Smart Home-Systeme: So sichern und überwachen Sie Ihr Heim!

Smart Home-Systeme: So sichern und überwachen Sie Ihr Heim!
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Smart Home-Systeme: So sichern und überwachen Sie Ihr Heim!


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27.12.2017 - 09:38 Uhr

Das eigene Zuhause zu überwachen und zu schützen, ist dank moderner Smart Home-Systeme leicht möglich. Wir stellen Ihnen die besten Varianten und Systeme vor.

Fast jeder kennt dieses Gefühl - auf Reisen zu gehen und auf der Autobahn oder im Zug nicht mehr sicher zu sein, ob man den Herd ausgeschaltet hat. Diese Sorge ist nicht ganz unberechtigt. Immerhin können elektrische Geräte, die während einer längeren Abwesenheit einfach weiterlaufen, Brände verursachen und zu einer echten Gefahr werden.

Sie interessieren sich für smarte Heizungs-Technik? Dann lesen Sie hier alle rund ums Thema "Smarte Wärmetechnik: So heizen Sie intelligent Ihr Heim"

Eine weitere Sorge vieler Urlauber ist, dass die eigene Wohnung oder das Haus während der Ferien von Einbrechern ausgeräumt werden könnte. All diese Sorgen lassen sich dank moderner Smart Home-Systeme aus der Welt schaffen. Solche Systeme erlauben nämlich über das Smartphone eine Überwachung der eigenen vier Wände und aller darin befindlichen elektrischen Geräte.

So ist es möglich, einzelne Geräte mit ferngesteuerten Funksteckdosen zu versehen, die bei Bedarf von unterwegs ein- und ausgeschaltet werden können. Ebenso ist es möglich, anhand festgelegter Zeitpläne das Licht oder den Fernseher im eigenen Zuhause einzuschalten. Auf diese Weise kann vorgetäuscht werden, es wäre tatsächlich jemand zu Hause. Prinzipiell ist es möglich, eine Vielzahl an Komponenten in das System zu integrieren, um so für mehr Sicherheit zu sorgen, und das Sicherheitskonzept individuell zu gestalten. Unter anderem kann das Licht mit dem Gartentor verbunden werden, sodass es immer hell wird, wenn sich das Tor öffnet. Gleichzeitig kann aber auch eingestellt werden, dass beim Öffnen des Gartentores stets eine Nachricht an das Smartphone geschickt werden soll. Somit haben die Bewohner selbst im Urlaub immer die Kontrolle darüber, wer sich ihrem Haus oder ihrer Wohnung nähert.

Neben Einbrüchen ist das Wetter eine weitere Komponente, die beim Betrieb von Smart Home-Systemen berücksichtigt werden muss. Denn das Wetter kann einem Mieter oder Hausbesitzer im schlimmsten Fall eine Menge Ärger bescheren. Wenn zum Beispiel bei Sonnenschein ein Fenster offen gelassen wird und plötzlich ein Gewitter aufzieht, kann es passieren, dass man bei seiner Rückkehr einen überschwemmten Wohnbereich vorfindet. Oder eine Markise wird nicht eingeholt und erleidet bei heftigen Windböen Schaden. All das lässt sich mit den geeigneten Smart Home-Systemen vermeiden.

Im Folgenden stellen wir Ihnen eine Vielzahl an Smart Home-Komponenten vor, mit denen Sie Ihren Wohnbereich schützen und sicherer gestalten können.

Der Einsatz von Funksteckdosen

  1. Funksteckdosen, die über eine Fernbedienung kontrolliert werden können, sind mittlerweile in nahezu jedem Baumarkt zu haben. In der Regel wird hierbei das 433-MHz-Band genutzt, weil dann keine Lizenzgebühren anfallen.

  2. Zu den bekanntesten Herstellern in der schier unendlichen Welt der Funksteckdosen zählen Intertechno, Mumbi und Vivanco. Drei Steckdosen und eine Fernbedienung sind bereits ab 20 Euro erhältlich.

  3. Um die Funksteckdosen über den PC oder das Smartphone steuern zu können, wird ein Gateway/eine Basisstation benötigt, die über einen Netzwerkadapter für LAN oder WLAN verfügt.

