigsten Micro-SD-Karten in den Klassifizierungen "UHS Class 1" und "Class 10" zu finden. Sie bringen durchschnittlich 64 GB an Speicherplatz mit und sind ab 20 Euro erhältlich.

    Mit der Angabe "Class" wird die Schreibgeschwindigkeit in MB pro Sekunde angegeben. Die schnellste Geschwindigkeit bringt die "Class 10" an den Start. Deshalb empfehlen wir, zu einer Karte dieser Klasse zu greifen.

    Die Angaben U1/U3 beziffern das Schreibtempo einer Micro-SD-Karte mit der Technik UHS-I, beziehungsweise UHS-II. U1 bringt es auf 10 Megabyte pro Sekunde und U3 auf gleich 30 Megabyte in der Sekunde.

    Ganz neu ist die Angabe: A1. Auch dabei handelt es sich um eine Geschwindigkeitsangabe. Karten, die mit A1 ausgezeichnet sind, müssen 1.500 Zugriffe beim Lesen und 500 Zugriffe beim Schreiben pro Sekunde schaffen. Das sorgt nicht nur für eine rasante Arbeitsgeschwindigkeit, es bringt auch ordentlich Tempo beim Starten von Apps auf der Karte. Noch sind diese Karten nicht allzu gebräuchlich. Ein erhältliches Modell ist die Sandisc Micro SD 400 GB.

So finden Sie die richtige Micro-SD-Karte

Die richtige Micro-SD-Karte
KlasseMindestgeschwindigkeit LesenEinsatz
Class 22 MB/SekundeSD-Video
Class 44 MB/SekundeHD-Video
Class 66 MB/SekundeFull-HD-Video
Class 1010 MB/SekundeFull-HD-Video
UHS Class 110 MB/SekundeFull-HD-Video, Serienbilder
UHS Class 330 MB/SekundeFull-HD-Video, 4k-Video, Serienbilder

Da Micro-SD-Karten aktuell preiswert sind, lohnt es sich nicht mehr, sie in den kleinen Größen von 8 oder 16 GB zu erwerben. Es lohnt sich in 64 GB zu investieren, gerade auch, wenn Sie die Karte für Videoformate nutzen möchte. Und wer sich für eine Karte mit sagenhaften 128 GB entscheidet, der erhält Platz für neun Stunden Video in Full HD, drei Stunden Video in 4K, 12.000 Fotos im JPEG-Format oder 1.100 Stunden Audioaufnahmen.

Offlinespeicherung von Apps

Kommerzielle Apps lassen nicht in jedem Fall eine Speicherung der Daten auf der Micro-SD-Karte zu. Sicher hängt das mit den Bedenken der Anbieter zusammen, dass ihre Daten trotz eingebautem Kopierschutz weitergegeben werden könnten. Speziell die Portale für das Videostreaming halten sich sehr zurück, wenn es um die Offlinespeicherung geht. Ganz anders sieht das inzwischen bei Musik aus. Hier akzeptieren die Mehrzahl der Anbieter die Micro-SD-Karte als offiziellen Speicherort.

Apps mit Micro-SD-Unterstützung
DienstDatenspeicherung auf Micro-SD-KarteOfflinedaten auf Micro-SD-Karte speicherbar
Amazon VideoNeinNein
Apple MusicJaJa
DeezerJaJa
Google MusicNeinJa
MaxdomeJaNein
SpotifyNeinJa
WatcheverJaNein

Fazit:

Sogar die besten Smartphone-Modelle werden meist noch mit einer knappen Speicher-Ausrüstung auf den Markt gebracht. Da lohnt es sich in jedem Fall, zu einer Micro-SD-Karte zu greifen und damit ausreichend Speicherplatz zur Verfügung zu haben.

Es ist von der verwendeten Android-Version und der jeweiligen App abhängig, ob sich das Programm auf die externe Speicherkarte auslagern lässt. Aber gerade in diesem Bereich hat sich nach dem Ärger der letzten Jahre viel bewegt und Google hat sein Konzept für die Zugriffsrechte grundlegend überarbeitet.

Bei der Wahl der Karte steht natürlich zuerst die Größe im Fokus. Danach sollte auf die Geschwindigkeit geachtet werden. Wer gerne oder häufig hochauflösende Filme oder Musik abspeichern möchte, sollte sich für eine sehr schnelle Karte entscheiden. Denn mit nur wenigen Euro Aufpreis, lässt sich eine Karte erwerben, deren Transferraten (Schreib- und Lesegeschwindigkeit) signifikant höher liegen, als die der etwas günstigeren Karten.

Die Modelle mit 64 GB haben zur Zeit das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Doch in naher Zukunft wird auch die Variante mit 128 GB relativ preiswert erhältlich sein.

Und auch die schnellste Klasse, also die "Class 10" ist aktuell kaum teurer, als eine Karte mit einer niedrigeren Klasse. Auch hier macht es also Sinn, eine Karte der höchsten Klasse auszuwählen.

Quelle: In Zusammenarbeit mit PC-Welt
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