Neuer Speicher soll SSDs schneller, haltbarer und größer machen

Micron verbessert SSDs
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Micron verbessert SSDs

© Getty Images / arinahabich

Das Technologieunternehmen Micron hat einen neuen 3D-NAND-Speicher vorgestellt, der die Geschwindigkeit, Lebensdauer und Kapazität von SSDs deutlich verbessern soll.

Bisher haben SSDs die klassischen HDDs in der Gunst der Nutzer immer noch nicht verdrängt. Die sich abzeichnende Ablösung könnte allerdings eine Neuentwicklung aus dem Hause Micron beschleunigen. Das US-amerikanische Unternehmen hat nämlich unlängst einen neuartigen Speicher vorgestellt.

Dieser 3D-NAND-Flash-Speicher der fünften Generation verfügt - dank einer optimierten Architektur - erstmals über 176 Zellschichten. Bisher lag hier der Höchstwert gerade einmal bei 128 Schichten. Von dieser bisher weltweit einzigartigen Innovation sollen Nutzer gleich in dreifacher Hinsicht profitieren können.

Neue SSDs sind schneller, haltbarer und größer

Zum Ersten verspricht Micron deutliche Geschwindigkeitsvorteile - vor allem gegenüber herkömmlichen SSDs, die lediglich über 96 Zellschichten verfügen. So soll die maximale Datentransferrate via ONFI (Open NAND Flash Interface) mit rund 1.600 Megatransfers pro Sekunde im direkten Vergleich um mehr als ein Drittel zunehmen.

Gleichzeitig stellt Micron Nutzern eine Verringerung von Latenzen beim Lesen und Schreiben von Daten in Höhe von mehr als 35 Prozent in Aussicht. Dadurch könnten Computer nicht nur schneller starten, sondern auch allgemein bei verschiedenen Aufgaben eine bessere Performance liefern.

Ein zweiter Vorteil besteht in einer längeren Lebensdauer und zwar vor allem in Verbindung mit Programmen, die häufig Daten auf der SSD speichern. Das ist etwa bei Anwendungen zur Videoüberwachungen der Fall. Im Vergleich zum klassischen NAND-Speicher mit 96 Zellschichten beziffert Mircon die maximale Verbesserung auf fünfzehn Prozent.

Last but not least ermöglicht die Innovation die Fertigung von SSDs mit einer höheren Speicherkapazität. Das liegt daran, dass sich durch die gestiegene Zahl an Zellschichten eine größere Menge an Daten auf kleineren Speicherchips unterbringen lässt.

So beheben Sie SSD-Fehler:

  1. Wenn unter Windows eine Datenträgerprüfung vorgenommen wird, werden Fehler im Dateisystem in der Regel erkannt und behoben. Durch das Bordwerkzeug ist dafür gesorgt, dass Anwender Daten möglichst schnell schreiben und laden können. Zunächst muss der Explorer geöffnet und dann der Punkt "Dieser PC" ausgewählt werden. Anschließend werden alle verfügbaren Laufwerke angezeigt.

  2. In einem nächsten Schritt wird mit der rechten Maustaste auf das zu überprüfende Laufwerk geklickt. Anschließend müssen die Schritte "Eigenschaften -> Tools -> Prüfen" gegangen werden.

  3. Sobald dies erledigt ist, erscheint der Punkt "Laufwerk scannen". Sobald hierauf geklickt wird, beginnt die Überprüfung des jeweiligen Laufwerks.

  4. Je nachdem, wie groß das Laufwerk ist, nimmt die Überprüfung mehr oder weniger Zeit in Anspruch. Sollte das System vorhandene Fehler erkennen, versucht es, diese automatisch zu eliminieren.

Technologisch sind für die Evolution des 3D-NAND-Flash-Speicher auch die sogenannten Replacement Gates der zweiten Generation verantwortlich, die Micron in Eigenregie entwickelt hat. Diese sind besonders leistungsstark, weil sie statt des herkömmlichen Siliziums ein Metall verwenden, das sich durch eine noch bessere Leitfähigkeit auszeichnet.

Eine wichtige Rolle spielt auch die von Micron und anderen Unternehmen eingesetzte Charge-Trap-Technologie. Denn diese ermöglicht im Vergleich zum verbreiteten Floating-Gate-Verfahren eine höhere Ausbeute bei den hergestellten Speicherchips. Durch das Zusammenspiel dieser und weiterer Technologien lassen sich erstmals Speicherchips mit 176 Zellschichten herstellen, die dem herkömmlichen NAND-Speicher bezüglich wichtiger Faktoren wie Speicherdichte, Platzbedarf, Latenz und Datendurchsatz überlegen sind.