  4. Hierüber können die Befehle des jeweiligen Gerätes übersetzt und an die Steckdosen gesendet werden. Das Problem dabei ist, dass diese Geräte herstellerabhängig und dementsprechend nur mit den Funksteckdosen desselben Anbieters kompatibel sind.

  5. Wer sich an diesen Steckdosen erst einmal ausprobieren möchte, der liegt mit dem USB Dongle Home Easy HE853 genau richtig. Dieses preiswerte Tool ist in der Lage, Steckdosen der Firma Home Easy zu kontrollieren, solange der Rechner eingeschaltet ist.

  6. Wer von einem solchen Tool schon etwas mehr verlangt, sollte auf das REV Ritter iComfort Starterset setzen. Dieses lässt sich in das LAN und WLAN einbinden und arbeitet mit dem deutlich geringer frequentierten 868-MHz Band.

  7. Ein weiteres Manko ist, dass es in diesem Bereich kaum Universal-Apps gibt, die solche Steckdosen kontrollieren können. In diesem Zusammenhang hat die App SteckerChecker sehr gute Dienste geleistet, ist aber seit 2012 nicht mehr weiterentwickelt worden.

  8. Viele Nutzer setzen deshalb auf die App SteckerPRO. Diese bietet den Vorteil, dass sie sowohl mit Android als auch mit iOS kompatibel ist und sich mit den Gateways von Intertechno und Brennenstuhl gleichermaßen gut auskennt.

  9. Eine Alternative besteht darin, Geräte zu nutzen, die in ein IP-basiertes LAN oder WLAN integriert werden können. Wer nicht unbedingt Markenqualität braucht, bekommt hier schon Lösungen ab 20 Euro.

  10. Außerdem gibt es als Zubehör spezielle Smartphone-Apps in den Apple- und Google-Stores. Sehr praktisch sind zudem die Steckdosenleisten mit integriertem WLAN.

Das hat Belkin WeMo zu bieten

Der Belkin WeMo Switch eignet sich hervorragend für eine umfassende Automatisierung des eigenen Wohnbereiches. Ein großer Vorteil ist, dass der Switch programmiert werden kann, sodass sich Steckdosen einem festgelegten Zeitplan folgend ein- und ausschalten. Hier eröffnen sich zahlreiche Möglichkeiten, wenn der IFTTT-Webdienst in das Konzept integriert wird. IFTTT steht für If this than that also für Wenn dies dann das. Somit lassen sich feste Regeln aufstellen, etwa dass immer ein bestimmter Vorgang ausgelöst werden soll, wenn ein anderes Ereignis eintritt. Hierfür muss ein kostenloses Konto angelegt und sowohl Switch als auch Steckdose für die App freigeschaltet werden. Auf der Website von IFTTT wird dann ausführlich erklärt, wie einzelne Geräte gesteuert werden können. Zudem steht ein Wetterdienst zur Verfügung. Dieser muss zunächst den Standort einzelner Geräte bestimmen und kann dann zum Beispiel bei aufkommendem Regen dafür sorgen, dass die Markise eingefahren wird. Ebenso ist es möglich, festzulegen, dass der Bewegungsmelder immer dann eine Nachricht an das Smartphone schicken soll, wenn er eine Bewegung registriert. Außerdem kann eine SMS versendet werden, wenn in einem bestimmten Raum das Licht angeht. Nicht zuletzt kann das Starterset durch eine WLAN-Kamera ergänzt werden, sodass auch Nachtaufnahmen gemacht werden können. Auf diese Weise kann das Haus selbst nachts von unterwegs oder aus dem Urlaub überwacht werden.

