Mit dem Schlüsselbund Passwörter verwalten

Mit dem Schlüsselbund wichtige Passwörter verwalten
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Mit dem Schlüsselbund wichtige Passwörter verwalten

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Für viele Konten und Zugänge benötigen Sie jeweils eigene Passwörter. Es ist schwer, sich alle zu merken. Diese Aufgabe übernimmt der "Schlüsselbund" für Sie.

Es gibt viele Informationen und Daten, die keinesfalls in die Hände Unbefugter gelangen dürfen. Hierzu gehört zum Beispiel die PIN der EC-Karte. Deswegen sollte man diese Nummer nirgendwo aufschreiben, sondern ausschließlich im Kopf haben. Bei einer Zahl ist das noch machbar. Bei diversen Zugängen, Nutzernamen und Passwörtern wird das Gehirn aber ganz schön beansprucht. Vorallem wenn die Passwörter länger und komplizierter sind als eine einfache EC-PIN.

Das ist im Internet meist der Fall, weil hier ein besonders hoher Datenschutz angestrebt wird. Kurze Passwörter ohne Sonderzeichen lassen sich leicht erraten oder mit Hilfe von Tools knacken. Hinzu kommt, dass man für verschiedene Dienste niemals dasselbe Passwort verwenden sollte. Ansonsten hat jemand, der das Passwort eines Dienstes knackt, sofort auch Zugriff auf alle anderen Dienste.

Wie lassen sich also sichere Passwörter verwalten, ohne dass man die Kapazität und Leistung des eigenen Gedächtnisses überstrapazieren muss? Die Antwort lautet: mit dem macOS Schlüsselbund. Dieser ist einerseits in der Lage, sich bereits existierende Passwörter zu merken. Gleichzeitig kann er neue, sichere Passwörter erstellen und verwalten. Hierdurch sind Sicherheit und eine unkomplizierte Handhabung gegeben.

Das müssen Sie zum "Schlüsselbund" von macOS wissen

  1. Wissenswertes zu den Verschlüsselungen

    Damit Daten auf einem Mac, PC oder Smartphone wirklich sicher sind, ist es unbedingt nötig, sie zu verschlüsseln. Für die Verschlüsselung kommen teils komplizierte mathematische Verfahren wie die Primfaktorzerlegung zum Einsatz. Das ist besser als der Einsatz von Schlüsseln, da diese mit mehr oder weniger großem Aufwand ausgerechnet werden könnten. Das Verfahren ist zwar sehr kompliziert, aber den Anwendern meist gut bekannt. Deswegen können verwendete Systeme leicht auf Fehler hin geprüft und von diesen befreit werden. Diejenigen Verschlüsselungstechniken, die sich durchgesetzt haben und bis heute Verwendung finden, werden von den meisten Experten als sicher eingestuft.

  2. Alle Passwörter an einem Ort aufbewahren

    Apple bietet mit macOS eine eigene verschlüsselte Passwortdatenbank, in der die verschiedenen Passwörter hinterlegt und gespeichert werden können. Die Nutzung dieser Datenbank sind viele Menschen bereits gewöhnt, ohne sich dessen bewusst zu sein. Häufig stellen Dienste wie Facebook oder iCloud, wenn sie mit dem Safari-Browser aufgerufen werden, die Frage, ob die eingegebenen Zugangsdaten gespeichert werden sollen. Wenn man dies bestätigt, gelangen der Nutzername und das Passwort in die erwähnte Datenbank.

    Apple bezeichnet diese Datenbank selbst als "Schlüsselbund". Das soll ausdrücken, dass die Daten wie Schlüssel an einem Bund gespeichert werden und bei Bedarf die jeweiligen Türen öffnen. Wenn Nutzer einen Dienst nämlich ein weiteres Mal aufrufen, werden die notwendigen Login-Daten automatisch ausgefüllt. Somit ist es nicht mehr nötig, das Passwort auswendig zu kennen. Neben Zugangsdaten können auch andere Informationen wie das WLAN-Kennwort im Schlüsselbund gespeichert werden. Wer mehrere Geräte nutzt, kann die Zugangsdaten via iCloud mit anderen Geräten wie dem iPhone oder iPad abgleichen und sie auf den verschiedenen Tools nutzen.

