SEO-Agentur oder Inhouse-SEO: Was ist besser?

2006 gründete Sebastian Petrov das Unternehmen seosupport. Heute ist der Unternehmer ein gefragter Redner auf Online-Marketing-Messen, Buchautor und Unternehmensberater.
Bild 1 von 2

2006 gründete Sebastian Petrov das Unternehmen seosupport. Heute ist der Unternehmer ein gefragter Redner auf Online-Marketing-Messen, Buchautor und Unternehmensberater.

© seosupport
17.04.2018 - 09:00 Uhr von freenet.de

Sebastian Petrov ist ein Vertreter des Agentur-Outsourcing. Er ist einer der erfolgreichsten deutschen Internet-Unternehmer. Mit seiner Berliner Online Marketing Agentur seosupport betreut er renommierte Unternehmen aus dem In- und Ausland. Auf freenet.de gibt er einen Überblick zum Thema SEO-Agentur vs. Inhouse-SEO.

Technisierung und Digitalisierung gefährden zahlreiche Arbeitsplätze. So lautet eine gängige These. Fakt ist aber auch, dass durch den Siegeszug des Internets neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Ein prominentes Beispiel hierfür ist der Beruf des Suchmaschinenoptimierers. Seine Aufgabe: Bestehende Webseiten so optimieren, dass sie zu bestimmten Suchbegriffen bei Google gefunden werden. Was für viele Unternehmen ein zwingendes Muss ist und simpel klingt, ist indes gar nicht so einfach. Deswegen stehen viele Personaler vor der Frage, ob sie eine SEO-Agentur beauftragen oder die notwendigen Aufgaben an ein Inhouse-SEO delegieren.

Was wäre die Welt ohne das World Wide Web? Heutzutage ist diese Frage nur in der Retrospektive zu beantworten, auch wenn das Internet eigentlich ja noch in den Kinderschuhen steckt, denn die digitale Parallelwelt existiert erst circa 30 Jahre. Seitdem hat sich allerdings jede Menge getan, nicht zuletzt, weil im Internet auch jede Menge Geld zu machen ist.

Vom privaten Blog über die Nachrichtenseite bis hin zur Unternehmenspräsenz gibt es mittlerweile zahlreiche Webseiten, die mit ihrem Internetauftritt vor allem eines beabsichtigen: Kunden bzw. Besucher generieren und Umsätze steigern. Ob dies nun durch die Monetarisierung der Seite selbst sichergestellt werden soll, beispielsweise durch Werbung oder aber durch Direktverkäufe über einen Shop, durch Affiliate-Projekte, indirekt durch den Gewinn von Neukunden oder eine der zahlreichen anderen Möglichkeiten, eines ist dabei grundsätzlich vonnöten: Webseiten müssen im Internet gefunden werden.

Und da nicht jede Webseite, jedes Unternehmen oder jede Marke einen Bekanntheitsgrad wie Apple genießt, muss ein anderer Weg gesucht werden, Menschen auf die eigene Webseite zu leiten. In der heutigen Zeit steht auf dem Wegweiser zur eigenen Seite vor allem ein Name: Google. Alleine in Deutschland kommt der Suchmaschinen-Konzern aus Kalifornien auf einen Marktanteil von 95 Prozent. Durch diese Marktdominanz sichert sich das Unternehmen auch das Recht, bestimmen zu können, welche Kriterien Webseiten zu erfüllen haben, um in der Google-Suche vor anderen Webseiten platziert zu werden.

Mittlerweile hat sich genau aus diesem Ziel eine ganz eigene Branche entwickelt. Suchmaschinenoptimierung bzw. Search Engine Optimization (SEO) nennt sich die Tätigkeit, die darauf abzielt, Webseiten technisch, strukturell und inhaltlich so zu optimieren, dass sie – aus Google-Sicht – zu bestimmten Suchbegriffen eine bessere Platzierung in den Google-Suchergebnissen erreicht als die Konkurrenz. Während kleinere und lokal ausgerichtete Unternehmen diese Arbeit aufgrund von Budget-Knappheit oftmals eigenständig erledigen müssen, bleibt mittelständischen und größeren Unternehmen keine Wahl. Sie müssten Profis beauftragen. Doch nicht immer tun sie dies.

Inhouse-SEO oft erfolglos

Ohne professionelle Suchmaschinenoptimierung geht es nicht mehr. Diese Erkenntnis ist mittlerweile auch bei vielen Entscheidungsträgern in Unternehmen durchgedrungen. Einen Mann freut dies ganz besonders: Sebastian Petrov. Er ist Geschäftsführer von seosupport, einer 2006 gegründeten SEO-Agentur aus Berlin. Seit über zwölf Jahren betreut sein Team Kunden, die bereits damals erkannt haben, dass es ohne starke Präsenz bei Google nicht mehr geht. Mittlerweile beschäftigt sein Unternehmen über 20 Fachkräfte und ist offizieller Google-Partner zertifiziert.