AVM-FRITZ!DECT

AVM ist zwar auf FRITZ!Box-Router spezialisiert, hat mit der FRITZ!DECT 200 aber auch eine eigene Funksteckdose im Sortiment. Diese kann so programmiert werden, dass sie das Licht täglich, wöchentlich oder einem festgelegten Zeitplan folgend an- und ausschaltet. Um dieses Tool nutzen zu können, muss eine FRITZ!Box als Basisstation vorhanden sein. Dafür bietet diese Lösung zahlreiche Vorteile. Unter anderem kann über verschiedene Wege wie das Internet, iOS- und Android-Apps, einen PC oder FRITZ!FON darauf zugegriffen werden. Die Vernetzung der einzelnen Geräte wird über eine DECT-Verbindung realisiert. Diese findet sonst bei schnurlosen Telefonen Verwendung. Allerdings nutzt ausschließlich AVM diese Technik, sodass die AVM-Steckdose mit keinen anderen Systemen kombiniert werden kann. Wer ein etwas größeres Modell wünscht, kann auf die FRITZ!DECT 210 zurückgreifen. Diese ist zudem in der Lage, den Stromverbrauch der einzelnen Geräte zu messen und dies dem Nutzer mitzuteilen. Demgegenüber dient die FRITZ!DECT 300 als Heizungssteuerung. Allerdings arbeitet sie ebenfalls mit einer DECT-Verbindung.

Die Heizung individuell steuern

Systeme zur Heizungssteuerung finden bereits in vielen Einsatzgebieten Verwendung. Grundsätzlich sind sie mit einer Zeitsteuerung ausgestattet, die das tägliche Heizen an den persönlichen Lebensrhythmus anpasst. So kann die Heizung zum Beispiel so eingestellt werden, dass sie morgens heruntergedreht wird, wenn der Bewohner zur Arbeit geht, und wieder aufgedreht wird, wenn er von der Arbeit zurückkehrt. Auf diese Weise wird nur dann geheizt, wenn tatsächlich jemand zu Hause ist. Ein solches Tool kann für 20-50 Euro pro Heizkörper erstanden werden. Wer hingegen etwas mehr möchte, sollte auf Tools von Tado oder Nest setzen. Bei Tado besteht eine Verbindung zwischen der Heizung und dem Smartphone via GPS. Sobald alle Bewohner das Haus verlassen, wird die Heizung heruntergeregelt, und sobald sich der erste Bewohner wieder dem Haus nähert, wird die Heizung wieder hochgedreht. Mittlerweile wird für dieses System keine zentrale Heizungssteuerung mehr gebraucht, sondern es kann individuell für einzelne Räume genutzt und an verschiedenen Heizkörpern angebracht werden. Sehr nützlich ist zudem, dass die Geräte über eine Sprachsteuerung via Apple Siri und Amazon Echo verfügen und mit IFTTT und Apple HomeKit kombiniert werden können.

Nest ist auf dem deutschen Markt erst seit 2017 vertreten, ist weltweit jedoch der größte Konkurrent von Tado. Im Januar 2014 hat Google 3,2 Milliarden US-Dollar für Nest bezahlt, obwohl damals ausschließlich ein einziges Produkt, der Nest Thermostat, verfügbar war. Dieser Thermostat war eine Heizungssteuerung, die in der Lage war, zu lernen. Während der Lernphase stellen die Bewohner eines Hauses oder einer Wohnung die Temperatur per Hand ein. Das bedeutet zum Beispiel, dass die Temperatur morgens heruntergeregelt und abends wieder heraufgesetzt wird. Dank des Machine-Learning-Algorithmus war das Gerät in der Lage, sich wiederkehrende Einstellungen zu merken und diese nach einer bestimmten Zeit selbst vorzunehmen. Außerdem kann das Tool via GPS feststellen, ob sich noch jemand im Haus befindet und anschließend die Temperatur entsprechend anpassen.

Per App über die Tür kommunizieren

Viele Anwender sind daran interessiert, eine Türkommunikation per Video nutzen zu können. Hierbei ist es möglich, sich die Person vor der Tür zunächst anzusehen, bevor man ihr die Tür öffnet. Unter anderem bietet Hager ein System namens ELCOM an, das die Audio- und Videodaten der Sprechanlage mittels IP-Netzwerk und Server an eine Android-App weiterleitet. Ähnliche Lösungen sind zudem von TCS und myintercom zu haben. Ein solches Tool bietet die Möglichkeit, sich zunächst unbemerkt das Bild einer Person vor der Tür anzeigen zu lassen, bevor man sich über die Sprechanlage meldet. Da die aufgenommenen Daten direkt an das Android-Gerät geschickt werden, zählt dieses Konzept zur Videotelefonie. Demgegenüber werden Sprachnachrichten per Voice over IP über das SIP-Protokoll übertragen. Das setzt allerdings voraus, dass ein SIP-Server zur Verfügung steht. Videos werden hierbei als MJPG übermittelt. Die Telekommunikation wird innerhalb der Wohnung über das WLAN geregelt, aber auch eine Übertragung über das Mobilfunknetz ist machbar. Das Gerät kann dazu genutzt werden, den Nachbarn vom Urlaubsort aus die Tür zu öffnen, damit diese die Blumen gießen oder sich um die Haustiere kümmern können. Außerdem bietet diese Technik die Möglichkeit, ein Außenlicht einzuschalten oder den Türöffner zu betätigen. Nicht zuletzt machen einige Systeme ein Foto von der Person vor der Tür, wenn auf deren Klingeln nicht reagiert wird.