  3. Wie war nochmal mein Passwort?

    Solange ausschließlich mit MacOS-Geräten gearbeitet wird, ist dieses Vorgehen gar kein Problem. Schwierigkeiten können aber auftreten, wenn irgendwann einmal der Zugang zu einem Dienst über einen Windows-PC oder ein Android-Gerät erfolgen soll. In einem solchen Fall ist es dann nach wie vor nötig, den Nutzernamen und das Passwort zu kennen. Haben Sie es vergessen, erfolgt eine umständliche Passwortabfrage beim Dienstleister, um das benötigte Passwort zu bekommen. Dieser schickt die entsprechenden Daten dann zum Beispiel per E-Mail zu. Mit dem OS X Schlüsselbund können solche Probleme jedoch vermieden werden.

    Zu diesem Zweck gibt es den Punkt "Schlüsselbundverwaltung". Dieser bietet eine Übersicht über alle Passwörter, die auf dem Mac hinterlegt sind. Anwender müssen sich also nur noch ein einziges Passwort merken, nämlich das Benutzerkennwort für den Mac. Dieses ist die Grundvoraussetzung, um auf den Schlüsselbund zugreifen und die darauf befindlichen Passwörter nutzen zu können. Das ist zumindest eine Teilentlastung für das Gedächtnis, weil sich die Nutzer nur noch ein Passwort merken müssen.

    Nachdem die Anmeldung zur Passwortdatenbank erfolgreich abgeschlossen ist, muss zunächst die Verwaltung des Schlüsselbundes aufgerufen werden. Hierfür gibt es den Punkt "Anmeldung" unter dem Reiter "Schlüsselbund". Jetzt werden alle auf dem Schlüsselbund gespeicherten Informationen angezeigt, die Passwörter allerdings noch nicht. Um das Passwort für einen Dienst zu sehen, muss zunächst ein Doppelklick auf einen der Einträge erfolgen. In einem separaten Fenster werden dann alle Detailinformationen zu dem jeweiligen Zugang bereitgestellt. Über das Feld "Passwort einblenden" ist es dann möglich, sich das Passwort des Dienstes anzeigen zu lassen.

    Um sich ein Passwort anzeigen lassen zu können, muss das Benutzerkennwort eingegeben werden. Ist dies geschehen, wird das entsprechende Passwort angezeigt. Prinzipiell besteht dann auch die Möglichkeit, es zu ändern. Hierbei ist aber zu beachten, dass die Änderung nur innerhalb des Schlüsselbundes erfolgt und nicht beim jeweiligen Dienst selbst. Damit die Änderung auch hier gültig wird, muss der entsprechende Dienst im Browser aufgerufen werden. Sobald die Anmeldung mit dem alten Passwort erfolgt ist, kann auch hier das neue Passwort eingegeben und gespeichert werden.

  4. Weitere Passwortdatenbanken

    Der Schlüsselbund, der unter OS X und iOS zu finden ist, stellt eine, aber bei Weitem nicht die einzige Passwortdatenbank dar, die eine sichere Verwaltung von Kennwörtern erlaubt. Ebenfalls sehr beliebt ist 1Password, das sowohl für OS X als auch für Android, ChromeOS, Linux und Windows zur Verfügung steht. Das Tool ist für 3 Euro pro Monat zu haben. Mit diesem Hilfsmittel lassen sich unter anderem Foreneinträge und Seriennummern sicher abspeichern aber auch Kreditkartennummern und Router-Kennwörter sind damit sicher. Falls dies gewünscht wird, erfolgt eine Synchronisation aller Plattformen, sodass die Kennwörter ganz bequem genutzt werden können. Eine spezielle Firmenversion von "1Passwort" eignet sich dank zuverlässiger Verwaltungsfunktion auch für Unternehmen.