Dass das Geschäft für Agenturen gut läuft, hängt auch damit zusammen, dass viele Unternehmer negative Erfahrungen mit Inhouse-SEO gemacht haben – und dann zu einer SEO-Agentur wechseln. „Suchmaschinenoptimierung wurde von vielen Unternehmen lange Zeit stiefmütterlich behandelt. Meist wurden essentielle Aufgaben an Mitarbeiter aus dem eigenen Unternehmen delegiert, die dafür erstens nicht ausgebildet waren und zweitens keine Motivation besaßen. Frei nach dem Motto: Der- oder diejenige besitzt einen Facebook-Account, also muss er oder sie auch ein SEO-Experte sein. Rankingverluste waren oft die Folge, was sich aufgrund der starken Korrelation von Sichtbarkeit bei Google und Unternehmenserfolg dann kurzfristig auch in schlechteren Geschäftszahlen niederschlug“, erklärt Petrov.

Fakt ist, dass „Suchmaschinenoptimierer“ kein offizieller Ausbildungsberuf ist. Und auch einen reinen SEO-Studiengang gibt es noch nicht. Zwar existieren mittlerweile BWL-Studiengänge, die auch Online-Marketing und somit zumindest in Teilen SEO abdecken, diese gibt es jedoch noch viel zu selten. Zudem können – auch erfolgreiche Unternehmen – noch nicht allzu viel mit dem Thema Suchmaschinenoptimierung anfangen und unterschätzen deswegen den horrenden Aufwand, der mit dieser Tätigkeit einhergeht.

Dies bestätigt auch Sebastian Petrov: „SEO-Arbeit umfasst sehr differenzierte Tätigkeiten, ist ein permanenter Prozess und muss meist im Team umgesetzt werden. Laien können sich ein besseres Bild davon machen, wenn sie bedenken, aus welchen Elementen sich Webseiten zusammensetzen: Man braucht Texter, Grafikdesigner, IT-Spezialisten, Programmierer und so weiter, allein um die notwendigen Arbeiten auf der Webseite selber vorzunehmen – und das nicht nur einmalig, sondern tagtäglich. Neben diesen Onpage-Faktoren existieren aber auch viele Offpage-Faktoren, die ebenso optimiert werden müssen. Inhouse-SEO setzt sich meist nur aus einer Person zusammen. Klar, dass diese nicht die Arbeit eines ganzen Teams erledigen kann, selbst bei zwei oder drei Personen ist dies kaum machbar“.

Zudem, so erklärt Petrov, sei es sehr schwierig, überhaupt fähiges Personal zu finden. In seiner Berliner SEO-Agentur bilde er seine Mitarbeiter meist selbst aus. Weiterhin ist es ihm gelungen, enge Kooperationen mit Fachhochschulen wie der Hochschule für Wirtschaft, Technik und Kultur in Berlin zu installieren. Bei seosupport sind z.B. viele Studenten aus der Studienrichtung Business Administration mit dem Themenschwerpunkt Marketingkommunikation und Public Relations tätig. Diese bringen bereits ein gewisses Basiswissen mit, auf dem er bei der betrieblichen Ausbildung dann aufbauen kann.

Diese Fragen sollten Sie einer SEO-Agentur stellen

Gerade weil es aber sozusagen keinen offiziellen Nachweis darüber gibt, dass ein SEO-Experte bzw. eine Agentur ihre Arbeit auch beherrscht, sollten Unternehmen, die sich letztlich dazu entschieden haben, ihre SEO-Arbeit an eine Agentur outzusourcen, aufpassen, nicht auf die schwarzen Schafe der Branche hineinzufallen. Denn natürlich existieren diese wie in anderen Branchen auch, gerade weil viele Menschen mit unternehmerischen Ambitionen selbst dem Irrglauben unterliegen, dass jemand, der sich gut im Internet auskennt, auch ein SEO-Experte oder Online Marketing Spezialist sein müsste.

Nichtsdestotrotz, so betont Sebastian Petrov, kann die Entscheidung für eine SEO-Agentur sinnvoll sein: „Kompetente Mitarbeiter für Inhouse-SEO zu finden ist schwierig, weil die wirklich fähigen Leute selbst eine Agentur leiten und ihre Mitarbeiter, die sie meist direkt von der Universität rekrutieren, selbst betrieblich ausbilden. Erfahrungsgemäß ist es zumindest schwer einen guten Suchmaschinenoptimierer für einen bezahlbaren Betrag in eine branchenfremde Firma zu locken. Wer sich dann doch für eine interne Lösung entscheidet, sollte seinem Personal dann auch die entsprechenden finanziellen und technischen Ressourcen bereitstellen. Nur selten wird man so aber die Kosten geringerhalten, als wenn man eine gut aufgestellte Agentur beauftragt.“