Den Bewegungsmelder durch ein Smartphone ersetzen

Wer ein Zimmer oder den Garten überwachen möchte, braucht hierfür nicht zwingend eine Webcam oder einen Bewegungsmelder. Diese Aufgabe kann ein ausrangiertes Smartphone genauso gut übernehmen. Zu diesem Zweck installiert die App IP Webcam einen Webserver. Dieser erlaubt es, die aufgenommenen Bilder über einen PC anzusehen. Dies kann je nach Wunsch mit dem VLC Media Player oder über den Browser erfolgen. Außerdem steht eine Audioübertragung zur Verfügung, wobei die übermittelte Klangqualität allerdings nicht besonders gut ist. Wenn eine Bewegung wahrgenommen wird, zeichnet das Gerät einen Videostream auf und informiert den Nutzer. Wer weitere Aktionen bei einem Alarm nutzen will, kann auf eine kostenpflichtige PRO-Version zurückgreifen. Hierbei ist allerdings zu bedenken, dass das Tool ausschließlich mittels WLAN funktioniert und nicht über das Mobilfunknetz genutzt werden kann.

Alternativ kann die App MobileWebCam zum Einsatz kommen. Diese erstellt zwar keinen Videostream, schießt aber auf Wunsch bei einer registrierten Bewegung in regelmäßigen Abständen Bilder und übermittelt diese per FTP oder HTTP an einen Server. Wer dies möchte, kann sich die Bilder auch per E-Mail schicken, in einem Dropbox-Account hinterlegen oder auf einer SIM-Karte speichern lassen. Eine weitere Alarmfunktion wird durch das Tool allerdings nicht unterstützt. Ebenfalls sehr beliebt ist die FRITZ!App Cam. Diese sammelt ebenfalls Live-Bilder und übermittelt diese an einen Server. Das funktioniert allerdings nur im Zusammenspiel mit einer FRITZ!Box. Wenn diese vorhanden ist, kann die Kamera über MyFRITZ! freigeschaltet werden, sodass auch über das Internet ein Zugriff darauf besteht.

Erweiterungen für das eigene Smart Home-System

Die Telekom ist im Bereich der Smart Home-Systeme mit der Marke Magenta SmartHome vertreten. Ein Grundlagenpaket kostet hier 140 Euro und umfasst die QIVICON Home Base sowie zwei Tür- und Fensterkontakte. Die Home Base wird über einen Router an das Internet angebunden und informiert eine Android- oder iOS-App darüber, wenn eine Tür oder ein Fenster unrechtmäßigerweise geöffnet wird. Hierfür muss allerdings ein Abo des Magenta SmartHome Dienstes abgeschlossen werden, der nur für einen einzigen Sensor kostenlos genutzt werden kann. Die in dem Abo enthaltenen Dienstleistungen umfassen unter anderem Schaltsteckdosen, Heizungssteuerungen, Rauchmelder und Kameras.

Das bietet sich für Einsteiger an

Mobilcom-Debitel hat sich auf Smart Home-Systeme für Einsteiger spezialisiert und drei verschiedene Varianten entwickelt. Vor allem das Sicherheitspaket ist sehr lohnenswert, da in ihm eine Fernbedienung, eine Innenraumsirene, eine Videokamera und ein Zentralmodul enthalten sind. Mit diesen Geräten ist es rund um die Uhr möglich, das eigene Zuhause via Live-Stream zu überwachen und sicherer zu machen. Falls gewünscht, können die Videos in der Cloud abgespeichert werden. Außerdem gibt es von dem Unternehmen eine Heizungssteuerung, die per App über das Internet genutzt werden kann.