  5. Weitere Einsatzgebiete für den Schlüsselbund

    Der Schlüsselbund ist jedoch mehr als ein reiner Speicherplatz für Login-Daten und Passwörter. Hier kommen auch die Passwörter der WLAN-Netze unter, mit denen sich das Mac-Gerät mindestens einmal verbunden hat. Es ist ebenfalls möglich, sich diese WLAN-Passwörter anzeigen zu lassen, um zum Beispiel ein anderes Gerät mit diesem WLAN zu verbinden. Denn in der Regel kennt niemand WLAN-Passwörter auswendig.

    Die Netzwerke, die das Gerät kennt, sind unter dem Reiter "System" zu finden. Auch hier muss zunächst ein Eintrag mittels Doppelklick ausgewählt werden. Anschließend kann über das Feld "Passwort einblenden" das zugehörige Passwort angezeigt werden. Diese Passwörter sind jedoch nicht auf einen Nutzer beschränkt, sondern kommen im gesamten System zum Einsatz. Deswegen muss für die Anzeige nicht allein das Benutzerkennwort, sondern auch das Administrator-Kennwort eingegeben werden.

    Gelegentlich tritt auch der unschöne Fall ein, dass ein Nutzer das Benutzerkennwort seines Mac vergessen hat. Somit hat er keinen Zugriff mehr auf den Schlüsselbund. In einem solchen Fall ist es möglich, das Passwort zurückzusetzen. Zu diesem Zweck müssen die Zugangsdaten der Apple-ID, mittels derer die Verbindung hergestellt wurde, bekannt sein. Alternativ besteht die Möglichkeit, einen anderen Nutzer mit Administrator-Rechten zu bitten, das Passwort zurückzusetzen. In diesem Fall kann mit einem neuen Passwort noch einmal ganz von vorne begonnen werden.

  6. Die Funktion "Sichere Notizen"

    Das Leistungsspektrum des Schlüsselbundes ist aber noch deutlich größer. Viele Anwender sind hiervon angetan, da sämtliche Features des Tools verschlüsselt sind. Hierdurch wird ein Höchstmaß an Sicherheit erreicht. Hinzu kommt, dass ohne das Benutzerkennwort niemand Zugriff auf die Datenbank erlangen kann. Die gespeicherten Passwörter und Informationen sind also wirklich sicher. Aufgrund dieser hohen Sicherheit ist es nur sinnvoll, weitere Inhalte mit de Schlüsselbund zu speichern. Das gelingt am besten über die Schlüsselbundverwaltung.

    Eine Möglichkeit besteht darin, die Funktion "Sichere Notizen" zu nutzen. Mit dieser können Sie kurze Texte oder Stichwörter schreiben, die ebenfalls verschlüsselt in der Datenbank hinterlegt werden. Auf diese Informationen und Texte haben dann ebenfalls nur die Personen Zugriff, die das Benutzerkennwort kennen. Um solche Notizen erstellen zu können, muss zunächst die Schlüsselbundverwaltung aufgerufen werden. Anschließend können die Schritte "Kategorie -> Sichere Notizen" gegangen werden. Über das Pluszeichen können dann neue Notizen erstellt werden. Diese werden über ein Eingabefenster geschrieben und nach einem Klick auf "Hinzufügen" verschlüsselt im Schlüsselbund abgespeichert.

  7. Speicherung und Nutzung von Zertifikaten

    Eine weitere wichtige Aufgabe des Schlüsselbundes ist die Speicherung von Zertifikaten. Solche Zertifikate stellen zum Beispiel sicher, dass die Zahl der Nutzer, die auf verschlüsselte Verbindungen Zugriff haben, beschränkt ist. Das spielt zum Beispiel beim Onlinebanking eine Rolle. Das Zertifikat dient hierbei als Bestätigung, dass der Kommunikationspartner berechtigt ist, auf die verschlüsselte Verbindung zuzugreifen. Für Dritte ist es nur sehr schwer möglich, an Zertifikate zu kommen. entsprechend gelingt es ihnen nur mit massivem Aufwand, Verschlüsselungen zu knacken oder sich als Kreditinstitut oder anderer seriöser Dienstleister auszugeben.