Kostengründe sind aber nicht das einzige Problem. Petrov erklärt, dass Unternehmen, die sich im Nachhinein für Inhouse-SEO entscheiden, bedenken müssen, dass es vor allem auch Zeit benötigt, bis die Maßnahmen auch zum Erfolg führen und der Spielraum Einzelner meist begrenzt ist. „Ein neuer Inhouse-SEO kennt weder die Historie der Domain noch die bisher umgesetzten Maßnahmen im Vergleich zu einer Agentur, die das Projekt langfristig betreut und optimiert hat. Agenturen haben meist einen größeren Blickwinkel und mehr Möglichkeiten, was die Gesamtheit der Maßnahmen betrifft. Eine Einzelperson oder auch ein sehr kleines Team kann i.d.R. nicht das Know-how einer ganzen Agentur einbringen.“

Problematisch sei zudem, dass aufgrund des Mysteriums SEO vielen Menschen gar nicht bewusst sei, welche Prozesse sich hinter dem Schlagwort in der konkreten Praxis verstecken. „Es laufen viele Maßnahmen ab, deren Stopp und Wechsel sich in der Strategie sehr negativ auf die Sichtbarkeit auswirken können. Hierzu zählen vor allem die Linkaufbau- und Content-Strategie, zwei der nach wie vor wichtigsten Rankingfaktoren. Ein Faktum, welches Kunden häufig gar nicht wahrnehmen“, führt Sebastian Petrov weiter aus.

Die Entscheidung für eine SEO-Agentur kann daher unter bestimmten Voraussetzungen sinnvoll sein. Man sollte hier klassisch Pro und Kontra gegenüberstellen. Um aber eine gute von einer schlechten SEO-Agentur unterscheiden zu können, sollten vor der Zusammenarbeit einige essentielle Fragen an den möglichen Geschäftspartner gestellt werden. Die Antworten können bereits ein Hinweis darauf sein, wie fähig und professionell aufgestellt die Agentur wirklich ist. Sebastian Petrov empfiehlt, die folgenden Fragen zu stellen, was allerdings voraussetzt, sich selbst etwas mit der SEO-Materie beschäftigt zu haben:

  • Können Sie mir die Google-Updates erklären?
  • Wer kümmert sich um den technischen Support meiner Seite?
  • Wie erkennen Sie, ob meine Seite von Google abgestraft wurde?
  • Welche Linkbuilding-Strategie verwenden Sie?
  • Wie gewährleisten Sie für meine Seite mehr Aufmerksamkeit und Reichweite?
  • Was wissen Sie über Content-Marketing?
  • Wie werden Sie mich in Ihren Arbeitsprozess einbinden?
  • Welche Tools verwenden Sie?
  • Wer sind Ihre Kunden? Wie lange sind Sie Geschäftspartner? Gibt es Referenzen?
  • Welche Prognosen und Garantien geben Sie mir?
  • Wie kann ich meinen/Ihren Erfolg messen?

Die Vorteile, die es mit sich bringt, eine SEO-Agentur zu beauftragen liegen auf der Hand: Kreativität im Team, Erfahrung durch viele unterschiedliche Projekte und die Umsetzung komplexer Maßnahmen sind eher durch die Beauftragung einer Agentur sicherzustellen, als durch die Anstellung eines Inhouse-Spezialisten. Wer sich dennoch für einen Inhouse-SEO entscheidet, sollte sich bewusst sein, dass dieser bei der Betreuung des Projekts eventuell an seine Grenzen stoßen wird – zeitlich wie kreativ.

Eine Kompromisslösung wäre es, bestimmte Aufgaben und Kompetenzen an eine SEO-Agentur abzugeben und im regen Austausch mit dieser gemeinsam an einem Strang zu ziehen.

Quelle: freenet
Kommentare
Top-Themen
Sie haben die Daten auf Ihrem Android-Handy versehentlich gelösch? Keine Angst: Mit unseren Tipps können Sie einen ...mehr
Am 30. September 2014 wurde der Nachfolger zu Windows 8.1 vorgestellt, Windows 10. Das US-amerikanische Unternehmen ...mehr
Um Bandbreite optimal zu nutzen, muss sie eingeteilt werden. Es gibt spezielle Router-Funktionen hierfür. Wir stellen ...mehr
Ähnliche Artikel
Anzeige
Anzeige
Gaming
Wie gewohnt geht es im Juli in Sachen Games deutlich gemütlicher zu, als im Frühjahr oder Herbst. Doch auch in den kommenden Wochen erscheinen einige vielversprechende Titel - so ...mehr
Highlights
Die Manipulation von Fotos ist so alt wie die Fotografie selbst. Wir zeigen Ihnen die Möglichkeiten!mehr
Das Wetter erfahren Sie heute am schnellsten via App. Welche Programme hierfür am besten geeignet sind, zeigt unser kurzer Ratgeber!mehr
Anzeige