Mehr Sicherheit dank Gigaset elements

Auch Gigaset, das früher zu Siemens gehörte, besitzt ein auf Sicherheit ausgelegtes Smart Home-System. Bei Gigaset elements handelt es sich um ein zuverlässiges Alarmsystem, das an das WLAN zu Hause angeschlossen ist. Es können unbegrenzt viele Sensoren mit dieser Lösung betrieben werden. Die einzelnen Meldungen werden ausgewertet und an den Nutzer übersendet. Je nach Wunsch werden Türsensoren, Bewegungsmelder und Kameras eingesetzt. Das Tool ist mit Android- und iOS-Apps ebenso kompatibel wie mit Web-Apps.

homee ist besonders unabhängig

Das deutsche Unternehmen Codeatelier hat das Smart Home-System homee entwickelt. Hierbei handelt es sich um eine gelungene Alternative zu den Komplettlösungen, die von den meisten großen Herstellern angeboten werden. Diese Lösung arbeitet nicht mit eigenen Sensoren, sondern mit einer Basisstation - Brain Cube -, die auf verschiedenen Wegen wie AirPlay, DLNA oder WLAN an das Netzwerk angeschlossen und über Android-, iOS- Web- oder Windows-Apps gesteuert wird. Durch Würfel, die auf die Basisstation aufgesteckt werden, haben Anwender die Möglichkeit, ihr System zu erweitern und von den diversen Zubehörangeboten der verschiedenen Hersteller zu profitieren. Das Gerät ist sogar in der Lage, unterschiedliche Standards zu unterstützen, sodass sich Nutzer nicht auf eine Technik festlegen müssen, sondern stets flexibel und plattformunabhängig bleiben.

Das gesamte Haus mittels e-Q3 kontrollieren

Das HomeMatic-System von e-Q3 gehört zu den bewährtesten und beliebtesten Smart Home-Systemen auf dem Markt. Allerdings arbeitet das System mit dem selbstentwickelten Funkstandard BidCoS im 868-MHz-Band, sodass die einzelnen Geräte nur untereinander und verschlüsselt kommunizieren können. Flexibilität ist somit nicht die Stärke dieser Lösung. Nutzer erhalten ergänzend zur Basisstation je nach Wunsch bis zu etwa 80 Sensoren und Aktoren, die für fast die komplette Haussteuerung verwendet werden können. Unter anderem ist das System in der Lage, die Heizung und das Licht zu steuern, Rollläden aufzuziehen beziehungsweise herunterzulassen sowie Steckdosen und Lichtschalter zu kontrollieren. Die Sensoren haben demgegenüber die Aufgabe, Werte wie Lichtstärke, Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Windgeschwindigkeit einzuholen und bei Bedarf mitzuteilen, wenn offene Türen oder Fenster geschlossen werden sollten. Nutzer können das System via LAN oder über das Internet steuern.

Eine eher neue Lösung stellt die Reihe HomeMatic IP dar. Diese sorgt dafür, dass jedes Gerät über eine IPv6-Adresse verfügt und somit an die HomeMatic-Cloud angeschlossen wird. Diese arbeitet dem Hersteller zufolge ausschließlich mit Servern in Deutschland. Die Verbindung wird aber auch hier über ein BidCoS-Protokoll hergestellt. Für dieses System stehen ebenfalls Android- und iOS-Apps zur Verfügung.

Das zeichnet Innogy SmartHome aus

Wer keine einzelnen Komponenten für bestimmte Aufgaben sucht, kann auf das Innogy SmartHome System zurückgreifen, das lange Zeit als RWE SmartHome bekannt war. Dieses Komplettsystem ist für vergleichsweise wenig Geld zu haben und arbeitet über eine Verbindung zwischen SmartHome-Zentrale und Router. Via CoSIP-Protokoll wird eine Verbindung zwischen dem lokalen Netzwerk und den einzelnen Komponenten des Systems hergestellt. Um per App auf die Zentrale zugreifen zu können, muss es der App erlaubt werden, Zugriff auf das Webportal von Innogy SmartHome zu erlangen. Hier ist es dann möglich, individuelle Einstellungen an den einzelnen Komponenten vorzunehmen, die dann wiederum per App angesteuert und kontrolliert werden können.