Die richtigen Einstellungen für die SSD-Nutzung:

  1. Tipp 1:

    Sie sind es gewohnt, Ihre Festplatte zu defragmentieren? Tun Sie dies bei einer SSD nicht! Es gibt unter Windows den "Trim"-Befehl, mit dem ungenutzte Speicherblöcke freigegeben werden können. Ab Windows 7 sollte diese Funktion von selbst tätig werden, aber zur Sicherheit können Sie den Status überprüfen. Sie drücken dafür die Tasten "Win" und "R" gleichzeitig und geben im Anschluss daran "dfrgui" ein. Nun werden einige Treffer angezeigt, Sie wählen "Laufwerke defragmentieren und optimieren aus", um danach zu "Laufwerke optimieren" zu gelangen.

  2. Tipp 2:

    Bei einer SSD ist im Normalfall als Medientyp "Solid-State-Laufwerk" angegeben, der Trim-Befehl zur Laufwerkspflege sollte somit automatisch aufgerufen werden. Wenn Sie auf "Optimieren" klicken und danach den Vorgang bestätigen, können Sie die Laufwerksbereinigung jederzeit manuell starten.

  3. Tipp 3:

    Das Intervall zur automatischen Optimierung kann von Ihnen ausgewählt werden. Sie klicken bei "Geplante Optimierung" auf "Einstellung ändern". Nun haben Sie die Auswahl zwischen "Täglich", "Wöchentlich" oder "Monatlich". Achten Sie darauf, dass auch das Häkchen bei "Aufgabenpriorität erhöhen" gesetzt ist! Nun bestätigen Sie mit OK, um die gewählten Einstellungen zu übernehmen.

  4. Tipp 4:

    Viele SSD-Hersteller bieten auf ihrer Homepage kostenfreie Tools an, mit denen die Disk gewartet und optimiert werden kann. Das richtige Programm ist im Support- oder Downloadbereich zu finden. Wenn Sie eine Samsung-SSD haben, heißt die Freeware " Samsung Magician", bei Crucial wurde die Bezeichnung " Crucial Storage Executive" gewählt. Es ist jedenfalls eine gute Idee, das korrekte Programm, das eben zur jeweiligen SSD passt, herunterzuladen, zu installieren und über die SSD laufen zu lassen.

  5. Tipp 5:

    Die SSD-Tools sind im Umfang durchaus vergleichbar. Der wichtigste Punkt für Sie ist der Firmware-Check: Dieser teilt Ihnen mit, ob die Software Ihrer Festplatte ein Update vertragen könnte oder nicht. Falls es eine neue Version gibt, können Sie diese direkt über das Festplattentool einspielen.

  6. Tipp 6:

    Ist mit dem Laufwerk alles in Ordnung? Die Statusanzeige Ihres SSD-Herstellers zeigt auch diese wichtige Information an! Abhängig vom Produzenten können Sie sich Lese- oder Schreibfehler, Temperatur, die voraussichtliche Lebensdauer und natürlich die S.M.A.R.T-Daten ausgeben lassen. Zusätzlich dazu sind verschiedene Tests und Simulationen möglich, mitunter ist es sogar möglich, die SSD im Turbomodus zu betreiben.

  7. Tipp 7:

    Laden Sie sich die Freeware " AS SDD Benchmark" herunter, um die effektive Schreib- und Leserate Ihrer SSD zu analysieren.

Verkaufsstart von 3D-NAND-SSD wohl 2021

Die Neuentwicklung von Micron ist über den Status einer Neuentwicklung im Labor längt hinaus und hat sogar bereits Marktreife erlangt. Dementsprechend befindet sich der neuartige Speicher bereits in der Produktion. Die ersten Modelle soll das Unternehmen bereits an die Tochtergesellschaft Crucial sowie an ausgewählte Partner geliefert haben. Der Verkauf an Firmen- und Privatkunden dürfte aber wohl erst im Jahr 2021 starten.

Welche Preise für die leistungsstärkeren SSDs der fünften Generation anfallen, ist bisher noch unklar. Für Spitzenmodelle im SSD-Segment müssen Endverbraucher bisher deutlich über 1.000 Euro berappen - und das obwohl diese längst keine hohen Speicherkapazitäten von zehn Terabyte oder mehr erreichen. Der Preis nimmt ohnehin mit steigender Kapazität in der Regel überproportional zu. Wer derzeit viel Speicher für wenig Geld sucht, entscheidet sich deshalb meistens für klassische HDDs. Die sind zwar im Vergleich zu SSDs deutlich langsamer, aber eben auch erheblich preiswerter.

Durch die von Micron initiierte Evolution des 3D-NAND-Flash-Speichers könnten SSDs in naher Zukunft erschwinglicher werden - auch weil bald Wettbewerber mit ähnlichen Eigenentwicklungen auf den Markt kommen dürften. Das wird sowohl Unternehmen als auch Endkunden mit entsprechendem Speicherbedarf freuen.

Quelle: In Zusammenarbeit mit PC-Welt
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