  8. Neue Passwörter erzeugen

    Viele Nutzer haben sich schon mit der Frage beschäftigt, was genau ein "sicheres Passwort" ist. Bis jetzt gibt es keine allgemeingültige Antwort auf diese Frage. Es hat sich aber die Ansicht durchgesetzt, dass willkürliche Folgen aus Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen ein Höchstmaß an Sicherheit gewährleisten. Allerdings haben solche Passwörter den Nachteil, dass sie sich nahezu niemand merken kann. Um möglichst sichere Passwörter finden und nutzen zu können, bietet der Schlüsselbund einen eigenen Passwort-Generator. Dieser erzeugt sichere Passwörter, die dann für verschiedene Dienste genutzt werden können.

    Wer den Browser "Safari" nutzt, kann immer dann auf den Generator zugreifen, wenn bei einem Dienst ein Passwort eingegeben werden muss. Wenn sich der Cursor im Passwort-Feld befindet, schlägt Safari automatisch ein Passwort vor, das als sicher gelten kann. Wenn sich die Nutzer dafür entscheiden, das vorgeschlagene Passwort einzusetzen, wird dieses unmittelbar im Schlüsselbund hinterlegt. Bei der Verwendung eines neuen oder der Veränderung eines alten Passworts in der Schlüsselbundverwaltung hat der Generator noch viele zusätzliche Funktionen zu bieten.

    Über ein Schlüssel-Icon wird der Passwort-Generator aufgerufen. Anwender können dann Einfluss auf die Art des Passworts nehmen. Unter anderem sind die Länge des Kennworts und die darin enthaltenen Zeichen individuell anpassbar. Beispielsweise ist es möglich, Passwörter zu wählen, die ausschließlich aus Zahlen oder Zeichen bestehen, oder Wortkombinationen zu nutzen, die einprägsam sind. Die hier vorgeschlagenen Kennwörter sind gängigen Varianten wie Geburtsdaten oder dem klassischen 123456 weit überlegen.

  9. Die Kombination aus Schlüsselbund und iCloud

    Die Möglichkeit, den Schlüsselbund mit der iCloud abzugleichen, besteht bereits seit OS X 10.9 Mavericks. Diese Funktion ist besonders dann praktisch, wenn mit mehr als einem Mac gearbeitet wird oder zusätzlich zum Mac ein iPad oder iPhone zum Einsatz kommt. Grundsätzlich ist es möglich, den Schlüsselbund über die iCloud zur Verfügung zu stellen. Wird dies getan, haben alle Geräte Zugriff auf den Schlüssel, die mit derselben Apple-ID arbeiten. Das ist sehr praktisch und spart viel Zeit. Das gilt auch dann, wenn ein Passwort einmal geändert werden muss. In diesem Fall erfolgt die Änderung nämlich direkt auf allen Geräten. Die Synchronisation erfolgt über den Punkt "iCloud" in den Systemeinstellungen.

  10. Defekte am Schlüsselbund beheben

    Es kann durchaus passieren, dass es bei einem Schlüsselbund zu Fehlern und Problemen kommt. Solche Schwierigkeiten treten zum Beispiel dann auf, wenn die Festplatte einen Fehler aufweist oder es zu einem Systemabsturz gekommen ist. Häufig bemerken Nutzer solche Probleme, wenn die Kennworteinträge auf einmal seltsam sind oder die gespeicherten Kennwörter nicht mehr funktionieren. In einem solchen Fall sollte der Schlüsselbund auf Fehler hin untersucht und bei Bedarf repariert werden. Das ist allerdings nur bei Systemen möglich, die älter als OS X 10.11 sind. Danach steht diese Option nicht mehr zur Verfügung.

    Um die Reparatur vorzunehmen, muss zunächst in der Schlüsselbundverwaltung der Punkt "Schlüsselbund - Erste Hilfe" aufgerufen werden. Hier erfolgt dann eine individuelle Auswahl des Nutzers, um gezielt einen bestimmten Schlüsselbund untersuchen zu können. Sowohl leichte als auch sehr komplizierte Probleme am Schlüsselbund lassen sich mit diesem Verfahren meist gut beheben.


Quelle: In Zusammenarbeit mit Macwelt
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