Die Software erlaubt es, die einzelnen Räume mit Komponenten des Systems individuell einzurichten. Danach ist es unter anderem möglich, die Temperatur ganz einfach zu regulieren. Dies wird über Smart-Home-Thermostate ermöglicht, die an den Heizkörpern angebracht werden. Diese können sowohl die Temperatur als auch die Luftfeuchtigkeit eines Raumes sehr genau bestimmen. Somit ist es selbst vom Urlaubsort möglich, die Temperatureinstellungen so vorzunehmen, dass zwar nicht unnötig geheizt wird, die Temperatur aber auch nicht so weit sinkt, dass Leitungen gefrieren.

Das System verfügt über eine Vielzahl von Sicherheitsaspekten, zu denen Zwischenstecker, Rauchmelder und Fenstersensoren gehören. Wenn der Rauchmelder angeht, wird automatisch eine Meldung an den Nutzer verschickt. Über die Fenstersensoren kann exakt festgestellt werden, ob Fenster in einem Raum geöffnet sind und wenn ja, welche. Die Zwischenstecker bieten schließlich ein breites Spektrum an Einsatzmöglichkeiten. Das System arbeitet mit Logikprofilen, über die Geräte, Auslöser, Bedingungen und Zustandsvariablen miteinander verknüpft und an die persönliche Situation angepasst werden können. So kann zum Beispiel dafür gesorgt werden, dass beim Anschlagen des Rauchmelders automatisch eine Sirene in Betrieb gesetzt wird. Ebenso ist es möglich, ein Öffnen der Fenster während der Urlaubszeit mit einem Sirenensignal und einer E-Mail an den Nutzer gleichermaßen zu verknüpfen. Außerdem bietet das Webportal die Funktion Virtueller Bewohner. Diese sorgt dafür, dass zufällig Geräte an- und ausgeschaltet werden, um den Eindruck zu vermitteln, man sei zu Hause.

Das von Innogy SmartHome verwendete Protokoll ist so gestaltet, dass es sich bei dem Tool um ein geschlossenes System handelt. Dennoch gibt es von einer Vielzahl an Herstellern Produkte, die mit diesem System kompatibel sind. Einige Funktionen sind auf die Kontrolle einzelner Geräte ausgerichtet, andere bieten sogenannte Wenn-Dann-Szenarien. Zum Beispiel kann eine Wetterstation in das System integriert werden. Anschließend können die Aktoren mit einer bestimmten Raumtemperatur verknüpft werden. Außerdem kann eine Smart-Cam so in das System integriert werden, dass sie automatisch einen bestimmten Bereich anzeigt, wenn der Bewegungsmelder eine Bewegung registriert.

Das Stromnetz zur Haussteuerung nutzen

Ein weiteres Komplettsystem wird von der Schweizer digitalSTROM AG angeboten. Die hierfür relevanten Daten werden aber nicht über das Ethernet, sondern über das Stromkabel verschickt. Dies kennen viele Anwender von der Powerline-Technik, allerdings arbeitet das System der digitalSTROM AG mit einem proprietären Protokoll. Die Verbindung wird mittels eines in den Sicherungskasten integrierten digitalSTROM-Meters hergestellt. Hieraus folgt jedoch, dass die Einrichtung dieses Smart Home-Systems in der Regel von einem Partnerbetrieb des Anbieters vorgenommen werden muss. Die einzelnen Geräte innerhalb des Systems können über Klemmen gesteuert werden. Zu diesem Zweck müssen entsprechende Klemmen ins Stromkabel eingesetzt werden. Über die zentrale Klemme im Sicherungskasten kann an einzelnen Klemmen dann Strom ein- oder ausgeschaltet werden. So kann zum Beispiel eine Klemme in den Lichtschalter integriert und somit der Stromfluss eingeschaltet oder ausgeschaltet werden. Durch mehrfaches Drücken können zudem zuvor definierte Aktionen ausgelöst werden. Außerdem steht als nützliches Zubehörteil ein digitalSTROM-Server zur Verfügung. Dieser sorgt für eine Verbindung zwischen Stromnetz und Internet, sodass die einzelnen Geräte auch über Android- und iOS-Apps gesteuert werden können. Nicht zuletzt ist das System mittlerweile mit dem Amazon Alexa-System kompatibel und kann entsprechend auch per Sprachsteuerung genutzt werden. Zudem ist es möglich, eine Creative-Kamera in das System zu integrieren.

Das Besondere an Gira und Busch-Jaeger

Die Systeme von Gira und Busch-Jaeger gehören zu den aktuell umfassendsten Lösungen. Das bedeutet unter anderem, dass diese Systeme nahezu jeden Kundenwunsch in Sachen Sicherheit, Komfort und Energieeffizienz erfüllen können. In der Regel kommen solche Systeme in Neubauten oder kernsanierten Altbauten zum Einsatz, weil hier die Leitungen direkt so geplant werden können, dass sie den Einsatz des Systems unterstützen. Der zentrale Server ist so modern und komplex, dass er von einer Fachkraft programmiert werden muss. Dementsprechend gehören die Systeme dieser beiden deutschen Hersteller zu den teuersten am Markt. Zudem arbeiten beide mit dem kabelgebundenen KNX-Standard. Des Weiteren haben im Jahr 2014 Gira, Jung und andere die sogenannte eNet Allianz ins Leben gerufen. Hierbei handelt es sich um eine Funktechnik, die auch eine nachträgliche Steuerung von Licht und Rollläden möglich macht. Doch auch hier muss die Programmierung durch eine Fachkraft erfolgen.

Für alle, die dieses System zu einem möglichst günstigen Preis erwerben wollen, hat Busch-Jaeger eine vergleichsweise günstige Alternative entwickelt, die aber immer noch mit 5000 Euro pro Einfamilienhaus zu Buche schlägt. Nutzer müssen dabei in Kauf nehmen, dass der Funktionsumfang im Vergleich zur KNX-Lösung etwas eingeschränkt ist. Allerdings kann auch hier die Funksteuerung genutzt werden. Sowohl die kabelgebundene Lösung als auch die preisgünstigere Funkversion sind proprietäre Systeme, in die keine Produkte anderer Hersteller integriert werden können.

Konfigurationen und Einstellungen können über Smartphone-Apps vorgenommen werden. Die Auswahl an Kontroll- und Sicherheitsfunktionen ist hierbei schier unendlich. Die einzelnen Sensoren und Aktoren, die im System zum Einsatz kommen, sind nach Räumen sortiert. Somit ist es ganz einfach möglich, an jedem gewünschten Ort Jalousien hoch- oder herunterzulassen, die Temperatur zu regeln oder Steckdosen ein- und auszuschalten. Zudem gibt es von beiden Anbietern Wetterstationen, die dazu genutzt werden können, ein Haus regendicht zu machen oder ein zu starkes Aufheizen im Sommer zu verhindern. Gira bietet zudem einen CO2-Sensor an, der rund um die Uhr die Raumluft in einem Zimmer überwacht und den Nutzer über die erhobenen Daten informiert. Falls ein bestimmter Wert überschritten wird, öffnet sich automatisch ein Fenster oder ein Lüfter tritt in Aktion. Zudem gibt es für beide Systeme Rauchmelder.

Ein weiteres Augenmerk liegt bei diesen Systemen auf der Sicherheit. So können Systeme für die Türkommunikation in das Smart Home-System integriert werden, sodass zum Beispiel das Bild eines Besuchers zu sehen ist, wenn dieser an der Tür klingelt. Ein Zugang ist nur dann möglich, wenn ein Fingerabdruck eingelesen oder ein Code eingegeben wird. So kann zum Beispiel in einem klar definierten Zeitfenster einem Dienstleister wie einer Sicherheitsfirma Zugang zum eigenen Wohnbereich gewährt werden. Nicht zuletzt sind über Regeln verschiedene Aktionen zu verwalten, die starten, sobald unterschiedliche Finger aufgelegt werden. Der Zeigefinger kann dann zum Beispiel eine Tür öffnen, während der Daumen auch das Licht oder die Heizung betätigen kann. Auch Kameras sind integrierbar, die einen bestimmten Bereich überwachen und die gesammelten Bilder an ein Smartphone oder Tablet übermitteln.

Quelle: In Zusammenarbeit mit PC-Welt
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